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Autor Thema: Review: TOKYO (Mo Hayder)  (Gelesen 3073 mal)

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Offline Lionel

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Review: TOKYO (Mo Hayder)
« am: 10. September 2009, 14:54:12 »


http://www.amazon.de/Tokio-Roman-Mo-Hayder/dp/3442463203/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1252583740&sr=8-1


Die junge Studentin Grey aus England ist schon ihr ganzes Leben lang von einem einzigen Gedanken besessen: Einen Film zu finden, den ein Überlebender des Nanking-Massakers im Jahre 1937 an sich genommen hat, und der die Gräueltaten dieser menschenverachtenden Aktion der japanischen Soldaten zeigt. Jahrelang hat sie in einer Klinik verbracht, in der ihr immer wieder gesagt wurde, sie sei gestört, nicht normal und bilde sich alles, wovon sie rede, nur ein. Denn eines Tages war sie in einer Bücherei auf ein Magazin gestoßen, dass davon sprach, dass es einen solchen Film gibt und dieser sich in den Händen eines chinesischen Professors befinde, ein Überlebender der Tragödie - doch genau dies will ihr niemand aus ihrem Umfeld glauben. Mit gerade mal genügend Geld für einen Flug nach Tokio macht sich die junge Studentin auf, um den Professor - Shi Chongming - aufzusuchen. Dieser jedoch reagiert erbost und weist Grey, für die es in ihrem Leben kein höheres Ziel gibt, als zu beweisen, dass sie nicht verrückt ist, immer wieder ab. Schließlich aber lässt er sich doch auf ein Geschäft mit der jungen Engländerin ein. Er erklärt sich bereit ihr den Film zu zeigen, wenn Grey, die mittlerweile als Hostess in einem japanischen Nachtclub arbeitet, um genügend Geld für ihren Aufenthalt zu verdienen, ihm einen Gefallen erweist. Sie soll einen ihrer Kunden, den alten Yakuza-Boss Fuyuki ausspionieren. Dieser besitzt nämlich eine Art Elixier, das es ihm ermöglicht, seine Gesundheit zu erhalten. Grey ist einverstanden, hat jedoch keine Ahnung, worauf sie sich einlässt. Unter Einsatz ihres Lebens versucht sie dem im Rollstuhl sitzenden Yakuza-Boss sein Geheimnis zu entlocken. Doch was sie dabei entdeckt, ist grausamer, als sie sich in ihren kühnsten Träumen hätte vorstellen können...

Dieses beeindruckende Werk von Mo Hayder über die Kriegsverbrechen, die die Japaner in China begangen haben - beim Nanking-Massaker wurden mehr als 200.000 Kriegsgefangene und Zivilisten (andere Zahlen sprechen gar von 400.000) brutal ermordet und rund 20.000 Frauen und Mädchen vergewaltigt - enthält zwei Handlungsstränge, die alternierend geschildert werden. Der eine Handlungsstrang - der Haupthandlungsstrang - erzählt die gegenwärtige Suche von Grey nach dem Geheimnis, das ihr ihr größtes Ziel erfüllen soll. Der andere Handlungsstrang berichtet von Shi Chongming, der sein Tagebuch aus den Zeiten des Nanking-Massakers wieder ausgräbt, und dem Leser vor Augen führt, was damals vorgefallen ist. Man erfährt von der anfänglichen Unbekümmertheit des Chinesen, der es nicht für möglich gehalten hatte, dass die Japaner tatsächlich die Stadt erobern könnten, und wenn doch, der Überzeugung anheimfiel, dass die Japaner ja zivilisiert seien, und es deshalb vorzog, nicht zu fliehen - obwohl seine schwangere Frau ihn dazu drängte. Die Handlung entfaltet sich Stück für Stück, bis zu der Nacht, in der die beiden merken, dass die Japaner tatsächlich einmarschiert sind und die chinesischen Soldaten ihnen kein Paroli bieten können. Mo Hayder schildert in der Folge fürchterliche Verbrechen, die alle auf Tatsachenberichten beruhen, die aber so unaussprechlich sind, dass ich hier keines davon erwähnen will. Es sei lediglich gesagt, dass ein äußerst gewissenloser japanischer Soldat, von allen nur "Der Teufel" genannt, sich besonders grausam im japanischen Mordreigen hervortut. Hayder schafft es dabei, den Leser in diese Zeit zu versetzen und beschreibt die unerträgliche Situation von Shi Chongming und seiner Frau so anschaulich, dass man sich geradezu in das Geschehen hineinversetzt fühlt.

