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Autor Thema: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...  (Gelesen 6066 mal)

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Offline Masterboy

Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« am: 08. November 2007, 15:48:43 »
aus aktuellem Anlass möchte ich mal grob einen Überblick über die verschiedenen Bildformate (Seitenverhältnisse) beim Film geben. Immer wieder fällt mir auf dass viele Leute einfach aus Unwissenheit falsche Bildformate bevorzugen, die Bildausgabe falsch einstellen und somit ein verzerrtes Bild an Ihrem Ausgabegerät haben.

Das Thema ist natürlich recht ausführlich, daher erstmal ein grober Überblick.

Welche Formate gibt es?

4:3

So nennt man das klassische Fernsehformat. Früher wurden Filme und Sendungen im TV immer in diesem Format aufgezeichnet. Die Zahlen 4:3 bezeichnen dabei das Verhältnis der Seitenlängen in Relation zueinander (Breite 4 zu Höhe 3). Auf einem klassischen Ferseher hat man also ein volles Bild wenn man sich eine Sendung in diesem Format anschaut. Machmal ist das Verhältniss auch als "Vollbild" oder "1,33:1" (4:3=1,33..) angegeben.




16:9

Für Kinofilme wurde später ein neues Format eingeführt, welches mehr unseren wirklichen Sehverhältnissen entspricht. Dieses ist breiter und liegt im Regelfall zwischen 1,78:1 und 1,85:1, hat also ein Format von etwa 16:9 (16:9=1,77..). Diese Filme werden üblicherweise in 4:3 gedreht und bei der Vorführung "maskiert". Auf einem normalen 4:3 TV hat man dann logischerweise oben und unten Balken wenn man das ganze Bild dort sichtbar haben will. Das sieht dann so aus:



Gibt man das Breitbildformat auf einem passenden 16:9 Gerät wieder (alle aktuellen LCD, Plasma, Beamer im HK-Bereich) hat man keine Balken.



Jetzt gibt es viele Möglichkeiten an den Endgeräten das Bild in alle möglichen Himmelsrichtungen zu ändern, also z.B. das Breitbild heranzuzoomen um die Balken auf einem 4:3 Gerät verschwinden zu lassen. Das hat dann den Effekt dass das Bild schlechter wirkt da man ja quasi wie mit einer Lupe das Bild heranholt. Vorteil: Balken weg, Nachteil: schlechteres Bild, teile des Bildes links und rechts abgeschnitten!!! Diese Funktion wird auch als Pan&Scan bezeichnet, obwohl hier ein anamorphes Bild vorhanden sein muss was ich jetzt mal nicht weiter ausführe, oder später vll.
Andere Möglichkeit ist es das Bild zu von 4:3 auf 16:9 zu zerren (breite Gesichter) um links und rechts Balken auf einem 16:9 Gerät verschwinden zu lassen. Da wirds richtig eklig.



Richtig wäre diese Einstellung:




So, und dann gibts noch Cinescope, das Superbreitbild.

Dies ist nochmal nen Tick breiter, nämlich 2,35:1. Diese Filme werden anamorph (also in der Breite gestaucht) aufgenommen und bei der Vorführung entsprechend entzerrt. Für dieses Format gibt es im Prinzip kein wirklich geignetes Gerät, denn sowohl auf einem 4:3 als auch auf einem 16:9 Ausgabegerät sind jetzt oben und unten Balken. Dennoch wird dieses Format sehr oft bei Kinofilmen verwendet, und da man das Bild nicht "beschneiden" möchte wird dieses auch so auf den Medien für zu Hause später zu finden sein. Einzig aktuelle 21:9 TVs geben diese Filme ohne Balken wieder.

Auf einem 4:3 Gerät sieht das Bild ohne Zerrungen oder Zoom dann so aus:



So auf einem 16:9 Gerät:




Es ist also unratsam das Bild zu verzerren oder zu zoomen da man sonst das Bild um Qualität und Format beraubt.

Ein paar interessantre Beispiele für verwendete Bildformate:

- Geoerge Lucas dreht seine Filme am liebsten in 16:9
- Stephen Spielberg dreht am liebsten in Cinescope
- Stanley Kubrick dreht am liebsten in 4:3

« Letzte Änderung: 15. April 2012, 15:39:58 von nemesis »
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Offline blaubaum

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #1 am: 08. November 2007, 16:00:23 »
Absolut super! Sowas hab ich immer gesucht. Direkt drucken.

Offline Necronomicon

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #2 am: 08. November 2007, 16:05:36 »
Jo, schöne Beschreibung, danke  :biggrin:

Also ist Pan & Scan immer das herangezoomte und seines ursprünglichen Formates beraubte Bild.
Letterbox heißt dann ?

Im normalen DVD Betrieb, also weder HD noch BD, finde ich aber trotzdem, daß ein leicht gezoomtes Bild kaum schlechter aussieht als normal. ebenso gibts keinerlei Verluste an den Rändern, horizontal oder vertikal.

Vielleicht nochmal kurz den Unterschied zu 16:9 und 16:9 anamorph  ;)

Offline Masterboy

Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #3 am: 08. November 2007, 16:22:47 »
Jo, schöne Beschreibung, danke  :biggrin:

Also ist Pan & Scan immer das herangezoomte und seines ursprünglichen Formates beraubte Bild.
Letterbox heißt dann ?
Vielleicht nochmal kurz den Unterschied zu 16:9 und 16:9 anamorph  ;)

richtig, Pan&Scan zieht das Bild heran und verkleinert somit die Balken, dafür fehlt links und rechts was vom Bild.
Letterbox ist also unverändert, heißt wenn du Breitbild zuspielst siehste eben nur eine Letterbox (Briefkastenschlitz).

