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Autor Thema: Buchrezensionen  (Gelesen 37944 mal)

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jerry garcia

  • Gast
Antw:Buchrezensionen
« Antwort #25 am: 29. November 2012, 12:53:47 »
Äh ja, ging mir doch genauso, deshalb war die Begeisterung umso größer. Ich hab da erst mit einem netten Verschwörungsthriller gerechnet, aber wenn beim Lesen dann die Actionbilder vor dem sogenannten geistigen (ähem, das würde bei mir eh keiner vermuten) Auge auftauchen und echtes Kopfkino entsteht, dann ist dem Autor seine Absicht, einen Actionroman zu verfassen, richtig gelungen. Charakterzeichnungen und lange Laberstrecken lässt er zugunsten des Tempos halt mal weg. Daher mein Vergleich mit Reilly. Und dazu kommt noch hochwertiges Papier, eng bedruckt (Keine Seitenschinderei um den Preis in die Höhe zutreiben, wie  man es von den großen Verlagshäusern durchaus kennt.).
So im März herum soll ne Fortsetzung kommen und ein dritter Teil ist in Arbeit.
« Letzte Änderung: 29. November 2012, 14:18:55 von jerry garcia »

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #26 am: 29. November 2012, 21:47:35 »


Oliver Harris. Im reichsten Stadtteil Londons wird ein russischer Oligarch vermisst. Detective Nick Belsey, hoch verschuldet und mit einem Disziplinarverfahren am Hals, wittert die Chance, sich mithilfe der Identität des Vermissten abzusetzen. als er bemerkt, dass er nicht der einzige ist, der diese Idee hatte, steckt er bereits mittendrin in einer Spirale aus Lügen, Korruption und Finanzbetrug.


Belsey wacht eines Morgens irgendwo im Park in den Hecken auf. Ihm fehlt jede Erinnerung an den vorigen Abend. Erst nach und nach dämmert ihm, dass er nach einer durchzechten Nacht im Vollsuff einen Streifenwagen geklaut und anschließend demoliert hat, um danach zwischen den Hecken auf dem Boden zu pennen. Wie er sich eingestehen muss, ist er nicht gerade auf der Siegerstraße. Hochverschuldet, das Haus verloren. Quasi obdachlos. Wie er sich da wieder rauslavieren will, ist ihm ein Rätsel. Da kommt ihm der Vermisstenfall Alexi Devereux gerade recht. Der Oligarch hatte allein gelebt und so nistet sich Berlsey kurzerhand in dessen feudalem Stadthaus ein. Und wenn er das schon übernommen hat, denkt er sich, dass er doch gleich dessen Identität vollständig übernehmen könnte, die Konten abräumen und raus aus London und England. Problem: im Haus sind keine Papiere mehr, keine Kontendaten, Ausweise oder sonstige Unterlagen. Also beginnt er zu ermitteln und gerät in einen verzwickten Fall. Doch bei seinen Nachforschuingen fällt ihm auf, dass da schon eine weitere Person zugange ist. Und er hat ja auch noch sein Disziplinarverfahren wegen des Wagens und einiger anderer Vorfälle am Hals. Nicht genug damit, kommt ihm ein Mordfall dazu, dessen Täter ihm bekannt ist und der der Sohn eines ihm gut bekannten Kleinkriminellen ist, dessen Hilfe er braucht. Scotland Yard ist auch nicht fern, eine Reporterin hat sich an seine bzw. Devereux' Hacken geheftet, die einer Spur zu Finanzmanipulationen in der Stadtkasse folgt. Irgendein großes Geschäft ist im Gange, das alles andere als legal ist. Involviert scheinen die Stadtoberen, Polizisten, Security-Firmen und reiche Ausländer aus China, Russland, Saudi-Arabien und Kroatien. Als dann auch noch ein Mädchen aus dem Hinterhalt erschossen wird, das ihm irgendwie bekannt vorkommt, kann er nicht mehr einfach so davonlaufen. Das will er aufklären, bevor er verschwindet. Besonders, da er glaubt, dass sie irgendwie mit dem Fall zu tun hat. Während er versucht Geld aufzutreiben, um sich neue Papiere zu beschaffen, entwickelt sich die Szenerie immer geheimnisvoller. Immer mehr Parteien tauchen auf und jagen plötzlich ihn.


Nick Belsey ist nicht gerade der Vorzeigepolizist der Stadt, von einem vorbildlichen Charakter weit entfernt. Die Arbeitsauffassung war anscheinend schon immer lasch, Beziehungen zur Londoner Unterwelt seit jeher vorhanden. Eine Hand wäscht die andere. Er lässt sich treiben, spielt, säuft und mogelt sich durch den Tag. So folgt man ihm als Leser auf den ersten ca. 150 Seiten, wie er versucht, mit allen Mitteln - die wenigsten legal - seinem Dilemma zu entfliehen. Dann nimmt die Handlung unvermittelt an Fahrt auf, wird nicht nur durch den einen oder anderen Mord temporeicher und mit etwas Action dargestellt, sondern auch verzwickter, weil sämtlichen handelnden Personen hinter dem Oligarch her und allesamt keine Vorzeigebürger sind, obwohl viele von ihnen entsprechende Positionen innehaben. Kaltschnäuzig umgeht Nick sämtliche Regeln, arbeitet nach dem Mord an dem Mädchen eher zweckgebunden wieder in seinem Beruf und verlässt sich auf die Trägheit des Polizeiapparates, dass die ihm nicht auf die Schliche kommen. Moral ist seine Stärke sicher nicht. Herausgekommen ist ein komplexer Thriller mit einigen ruhigen Momenten, einem eigentlich abstoßenden Protagonisten, durchgehend spannend und sollte es eine Fortsetzung geben, würde ich mir diese sicher zulegen. Originell war dieses Debüt auf jeden Fall. Stilistisch leicht zu verdauende Kost, ohne allzu billig zu wirken und den Leser wie den "Helden" lange im Dunkeln lassend. Das macht einen guten Thriller doch aus - dass man nicht schon nach 50 Seiten weiß, wer der Täter ist, wer wann welchen Love Interest abkriegt. Genau das hat Oliver Harris vorzüglich hinbekommen.

Da warte ich schon sehnlichst auf Buch zwei.

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #27 am: 30. November 2012, 08:54:05 »
Von Oliver Harris hatte ich bis dato noch nichts gehört, aber das was du da so schreibst klingt hochinteressant.
Das merke ich mir mal vor. Danke für den Tip. :)

“When I ride my bike I feel free and happy and strong.  I’m liberated from the usual nonsense of day to day life.  Solid, dependable, silent, my bike is my horse, my fighter jet, my island, my friend.  Together we will conquer that hill and thereafter the world”

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #28 am: 30. November 2012, 11:37:25 »
War jetzt auch nicht so schwer, nichts von ihm zu hören. Ist sein Erstling. In England soll vielleicht noch dieses Jahr "Deep shelter" erscheinen und dann hoffentlich nächstes Jahr auch bei uns. Da ich die Vorschauen des entsprechenden Verlages schon abgegrast habe, wird es aber wohl erst bzw. frühestens in der zweiten Jahreshälfte so sein.
« Letzte Änderung: 30. November 2012, 21:35:34 von jerry garcia »

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #29 am: 30. November 2012, 21:41:18 »


Adrian McKinty. Die Bronx. Harlem. 2000 Morde pro Jahr. Und nicht gerade das, was der Ire Michael Forsythe sich von New York erhofft hat. Aber als Neuling in Darkey Whites Street Gang macht Michael sich gut. Bis er sich mit dessen Freundin einlässt - eigentlich sein Todesurteil. Doch Darkey hat Michael unterschätzt.

Da als Erzählform die Ich-Version gewählt wurde, lassen wir uns vom Protagonisten zum Einstieg gleich mal berichten, warum er als Sozialschmarotzer (Nein, er ist weder Banker noch Politiker) enttarnt wurde und daher wegen besserer Verdienstmöglichkeiten illegal (ja, in den Anfängen der Nineties ging das noch) von Irland in die USA einreist. Da ist er nun als Weißbrot in Harlem gestrandet und soll für Darkey White (Iren-Mafia) die Drecksarbeit erledigen. Mit Coolness und Effizienz sowie etwas mehr Verstand als seine Compadres schafft es Michael, die Aufmerksamkeit seines irischen Gangbosses Darkey auf sich zu lenken, der ihm während einer längeren Zechtour ob einer gelungenen Aktion gegen die Konkurrenz den Aufstieg in der Hierarchie in Aussicht stellt. Klingt nach rosigen Zeiten? Eigentlich ja, wenn dann aber nicht der Schwanz über den Verstand gehen und er mit der Tusse vom Boss anbändeln würde. Mag der ja nun gar nicht. Und ist auf Rache aus. Irische Hitzköpfe im Vendettamodus. Das kann ja was werden - und wird es auch.

Umwerfend verfasst, sodass man ständig an der Story dranbleiben will und das Buch nicht aus der Hand legen kann. Dabei kommen einem irgendwie auch Charlie Huston und sein Verlierer Hank Thompson in den Sinn. Währenddessen gibt der Erzähler einen Einblick in das New York zu Beginn der Neunziger. Verkommen und versifft. Mord, Totschlag, Drogen. Ein Schmelztiegel der Kulturen. Weiß, schwarz, braun, gelb. Aus aller Herren Länder legal und illegal eingereist, versuchen sie sich mehr oder weniger legal oder illegal durch's Leben zu schlagen. Eine kaputte Stadt, nahe daran, von den Kriminellen und Gangs übernommen zu werden. Und in diesem "freundlichen" Ambiente mittendrin Michael mit seinem Problem Darkey White, das er bis jetzt mehr erahnt, denn sicher weiß. Hat Darkey nun Kenntnis von seiner verhängnisvollen Liaison oder nicht? Szenenwechsel: Neuer Auftrag in Mexiko. Sonne, Strand, Suff und Mädels plus ein Drogengeschäft. Und wie nicht anders erwartet - eine Falle. Geschnappt. Eingekerkert. In einem versifften Mexenknast. Und vor allem - allein. Jo, Darkey hat wohl doch was mitbekommen und Michael schön auflaufen lassen. Dann kommt die Verlegung in eine noch schlimmere Einrichtung, aber wenigstens trifft er dort drei seiner Kumpane wieder. Nur Big Bob - die Nummer Vier - fehlt. Nach und nach gehen während der grausamen Haftzeit seine Begleiter drauf und nur Michael schafft es, unter unmöglichen Qualen und einem unbändigen Durst nach Rache dem fieberverseuchten Sumpfknast in die Zivilisation zu entkommen. Nach einer wahren Odyssee und vollkommen zerschreddert schafft er es zurück nach New york, kommt hier und da unter, muss Rückschläge einstecken, macht sich aber gleich daran, einen Plan zu entwickeln, seine Rache endlich genießen zu können, wobei ihm Darkeys Konkurrenz durchaus gerne behilflich ist. Das wird bitter für Darkey White. Sehr bitter. Da kann ich nun gleich mal die Beichte ablegen, dass Bücher aus dem Suhrkamp-Verlag bei mir eher selten im Regal stehen, doch nun kommt nach Don Winslow ("Frankie Machine") mit Adrian McKinty innerhalb kurzer Zeit ein weiterer hoch zu schätzender Autor aus diesem Hause hinzu. Kompliment. Narrativ und sprachlich kann man ihn vielleicht auf die Ebene von David Peace heben, nur nicht ganz so drastisch in der Wortwahl, aber ein sanftes Gute-Nacht-Geschichtchen braucht niemand zu befürchten, schließlich geht es um hitzköpige Iren. Auf jeden Fall ist "Der sichere Tod" mit der Rache-Odyssee des Iren Michael Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts ein Top-Thriller auf dem Markt, der auch Lust auf mehr macht (es gibt auch noch zwei Fortsetzungen, deren Veröffentlichungsdatum in Deutschland aber noch nicht bekannt ist). Mit der hohen Kunst der Literatur hat das Buch eher weniger zu tun (dann wäre es bei mir aber auch an der völlig falschen Adresse). Dafür ist es hart und rau wie New York es war, bevor Giuliani dort aufgeräumt hat. Insgesamt wirklich eine positive Überraschung, da der Autor auch durch handwerkliches Geschick hinsichtlich der Stilistik zu überzeugen weiß und eine erstaunliche erzählerische Vielfalt (feinsinnigen Humor speziell zu Beginn der Geschichte, Thriller, Dramatik) aufzuweisen hat, die eine nicht ganz neue Rachegeschichte dadurch äußerst lesenswert macht. Also keine wirklich neue Story, doch so gut in den Zutaten, dass sie zu begeistern weiß. "Der sichere Tod" ist ein todsicherer Tipp.