Die Charaktere in Tokyo sind vielschichtig und glaubwürdig gezeichnet, allen voran die beiden Hauptfiguren, Grey und Shi Chongming. Grey, die aus zerütteten Familienverhältnissen kommt und extrem weltfremd ist, hat schon die ein oder andere Erfahrung in ihrem Leben gemacht, die man als Außenstehender durchaus als krank, pervers oder abstoßend titulieren würde (Stichwort: Sexualität). Und genau dies ist es auch, was ihr die Menschen in ihrem Umfeld ihr immer wieder sagen. Nichts verletzt sie jedoch so sehr wie die Tatsache, dass ihr niemand glauben will, dass sie über den Nanking-Film in einem Magazin gelesen hat, und aus diesem Grunde für verrückt gehalten wird. Es gibt eine weitere Facette, die in Greys Leben eine entscheidende Rolle spielt und über die der Leser erst am Ende des Buches voll im Bilde ist; eine Facette, die ihr eine traurige Parallele mit dem Schicksal Shi Chongmings beschert. Doch darauf möchte ich nicht eingehen, weil ich dadurch schon zu viel verraten würde.
Shi Chongming wird uns vorgestellt als renommierter Professor für Soziologie, ein einst brillanter Linguist, der in der Universität in Tokio beschäftigt ist und der durch Greys Erscheinen von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Doch Shi Chongming hat ein ganz bestimmtes Interesse daran, sich in Japan aufzuhalten und Grey auf den Yakuza-Boss Fuyuki anzusetzen. Ein persönliches Interesse.
Weitere Charaktere sind die Mitbewohner  von Grey, der junge Amerikaner Jason sowie die beiden Russinnen Irina und Svetlana, die ebenfalls alle in dem Nachtclub - für den Marilyn Monroe Fan Nr. 1, Strawberry - arbeiten. Jason ist eine besonders obskure Figur, wird er von den beiden Russinnen doch als sonderbar und pervers beschrieben. Jason ist ein junger Gigolo, ein hübscher junger Bengel, dem die Frauen zu Füßen liegen und dem alles egal ist. Er spielt eine größere Rolle als Strawberry oder die beiden Russinnen, und im Hinblick auf den Fortgang der Geschichte nimmt er eine besondere Stellung ein.
Der gealterte Fuyuki hingegen wird bewusst vage gezeichnet. Ich glaube, im gesamten Buch sagt er kaum einen Satz. Dafür wird seine Leibwächtern, "Die Krankenschwester", zu Genüge beschrieben. Sie ist eine geheimnisvolle und gewissenlose Killerin, vor der selbst die kühnsten Gangster der Tokioter Unterwelt  erzittern.

