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Autor Thema: Review: Lady Vengeance  (Gelesen 758 mal)

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Review: Lady Vengeance
« am: 16. Dezember 2011, 20:37:50 »
 

http://www.ofdb.de/film/80266,Lady-Vengeance


Nach 13 Jahren wird Geum-ja aus ihrer Haftstrafe entlassen, die sie verbüßte, weil sie am Kidnapping und Mord eines kleinen Jungen beteiligt war. Initiiert wurde dieses Verbrechen von ihrem ehemaligen Lehrer, Mr. Baek. Beseelt von dem Gedanken, sich an diesem Mann, der für ihr verpfuschtes Leben verantwortlich ist, zu rächen, nimmt sie ihr Leben wieder auf. Im Gefängnis, wo sie durch ihre gute Führung auffiel, heckte sie bereits einen perfiden Racheplan aus, um endlich Seelenfrieden finden zu können.

Hier ist also der Abschluss der Rachetrilogie von dem genialen koreanischen Regisseur Park, der hier recht ruhig und zurückhaltend zu Werke geht - jedenfalls im Vergleich zu den Vorgängern. War "Sympathy for Mr. Vengeance" noch ein knallhartes, kompromissloses Stück Zelluloid, das nicht den geringsten Anlass zur Hoffnung gab und nichts als Ausweglosigkeit versprühte, durch das Leben des Protagonisten, für den alles, aber auch alles schief ging, und "Oldboy" noch ein recht opulenter, visuell beeindruckender Film, der nichtsdestotrotz deutlich mainstreamiger daherkam und gewisse Härten nicht vermissen ließ, so schließt Park die Trilogie mit diesem ruhigen, wenngleich nicht schlechten oder harmlosen Vertreter ab.
Gerade zum Ende hin, muss der Zuschauer doch das ein oder andere mal schlucken. So stellt sich heraus, dass Geum-ja nur unter Zwang die Schuld für das Verbrechen auf sich nahm und Mr. Baek ihre Tochter entführt hatte, um eben dieses Geständnis zu erpressen, das ihn völlig entlastete. Weiter zeigt sich, dass Baek, gespielt von Choi Min-Sik (dem Hauptdarsteller aus Oldboy) unzählige Kindermorde auf dem Kerbholz hat. Am Ende entführt Geum-ja Mr. Baek und versammelt die Eltern der ermordeten Kinder, um diese Taten zu sühnen. Mit Messern, Äxten und Plastikfolie bewaffnet machen sich die Eltern auf, um Mr. Baek zu bestrafen...
Gerade diese Szene ist recht heftig, wenngleich die Gewalt größtenteils im Off stattfindet.
Schon zuvor wird uns Geum-ja immer wieder in Rückblenden im Gefängnis gezeigt, wo sie sich vorbildlich verhalten und jede Menge Freunde gewonnen hatte. Eine Sadistin, die Insassinen regelmäßig zu sexuellen Handlungen zwang, fütterte sie monatelang mit Bleichmittel. Das wird ganz beiläufig erklärt.
Neben Choi Min-Sik sind auch der Bösewicht aus "Oldboy" und der Vater aus "Sympathy for Mr. Vengeance" kurz zu sehen.
Letzlich will Geum-ja nichts als Frieden und Gerechtigkeit. Schwer anzusehen eine Szene, in der sie die Eltern des ermordeten Jungen besucht, und sich, um ihrer Reue Ausdruck zu verleihen, einen Finger abtrennt.

Der Soundtrack ist nicht mehr ganz so überragend und eingängig wie noch beim Vorgänger, alles in allem aber dennoch sehr passend. Es geht diesmal ziemlich in die klassische Richtung.

Was bleibt noch zu sagen? Mir hat letztlich "Sympathy for Mr. Vengeance" am besten gefallen, ein absolutes Jahrhundert-Meisterwerk in meinen Augen, gefolgt von diesem nun sehr, sehr beeindruckenden Abschlussteil und dem mainstreamigen "Oldboy", mit dem Park einen großen Erfolg feiern konnte.

Fazit: Don't miss it. Wiederum eine absolute Granate. Visuell, kameratechnisch virtuos wie eine Akkumulation nicht abreißend wollender Orgasmen.

Wertung: 9/10

http://beyondhollywood.de/index.php/topic,12099.msg418291.html#msg418291

 

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