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Autor Thema: Review: The Showdown  (Gelesen 695 mal)

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Review: The Showdown
« am: 16. Dezember 2011, 20:40:16 »


http://www.ofdb.de/film/86989,The-Showdown


Es gibt Filme, die springen einem beim Durchlesen der Inhaltsangabe sofort ins Auge. Die Frage ist dann immer, wie diese umgesetzt worden sind. Dabei spielt natürlich die subjektive Wahrnehmung eine große Rolle. Bei vorliegendem Film - Geochilmaru -, war ich sofort gebannt und interessiert, nichtsdestotrotz aber skeptisch, was mich hier wohl erwarten würde. Was angesichts zweier Höchst-, und zweier Tiefstwertungen in der ofdb sowie einem Mangel an Reviews, die dazu hätten dienen können, sich ein Bild von dem Film zu machen, nicht weiter verwunderlich ist.
Nun...ich nehme es vorweg: Der Film hat mir sehr gut gefallen. Ich habe das bekommen, was ich erwartet hatte: Ein ambitioniertes Debüt eines aufstrebenden koreanischen Regisseurs, mit realistisch inszenierten Kampfszenen und einer Message, die eindeutiger nicht sein könnte. Visuelle Brillanz darf hier natürlich niemand erwarten, aber gerade die Abstinenz dieser und einiger anderer technischer Spielereien, macht den Charme dieser Perle aus.

Eine Gruppe von Kampfsportlern der verschiedensten Richtungen - Judo, Karate, Kung-Fu, Kickboxen etc..-, trifft sich, um gegen den sagenumwogenen Geochilmaru anzutreten. Die bunt zusammengewürfelte Truppe - eine Kindergärtnerin, ein Yakuza, ein ambitionierter Kung-Fu-Lehrer und Bruce Lee Verehrer, ein Börsenmakler etc..- besteht aus Mitgliedern einer Internetgemeinschaft, die sich Abend für Abend über die verschiedenen Martial Arts Philosophien unterhalten und vom Betreiber der Seite - Geochilmaru, der sich selbst als den Größten bezeichnet und einen gewissen Ruf erworben hat, allein durch diese Internetpropaganda, den aber niemand wirklich kennt - zu einem Kampf herausgefordert, um herauszufinden, wer wirklich der Beste unter ihnen ist.
Doch schon bald bemerken die Teilnehmer, dass es einen Haken gibt: Geochilmaru will nur einen Kampf bestreiten, gegen wen, das müssten sie schon selbst entscheiden. Da niemand bereit ist, auf diese Chance zu verzichten, enwickelt sich schon bald ein Turnier, jeder gegen jeden, in einem Szenario von Schnee und Eis...

So viel mal zur Handlung. Die Charaktere werden zwar nicht näher beleuchtet, sind aber dennoch gut entwickelt. Man kann den Figuren durchaus eine eigene Identiät bescheinigen. Besonders witzig ist der "Faker", ein Teilnehmer, der zwar die größte Klappe hat, aber von einem Mitglied der Gruppe nach dem anderen verdroschen wird.
Darüber hinaus sollte der trottelige Cop Erwähnung finden, der diverse Kämpfe - quasi als Running Gag - durch sein Geltungsbewusstsein unterbricht. Er "jagt" die Gruppe im Prinzip, um seiner Angebeteten zu imponieren. Schließlich war er zuvor rüde von dem Yakuza-Jüngling zurechtgewiesen worden, was er vor seiner Herzensdame natürlich nicht auf sich sitzen lassen kann.

Eine Art Hauptdarsteller gibt es natürlich auch, das kristallisiert sich aber erst Stück für Stück heraus. Eine Erzählstimme kommentiert das Geschehen in regelmäßigen Abständen. Der Erzähler hat eine persönliche Bindung zu einem der Mitglieder (was aber nicht wirklich wichtig für den Film ist).
Das große Mysterium ist von Beginn an Geochilmaru. Darüber möchte ich aber nichts verraten, da ich sonst das Ende vorweg nehmen würde, dass, so könnte ich mir vorstellen, dem ein oder anderen doch sauer aufstoßen könnte, mir aber sehr gut gefallen hat.

Die Martial Arts Szenen sind eigentlich recht gut inszeniert, die verschiedenen Stile kommen ausreichend zur Geltung. So ist es dann beispielsweise tatsächlich äußerst interessant - wie der Erzähler auch anmerkt -, wenn so unterschiedliche Kampfstile wie Karate und Judo aufeinandertreffen. Besonders die Kung-Fu-/Karateszenen sind beeindruckend, wenngleich aber in keinster Weise übertrieben, sondern realistisch. Das ist die größte Stärke des Films: Alle sind normale Menschen, es gibt keine Superfighter. So bemerkt einer der Protagonisten bereits zu Beginn des Films, er habe schon viele Kämpfe verloren, würde aber nur daraus lernen.

Womit wir zur Botschaft des Films kämen...Wichtig im Martial Arts ist der Sportsgeist, der Fair-Play-Gedanke. Mind over Matter. Zu keinem Zeitpunkt verfällt der Film in Action-Gülle-Gefilde, die Kämpfe zwischen den Teilnehmern sind jederzeit fair und vom gegenseitigen Respekt für den Gegner geprägt. Es gibt zwar ein oder zwei Ausnahmen, bedingt durch die Anlegung der Charaktere, aber auch diese sollen es noch lernen..

Besonders gut haben mir die Schauplätze gefallen, wo die Kämpfe stattfinden. Der Trupp ist mit einem Van unterwegs und macht unterwegs halt, um in einer Wald-/Gebirgslandschaft aus Schnee und Eis zu ermitteln, wer denn nun gegen den großen Geochilmaru antreten darf. Besonders der finale (Ausscheidungs)kampf beeindruckt, geht er doch sehr lange und ist äußerst hart geführt. Erinnerungen an "Once upon a Time in Highschool" und "Nowhere to Hide" werden wach. Blut im Schnee erzielt seine Wirkung nicht erst seit "Lady Snowblood" oder "Kill Bill"...


Fazit: Meines Erachtens ist Geochilmaru der bessere "Versus". Zwar gibt es hier weder Zombies noch Gedärme-Splatter, aber dieser Jeder-gegen-Jeden Charakter, diese Mann gegen Mann (oder auch mal Mann gegen Frau;-)) Atmosphäre ist einfach nur geil. Dass der Film nicht jedermann gefallen wird (was aber auch mit der Erwartungshaltung zusammenhängt), ist mir klar, aber die 1/10 Bewertungen kann ich in keinster Weise nachvollziehen.
Ein absolut geniales Erstlingswerk eines koreanischen Regisseurs, von dem wir noch einiges erwarten können.


Filmwertung: 9/10

http://beyondhollywood.de/index.php/topic,7531.msg309227.html#msg309227

 

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