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Autor Thema: 83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011  (Gelesen 2384 mal)

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Offline EvilEd84

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #25 am: 28. Februar 2011, 15:51:58 »
Jetzt mit dem Oscar-Regen bin ich ehrlich gesagt etwas skeptisch geworden, da es meist für mich ein Indikator ist, dass es für meinen Geschmack zu massentauglich ist...
Warum immer so anti?
Es gibt doch auch gute Mainstreamfilme. Ich finds immer ein wenig schade, wenn man sich so einschränkt.
Mit der Einstellung könnten dir einige gute Filme durch die Lappen gehen.

:!:

Ist imho genauso engstirnig wie nur Mainstream anzuschauen.

Offline der Dude

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #26 am: 28. Februar 2011, 15:57:10 »
Jetzt wird hier auch schon der Filmgeschmack anderer gebasht? :doh: :lol:

Offline skfreak

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #27 am: 28. Februar 2011, 16:03:20 »
Seit einigen Jahren ist der Oscar leider nur noch eine Auszeichnung für Show und Politik.

Eben. Und genau deshalb uninteressant. Es gewinnen nur selten Kandidaten die nicht aus aus Show- und/oder Politikgründen gewinnen.
Am besten sollte mal einer nach der Diskussion den Titel in "84th Annual Academy Awards - Die OSCARS 2012" ändern, denn auf nächstes Jahr wird die Diskussion hier passen :p

Offline skfreak

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #28 am: 28. Februar 2011, 16:04:17 »
Jetzt wird hier auch schon der Filmgeschmack anderer gebasht? :doh: :lol:

...sprach der Mann der Raging Phoenix gut fand :D Ne wirkliche Tiefe hatte der aber doch net wirklich, oder ? :lol:

Offline der Dude

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #29 am: 28. Februar 2011, 16:05:18 »
Hat aber auch keine Oscars gewonnen :p

Online Max_Cherry

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #30 am: 28. Februar 2011, 16:42:20 »
Jetzt wird hier auch schon der Filmgeschmack anderer gebasht? :doh: :lol:

...sprach der Mann der Raging Phoenix gut fand :D Ne wirkliche Tiefe hatte der aber doch net wirklich, oder ? :lol:
Genau sowas meinte ich.
Es spricht absolut nichts dagegen auch diese Art von Filme gut zu finden und da ist nichts "tief statt breit". Mit den 80er Action-Stallone oder Schwarzenegger-Filmen fang ich jetzt gar nicht erst an.
Ich wollte keinesfalls Schärfe in das Thema bringen, hab auch nichts ignoriert, was du geschrieben hast. Vielen Dank fürs unterstellen ;)
Wenn du meinst, du kannst hellsehen und von vornherein Filme für die Massen boykottierst, mach es doch.
Ich für meinen Teil möchte nicht auf große Comicverfilmungen (Hast du nicht gerade erst Spiderman 3 gekauft?), Komödien ala "Hangover" oder ähnliches nicht verzichten.
Ich weiß, jetzt provoziere  und stichel ich ein bischen, aber die Rolle in die du mich beim letzten Post gedrückt hast, gefällt mir ganz gut.
So, jetzt bin ich still, und sorry wegen off topic.

Offline Lionel

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #31 am: 28. Februar 2011, 17:11:37 »
Ich weiß, jetzt provoziere  und stichel ich ein bischen
Skeletor darf das auch. :lol:


Oldboy - Save the Green Planet - My Sassy Girl - Once Upon a Time in High School - I Saw the Devil - The Man from Nowhere - Attack the Gas Station - Silmido - Taegukgi - Sympathy for Mr. Vengeance - Shiri - Joint Security Area - R-Point - Bittersweet Life - Windstruck - Arahan - Crying Fist - City of Violence - Beat - Rush - Memories of Murder - The Host - Friend - The Foul King - A Tale of Two Sisters - The Good, the Bad, the Weird - Peppermint Candy - Thirst - Mother - The Quiet Family - Kick the Moon - 2009: Lost Memories - Geochilmaru - City of the Rising Sun - Barking Dogs Never Bite - Straßen der Gewalt - I'm a Cyborg, but that's ok - Bichunmoo - Musa - Bin Jip - Il Mare - Say Yes - Kilimanjaro - Fighter in the Wind - My Wife is a Gangster - Nowhere to Hide - Public Enemy - Into the Mirror - Tell Me Something - Hansel & Gretel - The Chaser - The Classic - The Way Home
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Offline Ash

