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Autor Thema: Insignium - Im Zeichen des Kreuzes  (Gelesen 932 mal)

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Offline Elena Marcos

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Insignium - Im Zeichen des Kreuzes
« am: 11. Februar 2010, 09:05:08 »
Hier ist das Review, was ich für ein anderes Forum verfasst hatte. Ich pack's mal mit hier rein.

Klappentexte Teil 1 & 2 von „Im Zeichen des Kreuzes“

Insignium - Teil 1 - Keusche Hure

Sante della Vigna, Geistlicher und Sonderermittler im Auftrag des Vatikan, steht vor einem schier unlösbaren Rätsel. Er soll die Wahrheit über einen brutalen Doppelmord ans Licht bringen, der sich im Jahr 1998 ereignet hat und niemals wirklich aufgeklärt wurde. Die Opfer: Ein Kommandant der Schweizer Garde und seine Ehefrau. – Bei seinen Ermittlungen stößt della Vigna bald auf einen dritten Todesfall, der sich kurz nach dem Mord zugetragen hat: Den überraschenden Selbstmord eines Schweizergardisten... Welches düstere Verhängnis schwebt über der Leibwache des Papstes? Noch während della Vigna verzweifelt versucht, diesen Fall aufzuklären, kommt er einer weiteren mörderischen Intrige auf die Spur, die der Schlüssel zu den Todesfällen sein könnte. Doch dazu muss Sante della Vigna eine letzte Frage beantworten: Wer ist die "Casta Meretrix" - die "keusche Hure"?

Insignium - Teil 2 - 33 Tage weißes Licht

Geboren wurde Papst Johannes
Paul I. als Albino Luciani – „das weiße Licht“. Doch in den Geschichtsbüchern sollte er später nur als der „33-Tage-Papst“ bezeichnet werden. In seinem zweiten Fall wird Sante della Vigna, der Geistliche und Sonderermittler im Auftrag des Vatikan, mit der Mission konfrontiert, die mysteriösen Todesumstände des 33-Tage-Papstes aufzudecken. Doch seine Gegner, die Kurie – und allen voran Saviero Kardinal Capani, Präfekt der Glaubenskongregation – sind fest entschlossen, dem Neuankömmling in Rom das Leben zur Hölle zu machen. Dennoch setzt Pater della Vigna alles daran zu rekonstruieren, was in der Nacht vom 28. zum 29. September 1978 wirklich geschah. Und so stößt er bald auf die kryptischen Prophezeiungen des Heiligen Malachias, die den Schlüssel zu diesem Rätsel zu bergen scheinen. Ohne es jedoch zu ahnen, begibt sich der päpstliche Sonderermittler bei seinen Nachforschungen in höchste Lebensgefahr – denn die blutige Verschwörung um den Tod des damaligen Papstes, darf niemals aufgedeckt werden ...

Meine 5 Cent:
So - versprochen ist versprochen. Ich habe gerade einige Minuten Zeit, um einige Worte zu Ascans neuer Serie zu verlieren. Den Vorabkritiken hab ich irgendetwas Dan Brown – mäßiges erwartet, aber – weit gefehlt. Es erwartete mich eine solide Krimiserie, die in einem frischen Gewand daherkommt. Denn „Insignium“ lebt von Dietmar Wunders Darstellung von Pater Della Vigna. Ich hatte aufgrund der Werbung gedacht, ich hätte immer Daniel Craig vor Augen, aber so war es nicht. Wunders Interpretation ist recht selbstständig und gar nicht „Bond“-mäßig. Das der Pater ein sehr selbstkritischer und reflektierender Charakter ist, machen nicht nur die Erzählpassagen klar, sondern auch die wundervolle Szene im Zug, wo sich der Pater in eine Diskussion, um die Evolutionstheorie und die Ursuppe einmischt. Von da an – wissen wir Hörer, dass Della Vigna nicht ohne Grund von diversen Kirchenmänner „gefürchtet“ wird. Ganz besonders Kardinal Capani, genial verkörpert von Helmut Krauss, hat mehr Dreck am Stecken, als man denkt. Und es ist kein Geheimnis, dass er wohl so manche Fäden im Hintergrund zieht.

