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Autor Thema: Homebrewing Club  (Gelesen 8230 mal)

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Offline EvilEd84

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Homebrewing Club
« am: 06. Oktober 2015, 20:38:31 »
Dann moege das fachsimpeln hier mal beginnen :D

Offline Ash

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« Antwort #1 am: 06. Oktober 2015, 21:00:20 »
Ich kann garnicht fachsimpleln. :D  Aber ich hoffe, dass ich bald richtig in der Materie drin bin.

Sag mal, nutzt du zum Brauen versch. Hopfensorten? Ich werde bei meinem ersten Brauversuch nur mit Einer arbeiten aber mein norw. Braufreund meint, dass man eigentlich versch. Sorten nutzten soll. 

Dann habe ich noch ne dumme Frage zu den Raststufen: Man soll ja in der Rast-Zeit durchgehend rühren um die Temperatur konstant halten zu können. Wenn ich mir die YT Videos ansehe wirkt das aber mehr nach Mixen als nach Rühren. Soll ich da mit nem Akkubohrer rangehen oder reicht normale Rührgeschwindigkeit?

Und nochwas: Habe inem Video gesehen, das ein Tag nach dem Abfüllen die Flaschen nochmal geöffnet werden sollen, um zu sehen ob die Bildung von Kohlensäure nicht zu hoch ist. Wenn es also zu sehr ploppt, muss man nen Tag später nochmal Luft rauslassen. Gut ich habe jetzt Flaschen mit Bügelverschluss gekauft, da geht das aber später irgendwann wollte ich gefüllte Flaschen mit nem Kronkorken versiegeln.

Offline EvilEd84

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Antw:Homebrewing Club
« Antwort #2 am: 06. Oktober 2015, 22:43:07 »
Meine bisherigen Batches chronologisch sortiert:
Westchester Molester – Humiliating Taste Buds since 2014
0)   Cooper’s IPA – all extract. Zaehle ich nicht dazu (Juli 2014)
1)   Candyman IPA – extract steeped with specialty grains (November 2014)
2)   Nightcrawler Stout  – extract steeped with specialty grains (Januar 2015)
3)   Cloudy with a Chance of Hopstorm IPA  – extract steeped with specialty grains (Februar 2015)
4)   Backdoor Beauty DIPA -  – extract steeped with specialty grains (June 2015)
5)   InterLude Stout – extract steeped with specialty grains (June 2015)
6)   Beachbum Mango Pale Ale – All Grain (August 2015)
7)   Paul’s Balls Imperial Stout – All Grain (August 2015)
8)   Hopfather IPA – All Grain (August 2015)
9)   SMASHarillo – All Grain (September 2015)
Coming up:
10)   Guardians of the Galaxy DIPA
11)   There’s a new Milkman in Town Milk Stout


Zu deinen Fragen:

Sag mal, nutzt du zum Brauen versch. Hopfensorten? Ich werde bei meinem ersten Brauversuch nur mit Einer arbeiten aber mein norw. Braufreund meint, dass man eigentlich versch. Sorten nutzten soll.
Vorab, ich entschuldige ernsthaft meine Sprache. Da ich brauen in DE nie gelernt habe kenne ich nur die englischen Fachbegriffe und bevor ich was falsch uebersetze nutze ich lieber den englischen Fachbegriff. Davon abgesehen ist Craft Bier keine deutsche Erfindung und daher finde ich es konsequent bei der englischen Terminologie zu bleiben. Weiterer Vorteil, du wirst wesentlich mehr Literatur finden. Und zuletzt: es klingt einfach cooler ;) wer will schon "kaltstopfen" wenn er "dryhoppen" kann, oder "einmeischen" wenn es um "mashen" geht :D