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #30 am: 30. November 2012, 21:46:20 »


Richard Doetsch. Nicholas Quinn sitzt im Verhörraum der Polizei. Seine Frau wurde ermordet, und man hält ihn für den Täter. Doch er ist unschuldig. Ihr Tod ist mit dem Schicksal von 212 Menschen verbunden, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind, denn eigentlich sollte Nicholas' Frau an Bord der Maschine sein. Doch aus irgendeinem Grund hat sie das Flugzeug in letzter Minute verlassen. Dieser Grund ist für den Absturz verantwortlich. Und für ihren Tod.

Ein Fremder betritt das Verhörzimmer. "Ihre Frau lebt noch", sagt er. "Sie können sie retten und die 212 Passagiere des Flugzeugs." Er überreicht Nicholas eine goldene Uhr, auf der die Zeit rückwärts zu laufen scheint. "Sie haben 13 Stunden." Der Countdown läuft. Da wird Nick aus heiterem Himmel verhaftet, weil er seine Frau ermordet haben soll, als ihm beim Verhör, das extra wegen seines Besuchers unterbrochen wurde, ein Fremder - vermeintlich sein Anwalt - ein Schreiben und eine Uhr überreicht, deren Zeit rückwärts läuft. Als Erklärung bekommt er nur, dass er 13 Stunden Zeit habe, die Sache aufzuklären und seine Gattin zu retten. Ungläubig nimmt er die Gegenstände entgegen und zur vollen Stunde ist er schwuppdiwupp aus dem Verhörzimmer verschwunden und zwei Stunden in der Zeit zurückgereist. Und so soll es denn auch weitergehen - eine Stunde vor, dann wieder zwei zurück. Die Erkenntnisse, die er bei diesen Zeitsprüngen erhält, erschließen sich nur ihm und Gesprächspartner erinnern sich nicht mehr an die Geschehnisse, wenn er später (oder denn auch früher, aus ihrer Sicht) wieder bei ihnen auftaucht. Bleibt die große Frage: Wie kann er sich den Leuten denn erklären, glaubhaft seine Geschichte und Informationen darlegen? Kann er das Verhängnis aufhalten? Auf jeden Fall ist er auf sich allein gestellt, um die Puzzleteile zusammenzusetzen, die er bei seinen Rücksprüngen aufsammelt. Erschwert wird das Ganze natürlich durch die lange Zeit unbekannten Täter, die vor Gewaltanwendung und Schußwaffengebrauch nicht zurückschrecken, wie sie mit dem skrupellosen und kaltblütigen Mord an seiner Frau ja schon hinlänglich bewiesen haben. Der Gefahr trotzend und ohne Rücksicht auf die eigene Unversehrtheit versucht er unbeirrbar, das anscheinend Unvermeidliche doch noch zu verhindern.

Zur Abwechslung mal eine Geschichte, die rückwärts erzählt wird. Filmfreunde werden sich dabei sicher an den glänzenden "Memento" erinnern. Die Erzählweise ist eine erfrischende Neuerung in dem Einheitsbrei (der durchaus auch seine Highlights hat), den man von den Verlagen im Thrillerbereich sonst meist vorgesetzt bekommt und macht einiges an Reiz bei dem Buch aus. Von Beginn an ist man gespannt, wie sich der Protagonist mit der Situation, die ja nun wirklich recht ungewöhnlich ist, zurecht findet und den Tod seiner geliebten Gattin nun aufzuklären gedenkt bzw. sie vor ihrem Schicksal bewahren will. Der einzige Nachteil ist hier auch die Charakterzeichnung der Hauptfigur. Alles ein bisserl zu gut, ein solcher Engel und Gutmensch ist leicht unglaubwürdig, doch das macht dem Gesamtwerk wenig aus. Man kann sich nicht so schnell von der Lektüre lösen, will unbedingt an den nächsten Schritten teilhaben, wissen, wie er die nächste Stunde angeht, Hinweise und Erklärungen erhalten. Diese Ungewissheit ist ein großer Teil des Spannungsbogens, den der Autor hier gezogen hat. Er setzt zwar nicht auf vordergründige Action, aber er lässt sie auch nicht außen vor. Da geht es schon zur Sache, nur halt nicht so fetzig wie bei einem Reilly oder Rollins. Ein paar Logiklöcher sind wohl vorhanden, aber bei Zeitreisegeschichten wohl unvermeidlich und damit kann man sich getrost abfinden. Ansonsten ist das Ding wirklich schnörkellos und spannend, in einem leicht und locker lesbaren Stil, der nicht lesehemmend wirkt. Hat mir wirklich gefallen.

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #31 am: 30. November 2012, 21:49:34 »


Daniel Suarez. Seit langem wusste Matthew Sobol, Computergenie und einer der reichsten Männer des Silicon Valley, dass er sterbenskrank ist. Exakt in der Sekunde seines Todes nehmen rund um den Erdball Computerprogramme ihre Arbeit auf - zunächst unbemerkt, aber sehr bald wird deutlich, dass ein DAEMON unseren gesamten digitalisierten Planeten infiziert hat. Ein DAEMON, der herrscht, ein DAEMON, der tötet. Und in einer Welt, in der alle vernetzt sind, kann keiner entkommen.

Es beginnt mit der Meldung des Ablebens des Computergenies und Spieleentwicklers Matthew Sobol. Doch einige Zeit nach seinem Tod sterben auf ungewöhnliche Weise zwei Programmierer, die für Sobols Firma gearbeitet haben. Der Ermittler Pete Sebeck wird auf den ersten Fall angesetzt, doch beim Fund der zweiten Leiche wird ihm der Fall vom FBI aus der Hand genommen. Der zunächst verdächtige Jon Ross (Computerconsultant) bringt Sebeck auf die Idee, dass der verstorbene Sobol ein Programm namens DAEMON entwickelt hat, das auf Ereignisse reagiert und dann selbstständig in Aktion tritt. Als der gesamte Buchstabensalat (FBI, CIA, NSA, DEA, SWAT) die Villa des Toten genauer unter die Lupe nehmen wollen und mit einer immensen Streitmacht aufgefahren sind, deren Fahrzeuge sie im riesigen Hof des Geländes abstellen und mit ihrer Mannschaft dann das Gebäude umstellen, öffnet sich die Garagentür und heraus schießt ein ferngesteuerter Hummer (wir reden hier von dem Fahrzeug, Leute), der die Cops wie eine Art "Christine" auf Speed auf die Hörner nimmt und etliche davon wahrlich plättet. Er rast ohne Fahrer über den Hof, um gezielt zu töten, was ihm auch trotz Dauerfeuer der Beamten gelingt. Erst als sich die veerängstigten Bullen voller Panik vom Gelände entfernen, gibt die Karre Ruhe und verfolgt die Flüchtenden nicht. Während die Entkommenen ihre Wunden lecken, tauchen immer neue Fragen auf: Wieso zieht Sobol immer weiter Personen in manipulatives Spiel hinein? Warum wurde Detective Sergeant Sebeck bei den Angriffen so offensichtlich verschont? Welches Ziel verfolgt Sobol damit, seinen DAEMON auf die Menschheit loszulassen? Da wird die Journalistin Anji (Mitte 30, arrogant, hochnäsig) altersbedingt aus ihrem Job entfernt, nur um von Sobol an Schauplätze seiner Wahl geschickt zu werden, die große Nachrichten versprechen. Und Brain Gragg (Kleinganove, Computerexperte) wird nach einem irren Test von Sobol als Gründer einer Gruppe installiert, deren Zweck sich Gragg nicht einmal in seinen kühnsten Träumen vorstellen kann. Sobol taktiert mit Menschen wie diese es mit den von ihm entwickelten Computerspielen tun. Und genau auf diese Gamer fokussiert sich auch Jon Ross, der Detective Sergeant Sebeck weiterhin bei den Ermittlungen unterstützt. Doch dann wird Sebeck verdächtigt, verhaftet und schließlich zum Tode verurteilt. Natürlich hat Sobol das eingefädelt. Und die Behörden spielen schön mit, denn niemals in der Geschichte ihrer Rechtssprechung wurde ein Urteil so schnell gefällt, gingen Verhandlungen so zügig vonstatten. Klar, sie wollen ihre Unfähigkeit, die wirklichen Täter zu stellen, mit dem Opfer Sebeck vertuschen. In der Zwischenzeit gehen die Rekrutierungsmaßnahmen durch DAEMON weiter. Zudem beginnt er, Firmen sozusagen als Cybergeiseln zu nehmen. Eindringen in die Systeme, Übernahme und bei Gegenwehr wirtschaftlicher und finanzieller Ruin. Worauf läuft das alles hinaus? Weltherrschaft? Rache? Nichts und Niemand scheint die Bedrohung aufhalten zu können. Da verschanzt man sich in einer alten, aufgelassenen Militäranlage bei Oakland, um dem DAEMON auf die Spur zu kommen, da wird man von Dutzenden ferngesteuerter, gepanzerter Autos attackiert, die etliche Wachen töten und sich eine wilde Verfolgungsjagd durch die Stadt liefern. Da werden Erinnerungen an die alten Car Crash-Filme wach. Explosionen, Blut und Trümmer begleiten die Blechorgie. Schüsse aus dem Hinterhalt und Verrat tun ihr Übriges. Und dann: CLIFFHANGER!!! Warten auf Teil 2.