Besonders interessant wird das Buch, wenn man merkt, wie die beiden Handlungsstränge, die am Ende ineinander über laufen, zusammenhängen. Die letzten Kapitel sind dermaßen spannend geschrieben, aber in ihrer Grausamkeit auch schwer zu ertragen, dass man es kaum beschreiben kann. Ich musste mehrmals schwer schlucken, als ich merkte, worauf das Ganze hinausläuft.
Hayder hat sich offenbar eindringlich mit den grausamen Kriegsverbrechen in Nanking beschäftigt und berichtet zum Beispiel, dass es tatsächlich kaum Beweise im eigentlichen Sinne des Wortes für die Taten der Japaner gibt (es gibt wohl einen Film von einem Reverend, der auch in diesem Buch erwähnt wird), und dass es ihr daher schwer fiel, eine Story um das Grundhandlungsgerüst zu spinnen. Die kaum in Worte zu fassende Untat, auf die das Buch inhaltlich hinausläuft, beruht jedenfalls auf einem wahren Verbrechen, über das in einem der Bücher zum Nanking-Massaker berichtet wird. Und meines Wissens nach beschäftigen sich ja auch die Japan-Sickos Men Behind the Sun mit den Kriegsverbrechen, die die Japaner an den Chinesen begangen haben. Desweiteren stellt Hayder heraus, dass es bis heute unklar ist, wie eine ansonsten äußerst disziplinierte japanische Armee so außer Rand und Band geraten und sich Menschen in Bestien verwandeln konnten. Offenbar gibt es ein interessantes Buch zu dem Thema, das sich ausschließlich mit der Psyche des japanischen Soldaten beschäftigt.

Obwohl das Buch im Mittelteil einige Stellen aufweist, die der ein oder andere als "Längen" bezeichen würde, bleibt letztlich zu konstatieren, dass Hayder mit Tokyo ein absolut fesselndes und spannendes Werk mit einem unsagbar traurigen und grauenvollen Grundthema gelungen ist, das auf Tatsachen beruht. Ich konnte kaum aufhören zu lesen und habe die etwa 460 Seiten (englisch) in zwei Tagen durchgehauen. Es ist sicherlich kein Meisterwerk, aber es ist - wie Hayders Psychothriller Birdman - ein äußerst spannendes und gutes Buch. Von meiner Seite gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung. Lesen!



Oldboy - Save the Green Planet - My Sassy Girl - Once Upon a Time in High School - I Saw the Devil - The Man from Nowhere - Attack the Gas Station - Silmido - Taegukgi - Sympathy for Mr. Vengeance - Shiri - Joint Security Area - R-Point - Bittersweet Life - Windstruck - Arahan - Crying Fist - City of Violence - Beat - Rush - Memories of Murder - The Host - Friend - The Foul King - A Tale of Two Sisters - The Good, the Bad, the Weird - Peppermint Candy - Thirst - Mother - The Quiet Family - Kick the Moon - 2009: Lost Memories - Geochilmaru - City of the Rising Sun - Barking Dogs Never Bite - Straßen der Gewalt - I'm a Cyborg, but that's ok - Bichunmoo - Musa - Bin Jip - Il Mare - Say Yes - Kilimanjaro - Fighter in the Wind - My Wife is a Gangster - Nowhere to Hide - Public Enemy - Into the Mirror - Tell Me Something - Hansel & Gretel - The Chaser - The Classic - The Way Home
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Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #1 am: 10. September 2009, 15:02:59 »
Na das ist doch mal umfangreich abgerissen! Freut mich, dass es Dir gefallen hat - ich glaub ich hab auch nen Fred dazu, ich bau die mal zusammen.
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #2 am: 10. September 2009, 15:15:33 »
Na das ist doch mal umfangreich abgerissen! Freut mich, dass es Dir gefallen hat - ich glaub ich hab auch nen Fred dazu, ich bau die mal zusammen.
Joa, war Arbeit. :D
Wenns kein Review von dir ist, brauchste eigentlich nicht zusammenbauen. Aber wie 'de magst. ;)


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Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #3 am: 10. September 2009, 15:18:42 »
Mir ist grad dank Suchmaschine aufgefallen, dass es zu DIE SEKTE aber zwei Threads gibt, die sich beide nur allgemein mit dem Buch beschäftigen. Die könnt man auf jeden Fall mal zusammenführen. ;)

Alter, das Thema war echt mal übel. Da haste mich auf was gestoßen.. :neutral:  ;)


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Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #4 am: 10. September 2009, 15:27:46 »
Ne habs auch gesehen, das is eher n allgemeiner Hayder Thread.