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #32 am: 28. Februar 2011, 17:21:23 »
Gabs beim besten ausländischen Film eigentlich irgend ne Überraschung, ist in meinen Augen noch eine der interessanteren Kategorien.

Offline skfreak

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #33 am: 28. Februar 2011, 18:32:33 »
Jetzt wird hier auch schon der Filmgeschmack anderer gebasht? :doh: :lol:

...sprach der Mann der Raging Phoenix gut fand :D Ne wirkliche Tiefe hatte der aber doch net wirklich, oder ? :lol:
Genau sowas meinte ich.
Es spricht absolut nichts dagegen auch diese Art von Filme gut zu finden und da ist nichts "tief statt breit". Mit den 80er Action-Stallone oder Schwarzenegger-Filmen fang ich jetzt gar nicht erst an.
Ich wollte keinesfalls Schärfe in das Thema bringen, hab auch nichts ignoriert, was du geschrieben hast. Vielen Dank fürs unterstellen ;)
Wenn du meinst, du kannst hellsehen und von vornherein Filme für die Massen boykottierst, mach es doch.

Meinst du jetzt mich :confused:

Online Max_Cherry

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #34 am: 28. Februar 2011, 18:34:15 »
Nein.

Offline Lionel

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #35 am: 28. Februar 2011, 18:37:16 »
 :uglylol:


Oldboy - Save the Green Planet - My Sassy Girl - Once Upon a Time in High School - I Saw the Devil - The Man from Nowhere - Attack the Gas Station - Silmido - Taegukgi - Sympathy for Mr. Vengeance - Shiri - Joint Security Area - R-Point - Bittersweet Life - Windstruck - Arahan - Crying Fist - City of Violence - Beat - Rush - Memories of Murder - The Host - Friend - The Foul King - A Tale of Two Sisters - The Good, the Bad, the Weird - Peppermint Candy - Thirst - Mother - The Quiet Family - Kick the Moon - 2009: Lost Memories - Geochilmaru - City of the Rising Sun - Barking Dogs Never Bite - Straßen der Gewalt - I'm a Cyborg, but that's ok - Bichunmoo - Musa - Bin Jip - Il Mare - Say Yes - Kilimanjaro - Fighter in the Wind - My Wife is a Gangster - Nowhere to Hide - Public Enemy - Into the Mirror - Tell Me Something - Hansel & Gretel - The Chaser - The Classic - The Way Home
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Offline der Dude

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #36 am: 28. Februar 2011, 19:21:28 »
Jetzt wird hier auch schon der Filmgeschmack anderer gebasht? :doh: :lol:

...sprach der Mann der Raging Phoenix gut fand :D Ne wirkliche Tiefe hatte der aber doch net wirklich, oder ? :lol:
Genau sowas meinte ich.
Es spricht absolut nichts dagegen auch diese Art von Filme gut zu finden und da ist nichts "tief statt breit". Mit den 80er Action-Stallone oder Schwarzenegger-Filmen fang ich jetzt gar nicht erst an.
Du bist also der Meinung, dass diese Filme Oscars verdient haben?