Zu deiner Frage: Jein. In der Regel ja, aber es gibt super SHIPAs (Single Hop IPAs), die einen besonderen Hopfen klar in den Vordergrund stellen. Allerdings macht nicht jeder Hopfen dafuer Sinn und fuer den Beginn wuerde ich was solides empfehlen und dan spaeter tiefer in die Materie eintauchen um besondere Sorten zu „erkunden“. Ich habe mit meinem letzten Brew auch einen Schritt zurueck gemacht und ein SMASH (Single Malt and Single Hop) Session IPA gebraut um mehr ueber die Grains und Hopfen lernen zu koennen.
Generell wuerde ich dir empfehlen fuer den ersten Versuch ein Extract Kit mit steeped grains zu versuchen. Dann faellt der komplette Mash step weg und kannst nix falsch machen, hast aber dennoch wesentlich bessere Resultate als bei Extract only. Ich will naemlich grdsl. betonen, dass Extract absolut nichts schlimmes oder verwerfliches ist. Es klingt nach Tuetensuppe, aber prinzipiell nimmt es dir lediglich einen grossen Zeitfaktor aus deinem Brewday heraus, weil der Mash fuer dich quasi schon erledigt wurde und du nur deine grains steepen musst um deine Note zuzufuegen bevor du in den boil uebergehst. In anderen Worten wurde das Base Malt wurde fuer dich bereits in fermentable sugars umgewandelt und du fuegst deinen gewuenschten Malt character ueber steeped grains hinzu. Die Moeglichkeiten sind hier auch beinahe unbegrenzt. Beim steepen bist du nicht darauf angewiesen fermentables zu produzieren, sondern extrahierst nur Geschmack und groesstenteils non-fermentables. Fuegst quasi Komplexitaet deinem Malt profile hinzu.
Hopfen kannst du so oder so in beiden Techniken nutzen wie du willst, da der beim boil zugegeben wirst. Bei Hop forward styles wie IPA oder DIPA hast du also alle Freiheiten der Welt. Kurzum: Extract mindert nicht deine Qualitaet, sondern limitiert lediglich etwas die Moeglichkeiten. Das sollte fuer den Beginn aber latte sein, da du eh noch nichts gebraut hast vorher. Zudem kann steeping relativ einfach diesen Nachteil ausmerzen. Den Sprung zu All Grain kannst dann immer noch nach ein paar batches machen, wenn du den Ablauf kennst.

Dann habe ich noch ne dumme Frage zu den Raststufen: Man soll ja in der Rast-Zeit durchgehend rühren um die Temperatur konstant halten zu können. Wenn ich mir die YT Videos ansehe wirkt das aber mehr nach Mixen als nach Rühren. Soll ich da mit nem Akkubohrer rangehen oder reicht normale Rührgeschwindigkeit?

Siehe oben. Mache ein extract plus steeping kit und du brauchst dich darum nicht kuemmern oder um Enzymreaktionen sorgen. Grdsl., selbst wenn du auf All Grain umsteigst wirst du eher mit der BIAB (Brew in a Bag) Methode operieren, da der Materialaufwand ansonsten schon definitiv fortgeschritten ist. Sowas kauft man sich Schritt fuer Schritt langsam zusammen. BIAB ist mittlerweile weit anerkannt als qualitativ den komplizierten Methoden gleichwertig und nur wenig einschraenkend wenn du nicht gerade Profibrauer bist.
So geht’s:
-   berechne deine water strike temperature (muss hoeher liegen als deine Zieltemperatur, denn sobald du die Grains (die Zimmertemperatur haben!) deinem erwaermten Wasser zufuegst wuerdest du zu niedrig liegen)
-   dann fuege deine specialty grains hinzu und gehe sicher, dass die Temperatur exakt passt. Grdsl. sollte die Zieltemperatur zwischen 144 und 156F liegen. Die genaue Temperatur bestimmt deinen body. Grob gesagt: 147 fuer light body, 150 fuer medium und 154 fuer big body. Kleine Differenzen machen schon einen grossen Unterschied.
-   Aber fuer das erste Mal: du dir nen Gefallen und mache extract plus steeping. Wenn beim mashen was schiefgeht hast du keine fermentables im Bier und ergo nichts was die Yeast in Alkohol umwandeln koennte.

Und nochwas: Habe inem Video gesehen, das ein Tag nach dem Abfüllen die Flaschen nochmal geöffnet werden sollen, um zu sehen ob die Bildung von Kohlensäure nicht zu hoch ist. Wenn es also zu sehr ploppt, muss man nen Tag später nochmal Luft rauslassen. Gut ich habe jetzt Flaschen mit Bügelverschluss gekauft, da geht das aber später irgendwann wollte ich gefüllte Flaschen mit nem Kronkorken versiegeln.
Messe deine Final Gravity sauber, gehe sicher, dass sie nicht mehr faellt (ergo die Yeast ihren Job getan hat), berechne deinen priming sugar anstaendig und dann wirst du das nicht brauchen. Hatte noch nie Probleme, aber Priming ist sicher nichts was du Pi mal Daumen machen solltest.