Zu Anamorph versuche ich es mal ganz einfach zu erklären. Stell Dir vor Du benutzt eine 4:3 DigiCamera um einen Film zu drehen welcher eigentlich in Breitbild sein soll. Dann kannst Du deine Auflösung der Cam berauben und nimmst eben statt der 400*300 Pixel nur 400*250 Pixel (ich hab jetzt nicht nachgerechnet). Dann ist dein Ergebnis zwar Breitild aber du hast Auflösung verschenkt.

Bei anamorphen Bild geht man also her und nimmt Bild bewusst verzerrt auf um die volle Auflösung zu nutzen um dieses später wieder zu stauchen (auf das richtige Format). Es geht also primär um die Ausnutzung der vollen möglichen Auflösung.

Etwas detailierter: http://de.wikipedia.org/wiki/Anamorphe_Bildaufzeichnung
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Offline der Dude

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #4 am: 08. November 2007, 16:28:42 »
- Stanley Kubrick drehtE am liebsten in 4:3
;)

Offline Masterboy

Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #5 am: 08. November 2007, 16:29:25 »
- Stanley Kubrick drehtE am liebsten in 4:3
;)

jo, sind noch mehr Fehler drin die ich demnächst mal korrigiere. Für heute reichts ;-)
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Offline Elena Marcos

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #6 am: 09. November 2007, 08:55:27 »
Und John Carpenter bevorzugt 1:2,35!
« Letzte Änderung: 09. November 2007, 08:55:39 von Elena Marcos »

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Offline Bloodsurfer

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #7 am: 09. November 2007, 10:24:21 »
Und John Carpenter bevorzugt 1:2,35!
Ui, der dreht Filme hochkant? :uglylol:

Offline EvilEd84

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #8 am: 09. November 2007, 10:47:10 »
atomrofl ;)

2,35 ist Cinemascope...

Offline Bloodsurfer

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #9 am: 09. November 2007, 11:03:05 »
2.35:1, ja, aber nicht 1:2,35 ;) Man nennt die Breite zuerst, daher der Spass ;)

Offline EvilEd84

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #10 am: 09. November 2007, 12:43:31 »
Ich weiss, daher auch das atomrofl ;)

damit wollte ich nur hinweisen darauf, dass Greg das Format 2,35:1 schon genannt hat unter dem namen Cinemascope. Wenn Dirk jetzt allerdings nur die Carpenter Info als Ergänzung geben wollte, dann hat sichs eh erledigt.

Offline Elena Marcos

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #11 am: 10. November 2007, 09:09:20 »
Ich weiss, daher auch das atomrofl ;)

damit wollte ich nur hinweisen darauf, dass Greg das Format 2,35:1 schon genannt hat unter dem namen Cinemascope. Wenn Dirk jetzt allerdings nur die Carpenter Info als Ergänzung geben wollte, dann hat sichs eh erledigt.

Das war nur eine Ergänzung zu der Kubrick Bemerkung, der ja Vollbild bevorzugte... Jaja - andersherum ... aber hochkant wär doch auch mal was feines - dann ist das nicht mehr Letterbox, sondern Hosenschlitz, oder ?

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Offline Masterboy

Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #12 am: 11. November 2007, 16:14:37 »
Das war nur eine Ergänzung zu der Kubrick Bemerkung, der ja Vollbild bevorzugte... Jaja - andersherum ... aber hochkant wär doch auch mal was feines - dann ist das nicht mehr Letterbox, sondern Hosenschlitz, oder ?

Dirk, Du solltest Pornoregiessuer werden und Deine Filme in dem Format drehen, damit gelingt Dir der Durchbruch!
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Offline der Dude

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #13 am: 11. November 2007, 17:26:02 »
vor allem bekommt man die chicks dann ja in voller pracht stehend auf die röhre :)

Offline Bloodsurfer

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #14 am: 11. November 2007, 18:11:30 »
vor allem bekommt man die chicks dann ja in voller pracht stehend auf die röhre :)
Wobei sie liegend meistens wichtiger wären :D

Offline Flightcrank

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #15 am: 11. November 2007, 20:45:43 »
Netter Fred. Muss ich mir mal in 'ner ruhigen Minute durchlesen...  :)

Offline Elena Marcos

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #16 am: 12. November 2007, 07:36:33 »
Das war nur eine Ergänzung zu der Kubrick Bemerkung, der ja Vollbild bevorzugte... Jaja - andersherum ... aber hochkant wär doch auch mal was feines - dann ist das nicht mehr Letterbox, sondern Hosenschlitz, oder ?

Dirk, Du solltest Pornoregiessuer werden und Deine Filme in dem Format drehen, damit gelingt Dir der Durchbruch!

Genau - DAS hat bisher noch keiner gemacht...

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Offline dead man

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Re: Bildformate, eine Geschichte voller Missverständnisse...
« Antwort #17 am: 15. September 2009, 21:19:18 »
Mal ne kurze Frage:

Wenn ich nen 4:3 TV Gerät besitze und ne DVD im 16:9 oder 2:35,1 Format reinhau, stell ich den Player auf Letterbox und ich hab automatisch das Originale Bild ohne Zoom oder sonstiges. Wenn die DVD das 4:3 Format hat hab ich wenn der Player auf Letterbox steht auch das originale Format, nur eben ohne Balken.

Das heißt wenn ich ein  4:3 Gerät TV Gerät hab ist beim DVD Player das Breitbild Format unnötig?

 

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