Ein blitzsauberer, perfekter Roman.Für ein Debüt geradezu genial. Schnelle, harte Actionkost gepaart mit SciFi- und Technothrillerelementen verwoben zu einer starken Story. Trau niemals Deinem Computer (und eine kleine, aber brutale Botschaft wird auch untergebracht: Tod allen Spammern). Ich hatte beim Kauf auf einen wirklich spannenden Cyberthriller gehofft, doch diese atemlose, nervenaufreibende Jagd nach dem DAEMON so garantiert nicht erwartet. Hier ist der Begriff Page Turner endlich wieder ohne Zweifel und völlig zu Recht angebracht. Eine wahrhaft positive Überraschung meiner letztenEinkäufe und absolut jedem zu empfehlen, der Action favorisiert und mal etwas zu lesen wünscht, das abseits der üblichenTerroristen-Pfade spielt. Das Ding ist hinterlistig, mit fiesen Fallen und durchaus intelligent, was man ja nicht von jedem Thriller behaupten kann. Man merkt dem Buch an, dass der Autor aus der IT-Branche kommt, aber bis auf wenige Ausnahmen ist es nicht schwer, der Handlung trotzdem zu folgen, da er den Leser nicht mit Fachtermini überfüttert. Jetzt heißt es nur warten auf die Fortsetzung und wann der angeblich geplante Film erscheint, steht eh noch in den Sternen, vermeintlich 2012. Die Filmrechte hat sich wohl Paramount gegriffen und auch schon ein Drehbuchautorenduo drangesetzt.

jerry garcia

  • Gast
Antw:Buchrezensionen
« Antwort #32 am: 30. November 2012, 21:53:46 »


Daniel Suarez. Die Welt ist nur ein Spiel – das Überleben der Menschheit der Preis. Ein DAEMON hat die digitale Welt erobert, und wer das Internet beherrscht, beherrscht auch den Planeten. Die Menschen, die sich ihm unterordnen, erleben die Realität wie ein Computerspiel und werden mit ungeheuren Kräften ausgestattet. So gewinnt der DAEMON nach und nach immer mehr Macht jenseits der Datenströme. Und staunend erkennt die Menschheit: Vielleicht ist das die Rettung der Zivilisation.Doch diejenigen, die bisher das Sagen hatten, wollen sich nicht kampflos entthronen lassen. Auf allen fünf Kontinenten treten die Söldnerarmeen des Global Business an gegen den DAEMON. Und bald herrscht Terror in allen Ländern, brennen Städte und Dörfer, rüsten sich zwei Heere zur letzten Schlacht.

Der in "Daemon" von Sobol vor dem Tod durch Hinrichtung bewahrte Pete Sebeck macht sich auf eine Reise - eine Quest -, für die ihm ein Gefährte (oder Aufpasser?) zur Seite gestellt wurde. Beide wissen nicht, was genau auf sie zukommt und es führt sie durch ein zerrüttetes Land, das von Gewalt und Aufruhr heimgesucht wird. die alten Machthaber (nicht unbedingt die "demokratisch" gewählten Regierungsvertreter) wollen ihre Pfründe natürlich nicht so einfach dem Gegner überlassen und schlagen zurück, während sich überall im Land mit Unterstützung von Sobols Daemon unabhängige Enklaven bilden, die den ehemals Herrschenden ein Dorn im Auge sind. Angeheuerte Söldnertrupps aus dem Ausland machen diese freien Orte schwerstens bewaffnet dem Erdboden gleich, hinterlassen verbranntes Land und etliche Leichen, ganze Orte werden ausradiert, während die korrumpierbaren Medien die Massen mit gefaketen Meldungen über ausländische Invasoren aus dem spanischsprechenden Drogenmilieu südlich der Landesgrenzen auf Kurs halten, damit sie sich nicht den Freien anschließen und die wahre Natur ihrer sogenannten Regierung erkennen. Und dann ist da auch noch Loki, der mit seiner Armee von Killermaschinen, die ihm von Sobol bzw. dem Daemon zur Verfügung gestellt werden, gnadenlos unter den Süldnern und deren Anführern aufräumt. Doch er ist seiner Macht verfallen und benimmt sich nicht besser als einer der Despoten, die er bekämpft. Er sieht seinen Status als Möglichkeit, selbst zum Führer der neuen Ordnung zu werden. In diesem Wirrwarr soll Sebeck, wie sich bald herausstellt, Gründe finden, den Menschen ihre neue Freiheit und Zukunft zu belassen, die mit dem durch Sobol initiierten Daemon begonnen hat oder zum vorherigen Zustand zurückzukehren. Während seiner Quest begegnet er alten Kampfgefährten und neuen Verbündeten, die ihn unterstützen, soweit es in ihrer Macht steht. Wird sich die amerikanische Bevölkerung als würdig erweisen?

Da die Teammitglieder der Einheit (Scarecrows Area) ihren alten Harry aka Jerry mittlerweile ebenso kennen wie die Stammleser, dürfte es für sie keine Überraschung gewesen sein, dass er sich von der Action hat verführen lassen, dieses Buch namens "Darknet" zu erwerben. Was sie aber unweigerlich in grenzenloses, schier unfassbares Erstaunen versetzt, ist die Tatsache, dass dieses Buch durch einen intelligenten sozial- und ökonomiekritischen Plot aus der Masse hervorsticht. Da stellen sich Fragen, wie weit wir mittlerweile den Bossen in den Vorstandsetagen ausgeliefert sind oder die großen Männer des Global Business bald die Weltherrschaft endgültig übernehmen? Das enthält jede Menge Substanz und ist mit etlichen narrativen Feinheiten an den Leser gebracht. Da fragt sich schon der Eine oder Andere, wie sich der Rezensent auf dieser Seite plötzlich einem solchen Werk zuwenden konnte, passt es doch so gar nicht zu ihm. Wahrscheinlich hat er es geschenkt bekommen und dann nur gelesen, um den großzügigen Geber nicht zu brüskieren. Natürlich ist er von dem hohen Actionanteil, der hier und da auch recht brutal daherkommt, begeistert und das hohe Tempo der Story sowie die schnörkellose Dynamik haben ihren Teil dazu beigetragen. Doch auch der Part, der unsere derzeitige Regierungsstruktur (Wirtschaft oder gewählte Politiker) anprangert, hat seine Berechtigung. Man kann es derzeit doch immer wieder beobachten, wie Lobbyisten die eh nur noch repräsentative Regierung unterminieren und nur Geld und Wirtschaftsmacht zählen und die wahren Entscheidungen nur noch von den CEOs und ihren Handlangern getroffen werden, welche die Politk dann mit feinen Floskeln versehen (um nicht von Lügen zu sprechen) ausführt. Die Medien (besonders den verlogenen Faltblatt-Boulevard) haben sie im Griff und nutzen sie zur Manipulation der Bevölkerung und wer sich nicht an die von ihnen aufgestellten Spielregeln hält, die natürlich je nach Bedarf kurzfristig geändert werden, wird niedergemacht, die Existenz zerstört. Im Buch sollte man seine Aufmerksamkeit auf das Treffen der Geheimdienstorgane mit den den Vertretern der freien Wirtschaft lenken. Näher an der Wahrheit als man von einer fiktiven Geschichte erwarten sollte. Und über allem die Globalisierung, die weltweite Vernetzung, die Gefahren des Internet. Wer es beherrscht, wer sich die digitale Welt zu Untertan macht, der kann die gesamte Menschheit unterjochen. Ob es nun um private Daten, Kontonummern oder freiwilliges Preisgeben von Privatangelegenheiten oder Meinungen geht, alles kann verwendet werden. Der Bürger wird ausspioniert und seine Daten verkauft. Der Mensch verkommt zum Arbeitsmaterial und zur Melkkuh. Durch die Angebote im weltweiten Wirtschaftssektor, durch die Konkurrenz, immer billiger zu produzieren, können diese Oligarchen, diese wenigen Superreichen, die sich mittlerweile ja sogar ihre eigenen, geschützten Reservate innerhalb des Landes bauen, die Arbeitnehmer wieder erpressen, ihnen die in jahrelanger Arbeit erkämpften Rechte durch Auslagerung und Outsourcing von Jobs bzw. der Androhung entsprechender Maßnahmen wieder abspenstig machen, sie mit Löhnen abspeisen, von denen sie nicht leben können, und da genau diese Wirtschaft auch die Preise für die Güter des täglichen Gebrauchs trotz angeblicher Kontrolle der Kartellämter weiter unter sich ausmacht und durch Spekulationen künstlich zum Zweck der Gewinnmaximierung um jeden Preis hochhält, wird der Arbeitnehmer wieder mehr und mehr zum Bittsteller, Leibeigenen oder Sklaven der kleinen elitären Gruppe reduziert, während sich die Bosse ihre Verluste oder Fehlinvstitionen von den Regierungen (die sie ja unterstützen) durch die Steuergelder der Bürger ausgleichen lässt. Eigentlich ist das Buch ein Skandal, weil es so nah an der Wahrheit ist, dass es schon fast wehtut. Schaut euch doch um. Japan, Lebensmittelskandal, Atomenergie und Stromkonzerne. Sicherheit kostet Geld, und das gedenkt die Branche in keinem Fall aufzubringen, würde ja die Gewinne schmälern. Wagt es eine Regierung trotzdem, Maßnahmen anzugehen, wird mit Klagen gedroht. Menschen gibt es schließlich viele, da sind einige Opfer verzichtbar, solange sie ihr Hab und Gut zurücklassen, um es zu verwerten. Modernes Raubrittertum ohne Konsequenzen. Zusammenschluss der Mächtigen mit Lizenz zum Plündern. Eigentlich ist dieses Buch ein Pflichtkauf - auch wenn dabei ein weltweit agierender Großverlag wieder mehr Einnahmen generieren kann.
« Letzte Änderung: 01. Dezember 2012, 02:10:53 von jerry garcia »

jerry garcia

  • Gast
Antw:Buchrezensionen
« Antwort #33 am: 01. Dezember 2012, 12:01:09 »


 Ken Bruen. Jack Taylor hat sich nach London verkrümelt. Doch auch London hält nicht, was es nie versprochen hat: Statt in einer schicken Wohnung mit Parkblick landet Jack in einem beheizbaren Kabuff im Abrissviertel. Und er kehrt mit zwei Errungenschaften nach Irland zurück: Einem neune Ledermantel und einer handfesten Koks-Abhängigkeit. Kaum ist er in Galway angekommen, bittet ihn ein Landfahrer um Hilfe:"Man bringt unsere Leute um." Ein neuer Fall - zu dem sich zwei Pints später noch ein zweiter gesellt: Am Claddagh Basin werden des Nachts Schwäne gemetzelt.

Jack kommt aus London zurück nach Galway, trifft alte Bekannte wieder, säuft in alter Tradition wie ein Loch und kokst zu allem Überfluss noch wie ein Schneekönig, wird aber dennoch von einem Tinker (Landfahrer, Zigeuner) angeheuert, die Morde an vier von dessen Leuten aufzuklären. Er erhält dafür Geld - ne menge Geld - und Wohnung. Bei seiner alkoholumnebelten Fragerei stößt er anscheinend jemandem sauer auf und so bekommt er eine deftige Tracht Prügel, bei der er einige Zähne einbüßt sowie die Erinnerung an die zwei vergangenenTtage und den Kater seines letzten Suffs. Während seiner K.O.-Phase muss ein weiterer Tinker dran glauben und kurz darauf bekommt Jack auch noch den Fall mit den niedergemetzelten Schwänen aufgedrückt. In einigen der wenigen lichten Momente in seinem Alkoholdunst kann er tatsächlich den Schwänekiller stellen. Dafür erhebt man ihn in Galway und speziell den Kneipen dort vorübergehend in den Heldenstatus. Doch beim Fall der Tinker baut er im Tran ziemlichen Mist. Erst kurz vor dem Ende blickt er endlich durch und sorgt für die endgültige Klärung ganz aus seine Art und Weise.