So – ich will kein Monsterreview schreiben und auch nicht viel von der Story verraten. Der Doppelmord der ersten Folge steckt voller Rätsel, obwohl die Kirche den Fall längst du den Akten gelegt hat. Doch als der Pater den Fall aufrollt, wird er mit einem „Bannfluch“ belegt und von Attentätern verfolgt, die auch in Folge Zwei auftauchen. Somit ist nicht nur für Kriminalistische Spannung, sondern auch für eine gehörige Portion Action gesorgt. Denn neben Ballerein gibt es auch Verfolgungsjagden – wie in Folge Zwei, wo der Pater eine Journalistin beschützen soll, die ein Artefakt nach Rom bringen will, das beweist, dass Papst Johannes Paul I. nach 33 Tagen seines Amtes nicht eines natürlich Todes gestorben ist. Im Grunde hält sich bei „Insignium“ Action und Ermittlungsarbeit die Wage – der Flair von „Verschwörung“ ist zwar als roter Faden vorhanden, wird aber noch nicht so episch ausgewalzt. Ich könnte mir vorstellen, dass dies in den nächsten Folgen zum Tragen kommt.

Von der Geschichte her ist die erste Folge etwas besser – denn der Fall ist geheimnisvoller und verzwickter. Die Lösung mag manch einen nicht überraschen – mich aber schon. Der Plottwist war für mich gelungen und die Rückblende am Ende nach dem „Abspann“ ist natürlich nur das Sahnehäubchen.

Die Dialoge sind auch sehr gut – hier hat die zweite Folge die Nase vorn, da sie sich weniger auf das Geheimnis konzentriert, sondern eher auf die Aufgabe des Personenschutz. Die ewigen Kabbeleien zwischen der Journalistin und dem Pater sind sehr amüsant und machen hier am meisten Spaß.

Geräusche und Musik sind Maritimtypisch auf höchstem Niveau und vermitteln schon echtes Kinofeeling. Ich hatte das Gefühl irgendwie buntes Technicolor der 60er Jahre vor meinem Auge zu sehen und Italien in kräftigen Farben zu erleben (nein – es waren bei Hörgenuss keine Drogen im Spiel). „Insignum“ hat einfach mehr von alten Abenteuer/Action/Agentenfilmen (vielleicht doch Bond ???) als von „Dan Brown“ Mystizismus. Mir persönlich gefällt, dass der Pater einfach auch mal handelt und nicht nur am Schreibtisch mit denken verbringt. Er ist kein steifer Kirchenmann, sondern eine interessante Persönlichkeit, mit ein paar Kanten (gerade wenn er keinen Bock auf „Personenschutz“ hat und rummault). Ich hoffe, dass wir in weiteren Folgen mehr über seine Vergangenheit erfahren ... wo Della Vigna herkommt und was ihn zu diesem „gefürchteten“ Ermittler gemacht hat.

Das Bonbon ist natürlich der Titelsong von „Nightwish“ – der absolut rockt. Mir als Metalfan, gefällt das ohnehin – aber irgendwie passt der Sound zu der Reihe.

Fazit:
Spannende Krimikost in neuem frischem Gewand. Tolles Setting und flotte Charaktere, Action und klassische Ermittlerarbeit (mal weit ab von CSI-Technikwundern) – die uns hoffentlich noch einige Folgen erhalten bleibt – besonders wenn man die „Verschwörungselemente“ ausbaut und es vielleicht mal zu einer „Konfrontation“ zwischen Pater und Kardinal kommt ... Jeder Krimifan kann auf jeden Fall ein Ohr riskieren, ohne enttäuscht zu werden.

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Max_Cherry

  • Die Großen Alten
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Re: Insignium - Im Zeichen des Kreuzes
« Antwort #1 am: 04. März 2010, 00:07:59 »
Klingt nicht übel, nur weiß ich nicht, ob mich sowas thematisch noch groß begeistern kann.

 

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