Ja die Thematik ist definitiv nicht ohne. Und zu der Sache mit "wie die disziplinierten Soldaten sowas tun konnten" kann ich Dir auch ausm Kosovo ganz andere Sachen aus erster Hand erzählen (der Koch ausm CU war dabei zu der Zeit - als Soldat)... das erklärt echt einiges.

Aber die anderen Bücher zu dem Thema interessieren mich dennoch brennend.
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #5 am: 10. September 2009, 15:37:45 »
Da gibt es wohl einige Werke:



http://www.amazon.de/John-Rabe-gute-Deutsche-Nanking/dp/3570550672/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1252589540&sr=1-2

Kaum zu glauben, daß das Hakenkreuz Leben gerettet und nicht nur vernichtet haben soll. Hat es auch nicht. Doch zumindest wurde das Furcht und Schrecken verbreitende Symbol als Deckmantel genutzt. Oskar Schindler, berühmt geworden durch Steven Spielbergs Verfilmung seines Lebens, war einer, der unter dem Vorwand, ein Nazi zu sein, Menschen vor ihrer Ermordung gerettet hat. Ein anderer hieß John Rabe, war leitender Siemens-Angestellter im chinesischen Nanking und Mitglied der NSDAP. Seine Parteizugehörigkeit ist kaum vorstellbar, hat dieser Mann doch ein Tagebuch geschrieben, das ihn als humanitären und selbstlosen Retter zu erkennen gibt. In den USA nennt man ihn inzwischen den "Oskar Schindler von Nanking". Die Chinesen verehren John Rabe als Helden und haben ihn erst vor kurzem in ihre Memorial Hall aufgenommen. In Deutschland war der 1950 gestorbene Deutsche bis vor kurzem vergessen: Zu unbequem erschien ein Held, dessen Vergangenheit so deutliche braune Spuren hatte.

John Rabe, für Siemens in der Hauptstadt Chiang Kai-sheks, wurde 1937 Augenzeuge des Massakers von Nanking, dem Hunderttausende von Menschen zum Opfer fielen. Japanische Truppen hatten zunächst die Stadt umzingelt, während im Innern furchtlose Ausländer, unter ihnen John Rabe, eine "Sicherheitszone" einrichteten, die vor allem durch das respekteinflößende Hakenkreuz an Rabes Arm gegen japanische Übergriffe verteidigt werden konnte.

John Rabe hat über diese Zeit Tagebuch geführt. Er beschreibt detailliert die Vorgänge vor dem Angriff und die Vergewaltigungen, Hinrichtungen und Plünderungen während des Massakers, das wochenlang andauerte und in seiner Brutalität einzigartig war. "Wir sind damals buchstäblich über Leichen gestiegen", faßt Rabe die Greuel zusammen, denen er sich stellte, obwohl es für ihn, den verbündeten Deutschen, ein leichtes gewesen wäre, nach Nazi-Deutschland auszureisen. "Wenn doch der Führer nur wüßte", sinniert er in seinem Tagebuch. Doch Adolf Hitler mißbilligte in Wirklichkeit seine Menschenfreundlichkeit, und auch Siemens schätzte nicht, daß ein entscheidender Mitarbeiter sich und das Wohl der Firma für die Rettung von rund 2000 chinesischer Flüchtlinge in Gefahr brachte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland, fand Rabe ein Land vor, das in keinster Weise dem Bild entsprach, das er sich vom nationalsozialistischen Deutschland und seinem Führer im fernen China gemacht hatte.