Zitat Anfang:"Der Bub ist wieder in der Stadt." Zitat Ende. Mit diesem simplen Satz frei nach Thin Lizzy, der irischen Band um den leider früh- weit vor erscheinen des Buches - verstorbenen Phil Lynott und dem genialen Gitarristen Gary Moore (mittlerweile auch dahingegeangen), beginnt der neue anlauf von Jack Taylor in seiner Heimat. Leider hat der Mann nix gelernt. Er macht übergangslos da weiter, wo er in "Jack Taylor fliegt raus" aufgehört hatte. Er zerstört sich selbst. Auch "Jack Taylor liegt falsch" hat mehr die Niederungen des menschlichen Seins zum Thema, denn die zu bearbeitenden Fälle. Trotz seiner belesenen Art und Kenner von Literatur und Film ist Taylor ein Verlierer, mehr damit beschäftigt, sich selbst zugrunde zu richten, Beziehungen aus dem Weg zu gehen, aus Angst, es könnte etwas schieflaufen und der sich lieber auf seine selbst geschaffene Hölle konzentriert. Eigentlich wäre diese Lektüre,in welcher der Fall der Schwäne sich bestenfalls als Randnotiz enpuppt, eine äußerst deprimierende Angelegenheit, wäre da nicht die humoirg-knurrige Übersetzung von Harry Rohwolt und die trotz aller Mängel sympathische Art des Protagonisten. Feiner Hard-Boiled aus der Feder von Ken Bruen, der noch einige Fortsetzungen erfahren wird. Humor und Drama überwiegen, Action und Tempo sind in Maßen vorhanden. Man muss den Stil mögen, um weitere dieser Bücher der Reihe zu lesen. Ich werd wohl dabei bleiben.

jerry garcia

  • Gast
Antw:Buchrezensionen
« Antwort #34 am: 02. Dezember 2012, 16:29:09 »


Max Barry. In Max Barrys Vision von Morgen läuft der globale Kapitalismus und Konsumterror Amok. Die Welt wird von einigen wenigen amerikanischen Konzernen beherrscht, die aggressiv um die Vormachtstellung am Markt kämpfen, wobei ihnen jedes Mittel recht ist. Angestellte werden nach ihrem Arbeitgeber benannt, Steuern sind verboten, selbst Polizei und amerikanische Waffenlobby sind längst privatisiert und korrupt. Die freie Marktwirtschaft kennt keine Grenzen oder Skrupel, und so ist es kein Wunder, als zwei Marketingangestellte von Nike die Idee zu einer gnadenlosen Promotionaktion haben. Um die Street Credibility eines neuen 2.500 Dollar teuren Turnschuhs zusteigern, wollen sie bei dessen Markteinführung 10 Teenager erschießen lassen. Da sie die Morde nicht selbst begehen wollen, ködern sie Hack Nike, einen kleinen, leichtgläubigen Vertreibsangestellten. Als er kalte Füße bekommt, geht er zur Polizei, die ihm anbietet, den Job gegen Bezahlung für ihn auszuführen. Doch auch die Polizei will sich die Hände nicht selber schmutzig machen und sublizensiert den Auftrag an die amerikanische Waffenlobby. Ein sauberes Lizenzgeschäft, wäre da nicht Agentin Jennifer Gouvernment, die dem Konsumwahn den rücken gekehrt hat und den Kampf gegen eine Welt aufnimmt, in der nur die Karriere zählt.

Ich schicke es gleich vorweg: Das Werk hat mich begeistert und ich kann es nur dringend als lektüre empfehlen. Auch wenn der Roman unter dem Siegel einer Satire vermarktet wird, kommt die Action nicht zu kurz. Die in der Zusammenfassung erwähnte Planung der Marketingstrategie des plötzlichen Kundentodes wird tatsächlich auch in die Tat umgesetzt, aber wir bekommen es auch mit schwer bewaffneten Milizen und Polizeieinheiten zu tun, die ihre Einsatzwagen mit uafmontierten MGs a la Death Race aufgemotzt haben. Auftragsmorde, Intrigen, Hinterhalte und bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Burger King und McDonald's gehören in den Handlungsablauf.

Als Satire kommt die Lektüre bissig, böse und absolut fies rüber. Eine Abrechnung mitdem Globalisierungs- und Wirtschaftsgebaren hauptsächlich der USA allererster Güte. Die Welt ist unterteilt in US-Wirtschaftszonen oder deren Gegner (z. B. EU oder China). Gesamtamerika bis Feuerland sowie Australien, Russland gehören gemeinsam mit Großbritannien und Japan zum US-amerikanischen Wirtschaftsreich, das natürlich von den USA verwaltet wird und "regiert" wird. Der Autor erwähnt real existierende Firmen namentlich und in einem Vorwort erklärt er warum und distanziert sich gleichzeitig davon, dass er diesen Firmen jegliche im Buch vorkommenden Aktivitäten im wwahren Leben unterstellen möchte, damit ihm die Firmenanwälte nicht mit einer klagewelle wie in den USA (HEUTE) üblich. Ansonsten hat er die bisherigen Auswüchse der Konzerne und ihrer Strategien sowie deren Werbemaßnahmen weiter geführt und überspitzt, wie die groteske Namensgebung der Bevölkerung, da die arbeitende Masse Nachnamen den Firmennamen ihres jeweiligen Arbeitgebers tragen muss wie z.B. Harry Arcor oder Shane McDonald's (Sorry, Shane!!!). Arbeitslose sind auch Nachnamenslos. Zudem entlarvt er die geistig flachen Werbemaßnahmen der US-Konsumankurbelungsindustrie, die wir ja weltweit und auch in Deutschland nur zu gerne übernehmen (siehe Saturn) als Volksverdummung ebenso wie das wenig soziale Verhalten und die Egoismen, die sich durch die immer weitere Privatisierung zum Zwecke der Gewinnmaximierung ergeben (Premiumstraßen, die nur Reiche befahren können, gesponsorte Schulen wie die Legoschule usw.).

So ist es denn auch zu erklären, dass in den US-Gebieten die Polizei privatisiert ist und statt für Recht und Ordnung zu sorgen eher ihr eigenes, gewinnbringendes Süppchen kocht. Strafverfolgung gibt es nur noch gegen Bares von den Opfern, wer nicht zahlen kann, hat dann eben Pech gehabt. Auf diese Art bekommt dann die NRA (National Rifle Association) den Mordauftag zugeschustert und daraus ergibt sich dann das Dilemma für Nike. Sämtliche Mitwisser der innovativen Werbekampagne müssen beseitigt werden, während Jennifer Government, die für eine geschwächte Regierung arbeitet, die fast alles in private Hände gegeben hat, den Tätern auf der Spur ist, weil die Eltern eines beim Attentat erschossenen Mädchens ihr Haus verkaufen, um die Ermittlungsarbeit zu finanzieren, da die Regierung nur Vorsorge trifft, dass keine Verbrechen geschehen, aber für die Strafverfolgung keine Mittel zur Verfügung stellt. Eine solche Praktik wird auch vom Gesundheitswesen gefördert. ein Krankenwagen fährt erst los, nachdem die Kreditkartennummer sowie die Liquidität des Kunden gepüft wurde. So kommt es, dass Jennifer Government bei ihrer Jagd nach den Verbrechern immer wieder in Shoot-outs gerät (Beispiel: die Polizei baut ein MG auf der Ladentheke des Burger King auf, um damit den gegenüberliegenden Konkurrenten McDonald's in Fetzen zu schießen. Ein herrliches Bild!!!), bei denen alle Mittel angewendet werden, die zur Verfügung stehen, sodass die Leser, die der Actionfraktion angehören, mehr als nur zufriedenstellend versorgt werden.


Nach AC/DC, Jimmy Barnes und Matthew Reilly ist Max Barry das nächste Highlight aus Down Under. Soderbergh und Clooney haben sich wohl mit gutem Grund schon die Filmrechte gesichert. Satire, Action, Thrill - alles drin. Und da ich noch nicht einmal alle starken Einfälle des Autors hier auflisten konnte - unbedingt lesen!!!!

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #35 am: 02. Dezember 2012, 16:33:56 »


Tom Wood. Victor, Codename „Tesseract“, ist Auftragskiller. Der beste, den es gibt. Er stellt keine Fragen, er hinterlässt keine Spuren, er macht keine Fehler. Auch sein jüngster Job in Paris scheint glattzulaufen: Victor soll einen Mann töten, bei dem Opfer einen USB-Stick sicherstellen und diesen weitergeben, sobald man ihm eine Adresse übermittelt. Doch plötzlich wird er selbst zur Zielscheibe. Durch seinen Auftrag gerät Victor ins Kreuzfeuer einer internationalen Verschwörung, bei der Jäger und Gejagte nicht mehr zu unterscheiden sind.

Victor ist ein Elite-Auftragskiller, der beste, den es gibt.Niemand kennt seine wahre Identität, niemand findet Spuren von ihm an einem Tatort. Auch seinen jüngsten Auftrag erledigt er ohne Fehler. Doch als er nach dem Mord in sein Pariser Hotel zurückkehrt, machen ihn in der Lobby so einige Männer misstrauisch, der auffällig unauffälliges Verhalten er nur zu gut kennt - von sich selbst. Das Killerkommando, das offenbar auf ihn wartet, ist gut. Aber es ist nicht gut genug. Nachdem Victor einen Mann nach dem anderen ausschalten konnte, gelingt ihm die Flucht. doch wer steckt hinter dem Anschlag auf sein Leben? Solange er nicht weiß, wer ihn ausschalten will, schwebt er in ständiger Lebensgefahr. Dass ihn überhaupt jemand aufspüren konnte, ist seltsam genug. Denn Victor, dem seine Verfolger den Codenamne "Tesseract" gegeben haben, hinterlässt eigentlich keine Hinweise auf seinen Aufenthaltsort. Den konnte nur jemand in Erfahrung bringen, der über exzellente Verbindungen und Informationsquellen sowie unbegrenzte Ressourcen verfügt. Eine tödliche Jagd beginnt.

Victor ist ein Killer. Nichts Neues in der Thrillerwelt sollte man meinen. Doch im Gegensatz zu einem Jason Bourne von Robert Ludlum oder Mitch Rapp von Vince Flynn, die zur Legitimation ihrer Tötungsdelikte im Staats- und Geheimdiensteinsatz im Endeffekt stets für die vermeintlich richtige Seite eintreten, ist Victor ein eiskalter Hitman, der für gutes Geld jeden Auftrag annimmt und ausführt. Wen er dabei eliminieren soll, spielt für ihn keine Rolle. Er würde die Queen ebenso umlegen wie eine simple Hausfrau. In jedem anderen Buch oder einem Film wäre er das personifizierte Böse, das vom Helden ausgeschaltet werden muss. Hier ist er die Hauptfigur, die sich seiner Haut erwehren muss und zudem noch der Möglichkeit, an der einen oder anderen Stelle Gefühl zu zeigen (was er übrigens recht erfolgreich meistert). Tom Wood (eigentlich Tom Hinshelwood, doch der Name war dem deutschen Verlag wohl zu "funny" und so wurde Tom Wood aus ihm) macht also einen eiskalten Profi zu seinem Helden, der sich auch nicht scheut, zu seinem Schutz mal den einen oder anderen Unbeteiligten oder ihn attackierenden Polizeieinsatztrupp aus dem Weg zu räumen - endgültig. Nichts mit kampfunfähig machen, wenn es sich um offizielle Staatsbedienstete handelt. Daneben erfährt man über seine Person fast nichts. Nur dass er äußerst umsichtig ist, belesen und am Klavier klassische Musik spielen kann. Und dass er persönliche Beziehungen tunlichst vermeidet, da sie ihm gefährlich werden könnten, man sie gegen ihn benutzen könnte. Seine Motivation, seine Vergangenheit bleiben im Dunkeln. Es gibt keine miesen Eltern, eine schlechte und böse Kindheit oder ein Trauma, das ihn ohne sein Zutun verkorkst hat. Keinen Grund den psychologischen Aspekt ellenlang auszuwälzen und den Killer auf die Couch zu schicken und zu verteidigen. Er ist einfach was er ist. Er hat seine Profession und die führt er vorbildlich aus und will gut dafür entlohnt werden - und nicht reingelegt und verraten. Um diese Situation und Figur herum hat Tom Wood einen äußerst spannenden, nahezu perfekten und actionreichen kompromisslos-brutalen Thriller allererster Güte geschaffen, der noch dazu durch seine Detailgetreue besticht und kaum die Logiklöcher der vielen anderen Romane des Genres aufweist. "Codename Tesseract"erfreut den Leser durch viele Schauplätze, einen gut und flüssig lesbaren Schreibstil am oberen Level des Genres voller Power und Cliffhangern an den Kapitelenden. Merken Sie sich Tom Wood - den neuen Stern am Thrillerhimmel. Hell leuchtend und Garant für durchwachte Nächte. Man kann sein Buch nicht einfach beiseite legen. Man will immer weiter an der Story des Victor teilhaben. Der wahre Erbe eines Robert Ludlum. Ein exquisites, unübertreffliches Debüt. Es gibt jetzt Victor - wer braucht da Jack Ryan oder Jason Bourne. Eine eindeutige Kaufempfehlung.

