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Autor Thema: Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...  (Gelesen 19742 mal)

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Online nemesis

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Re: Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« am: 06. Mai 2008, 23:31:48 »
So in meiner Jugend war ich auch ziemlich auf Horror fixiert (vor allem die Nightmare's haben es mir angetan. Der gute nemesis wird in diesem Thread bestimmt noch unser denkwürdiges Kinoerlebnis reinpacken, hehe)...

Ja, das war in der Tat denkwürdig. 1989. Sascha war 16, ich 17...und Nightmare 5 ab 18...
Wir hatten die Karten schon...nur wollte uns der Türsteher nicht rein lassen, sondern lieber erst unsere Ausweise sehen. Ich diskutierte ein paar Minuten mit ihm, wir hätten die Ausweise nicht dabei, und wir wären ja wohl kaum so blöd, Kohle für die Karten rauszuhauen, wenn wir genau wüssten, wir kämen nicht rein und so weiter. Ein paar Minuten später saßen wir im kleinsten Popelkino der E-Kinos an der Hauptwache (das "Eden", die Besenkammer unter den Lichtspielsälen...), aber drauf geschissen, wir waren drin und durften Freddy auf der Leinwand bewundern, das war damals echt mal was.

Früher waren die Horrorfilme wohl am interessantesten, denn damals waren sie noch Neuland für uns. Und teils ja auch die verbotene Frucht, weil wir noch nicht wirklich volljährig waren. Man suchte noch nicht wirklich nach Anspruch, vielmehr lotete man die eigenen Grenzen aus, Slasher, Italo-Zombies, Kannibalen. Richtig spannend waren die wenigsten davon. Spannender war die Frage: Was kommt als nächstes? Und will ich das wirklich sehen? Natürlich sah man auch The Fog oder Alien, und die waren richtig spannend, aber auf dem Schulhof machten eher Tanz der Teufel und Zombie die Runde. Irgendjemand hatte immer einen älteren Bruder mit Videothekenausweis.

Irgendwann kam dann aber der Punkt, an dem man sich mit den Leuten hinter der Kamera beschäftigte und somit selektiver Filme des Genres aussuchte. Man begann, sich im Genre langsam etwas besser auszukennen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Und es gab so viel zu entdecken. Nur irgendwann (aber sowas dauert lange Jahre) hat man einen guten Teil der relevanten Filme abgegrast, kennt die wichtigsten Regisseure, die Spielarten und Varianten des Genres, die Meilensteine und Eckpfeiler des "Horrors". Und dann wird es eng. Irgendwie hat man alles in der ein oder anderen Form schon gesehen, und das wussten auch die Filmemacher. Gerade in den 80ern gab es im Genre ungemein viele Sequels, weil man mit dem "Altbekannten" Geld machen konnte. Darunter litt aber die Innovation. Und das bis heute. Schauen wir uns doch mal die schiere Menge an Remakes an. Kaum jemand versucht noch, etwas neues zu schaffen. Man kocht die bekannten Gerichte, packt ein paar Geschmacksverstärker und Gewürze rein, aber unterm Strich ist es das selbe Essen.

Wenn ich mal in die Leihe gehe, gibt es kaum noch aktuelle Genrefilme, die mich interessieren. Allein schon die vielen billigen DTV-Horrorfilme nach Schema F, die die immergleichen Psalme runterbeten. Virus, Zombies, Bumm-Bumm-Gekrösewühl. Oder Teenies in Not, weil der 1000ste Haken-Ziegfeld mit der Gummikutte des Verderbens einen schlechten Tag hatte. Der plakative Teil der damaligen Klassiker wird "exploited", aber die Erzählung bleibt auf der Strecke. Es wird quasi viel geredet, aber nichts gesagt - im filmischen Sinne. Und somit wird es langweilig. Nur selten verlässt mal jemand die ausgetretenen Pfade des Einheitsbreis, und sei es nur durch sorgfältige Inszenierung (was ja auch nicht mehr selbstverständlich ist), greifbare Charaktere, oder etwas Gespür für Atmosphäre (dito). Und einige Irregeleitete meinen, sie müssten das Genre revolutionieren, indem sie ohne Sinn und Verstand rumsauen bis zur Abartigkeit, aber es dem Zuschauer scheissegal ist, was da passiert, weil die Figuren (und oft die Handlung) flacher sind als ein Rudel Nanobots. Das mag vor 30 Jahren (als Slasher & Co groß rauskamen) noch funktioniert haben, ist aber heute - vor allem für die Älteren, die mit den "Klassikern" groß geworden sind - kalter Kaffee. Höchstens den Jamba-Sparabonnenten geht auf Börsen noch bei TCM - The Beginning und Ich folter dir die Grütze aus der Sparsocke im Russenkeller raus - Teil XII einer ab.

