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Autor Thema: Review: One Nite In Mongkok  (Gelesen 894 mal)

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Review: One Nite In Mongkok
« am: 16. Dezember 2011, 20:36:35 »


http://www.ofdb.de/film/58462,One-Nite-in-Mongkok---Nacht-der-Entscheidung


Mit "One Nite in Mongkok" bespreche ich heute einen Film, der ebenso gut von Altmeister Johnnie To hätte stammen können, was Story, Design und Konzeption betrifft.
Frankie und Tiger, Söhne der beiden mächtigsten Triadenbosse in Mongkok, geraten beim Werben um die Gunst einer Frau in Streit, was nach einer Autoverfolgungsjagd im Tod von Tiger sein Ende nimmt. Dessen Vater engagiert nun einen Killer, um Frankies Vater, seinen Konkurrenten, auszuschalten. Dieser ist nebenbei noch auf der Suche nach seiner Geliebten, und hat schon bald die Polizei und einige obskure Gangstergestalten am Hals. Die Prostituierte Dan ist seine einzige Verbündete in jener Nacht...

Klasse gefilmt und in Szene gesetzt von Derek Yee, dem das Kunststück gelingt, sogar den ansonsten etwas enervierenden Schönling Daniel Wu ("Naked Weapon") als Schauspieler zu präsentieren. Wu gibt als stiller, introvertierter Killer, der auf der Suche nach sich selbst ist, sogar eine denkwürdige Vorstellung ab. An seiner Seite verkörpert Cecilia Cheung die Rolle der Prostituierten, die stets einen locker flockigen Spruch auf den Lippen hat, in ihrem Innersten aber traurig und verletzbar ist, sehr überzeugend.
Weiter positiv sind mir Lam Suet als trotteliger, geldgieriger Handyverkäufer, dem die Aufgabe zukommt einen Killer für den Triadenboss Tim zu finden, und Alex Fong als leitender Ermittler, von dessen persönlicher Tragödie die Zuschauer auch bald erfahren sollen, aufgefallen.

Die Idee, eine Nacht in dem Moloch Mongkok zu zeigen, geprägt von Bordellen, Menschenmassen und einer wenig einladenden Atmosphäre, mag vielleicht nicht sehr innovativ sein, funktioniert dank der Art und Weise, wie der Regisseur diesen Film aufbaut, und nicht zuletzt dank der gut aufgelegeten Darstellerriege, aber hervorragend.
Die Tatsache, dass diese ereignisreiche Nacht dann auch noch an Heilig Abend spielt, verleiht dem emotionalen Charakter des Film zusätzliche Würze, und geht Hand in Hand mit seinen zerbrechlichen Charakteren, allen voran Daniel Wu, Cecilia Cheung und Alex Fong. Lam Suets Figur, comichaft angelegt wie eh und jeh, dient da geradezu schon als Auflockerung.

Der Film zeigt, dass wir alle im Endeffekt nur Menschen sind, verletztlich und mit Fehlern. Als Cecilia Cheung Wu fragt, ob er gerade über sich selbst gesprochen habe, als er eine Rede über Gut und Böse, und dass die Wahl jedem selbst überlassen ist, hält, wird dem geneigten Zuschauer die zwischenmenschliche Tiefe bewusst, die in diesem Kleinod verborgen ist. Wu ist nicht im Einklang mit seinem Auftrag und wirkt zu Beginn sehr gleichgültig und emotional unterkühlt, wenngleich nicht herzlos.
Das Ende rührt wieder zu Tränen, und lässt den Zuschauer mit einem zwiespältigen, da nicht unbedingt hoffnungvollen Ausblick auf die Zukunft zurück.

Ein wenig fühlte ich mich bein Schauen des Films an L.A. Crash erinnert, besser andersrum, da dieser schon vor der amerikanischen Independentperle entstanden ist, und ich ihn auch schon vorher gesehen hatte. Aber eine gewisse inhaltliche und formale Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen.

Die Doppel-DVD von Universe kommt im hübschen Pappschuber daher und bietet eine hervorragende Qualität in Ton und Bild. Die Extras sind ebenfalls recht nett und geben Einblick um den Trubel, der in Hongkong um diesen Film entstanden ist.

Filmwertung: 8/10

http://beyondhollywood.de/index.php/topic,12089.msg418282.html#msg418282

 

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