Auf Anfrage bestätigte der Autor übrigens eine Fortsetzung, ohne sich jedoch auf einen Veröffentlichungstermin festzulegen. Hoffentlich bald. Ich kann es kaum erwarten.

jerry garcia

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« Antwort #36 am: 02. Dezember 2012, 16:37:23 »


Tom Wood. Fast jeder Mensch kann morden. Aber niemand schafft es unentdeckt davonzukommen. Und das immer wieder. Victor, ein so eiskalter wie brillanter Auftragskiller, ist ein Meister darin. Früher arbeitete er auf eigene Rechnung, doch mittlerweile steht er im dienst der CIA. Nun soll er dabei helfen, die zwei größten internationalen Waffenhändler auszuschalten, um unzählige Leben zu retten. Doch dieser Auftrag erfordert mehr als nur Kaltblütigkeit und eine ruhige Hand. Victor muss mit höchster Raffinesse vorgehen, um sein Ziel zu erreichen - und um seinen Einsatz zu überleben.

Nach einer erfolgreichen Operation in Rumänien, die einige Fragen aufwirft, wird Victor nach Deutschland geschickt. In Hamburg soll er Waffen entgegennehmen, die er für einen Folgeauftrag in Berlin benötigt. Das Treffen mit seinem Waffenlieferant gerät zu einem blutigen Fiasko, dem Victor nur knapp entkommen kann. Glücklicherweise kann er sein Arbeitsmaterial noch in einem abseits stehenden Transporter finden. In Berlin erledigt er seinen Hit in perfekter Manier und wird von seinem Kontaktmann nach Weißrussland geschickt, wo es gilt, den Handlanger eines libanesischen Waffenhändlers zu beseitigen. In der Zwischenzeit puzzeln Roland Procter, der Kontaktmann, dessen Identität Victor bis dahin völlig unbekannt ist, und dessen Partner Peter Clarke in Washington D.C. an einem riskanten Spiel, dessen Ausgang Victor überleben kann - aber nicht zwangsläufig muss. Für den gepressten Arbeitnehmer geht indessen fast alles schief, was in Minsk nur so schiefgehen kann. Kann er eingangs noch die Bodyguards vom Libanesen und dessen weißrussischen Kollegen noch sauber eliminieren, kommen plötzlich noch vier Typen einer weiteren Partei hinzu, mit der niemand gerechnet hat. Auch die überleben die Begegnung mit Victor nicht, doch seine Zielperson entwischt und ein Beobachter der unbekannten Truppe entkommt ebenfalls. Jetzt jagen ihn die Leute der beiden Verbrecher und die Hintermänner von Gruppe drei. Victor setzt sich nach Linz ab, dann weiter nach Bologna. Lässt sich dort neue Papiere beschaffen und meldet sich bei seinem Auftraggeber. Dieser schickt ihn nach Sotschi, wo er den russischen Makler des Todes Kasakov endgültig zur Ruhe betten soll. Nach einiger Zeit akribischer Vorbereitung ist alles fertig, aber kurz vor dem finalen Schuss bemerkt Victor, dass er nicht allein ist und wendet sich gegen seine Beobachter. Drei Mann. Er schaltet zwei aus und befragt den letzten Mann noch, bevor er ihn ebenfalls endgültig erledigt. Von dem erfährt er, dass der Libanese, der Victor entkommen ist, in der Zwischenzeit von den drei Beobachtern ausgeschaltet wurde. Ihm dämmert, dass hier ein Spiel läuft, in das er nicht eingeweiht wurde und dass womöglich er auch eines der Opfer darin sein soll. Ist da Verrat im Spiel? Wer steckt hinter diesem perfiden Plan? Victor ist nun Gejagter und Jäger zugleich.

Der aus "Codename Tesseract" ("The Killer") bekannte Profi-Killer Victor, der seinem selbsterwählten Beruf effizient, kaltblütig und emotionslos nachgeht, dem unbeteiligte opfer, die ihm zufällig in den Weg geraten, wenig bedeuten und der auf seine akribische Arbeit und seine Unabhängigkeit stolz ist, wurde in der Person von Procter zum Dienst für die CIA gepresst. Das geht ihm gewaltig gegen den Strich und er will sich aus den Klauen seiner unfreiwilligen Partner lösen. Aber erst muss er Aufträge für sie erledigen, da sie sonst seine Identität preisgeben. Daraus strickt Tom Wood aka Tom Hinshelwood in seinem zweiten Roman "Zero Option" ("The Contract") einen fulminanten Thriller, der allein auf den ersten 100 Seiten mehr Speed aufzuweisen hat als das Jeffery Deaver-Werk "Carte Blanche" - und auch dem Begriff einer Carte Blanche - wenn auch selbsterteilt sozusagen - näher kommt als im Deaver-Roman Mr. Bond. Hier werden keine Kompromisse gemacht. In einem auf den Punkt gebrachten Stil ist "Zero Option" auf Schnelligkeit und Power ausgelegt, zögert nicht lange rum und verbietet sich ausufernde Beschreibungen von Belanglosigkeiten. Das Buch, das seinen Protagonisten durch Rumänien, Italien, Deutschland, Russland, Bulgarien und weitere internationale Schauplätze hetzt, ist eine geballte Ladung, der Ikonen wie Frederick Forsythe, ehemalige Koryphäen wie Tom Clancy oder der selige, leider schon verstorbene Robert Ludlum ihren Respekt zollen müssten. Mit seinem zweiten Buch hat Tom Wood nicht nur bewiesen, dass sein Erstling "Codename Tesseract'" keine Eintagsfliege war, sondern dass er binnen kürzester Zeit an die Spitze der Thrillerautoren vorgestoßen ist. Er lässt es demnach auch diesmal kräftig krachen und spielt mit zwielichtigen Plänen, undurchsichtigen Charakteren und diversen Wendungen mit der Erwartungshaltung des gespannten Lesers. Ein Action-Thriller in Reinkultur, bisher das Highlight des Jahres. Gehört mit zum Besten, was ich in den letzten Jahren in dem Genre gelesen habe (und wenig war das nicht). Spannungsgeladene Adrenalin-Action vom rumänischen Anfang bis zum bulgarischen Schluss. Für Freunde und Fans der genannten Autoren schon fast Pflichtprogramm, aber auch für Genreliebhaber eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Hier dürfte Hollywood gerne mal von der derzeitigen Remakewelle abweichen und die Rechte nicht nur erwerben, sondern auch zur Verfilmung - bitte R-Rated - nutzen. Buch Nummer drei darf gerne kommen. (Septmber 2013). An action-packed masterpiece. Who is Tom Clancy? Here is Tom Wood.


jerry garcia

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« Antwort #37 am: 02. Dezember 2012, 20:48:38 »


Don Winslow. Mit vollem Risiko ist der US-Drogenfahnder Art Keller in die Strukturen der mexikanischen Drogenmafia eingedrungen - mit so viel Erfolg, dass die Drogendepots reihenweise auffliegen und die Kartellbosse die Jagd auf ihn eröffnen.

Es beginnt im Jahr 1975 mit der Operation Condor. Art Keller vernichtet im Auftrag der US-Regierung gemeinsam mit mexikanischen Behörden Drogenanbaufelder im Land. Unterstützt wird er dabei von Tio Barrera, dessen Vertrauen er sich über Adan Barrera und dessen Bruder Raul erschlichen hat. Besonderes Augenmerk der US-Staatsmacht liegt dabei auf dem Boss Don Pedro, den sie unbedingt dingfest gemacht haben will. Er wird von Tios Leuten gestellt und dann heißt es "Ley del Fuego" - auf der Flucht erschossen, wie es offiziell heißt. Eigentlich war es eine Hinrichtung. Für die Amis ist der Fall nun erledigt. Nach ihrer Sprachregelung gibt es nun keine Drogen mehr im Nachbarstaat. Szenenwechsel ins Jahr 1977 und den Hexenkessel New York. Hell's Kitchen ist die Ecke, in der sich die Iren und Italiener die Macht teilen und ihre mafiösen Strukturen aufbauen. Mittendrin der junge Callen mit seinem Kumpel O'Bop. Und die legen sich mit beiden Seiten an. Ein kleines Buch verschafft ihnen aber die Macht über diverse dunkle Gestalten und sie lassen den irischen Boss durch einen italienischen Killer beseitigen. Jetzt haben sie den in der Hand und er führt sie in seine Gang ein, sein Capo bestätigt die beiden Jungs als Mitgleider seiner Familie. Bedingung - keine Drogengeschäfte. Doch gerade ihr Mitspieler auf italienischer Seite - Jimmy Peaches - will gegen diese Order verstoßen. Der Drogenfluss nach New York beginnt. Später im Jahr 1984 hat sichdie Haltung der USA gegenüber Mexiko noch nicht geändert. Man behauptet weiterhin, dass in diesem Land keine Drogen mehr wären. Art Keller weiß, dass das ein Scheiß wert ist. Er ermittelt weiter und muss denn auch bald feststellen, dass er vor Jahren von Tio Barrera ordentlich geleimt wurde. Der hat ihn nämlich dazu benutzt, die Konkurrenz auszuschalten und das Gebiet unter seinen Leuten neu aufzuteilen. Auch wenn er selbst nicht attackiert wird, nimmt man sich einen seiner Leute vor und dieser überlebt die Aktion nicht. Jetzt will Keller auch noch Rache. Um jeden Preis. Obwohl er Belege hat, dass die Mexikaner für die Kolumbianer den Transport der Drogen in die USA übernehmen und dafür Prozente kassieren, wird er von seinen Vorgesetzten ausgebremst. Mexiko IST drogenfrei, sagt man ihm. Hintergrund: der Handel wird von den Amis nicht nur geduldet, sondern auch noch finanziert, um über den gleichen Weg, nur in die andere Richtung, Waffen geheim für den Kampf gegen die Kommunisten in Mittelamerika zu liefern, die anfangen sich dort breit zu machen. Die CIA sitzt in El Salvador (Der Erlöser) und nimmt von hier aus mit Hilfe von Rebellen das von kommunistischen Handlangern durchsetzte Nicaragua aufs Korn. Man hat die große Befürchtung, dass sich die Seuche des Kommunismus bis an die Grenzen der USA - also Mexiko - ausbreitet. Kommies direkt an den Landesgrenzen, das darf nicht sein. Kuba ist schon schlimm genug. Und in den Urwäldern Südamerikas lässt die USA Truppen ausbilden, die im Guerillakampf gegen die Kommunisten und sonstige unliebsame Zeitgenossen vorgehen sollen. Leiter dieser Aktion ist Sal Scachi, ein Bekannter von Keller aus dem Vietnamkrieg und ein Angehöriger der New Yorker Cosa Nostra. Dieser bringt den Iren Callen mit ins Land, um dort zu kämpfen und Attentate auszuführen. Irgendwann werden sich ihre Wege kreuzen.