Das Tagebuch John Rabes rehabilitiert nicht nur "den guten Deutschen von Nanking", es ist auch der einzige umfassende Augenzeugenbericht der Greueltaten von Nanking und somit ein wertvolles zeitgeschichtliches Zeugnis. --Bettina Albert -
(amazon.de)





http://www.amazon.de/Rape-Nanking-Forgotten-Holocaust-World/dp/0140277447/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1252589618&sr=1-1

Some books you read for pleasure; others you read because they are too important to be ignored. Iris Chang's The Rape of Nanking falls firmly into the second category. What most people in the West know about the Sino-Japanese war can usually be scribbled on the back of a postcard. It was a long way away, had nothing to do with us and besides the Second World War was a much bigger deal. This parochialism and chauvinism has obliterated one of the most obscene chapters from the already overflowing pages of man's inhumanity to man in the 20th century.

After fierce fighting in Shanghai, the Japanese occupied the old Chinese imperial city of Nanking on 13 December 1937. Over the next six weeks, the Japanese massacred more than 300,000 Chinese and raped more than 80,000 women. But these bare figures don't begin to describe the atrocities. The Japanese indulged in execution contests to see who could behead the most civilians in the shortest time, they burned their victims, they buried them alive, they set dogs on them. No form of mutilation and torture was too extreme or bizarre and no one escaped. Men, women, children and babies were all butchered.

What makes all this even more unbelievable is that there was no reason for this other than sadism. The Japanese army ran riot and indulged its blood lust; moreover it didn't even attempt to conceal what it was doing from eyewitnesses. The killings and the rapes all took place in public. So how come we all know so little about it? The answers, as ever, are part coincidence and part Realpolitik. The onset of the Second World War did overshadow events in China and the bombing of Hiroshima and Nagasaki did help to cast the Japanese as victims, rather than aggressors, in some people's eyes in the post-war period. And in the aftermath of the war, everyone had a vested interest in keeping their mouth shut. Japan turned from enemy of the US to ally--as one of the strongest bastions of capitalism in a Far East they feared was becoming progressively more communist. Moreover, the People's Republic of China conspired to play down Nanking as it sought to gain an economic foothold in the world and didn't dare to alienate the West in the process.

So it is to Iris Chang's credit that she has dragged Nanking back into our collective consciousness. She doesn't sensationalise, neither does she spare us any of the details. She describes events from the point of view of the Japanese, the Chinese and the independent Westerners living in Nanking, but even so she fails to come up with a convincing explanation for the scale of the atrocities. --John Crace
(amazon.co.uk)





http://www.amazon.de/Nanjing-Massacre-Journalist-Confronts-Institute/dp/0765603357/ref=pd_sim_eb_3

This book is based on four visits to China between 1971 and 1989 by Honda Katsuichi, an investigative journalist for Asahi Shimbun. His aim is to show in pitiless detail the horrors of the Japanese Army's seizure and capture of Nanjing in December 1937. Unvarnished accounts of the testimony - Chinese victims and Japanese perpetrators - to the rape and slaughter are juxtaposed with public relations announcements of the Japanese Army as printed in various Japanese newspapers of the time. The bland announcements of triumphant victories stand in bitter contrast to the atrocities that actually took place on the scene. The story unfolds with horrible detail as we watch the triumphant progress of the Japanese army whose troops were bent on rape and killing in the so-called "heat of battle." Yet by recalling the testimony of Japanese soldiers and reporters who were on the scene, as well as reproducing dispatches by Japanese Army authorities at the time, Honda makes it clear that the atrocities were part of a studied effort directed by the Japanese high command to impress the Chinese people with the power of its army and the folly of resistance to it - the estimate of 300,000 killed in these "military operations" is no exaggeratoin. Honda has worked with other Japanese journalists and scholars who have attempted to reveal the truth of the Nanjing massacre, provoked by the efforts of right-wing Japanese, including, sadly, many government officials, to whitewash the whole incident, even to the point of contending that a "massacre" never happened. This gripping account of the atrocities and cover-up joins other exposes - Chinese and now German - in keeping alive the memory of this shameful event. (amazon.de)





http://www.amazon.de/Nanking-Massaker-1937-Japanische-Kriegsverbrechen-%C3%9Cberzeichnung/dp/3837004694/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1252589771&sr=8-1-catcorr