Ich wollte keinesfalls Schärfe in das Thema bringen, hab auch nichts ignoriert, was du geschrieben hast. Vielen Dank fürs unterstellen ;)
Wenn du meinst, du kannst hellsehen und von vornherein Filme für die Massen boykottierst, mach es doch.
Du bist weder darauf eingegangen noch hast du es in deine Argumentation berücksichtigt, da muss ich doch zwangsweise davon ausgehen, dass du es ignoriert hast :p Ich boykotiere garnix :doh: Meine Zeit ist einfach zu knapp und kostbar als das ich mich mit Filmen aufhalte, bei denen ich mir sicher bin, dass ich sie allerhöchstens durchschnittlich finden werde, während ich noch nicht mal die Gelegenheit habe Filme wie Black Swan zu sehen, bei denen ich mir 100%ig sicher bin. Ich verachte kein Mainstream und wenn du das weiterhin behauptest, trete ich dir das nächste mal zwischen die Ohren :p Alles was ich tue ist Prioritäten setzen. Ich habe auch kein einziges mal behauptet, dass jeder Film, der einen Oscar gewonnen hat automatisch Mainstream UND dann auch noch Scheiße ist. Das letzte mal hat der low-budgetierte Hurt Locker glücklicherweise den technisch hervoragenden aber ansonsten völlig leeren Avatar in vielen Disziplinen geschlagen und ich hoffe das ist ein künftiger Trend, dass der Oscar nicht einfach nur noch eine Scharade ist, sondern wie früher eben auch Werte unter der Oberfläche auszeichnet.

Ich für meinen Teil möchte nicht auf große Comicverfilmungen (Hast du nicht gerade erst Spiderman 3 gekauft?), Komödien ala "Hangover" oder ähnliches nicht verzichten.
Hatte ich das verlangt? Ich bin nicht der jenige der des anderen Filmgeschmack kritisiert hat weil es sich nicht mit dem eigenen deckt :p
Und Spiderman 3 kommt nur der Vollständigkeit halber in die Sammlung, hab ich schon im Kaufthread geschrieben. Der wird vermutlich kein einziges mal im Player landen.

Ich weiß, jetzt provoziere  und stichel ich ein bischen, aber die Rolle in die du mich beim letzten Post gedrückt hast, gefällt mir ganz gut.
So, jetzt bin ich still, und sorry wegen off topic.
Ich spreche die ganze Zeit von den Oscars und ob sie verdient sind und welche Erfahrungen ich mit nominierten Filmen gemacht habe, ging also davon aus, dass wir noch on-topic sind ;) Vielleicht reden wir deshalb an einander vorbei, weil du schon längst weiter bist :)
Wenn dir die Rolle gefällt, behalte sie. Du wirst sie ab jetzt allerdings alleine belegen müssen ;)

Offline Flightcrank

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #37 am: 28. Februar 2011, 19:26:13 »
Hier mal ein sehr kritischer Spiegel Artikel....

Zitat von: www.spiegel.de
Oscar-Verleihung 2011
Hallo Hollywood? Aufwachen!


Von Andreas Borcholte

Grottige Gastgeber, gehetzte Show - und ein erbauliches Historiendrama als bester Film: Hollywood zeigte sich bei der 83. Oscar-Verleihung von seiner weltfremden Seite. Statt politische Statements und mutige Entscheidungen zu wagen, schwelgten die Juroren in Nostalgie.

Kein Wort zu den radikalen Umwälzungen in Nordafrika. Kein Wort zu den sozialen Missständen in der armen, von der Finanzkrise gebeutelten Bevölkerung der USA, kein Wort über den schnellen, tiefen Fall des Polit-Superstars Barack Obama, kein Wort zu irgendwas: Die Oscars 2011 werden in die Geschichte dieses ehrwürdigen Preises eingehen als die Show, die aktuelle Geschehnisse in der Welt so vehement ausblendete, als hätten die Unterbewusstseins-Terroristen aus Christopher Nolans Thriller "Inception" ganz Hollywood in einen perfide konstruierten Traum von einer besseren Welt versetzt. Langweiliger, hermetischer und nostalgischer als diese war kaum eine Oscar-Verleihung in den vergangenen zehn Jahren.