Fakt ist: Wir haben mehrere Jahrzehnte des (Genre -) Filmschaffens abgegrast und somit die Creme de la Creme dessen, was es gibt, bereits gesehen. Subjektiv betrachtet kommt somit in "Echtzeit" deutlich weniger an brauchbarer Genrekost raus. Hatt'mer schon, kenn'mer schon, und zwangsläufig wendet man sich so anderen Dingen zu.
« Letzte Änderung: 06. Mai 2008, 23:35:22 von nemesis »

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Re: Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« Antwort #1 am: 07. Mai 2008, 18:37:11 »
Im Prinzip hat Pierre Recht damit: die Frequenz quasi in Echtzeit auf neue Perlen zu warten erscheint eben länger als mal in "nur 5" Jahren 80 Jahre Filmgeschichte abzugrasen. Dann ist es natürlich klar, dass einem die Perlenquote in den nächsten 5 Jahren erheblich geringer vorkommt ;)

Matze hat auf Anhieb erfasst, wie ich's gemeint habe...Alter, ich bin richtig stolz auf dich!
*knuddel*

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Re: Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« Antwort #2 am: 07. Mai 2008, 23:45:44 »
Irgendwo habt ihr beide recht:

Zitat
Der Terror (lateinisch terror, von terror,terroris - Schrecken) ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen.

Der lateinische Ausdruck territio (deutsch „Territion“ Schreckung) bezeichnet das Zeigen der Folterinstrumente, eine Vorstufe der Folter, die oft bereits ausreichte, um ein Geständnis zu erzwingen.


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Re: Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« Antwort #3 am: 10. Januar 2009, 10:52:44 »
Dir entgeht echt einiges...

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Re: Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« Antwort #4 am: 10. Januar 2009, 11:25:23 »
Ja, die "breite Masse" hat es lieber westlich. "Blockbuster" (etc.) lassen sich hier immer noch besser vermarkten.

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Re: Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« Antwort #5 am: 25. August 2009, 19:10:09 »
Unterschreib ich mal so. Der originale Valentine ist auch ohne die Gore-Szenen gut. Aber wem er schon so nicht gefallen hat, dem wird er auch mit Gekröse nicht besser gefallen (obwohl es den Film noch etwas runder macht).

@ Andi: Atmo? Wir haben wohl verschiedene Filme gesehen... :P

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Antw:Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« Antwort #6 am: 01. Juli 2017, 08:14:17 »
- We Are Still Here
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Antw:Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« Antwort #7 am: 03. Juli 2017, 09:38:51 »
Den hat hier glaube ich noch keiner gesehen.

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Antw:Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« Antwort #8 am: 10. August 2017, 14:40:26 »
Aus dem Grund krame ich auch immer wieder den alten Europa-Kram gerne hervor.

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Antw:Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« Antwort #9 am: 26. August 2017, 15:39:22 »
Ich sag mal, der richtig gute Horrorfilm ist im Moment tot.

Ja und Nein. Filme wie "Cabin in the Woods" sind durchaus noch ein Aufbäumen. Ganz hab ich die Hoffnung noch nicht verloren.
BTW: Wann geht es mit PW weiter, Evilito????
weiß ich leider net SK. Sassenberg ist eben so ne Sache. Regt mich auch grad auf.
Cabin in t. W. ist ja schon wieder etwas älter( 2012). Ich meinte eben grad verstärkt dieses Jahr, letztes wars noch recht ok...
Aber so wie in den 80 er und 90 evtl 2000'er wirds eh nie wieder sein.....
Das Beste wird eben schon da gewesen sein ( Hellraiser, Friday, Nightmare,Evil Dead, Halloween, Romero Zombis, St. King und und und)

Sich durch das aktuelle Angebot an Horrorfilmen durchzuwühlen ist mittlerweile leider mehr oder weniger wie Resteficken...
« Letzte Änderung: 26. August 2017, 15:39:45 von nemesis »

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Antw:Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« Antwort #11 am: 01. Mai 2018, 09:26:32 »
Hmmmmm... nö.

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Antw:Das Horrorvergnügen läßt spürbar nach...
« Antwort #12 am: 09. März 2019, 18:41:45 »
Von dem habe ich nur die ersten fünf Minuten gesehen, und das Einzige, das mich da gegruselt hat, waren Kamera und Schnitt...

Wirklich gruseln... Das ist schwer geworden. Zu sehr kennt man die Mechanismen des Genres und hat sie verinnerlicht. Das schaffen bei mir höchstens noch Filme, die das gekonnt subtil einbauen oder ein gutes Gespür für Atmosphäre und die Darstellung irrealer Momente haben.
Die seit Jahren inflationär erscheinenden Jumpscare-Feste gehen mir auf den Zeiger.

 

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