Was ist bei und nach der Eroberung der chinesischen Hauptstadt durch Kaiserlich Japanische Truppen tatsächlich passiert? Gab es ein "Auschwitz im Osten" mit über 300.000 zivilen Toten? Oder ist das alles anti-japanische Propaganda? Welche Strategien der Leugnung gibt es bis heute? Wie steht es um die Vergewaltigungen? Gab es andere Kriegsverbrechen in nennenswertem Umfang? Ist die Disziplin der japanischen Truppen zusammengebrochen? Welche Rolle spielten die Ausländer? Wie sind die Urteile des Tokyoter Militärtribunals zu bewerten, das immerhin zwei Angeklagte wegen der Verbrechen in Nanking hinrichten ließ?
Eine allgemein verständliche Darstellung aus neutraler Sicht, abgerundet durch die Einführung des langjährigen Ostasien-Korrespondenten der "Süddeutschen Zeitung", Gebhard Hielscher.
(amazon.de)




Ich werde auf jeden Fall das Buch von Honda lesen, das interessiert mich besonders. Er als Japaner..zudem ist es wohl besonders empfehlenswert.
« Letzte Änderung: 10. September 2009, 15:47:00 von Lionel »


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Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #6 am: 10. September 2009, 15:40:24 »
Bei mir werdens wohl leider nur die deutschen werden :( aber bei sowas verlass ich mich mal nicht gänzlich auf mein englisch. Die klingen aber sehr interessant, zumal die John Rabe Sache ja mittlerweile verfilmt wurde und demnächst rauskommen sollte.
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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Offline Lionel

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Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #7 am: 10. September 2009, 15:41:50 »
Makino und Rabe sind ja auf deutsch. Und das RAPE liegt auch in Übersetzung vor. Bei Honda weiß ich jetzt nicht..


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Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #8 am: 10. September 2009, 15:43:21 »
Ahaaa, dann is Rape also doch noch ne Option (falls mir zwei Bücher nicht doch schon genügen ;))
« Letzte Änderung: 10. September 2009, 15:43:30 von JasonXtreme »
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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Offline Havoc

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Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #9 am: 10. September 2009, 18:04:52 »
Respektables Review Gert :!:

Tokyo fehlt mir ja nach Vogelmann,  Behandlung und Sekte noch.
Wird aber auch beizeiten nachgeholt.

“When I ride my bike I feel free and happy and strong.  I’m liberated from the usual nonsense of day to day life.  Solid, dependable, silent, my bike is my horse, my fighter jet, my island, my friend.  Together we will conquer that hill and thereafter the world”

Offline Lionel

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Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #10 am: 10. September 2009, 19:07:28 »
Respektables Review Gert :!:

Tokyo fehlt mir ja nach Vogelmann,  Behandlung und Sekte noch.
Wird aber auch beizeiten nachgeholt.
Danke. :redface:  :)

Die anderen von Hayder werd ich auf jeden Fall auch noch lesen. Spätestens jetzt hat sie mich überzeugt.


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Offline Desertrain

Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #11 am: 10. September 2009, 20:19:01 »
Sehr ausführliches Review :thumb:

Offline Lionel

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Re: Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #12 am: 11. September 2009, 10:40:27 »
Sehr ausführliches Review :thumb:
Danke dir. :biggrin:

Übrigens ist das Buch wohl auch unter dem Titel The Devil of Nanking veröffentlicht worden, wie ich gestern bei amazon gesehen hab. Komisch..


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Antw:Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #13 am: 01. März 2011, 17:04:05 »
Da ich gerade über den schönen Kommentar hier gestolpert bin:

*einfüg*

TOKYO hab ich gestern beendet.