Wer anhand des Titels einen Horrorroman erwartet hat, wird enttäuscht sein, aber jeder, der sich auf einen absolut gelungenen Thriller eingestellt hat, wird höchst erfreut sein. Don Winslow hat ja mit "Frankie Machine" schon ein Klassebuch abgeliefert und auch mit der Vorlage zu dem Film "Kill Bobby Z." (Originaltitel "The Death and life of Bobby Z.") mit Paul Walker sein Können unter Beweis gestellt. Hier lässt er seine Protagonisten, die samt und sonders weit jenseits des Begriffes "Gutmenschen" oder strahlende Helden sind, durch extreme (US-)politische Widerwärtigkeiten und diverse Länder Mittel- und Südamerikas reisen, um offiziell den Drogenhandel zu unterbinden, aber auch Todesschwadronen auszubilden. Das Buch ist kein banaler Actionreißer, sondern orientiert sich an tatsächlichen Begebenheiten, die auch überall nachzulesen sind, so man sich die Mühe macht, etwas zu recherchieren. Drum herum hat er einen Roman mit fiktiver Handlung und fiktiven Figuren verfasst. Er hat die Iran-Contra-Affäre mit eingeflochten und auf weitere belegte, nie bestrafte kriminelle Machenschaften und Menschenrechtsverletzungen der USA in den damaligen Zeiten (ist ja heute kaum anders) verwiesen. Schörkellose Handlung und blendende Rhetorik machen den Roman - und mehr ist es trotz aller eingebauten Tatsachen nicht - um die Verwicklungen der CIA, DEA und Mafia in den Drogenhandel aus Kolumbien über Mexiko und die Schicksale des irischen Mobsters Callen, des Vietnamveteranen Art Keller und des mexikanischen Drogenbosses Tio Barrera zu einem absoluten Genuss. Gegenüber "Frankie Machine" hat sich Winslow noch einmal gesteigert (und daran werde ich ihn sicher messen bei den nächsten Romanen, die ich noch vorliegen habe) und bietet auf knapp 700 Seiten beste Thrillerunterhaltung sowie einen weiteren Abgesang auf Amerikas Anspruch eine heile Nation zu sein, welche die Demokratie und ihre Menschen in Ehren hält. Das Buch "Tage der Toten" ist ein echter Hochkaräter. Eigentlich ein Pflichtkauf.

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #38 am: 02. Dezember 2012, 20:51:48 »


Don Winslow. Wenn Dein Feind Dich in die Enge treibt, Dir den Boden unter den Füßen wegzieht, wenn er Dir nimmt, was Du am meisten liebst. Dann ist die Zeit für Verhandlungen vorbei. Dann kommt die Zeit des Zorns.

Ben und Chon sind Dealer von gehobenem Niveau. Ihre exklusive Kundschaft sind die reichen Nichtstuer mit zu viel Geld und Freihzeit in und um San Diego. Sie versorgen sie mit erstklassigem Dope und horten somit Millionen auf ihren Konten. Während Ben sein Gewissen mit wohltätigen Spenden und Einrichtungen in der ganzen Welt zu beruhigen sucht, lässt Chon es ruhig angehen und kümmert sich lieber um das Geschäft. Beide haben aber Spaß an ihrem feudalen Lebensstil, keine Probleme und beide lieben dieselbe Frau. Auch kein Drama, denn die liebt ebenfalls beide. Ophelia - genannt O - ist in dem Unternehmen für die Finanzen zuständig, lässt sich aber hauptsächlich treiben und weiß nichts mit sich anzufangen, außer viel Sex mit ihren beiden Lovern. Eine echte Dealer-Idylle unter der Sonne Kaliforniens. Das ändert sich als das Baja-Kartell die Fühler von Mexiko über die Grenze zu den USA ausstreckt und das einträgliche Geschäft des Trios feindlich übernehmen will. So einfach lassen die sich aber nicht aus dem Geschäft drängen, was dazu führt, dass die Mexikaner O entführen und damit drohen, sie zu köpfen, wenn ihnen das Dope und die Herstellungsstätten nicht übergeben werden und die Drei ab jetzt fürs Kartell arbeiten. Chon, der Mann fürs Grobe und mit Erfahrung bei den SEALS und in Afghanistan, legt sich einen Plan zurecht, um dem Kartell die Suppe zu versalzen. Und dabei sind ihm alle Mittel recht. Nachdem die ersten Opfer zu beklagen sind, eskaliert die Sache und auch Unschuldige werden hineingezogen.

Winslow in gewohntem Stil, nicht ganz so brillant wie bei "Tage der Toten", an den das Buch in mancher Sequenz erinnert und auch wirkt, als wäre es nur ein Teil des großen Ganzen aus seinem Meisterwerk, aber immer noch weit über dem Durchschnitt. Zynisch, sarkastisch, cool, hart und temporeich mit einer ironischen Note (als Beispiele seinen die Weinverkoster oder der Schwarzarbeiter im Weißen Haus genannt). Entgegen der Erwartungen, dauert es seine Zeit, bis richtig Fahrt in die Sache kommt. Erst werden die Protagonisten vorgestellt, ihre Lebensumstände seziert und für mich zumindest kommt keine wirkliche Sympathie für die drei Dealer auf. Es läuft eher auf die Verbrecher aus Vergnügen (und natürlich Geldgier) und die richtig fiesen Mexikaner mit ihren brutalen Methoden hinaus. Klar, dass man dann doch mit dem kleineren Übel mitfiebert. Es entwickelt sich eine Geschichte um Betrug, Verrat, Hinterlist, Kartellkriegen und familiären Abgründen, die gewalttätig und stellenweise brutal daherkommt. Kompromisse kennen dann bald auch beide Seiten nicht mehr. Die kurzen und wirklich knappen Kapitel (Kapitel 1 hat nur zwei Worte für den Leser übrig) und sein für die Masse ungewohnter Stil kommen dem Buch natürlich zugute. Und auch seine sachliche Erzählweise, die sich dann aber plötzlich zu rein ironischen Anmerkungen wandelt, ist etwas Besonderes auf dem Markt. Und Kalifornien zeigt er mal wieder von seiner weniger sonnigen Seite - und das bis zum bittersüßen Ende. Stellenweise wirklich harte Kost, wie sich vermeintlich friedfertige Menschen in Bestien verwandeln können, die nur noch von den noch übleren Individuen übertroffen werden, die sie dazu getrieben haben, aber dafür ist es ja ein Winslow. Der Film "Savages" (Originaltitel) ist übrigens schon in der Mache und weist mit John Travolta (DEA-Mann mit Wampe), Uma Thurman (Mutter von O), Benicio del Toro (Kartellkiller), Blake Lively (O), Taylor Kitsch aus John Carter (Chon) und Aaron Johnson aus Kick Ass (Ben) unter der Regie von Oliver Stone (JFK) einen beeindruckenden Cast auf. Das Prequel "Kings of cool", im Septemnber erschienen, hab ich gerade in Arbeit.

jerry garcia

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« Antwort #39 am: 03. Dezember 2012, 10:06:17 »
Vorschau oder Warnung - wie man es nimmt:

Einkaufsplanung ab Mai bis Oktober 13:

 Anonymus - Buch des Todes
Taylor Stevens - Mission Munroe, Die Sekte
Thomas Dekker - Flüstern des Todes
Robert Kirkman - The walking dead 2
Bernard Minier - Schwarzer Schmetterling
Douglas Preston/ Lincoln Child - Revenge
Don Winslow - Glamour
Sam Eastland - Roter Zar
Sam Eastland - Der rote Sarg
Graham Brown - Eden Prophecy
Warren Ellis - Gun Machine
Karl Pilney - Japan Inc.
Guillermo del Toro - Die Nacht
Miles Cameron - Der rote Krieger
J.C. Grange - Die Wahrheit des Blutes
Ken Bruen - Jack Taylor fährt zur Hölle
David Baldacci - Das Komplott
Dale Brown - Schattenkommando
Max Wilder - Schwarzes Blut
David Baldacci - Tag der Vergeltung
Howard Gordon - Peacemaker
David Ellis - Die Anklage
David Ellis - Der falsche Mann
Matthew Reilly - Arctic Fire
Steve Berry - Der Washington Code
Fernando S. LLobero - Der Profi
Michael Marshall - Killerspiel
Will Hill - Department 19 (1)
Will Hill - Department 19 (2)
Adrian McKinty - Der katholische Bulle
Richard Stark - Parker Nummer 7 (Nach Verlagszählung)
Tom Wood - Blood Target
Z.A. Recht - Der Fluch der Toten
William Jordan - Mission Vendetta
Robert Low - Drachenboot
Robert Low - Rache
Elmore Leonard - Raylan

Hinzu kommen noch aus kleineren Verlagen, bei denen Verschiebungen durchaus im Bereich des möglichen liegen:
Atlantis-Verlag:
Dirk van den Boom - Kaiserkrieger 5+6
Martin Kay - Kalte Spuren 2+3
Voodoo-Press:
Wayne Simmons - Inkubation 2
Jeff Strand - Fangboys Abenteuer
Daniel I. Russell - Komm in die Dunkelheit
Festa-Verlag:
Edward Lee - Das Schwein (aus der Extrem-Reihe)
Dan Simmons - Bitterkalt
Bryan Smith - Rock 'n' Roll Zombies aus der Besserungsanstalt (Extrem-Reihe)
Edward Lee - Der Teratologe (Extrem Reihe)
Dan Simmons - Kalt wie Stahl
Ben Coes - Power Down


Offline Thomas Covenant

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« Antwort #40 am: 03. Dezember 2012, 22:15:58 »
Von Parker, Richard Stark habe ich hier die Comics von Darwyn Cooke liegen. Ein Traum!

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #41 am: 03. Dezember 2012, 23:25:45 »
Als Nichtk(c)omik(c)er fehlen die mir natürlich. Jetzt im Jänner kommt ja das Buch zum Film "Parker" oder eben die Story nach der der Film gedreht wurde.

jerry garcia

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« Antwort #42 am: 03. Dezember 2012, 23:59:30 »


David Moody. Danny McCoyne ist ein ganz normaler Mann. Er hat einen Job, den er nicht sonderlich mag, und seine Familie, die ihm nicht nur glückliche Momente beschert. Jeden Morgen geht er etwas widerstrebend zur Arbeit und kehrt zur nächsten Familienkrise pünktlich nach Hause zurück. Doch eines Morgens wird er plötzlich Zeuge eines grausamen Vorfalls. Ohne Vorwarnung und scheinbar ohne Grund stürzt sich ein Mann auf eine alte Frau und prügelt sie zu Tode. Kurz danach läuft er Amok und attackiert jeden, den er fassen kann. Danny ist geschockt, doch schon bald hört er von mehr Vorfällen dieser Art.

Immer häufiger muss er sich und seine Familie vor brutalen Totschlägern in Sicherheit bringen. Die Welle der Gewalt breitet sich aus wie ein Virus. Auch Danny McCoyne weiß nicht, wie lange seine Familie noch vor ihm sicher ist - oder er vor ihr. Gleich zu Beginn aus heiterem Himmel ein Mord an einer alten Passantin mittels Regenschirm in die Gedärme. Danach aber nimmt sich Moody Zeit seinen Protagonisten vorzustellen, der frustriert und desillusioniert die Tage an sich vorbei ziehen lässt. Der Job geht ihm auf den Sack, die Familie nervt, er findet weder Motivation noch einen Ausweg. Ein eigentlich normaler Typ, unauffällig, desinteressiert, lebt nur vor sich hin. Währenddessen häufen sich die in der Stadt und deren Satellitenorten gewalttätige Vorfälle, die schon mal mit zu Brei geschlagenen Schädeln enden, der Horror entwickelt sich langsam aber stetig. Die Regierung behauptet, nicht zu wissen, was vor sich geht. Fernsehanstalten übertragen Talkshows mit sogenannten Experten im Stile von "Dawn of the dead", während draußen die Welle der Gewalt weiter eskaliert und die Situation immer mehr an "28 days later" erinnert. Nach und nach werden die Gewaltaktionen zu Massenverantaltungen, gipfeln gar in Vernichtungslagern und letztendlich im Krieg WIR gegen DIE.