Schon die Wahl der Gastgeber erwies sich schnell als Fehlentscheidung: Schielend auf eine jüngere Zielgruppe und bessere Einschaltquoten hatte man die Jungstars James Franco und Anne Hathaway verpflichtet. Doch weder stimmte die Chemie zwischen den beiden, noch gelang ihnen in der knapp dreieinviertelstündigen Show auch nur ein einziger guter Gag. Peinlich, wie Comedian Billy Crystal, mehrfacher Oscar-Host in der Vergangenheit, in seiner kurzen Laudatio auf Bob Hope mehr flotte Sprüche unterbrachte als Hathaway und Franco in der gesamten restlichen Zeit. Harmloser und biederer ging es nicht. Und als Franco sich dann auch noch zu Zoten hinreißen ließ, indem er einige Titel nominierter Filme als anzüglich deklarierte - uiuiui! -, wünschte man sich fast die good old boys Steve Martin und Alec Baldwin vom vergangenen Jahr zurück. Die waren zwar alt, hatten aber wenigstens genug Routine, das richtige Timing und die nötige Respektlosigkeit für ein paar komische Sprüche.

Keine Atempause

Erschwerend kam hinzu, dass der Quotendruck und die daraus folgenden Auflagen des übertragenden TV-Networks ABC so groß geworden sind, dass die ehemals gerne vier Stunden dauernde Oscar-Show immer mehr zur Hetzerei wird. Um in der geforderten Länge von höchstens dreieinhalb Stunden zu bleiben, wird zügig Preisvergabe an Preisvergabe gereiht, dabei geht wertvoller Raum für Statements, Sketche und den letzten Rest Feierlichkeit verloren. Aber auch die Ausgezeichneten nutzten ihre 45 Sekunden Sprechzeit dieses Jahr nicht, um Bedeutsames von sich zu geben: Es scheint, als hätte sich eine große Innerlichkeit und Selbstbezogenheit in Hollywood eingeschlichen. Das kritisiert man als Europäer freilich gerne - und wird immer wieder mit dem ewigen Credo der Academy konfrontiert, dass die Oscars eine unpolitische Veranstaltung seien, bei der die Filmschaffenden nun einmal sich und ihre Kunst zelebrieren. Mehr nicht.

Schön und gut, doch selbst das kann man ja auf engagierte und inspirierte Art und Weise tun. Angesichts der großen Ödnis, die sich über weite Strecken der diesjährigen Show auftat, wünschte man sich Querschläger wie Michael Moore oder Sean Penn, die in der Lage gewesen wären, den Lull aus Nostalgie und Selbstbesoffenheit mit scharfen Kommentaren zu zerschneiden. Der Einzige, der in diese Kategorie fiel, war Filmemacher Charles Ferguson, der den Oscar für die Finanzkrisen-Dokumentation "Inside Job" gewann, und in seiner Dankesrede das ganze globale Desaster als Werk von Betrügern bezeichnete. Doch ehe seine Worte Wirkung zeigen konnten, hastete die Show bereits weiter zum nächsten Preis. Keine Atempause, auch wenn gerade Geschichte gemacht wird.

Auffällig ist ja, dass so viele nominierte Filme wie nie auf wahren Geschichten beruhten: David Finchers "The Social Network" erzählt die Biografie des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg, "The King's Speech" vom Stottern des britischen Königs George VI. und "127 Hours" den haarsträubenden Survival-Thriller des Extremkletterers Aron Ralston, um nur einige zu nennen. Böse Zungen behaupten, das liege daran, dass Hollywood in einer Storykrise steckt, dass es an guten Originaldrehbüchern mangelt. Stattdessen würde eben auf populäre literarische Stoffe ("Harry Potter", "Twilight", aber auch "Winter's Bone") zurückgegriffen oder eben gleich die Realität zu Fiktion verarbeitet. Fragt sich nur, warum die politische und gesellschaftliche Realität dann so wenig vorkommt, wenn diese Filme bei der wichtigsten Preisvergabe der Branche gewürdigt werden.