Ich muss sagen, ich habe etwas anderes erwartet - aber dennoch ein richtig gutes Buch bekommen. Ich würde es mal nicht in die Kategorie Thriller stecken! Denn es ist einiges mehr. Die junge Grey geht nach Tokyo um den alten Professor Shi Changming zu finden. Sie ist seit ihrer Kindheit besessen vom japanischen Massaker an den Chinesen in Nagnking 1937. Und seitdem sucht sie nach einem Beweisfilm, den angeblich Shi in Besitz hat. Grey ist ausserdem eine sehr seltsame Person. Sie lernt Jason kennen, der sie in einen Nachtklub einführt um dort zu arbeiten. Zudem geht sie einen Deal ein mit Shi - sie soll ihm eine geheime Medizin eines mächtigen Yakuza-Bosses besorgen im Gegenzug für den Film...

Das Ganze ist eher als psychologische Studie angelegt würde ich sagen. Die Greueltaten der Soldaten in Nangking werden zwar behandelt - aber nie plakativ beschrieben. Vielmehr geht es um den Menschen Grey und den Menschen Shi - ebenso wie eine kranke und verquere Welt, in der sie sich bewegen. Trotz dessen, dass effektiv nicht viel passiert, ist man stets angehalten weiterzulesen, auch wenn man sich das Ergebnis spätestens ab der Hälfte des Buches langsam denken kann. Schlussendlich reduziert sich die Geschichte dann aber auf Shi und Grey, und nicht auf die Taten in Nagnking, sondern auf die Taten und das Wesen der beiden Protagonisten. Gut und Böse gibt es hier eher weniger - eher nur böse. Das passt aber super in den Kontext und Hayder weiß gekonnt ein lebendiges Bild von Japan zu zeichnen.

Für Leute die mit der Thematik etwas anfangen können definitiv ein Tipp!


Oldboy - Save the Green Planet - My Sassy Girl - Once Upon a Time in High School - I Saw the Devil - The Man from Nowhere - Attack the Gas Station - Silmido - Taegukgi - Sympathy for Mr. Vengeance - Shiri - Joint Security Area - R-Point - Bittersweet Life - Windstruck - Arahan - Crying Fist - City of Violence - Beat - Rush - Memories of Murder - The Host - Friend - The Foul King - A Tale of Two Sisters - The Good, the Bad, the Weird - Peppermint Candy - Thirst - Mother - The Quiet Family - Kick the Moon - 2009: Lost Memories - Geochilmaru - City of the Rising Sun - Barking Dogs Never Bite - Straßen der Gewalt - I'm a Cyborg, but that's ok - Bichunmoo - Musa - Bin Jip - Il Mare - Say Yes - Kilimanjaro - Fighter in the Wind - My Wife is a Gangster - Nowhere to Hide - Public Enemy - Into the Mirror - Tell Me Something - Hansel & Gretel - The Chaser - The Classic - The Way Home
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Antw:Review: TOKYO (Mo Hayder)
« Antwort #14 am: 10. Oktober 2013, 11:18:57 »
Wenn ich das Hörbuch nochmal kur Revue passieren lasse, muss ich sagen: Tokyo ist neben "Die Behandlung" mit Hayders bestes Stück. Nicht nur der Umgang mit dem Geschichtlichen Kontext ist spannend und mitreißend, sondern auch die Schilderung, was Grey alles erlebt und durchmachen muss.
Hayder hat ein Händchen für skurrile Gestalten (Die Krankenschwester) - die irgendwie Angst machen. Mir hat es am Schluss auf jeden Fall den Atem verschlagen - unheimlich spannend. Hayder strickt, wie auch in ihren Caffrey Thrillern, immer wieder ausweglose Situationen für ihre Figuren, wo man sich immer fragt: Wie kommen die da raus?

Im Endeffekt - ist Tokyo recht hart und fesselt von Anfang bis Ende! Empfehlung!

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