 Furioser Roman, der gegen Ende das volle Actionpotenzial ausschöpft. Die Eingangssituation wird noch ruhig und sachlich ohne ellenlange Umschreibungen skizziert und die Spannungsschraube langsam bis zum Showdown angedreht. die Verwandlung ist subtil, es werden Räume für Spekulationen gelassen, die Paranioa ist fast zum Greifen und ein Kniff im Plot hat es dann auch in sich. Bis dahin. Denn das Ganze ist als Trilogie ausgelegt und nach dem herrlichen Schluß, wo Moody so richtig auf die Kacke haut, warte ich schon gespannt auf den zweiten Teil. Klarer Tipp für den netten Horrorfreund von nebenan.

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #43 am: 04. Dezember 2012, 00:02:05 »


Simon Kernick: An einem gewöhnlichen Samstagnachmittag erhält Tom Meron einen Anruf, der sein Leben für immer verändern wird. Sein alter Schulfreund Jack Calley, ein erfolgreicher Rechtsanwalt aus London, fleht panisch um Hilfe. Noch während des Telefonats wird Calley ermordet. Doch es sind vor allem die letzten Worte seines Freundes, die Meron selbst in Todesangst versetzen. Calley nennt seinem Mörder Merons Adresse, dann ist die Leitung so tot wie Calley. Ohne lange zu überlegen, schnappt sich Meron seine beiden Kinder und verlässt fluchtartig das Haus. Kurz darauf sieht er noch, wie ein fremdes Auto in seiner Straße hält. Zwei Männer steigen aus. Meron ist sich sicher, dass sie hinter ihm her sind. Er wird gejagt, doch er hat keine Ahnung, warum. Und es kommt noch schlimmer: Seine Frau verschwindet spurlos, eine Leiche liegt in ihrem Büro, und die Polizei hält ihn für den mutmaßlichen mörder. Meron muss schnell handeln, sonst sind er und seine Familie für immer verloren.

Auf den Buchdeckeln sind etliche Lobeshymnen von diversen Zeitungen oder Autoren wie Lee Child und Peter Robinson abgedruckt ("vor Spannung Fingernägel abbeißen", "großartige Handlung-rasante Action", "absolut packender Roman", "dass Ihnen der Atem stockt", "kann man nicht mehr aus der Hand legen" und "mörderisch-knallhart-phänomenal"), die meine eigentlich schon große Hoffnung auf einen starken neuen Actionthriller noch mehr schürten. Also verfolgte ich die Flucht des Protagonisten vor seinen unbekannten Häschern mit Interesse und stellte fest, dass das Ganze etwas zwiespältig ist. Teilweise wird dann auch das Tempo angezogen und es geht zur Sache, aber oft ist es nur ein normaler Krimi mit einigen Wendungen, bei denen eben jeder verdächtig ist. Im Lauf der Handlung wächst der als normaler Bürger mit einem langweiligen Bürojob und völlig untrainiert geschilderte Meron auf einmal über sich hinaus und plättet den ein oder anderen Gangster. Jaja, erst fett, frech, faul und gefräßig und dann aus dem Nichts zum Bruce Willis mutiert. (Lassen wir den Bruce Willis-Vergleich weg, könnte das meine eigene Beschreibung sein). Die zweite Hauptfigur, die in die Handlung integriert wird, ist der Inspektor Mike Bolt. Belastet mit einem Trauma bezüglich des Unfalltodes seiner Frau, zweifelnd an sich selbst, mit einigen Problemen wegen seiner Einsamkeit, beginnt er die Ermittlungen in einem anderen Fall, die sich zunehmend mit dem von den Merons zu überschneiden.

Nicht so hart, wie es die ganzen Lobpreisungen versprechen, aber beileibe kein Langweiler. Teilweise mit Klischees bestückt, dann wieder von der üblichen Thrillerroutine abweichend. Obwohl in Hälfte eins das Gaspedal nicht ganz durchgetreten ist, nimmt das Werk dann doch an Fahrt auf und die Action wird rasanter, die Legalität der Polizeiarbeit beginnt an amerikanische Methoden zu erinnern und die Aufklärung des Falls ist nicht ganz die erwartete. Einerseits wird zwar mit angedeutetem Happy-End kokettiert, andererseits aber lässt man auch einiges offen - als wäre eine Fortsetzung angedacht. Ich würde das Werk als gut einstufen, das mich neugierig auf weitere Outputs des Autors macht (ein Zweites liegt mir gerade vor), aber ihn nicht mit den von mir favorisierten Autoren wie Huston, Peace, Louis oder gar Reilly auf eine Stufe stellen. Lesenswert ist er schon - ordentliche Sache.

Offline JasonXtreme

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #44 am: 04. Dezember 2012, 10:33:15 »
Das war ziemlich flott geschrieben, blieb mir aber kaum im Gedächtnis. Hatte einfach härtere und straighter erwartet. Immerhin kam keine Langeweile auf.
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


Meine DVDs

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #45 am: 04. Dezember 2012, 10:47:35 »
Wie seine folgenden auch. Sind alle bei mir gelandet, wurden gelesen und weitergegeben. Alle brauchbare Kost ohne nennesnwerten Nährwert. Zeitberschendung sind sie aber auch nicht.

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #46 am: 04. Dezember 2012, 10:57:54 »


 Jack Kilborn/Blake Crouch. Nimmst Du einen Anhalter mit, kann es sein, dass er ein durchgeknallter Psychopath ist, der dich töten will. Fährst du per anhalter, kann es sein, dass dich ein durchgeknallter Psychopath mitnimmt, der dich töten will. Und jetzt stell dir vor, ein durchgeknallter Psychopath nimmt einen durchgeknallten Psychopathen mit.

1978. Auf einer einsamen Landstraße hält der Mann Donaldson als Tramper einen Wagen an. Der Fahrer nennt sich Mr. K. und verwickelt Donaldson in ein Gespräch, bei dem er in diesem einen Gleichgesinnten zu erkennen glaubt, der aber erst am Anfang seiner Karriere steht. Um dessen Talente zu fördern und förmlch herauszukitzeln, bringt Mr. K. seinen Mitfahrer dazu, in einer abgelegenen Sumpflandschaft einen Mann systematisch zu zerstückeln, den er die ganze Zeit im Kofferraum eingesperrt hatte. Nach getanem Tagwerk fährt K. einfach davon und lässt Donaldson bei der Leiche zurück. 1995. Die junge Lucy (15) ist von zu Hause abgehauen, um bei einem Autorenkongress ihren Lieblingsschriftsteller zu treffen. Da das Hotelpersonal ihr aufgrund ihrer Jugend ein Zimmer verweigert, hängt sie sich an einen eher noch unbekannten Schreiberling, bringt ihn dazu, sie auf sein Zimmer mitzunehmen und tötet ihn dort. Ihr Treiben ist nicht unbemerkt geblieben, denn Orson und Luther haben sie beobachtet. Doch sie liefern sie nicht der Polizei aus. als hauptberufliche Serienkiller erkennen sie ihr Potenzial und bringen ihr weitere Tricks und Kniffe bei, um unerkannt ihrem neuen "Hobby" frönen zu können. Gegenwart. Taylor, Trucker mit Hang zum Zerhackstücken von Ladys aus dem horizontalen Gewerbe, trifft an einer Raststätte auf Donaldson. Beide kommen ins Gespräch und Bestie erkennt Bestie. Sie beschließen, eine der Nutten vom Truck Stop gemeinsam abzumurksen. Doch sie haben nicht mit Jaqueline "Jack" Daniels gerechnet. Als Cop von der mordkommission auf Urlaub kommt sie gerade zufällig vorbei und gerät ebenfalls an die beiden Killer, kann jedoch Taylor festsetzen, während Donaldson flieht. Eine Woche später in Utah. Donaldson nimmt eine junge Frau mit, die am Straßenrand auf eine Mitfahrgelegenheit wartet. Es ist Lucy, die gerade zuvor zwei Snowboarder erledigt hat und nun auf ein neues Opfer aus ist. Ebenso will Donaldson die Gelegenheit nutzen. Beide haben im Laufe der Jahre Erfahrungen sammeln können, sind immer wieder den Cops entkommen  und so beginnt ein Duell der Serienkiller.

Der Rückseitenklappentext verspricht ein Horror-Meisterwerk. Der Horror beginnt eigentlich schon bei einem Preis von 9 Euro für 220 Seiten von denen bei einigen Kapitelenden und Buchübergängen noch etliche durch Leerseiten geschunden werden. Stell dir vor, du erwartest aufgrund der Inhaltsangabe ein spannendes, actionreiches Duell zweier Psychopathen, die ohne Rücksicht auf Kollateralschäden ihren Kampf austragen? Wirst du die Enttäuschung ohne bleibende Schäden überstehen? Das Ganze erinnert  mich an überteuerte Resteverwertung in einem Episodenroman. Vier Geschichten, deren Figuren zwar im Laufe der wenigen Seiten miteinander zu tun bekommen, die aber dennoch nur kleine Shorties sind und keinen wirklich zusammenhängenden längeren Roman ergeben ob der Verknüpfung der Charaktere, welche eh kaum Hintergrund bekommen. Nur Donaldson erwähnt, dass er seinen Vater kalt gemacht hat, weil der ihn verdroschen habe, als er kleine Tiere zerstückelte. Als Aussage könnte man annehmen, dass keiner der Psychos einen Schaden durch den Einfluss von anderen Personen oder Ereignissen hat. Die Typen sind von grundauf gestört, ohne Ausnahmen, ohne Ausrede. Hin und wieder die eine kleine, fiese Idee eingeflochten und einige wenige harte Szenen passen das Werk dem Massenmarkt an und vieles ist auch der Fantasie des Lesers überlassen, was ja an sich nicht schlecht sein muss. Aber wer wenigstens etwas Substanz, Mystery, Spannung (eine solche taucht eigentlich bloß in der dritten Geschichte mit dem weiblichen Sheriff auf, welche dann auch die einzige Sympathieträgerin im gesamten, kurzen Roman darstellt) und gepflegten Horror oder Grusel erleben will, sollte sich dann doch an die Meister des Genres wenden und vielleicht King, Koontz oder Morrell lesen und wer derbes Gemetzel an der Grenze des Erträglichen will, geht eh zum Festa-Verlag und wird dort bestens bedient. Flüssig, simpel konstruiert und problemlos zügig zu konsumieren, ist "Serial" ein kleines Büchlein für Zwischendurch, das niemandes Intellekt auch nur ansatzweise fordern oder über Gebühr strapazieren würde. Nimmt man so nebenbei mit und plant, dass man den nächstes Jahr erscheinenden "Killers" lieber außen vor lässt. Muss man nicht haben. Hat Kilborn noch mit "Angst" und "Hotel" zu beeindrucken gewusst, scheint dies nur das Abschöpfen des Ruhmesrahms zu sein. Crouch hab ich noch nicht gelesen und habe somit keinen Vergleich anzubieten.
« Letzte Änderung: 04. Dezember 2012, 11:11:27 von jerry garcia »

Offline JasonXtreme

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #47 am: 04. Dezember 2012, 11:03:27 »
Hm ok, das spar ich mir dann auch. Angst und Hotel fand ich unterhaltsam und flott zu lesen, wenn das hier aber weit weniger bietet, bin ich raus.
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #48 am: 04. Dezember 2012, 18:46:16 »


Brian Moreland. Jack Chambers, Veteran aus dem 2. Weltkrieg, bewahrt seit 60 Jahren ein dunkles Geheimnis. Tief unter deutscher Erde verborgen liegt ein Nazi-Relikg, so bizarr und gefährlich, dass Chambers schwor, das Geehimnis mit ins Grab zu nehmen. Eine albtraumhafte Vision jedoch überzeugt ihn davon, dass das Relikt geborgen werden muss. Er wendet sich mit seinem düsteren Geheimnis an seinen einzigen Vertrauten bei der Army.