Flucht in Wunschwelten

Einen Film wie "The King's Speech" zum besten Film des vergangenen Jahres zu küren, das zeugt schon von Realitätsflucht und erinnert an die letzten lähmenden Jahre der Goldenen Ära in den Sechzigern, bevor die Radikalen des New Hollywood alles entrümpelten, aber auch an den Siegeszug der erbaulichen Historienschmonzette in den Neunzigern, als "Titanic", "Der englische Patient" und "Shakespeare in Love" Oscars en masse einsammelten. Der damalige Star-Produzent war Miramax-Boss Harvey Weinstein, der nun als Executive Producer mit seinem Siegerfilm ein Comeback auf dem Hollywood-Thron feiern kann. Die Ironie der Geschichte: Damals stand Weinstein an der Spitze einer starken Bewegung unabhängiger Produktionsfirmen, heute agiert er mit seiner neuen Firma zwar immer noch als independent, steht jedoch bei dieser Oscar-Show mit diesem Film als Vertreter des Establishments da.

Denn "The Social Network", "Inception", "Winter's Bone" oder "The Kids Are All Right" bilden die komplexe und moralisch ambivalente Wirklichkeit unserer Zeit viel eindringlicher ab als ein Wohlfühl-Dramolett über einen Monarchen, der seine Stimme finden muss, um seinem Volk Mut zuzusprechen. "The King's Speech" zeigt eine idealisierte Welt, wie sie nur in einer Traumfabrik entstehen kann: Gut und Böse sind klar definiert, der tragische Held erhebt sich über sich selbst und wird zur Inspiration für die Allgemeinheit.

Die Figur des Mark Zuckerberg, die David Fincher in "The Social Network" skizziert, ist weitaus vielschichtiger und spiegelt in seinem Verhalten die ganze moralische Zerrissenheit des 21. Jahrhunderts wider: Das Computer-Genie als Psychopath, der auch vor geistigem Diebstahl nicht zurückschreckt, um seinen Traum zu verwirklichen. Es wäre mutig gewesen, dieses moderne Zeitgeist-Drama auszuzeichnen, doch ganz offenbar herrscht in der Academy zurzeit eher das Bedürfnis, in Wunschwelten wie "The King's Speech" abzutauchen, dessen naive Darstellung historischer Vorgänge ans Märchenhafte grenzt. Wie anders stellte sich das noch im vergangenen Jahr dar, als Kathryn Bigelows Kriegsthriller "The Hurt Locker" sogar den Mega-Blockbuster "Avatar" ausstechen konnte.

Alles korrekt, aber auch erwartbar


Natürlich darf man bei allem Genörgel nicht vergessen: It's Show-Business! Und selbstverständlich ging es darum, hervorragende künstlerische Leistungen auszuzeichnen. Die Oscars für Colin Firth ("The King's Speech") und Natalie Portman ("Black Swan") sind ebenso hochverdient wie die Preise für den Drehbuchautor Aaron Sorkin und die Soundtrack-Komponisten Trent Reznor und Atticus Ross (alle "The Social Network") sowie die vier technischen Awards für "Inception". Alles korrekt, aber auch alles so, wie man es sich im Vorwege gedacht hatte. Lediglich der Oscar für die allzu konventionelle Inszenierung des britischen TV-Regisseurs Tom Hooper ("The King's Speech") ist ein echtes Ärgernis und ein Schlag ins Gesicht für visionäre, ebenfalls nominierte Filmemacher wie Darren Aronofsky ("Black Swan"), David Fincher oder Joel und Ethan Coen ("True Grit").

Die Coens, zehnmal nominiert, sind die ganz großen Verlierer dieser Oscar-Saison. Ihre lustvolle Demontage des Western-Genres bekam am Ende keinen einzigen Preis. Vor drei Jahren hatten die Regie-Brüder mit ihrem bitterbösen Drama "No Country for Old Men" noch die Academy Awards dominiert, heute will man ihr oft entlarvendes, hintersinniges, aufklärerisches Kino dann lieber doch nicht aufs Podest heben.

So klammert sich Hollywood in diesem Jahr recht verzweifelt und verkrampft an seine Mythen und Märchen. The show must go on, lautet eines der ältesten Gesetze der Branche. Angesichts solch humorloser und höhepunktloser Veranstaltungen fragt man sich jedoch, wie lange noch.

