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Autor Thema: Der Tag, der in der Handtasche verschwand (Dokumentarfilm über Demenz/Alzheimer)  (Gelesen 3189 mal)

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Offline Flightcrank

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Der Tag, der in der Handtasche verschwand
Ein zutiefst bewegender 42 minütiger und mehrfach ausgezeichneter (u.a. Grimme-Preis) Dokumentarfilm der mich zu Tränen gerührt hat. Sollte man mal gesehen haben. Lief schon öfters im TV und auch auf youtube ist er in 4 Teilen zu finden.

Der Tag, der in der Handtasche verschwand handelt von der ehemaligen Blumenbinderin Eva Mauerhoff, die an Alzheimer erkrankt ist und seit 1998 in einem Altenpflegeheim in Duisburg lebt.
Der Film begleitet die alte Dame in ihrem Alltag, wie sie sich bruchstückhaft an das Vergangene zu erinnern versucht. Mit aller gebotenen Distanz und Einfühlsamkeit zu der Hauptdarstellerin dokumentiert Regisseurin Marion Kainz in einer warmherzigen Bildsprache die Gefühle und den Alltag von Frau Mauerhoff ohne dabei zu moralisieren. Kainz ist es gelungen, mit einfühlsamen Bildern eine Nähe zwischen dem Zuschauer und Frau Mauerhoff herzustellen. Hierbei verzichtet der Film bewusst auf cineastische Stilmittel wie Kommentare, Effekte und Musik, so dass der Betrachter in einem unverfälschten Bild dem Leben in einem Pflegeheim hautnah beiwohnen kann. Frau Mauerhoff starb 7 Jahre nach dem Film am 21. März 2006.

Frau Mauerhoff wird es unheimlich. In eindringlichem
Flüsterton erzählt sie, dass etwas Unheimliches vor sich
geht. Was sie nicht weiß, ist, dass sie ihr Gedächtnis
verliert und neuerdings im Heim lebt.
Frau Mauerhoff irrt durch ein Labyrinth ihr unbekannter
Gänge und möchte nach Hause. Sie hat den Verdacht einer
kollektiven Verschwörung: geschäftige Krankenschwestern
behaupten, dass sie in einem der Zimmer dieses
rätselhaften Hauses wohnen würde – das besagte Zimmer
hat sie jedoch noch nie gesehen.
Durch ihr Vertrauen zu der Kamera, ihre charismatische
Persönlichkeit und ihre poetische Sprache kann Frau
Mauerhoff die beunruhigende Welt, in der sie lebt sehr
nachvollziehbar schildern.

:arrow: www.der-tag-der-in-der-handtasche-verschwand.de/

Bei youtube gibt es den Film zu sehen. Zutiefst bewegend und einfach nur unglaublich traurig. Man kann nur hoffen im Alter nicht von dieser Krankheit heimgesucht zu werden. Der Vater eines Kollegen von mir ist daran erkrankt und hin und wider erzählt er mir davon.  :(
Du wirst es nicht glauben… aber du hast mal hier reingepasst... Ich hab dich hochgenommen und zu deiner Mutter gesagt: Der Kleine wird mal der beste Junge der Welt. Der Kleine wird mal so gut, wie es überhaupt noch niemand war. Und du bist groß geworden, hast dich prima entwickelt. Es war toll das mit anzusehen. Jeder Tag war ein besonderes Geschenk. Die Zeit verging und plötzlich warst du ein Mann. Du musstest dich der Welt stellen, das hast du getan, aber irgendwo unterwegs hast du dich verändert. Du hast aufgehört du selbst zu sein. Du lässt es zu, dass man mit dem Finger auf dich zeigt und dir sagt, dass du zu nichts taugst. Und wenn es hart auf hart kommt, willst du die Schuld dafür anderen geben... einem großen Schatten. Ich werd dir jetzt was sagen, was du schon längst weißt: Die Welt besteht nicht nur aus Sonnenschein und Regenbogen. Sie ist oft ein gemeiner und hässlicher Ort und es ist mir egal, wie stark du bist... Sie wird dich in die Knie zwingen… und dich zermalmen, wenn du es zulässt. Du und ich - und auch sonst keiner - kann so hart zuschlagen, wie das Leben. Aber der Punkt ist nicht der, wie hart einer zuschlagen kann, es zählt bloß, wie viele Schläge er einstecken kann und ob er trotzdem weitermacht. Wieviel man einstecken kann und trotzdem weitermacht. Nur so gewinnt man! Wenn du weißt, was du wert bist, dann geh hin und hole es dir, aber nur wenn du bereit bist, die Schläge einzustecken... aber zeige nicht mit dem Finger auf andere und sag, du bist nicht da wo du hinwolltest, wegen ihm oder wegen ihr - oder sonst jemandem... Schwächlinge tun das - und das bist du nicht – DU BIST BESSER! Ich werde dich immer lieben, egal was... Egal was passiert. Du bist mein Sohn und du bist mein Blut! Du bist das Beste in meinem Leben!

Offline JasonXtreme

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Mein Opa hatte zum Ende hin starke Demenzerscheinungen, den Ärzten nach ne Form von Alzheimer. Ich kann absolut nachempfinden wie es den Betroffenen Familienmitgliedern geht, das ist so dermaßen deprimierend, man könnt glatt wieder das Heulen anfangen. Er hatte das aber lange verschweigen können, meine Oma durfte uns nichts sagen, und dann ging es auf einmal ziemlich schnell und wurde rapide schlimmer.
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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Offline Ketzer

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kenn die Doku, man kann nur hoffen, davon verschont zu bleiben.
Menschen nutzen nur 10% ihres Gehirns, viele nicht mal das.


 

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