Jack Chambers leidet unter seinen Albträumen und Gewissensbissen und schickt seinen Enkel Sean mit einem Auftrag nach Deutschland. Ein Rabbi versucht schon auf dem Weg dorthin, dessen Mission zu unterbinden und lässt myteriöse Andeutungen ihr Werk des Misstrauens tun, um zu vermeiden, dass das Tagebuch des Jack Chambers die darin enthaltenen Geheimnisse offenbart und Sean es zu einem ehemaligen Kameraden seines Vaters bringt. Der Rabbi will unbedingt verhindern, dass das Tagebuch zu General Briggs kommt, da es den Auftrag enthält, ein Grab auf einem entlegenen deutschen Friedhof zu öffnen, da durch diesen Frevel die Hölle auf Erden entfesselt werden würde. Doch Sean setzt sich durch und das Grab wird geöffnet. Man findet uralte Skelette und Briggs handelt nach den verschlüsselten Anweisungen im Tagebuch und begibt sich in ein Tunnelsystem unter dem Friedhof. Was er dort vorfindet, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren. Auf Seans Nachfrage widmet man sich dem Inhalt des Tagebuchs und nun wird rückblickend die Geschichte der Einheit von Jack Chambers und seinen Glücklichen Sieben in all ihrer Grausamkeit und Kriegsrealität erzählt. Grabenkämpfe mit den deutschen im Hürtgenwald, der dunkel, nass und nebelverhangen daherkommt. Doch irgendwann wird den Soldaten klar, dass hier noch irgendetwas anderes lauert, das man nicht erklären kann, etwas Unbarmherziges. Ein Gegner gegen den es keine Abwehr gibt, kein Entrinnen. Es wird zur Geschichte der Nazis und ihrem Glauben an die Übermenschen, die Herrenrasse und ihrer Faszination für Mythologie.

Ein amerikanischer Autor kann wohl gar nicht anders als den WKII in Gut und Böse zu unterteilen und daher seine Landsleute als absolut makellos und fehlerfrei zu skizzieren, während die Gegner mit sämtlichen Unzulänglichkeiten und Charakterfehlern ausgeschmückt sind, die man einem Menschen nur zuschreiben kann, was natürlich eine äußerst einseitige Betrachtungsweise ergibt. Zudem ist er schriftstellerisch auch nicht unbedingt erste Wahl (wenn auch auf dem Klappendeckel von James Rollins ausdrücklich gelobt), obwohl er sich bemüht, seinem Roman eine gewisse Substanz zu verleihen. Trotzdem erinnert manches in seinen Schilderungen im Hürtgenwald an ein Drehbuch, wenn pünktlich mit Auftritt der Bösen der Nebel durch den Wald wabert, der Regen einsetzt und alles ungemütlich wird. Manchmal erinnert sein Stil an Groschenheftniveau oder einen Schüleraufsatz. Gerade bei Beginn der Kampfhandlungen versucht er mit den Einschüben von "rat-ta-ta-ta-tat" auf jeder zweiten Seite die Schussgeräusche darzustellen, was auf die Dauer ermüdend und einfallslos wirkt, doch nach geraumer Zeit schien es ihm selbst aufgefallen zu sein und er mäßigt sich in der Hinsicht. Nebenbei überspannt er den Bogen bei dem religiösen Gemenge gegen Ende der Story mit ihren Einflüssen der Katholiken, Atheisten, der Kabbala, der Freimaurer und den Bemühungen der Soldaten und des Rabbi ordentlich, was ich als nicht so ganz gelungen empfunden habe. So als wolle er alles Mögliche unterbringen, um die Story aufzupeppen oder den Leser zu verwirren als dann noch die übernatürlichen Elemente Einzug in die Geschichte halten. Insgesamt erwartet den Leser eine trashige Kriegsactionstory, die mit zunehmender Dauer zu einem Mystery-Thriller mit blutigem Horroreinschlag wird. Brutalitäten und Gemetzel eingeschlossen. Da wird gesplattert, aber auch an Klischees nicht gespart, viel geballert, blutige Einschüsse deutlichst geschildert, Nazi-Mythologie eingebaut. Wie das Geheimnis um den Inhalt des Tagebuchs nun ausschaut, lasse ich natürlich offen und dass am Schluss auch noch Gefühlsduselei eingeflochten wird muss ich nicht weiter ausführen. Insgesamt könnte das Buch ein ganz gutes sein, trotz der Mängel. Die Story hat Potenzial, bräuchte aber einen besseren Autor. So kommt es gerade mal auf eine mittelmäßgie Bewertung meinerseits und als Kauf würde ich raten, das Taschenbuch von "Schattenkrieger" abzuwarten.

Noch eine Kleinigkeit am Rande bemerkt. Da ich mir anfangs nun wirklich nicht sicher war, ob ich das Buch nun kaufen sollte oder nicht, habe ich entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten gewartet und dann einige Rezensionen durchgelesen, um vielleicht Hinweise zu erhalten, die mich dazu bewegen konnten, mir das Werk zu gönnen (hat ja funktioniert). Bei der Gelegenheit bin ich auch auf verschiedene Amazon-Analphabeten-Depp-des-Tages-Rezis gestoßen, die nicht nur (heute weiß ich, dass sie selbst das nicht zustande brachten) gespoilert und die Pointe verraten haben, dass es sich um Vampire der Nazis (da ich das hier so offen darlege, könnt ihr davon ausgehen, dass auch das nicht korrekt ist) handelt, die den Wald unsicher machen. Ich bin also etwas vorbelastet an das Buch gegangen und meine Erwartungen an einen gelungenen Kniff waren weg. Es ist ein bisschen anders gekommen. Sinn meines letzten Abschnittes hier ist es eigentlich nur, vor den Amazon-Rezis zu warnen. Da sind entweder Fan-Boys am Werke oder Leute, die die Bücher entweder nicht gelesen oder nicht verstanden haben, was bei hier vorliegenden hieße, dass sie schon Schwierigkeiten haben, einzelne Buchstaben zu Worten und mehrere Worte zu einem (verständlichen) Satz zu formen bzw. diese zu entschlüsseln als wäre es eine Art Geheimschrift. Warum ich das jetzt hier loslasse? Ich hab mich geärgert und will das loswerden. Hat mit dem Buch per se nichts zu tun.

jerry garcia

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Antw:Buchrezensionen
« Antwort #49 am: 04. Dezember 2012, 18:51:44 »


Lincoln Child. Fear Base, eine verlassene Militärstation in Alaska. Ein kleines Team von Klimaforschern untersucht einen Berg, der den einheimischen Tunit heilig ist. Da bricht ein riesiges Stück vom Gletscher ab und legt eine Höhle frei. Im Eis entdecken die Forscher eine Kreatur, deren Augen sie feindselig anstarren. Als der Tunit-Schamane, einer der letzten Überlebenden seines Stammes, erfährt, was die Männer entdeckt haben, warnt er sie: Es ist tödlich, dem Berg sein Geheimnis zu entreißen.

 Doch es ist bereits zu spät. Sully, der Anführer der Forscher, hat bereits einem TV-Team die Entdeckung gemeldet, das sofort zu einem Dreh einer Dokumentation anreist. Zum Entsetzen der Forscher sägen die Fernsehleute das Monstrum aus dem Eis und wie es denn so kommt, verschwindet die Kreatur eines nachts. Und am Morgen wird die erste Leiche entdeckt. Sie sind alle wieder da, die Stereotypen aus dem Reich der Lincon Child und Douglas Preston Abenteuer. Der egoistisch-ehrgeizige Wissenschaftler, der sich überall anbiedert, der rücksichtslose Pseudo-Dokumentarfilmer im Auftrag eines sensationslüsternen Medienkonzerns, die verständnisvolle Schöne und die zu opfernden Randfiguren sowie die ernsthaften und gutgläubigen Paläoökologen. Auf dieses Sammelsurium menschlichen Lebens lässt Lincoln Child dann die durch das TV-Team befreite Kreatur los, die sich nicht lange bitten lässt und sich zügig den ersten Happen schnappt. Schließlich war man ja Ewigkeiten eingefroren, da kann man schon mal Appetit bekommen. Und während der Monstersuche erhält der Leser noch einen kleinen Exkurs zur globalen Erwärmung und dass beim Privat-TV schändlichste Methoden angewandt werden, um Aufmerksamkeit und vor allem Profit zu erhaschen (aber im Gegensatz zum wahren Leben bekommen sie hier ihre Strafe für schlechtes und gefaketes Programm). Und um die Bedrohung perfekt zu machen, verhindert ein Schneesturm, dass die Base so ohne Weiteres verlassen werden kann. Flucht also vorerst unmöglich. Also bleibt nur, sich in den unterirdischen Ebenen der Anlage zu verbarrikadieren und auf das Beste zu hoffen, während die kleine Notbesatzung - bestehend aus 4 Soldaten - das Vieh hetzt. Ist natürlich nicht so einfach und der eine oder andere Eingeschlossene erlebt das Ende der Geschichte nicht.

Der Ansatz zu Religion und Glauben der Ureinwohner verpufft schnell und dann erinnert die Story an vielen Stellen an die alte Fassung von "Das Ding aus einer anderen Welt" mit dem "Rauchende Colts"-Darsteller James Arness. Nach zuletzt einigen unkonventionellen Neuerscheinungen am Büchermarkt (Jeff Strand, Victor Gischler) nun wieder altbekannte und bewährte Kost von Lincoln Child. Auch in "Nullpunkt" hat er wieder die Schablone aufgelegt und eine Story wie schon zu Zeiten der Einzelabenteuer zusammen mit seinem Partner in Crime Douglas Preston abgeliefert. Ein Monster an einem abgelegenen Ort, schwer erreichbar und nur mit einer kleinen Besatzung versehen, die natürlich in größte Not gerät und nach dem üblichen Prinzip nach und nach dezimiert wird. So beschränkt sich der Spannungseffekt auch eher nur darauf, wer sich denn am Ende nun retten kann und wer dran glauben muss. Ebenso wie frühere Werke wieder anspruchsfrei flüssig formuliert, leicht konsumierbar wie gewohnt, aber auch ohne große Überraschungseffekte. Wem die bisherigen Outputs des Autors gefallen haben, der kann hier bedenkenlos zugreifen, ansonsten ist es aber doch nur Mittelmaß und Massenware. Aber wenigstens versucht hier niemand dem Leser eine andere Qualität vorzugaukeln, als sie denn am Ende auch ist (ich denke da an die renommierten Autoren, die Bücher in Massen umsetzen, obwohl sie längst nicht mehr an ihre Glanzleistungen anknüpfen können und auch nur noch nach Schema von sich selbst abkupfern, es nur nicht zugeben können). Lockere Unterhaltung zum Abschalten bietet das Buch allemal.

 

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