Die Oscar-Gewinner 2011
Bester Film    "The King's Speech"
Hauptdarstellerin    Natalie Portman, "Black Swan"
Hauptdarsteller    Colin Firth, "The King's Speech"
Nebendarstellerin    Melissa Leo, "The Fighter"
Nebendarsteller    Christian Bale, "The Fighter"
Regie    Tom Hooper, "The King's Speech"
Nicht-englischsprachiger Film    "In a Better World", Susanne Bier, Dänemark
Adaptiertes Drehbuch    Aaron Sorkin, "The Social Network"
Original-Drehbuch    David Seidler, "The King's Speech"
Kamera    Wally Pfister, "Inception"
Schnitt    Angus Wall, Kirk Baxter, "The Social Network"
Ausstattung    Robert Stromberg, Karen O'Hara, "Alice in Wonderland"
Kostümdesign    Colleen Atwood, "Alice in Wonderland"
Ton    "Inception"
Ton-Schnitt    "Inception"
Maske    Rick Baker, "The Wolfman"
Spezial-Effekte    "Inception"
Original-Filmmusik    Trent Reznor and Atticus Ross, "The Social Network"
Original-Song    Randy Newman, "We Belong Together" aus "Toy Story 3"
Kurzfilm    "God of Love"
Animationsfilm    "Toy Story 3"
Animations-Kurzfilm    "The Lost Thing"
Dokumentarfilm    "Inside Job"
Kurz-Dokumentarfilm    "Strangers No More"

Online Max_Cherry

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Antw:83rd Annual Academy Awards - Die OSCARS 2011
« Antwort #38 am: 28. Februar 2011, 20:05:23 »
Vielleicht reden wir deshalb an einander vorbei, weil du schon längst weiter bist :)
Anscheinend, mir ging es gar nicht mehr um Oscars, mehr um die Frage, warum du Filmen gegenüber skeptisch bist, die eine große Zielgruppe haben.
Und im Falle von "The King´s Speech", der jetzt durch die Preise quasi für die breite Masse interessant wird, frag ich mich halt, warum du sowas schreibst:

Jetzt mit dem Oscar-Regen bin ich ehrlich gesagt etwas skeptisch geworden, da es meist für mich ein Indikator ist, dass es für meinen Geschmack zu massentauglich ist, bin aber nach wie vor gespannt drauf.

Wenn die Oscars heutzutage nichts mehr bedeuten, warum beeinflusst das deine Erwartungshaltung an den Film?
Ist für mich ein Widerspruch.
Kann sein, dass ich mich da zu sehr reingehängt habe und an wenigen Worten aufgehängt habe, sorry dafür. Ich kann mir halt einfach (ok, für mich) nicht vorstellen, dass es nicht hin und wieder Überraschungen gibt, die im Gegensatz zur Erwartungshaltung an einen Film stehen. Das passiert mir andauernd.
« Letzte Änderung: 28. Februar 2011, 20:17:05 von Max_Cherry »

Offline EvilEd84

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« Antwort #39 am: 01. März 2011, 09:20:11 »
Ich stimme einfach mal Stephan (denn arg viel mehr kann man dazu nicht sagen) zu und halte mich aus der Diskussion raus ;)

Online Max_Cherry

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« Antwort #40 am: 01. März 2011, 09:26:15 »
Danke, aber ich seh jetzt auch ein, dass ich das ein oder andere falsch forumliert habe.
Hab mich, wie so oft an ein paar Wörtern gestört und bin drauf rum geritten.
Ich war auch nicht mehr ganz beim Oscar-Thema, das kam anscheinend nicht an, siehe Ashs Post oder Akos "Fighting Beat sollte deiner Meinung nach Oscar bekommen"-Kommentar. Die passen gar nicht zu dem, was ich meinte.
« Letzte Änderung: 01. März 2011, 09:26:52 von Max_Cherry »

Offline Chimaira

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« Antwort #41 am: 01. März 2011, 12:24:07 »
ich bin ja ein riesen nine inch nails fan und ich gönne es trent reznor mega, aber der inception soundtrack ist schon um einiges fetter...hat mich echt gewundert.

 

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