Last but not least, wenn du ein paar brew days durch hast, investiere die 29$ und kaufe dir Beer Smith. Ich nutze die Software um Rezepte zu designen. Da wird dein Horizont erst so richtig erweitert, wie komplex das ganze Thema eigentlich ist und der Spass beginnt erst so richtig :lol: dort berechne ich alles von IBU, SRM, strike temperature, ABV, SG, FG, saemtlichen Volumen, Grain und Hop bills, Yeast pitching rates, fermentation profiles, etc. bis hin zur Wasser-Verdampfungs-Rate beim boil.

Ich wollte dich keineswegs verunsichern, denn brauen kann so simpel und einfach oder so komplex und verwirrend sein wie man will. Ich empfehle den „easy way in“ um den Ablauf kennen zu lernen. Naechste Schritte sind dann All Grain und Recipe Design!
Nochmals: braue definitv ein Ale und kein Pils, weniger komplex und deutlich erfuellender.

LAST BUT NOT LEAST: lese dich topline bei Palmer ein (kostenlos unter http://www.howtobrew.com/intro.html) und dann tauche tiefer ein indem du ein paar Dollar in Randy Mosher’s Mastering Homebrew investierst. Tasting Beer vom guten Randy kann ich auch empfehlen, wenn du mehr ueber Stile, Geschichte und Beer Tasting lernen willst (was empfehlenswert ist wenn man selber braut).

Offline Thomas Covenant

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« Antwort #3 am: 06. Oktober 2015, 23:05:36 »
 :confused:
Das ist ja ne eigene Dimension. Ich finds klasse, wem das Spass macht, hat was von Meth Kochen, Heissenberg lässt grüssen.
Ich find den Trend genial auch wenn das selber Brauen nicht meins ist, dann schon eher selber kochen.
Der Trend zum Handwerklichen was Food und Drink angeht kann gar nicht weit genug reichen. Hier im Weinland Apulien finden sich viele sogenante artisan Beers auf den Menükarten neben Spitzenweinen.
Ich habe in den letzten Tagen da schon wieder das eine oder andere sehr geile Bier getrunken. Wird hier teils mit Champagnerkorken und 0,75 l Flasche ausgeschenkt.
Da kriegt man dicke Eier beim Geniessen.

Offline Ash

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« Antwort #4 am: 06. Oktober 2015, 23:47:20 »
Also Matze, du schreckst mich schon was ab und mit deinen engl. Fachbegriffen fickst du mein Krüppelenglisch aufs Allerhöchste. :p
Dennoch... auf Extrakte möchte ich eigentlich nicht umsteigen, auch wenn es das Brauchen für mich sehr erleichtern würde aber genau das war ja mal ursprünglich der Grund Bier selber zu brauen, weil die ganzen Industrie-Sorten gerade in Deutschland nur noch damit arbeiten.
Bezüglich IPA, ok, dann werde halt doch nochmal 2 Kilo IPA Weizen holen plus nochmal Hefe & Hopfen.
Beer Smith wurde mir schonmal empfohlen. Werde ich mir auch zulegen aber erst, wenn ich eine gewisse Routine und Erkenntnis besitze. Aufm iPad kostet Beer Smith als App nämlich eh nur 8€.

Offline JasonXtreme

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« Antwort #5 am: 07. Oktober 2015, 08:34:46 »
:confused:
Das ist ja ne eigene Dimension. Ich finds klasse, wem das Spass macht, hat was von Meth Kochen, Heissenberg lässt grüssen.
Ich find den Trend genial auch wenn das selber Brauen nicht meins ist, dann schon eher selber kochen.
Der Trend zum Handwerklichen was Food und Drink angeht kann gar nicht weit genug reichen. Hier im Weinland Apulien finden sich viele sogenante artisan Beers auf den Menükarten neben Spitzenweinen.
Ich habe in den letzten Tagen da schon wieder das eine oder andere sehr geile Bier getrunken. Wird hier teils mit Champagnerkorken und 0,75 l Flasche ausgeschenkt.
Da kriegt man dicke Eier beim Geniessen.

Diese Biere gibts hier in den Craft Beer Shops auch zu haben ;) die liegen meist zwischen 15 und 35 Euro pro Champus-Flasche ;) sind wirklich leckere dabei.

@ Matze
Aber mal Hand aufs Herz, wieviele von den Bieren haben wirklich geschmeckt? Also wirklich so wie eben so ein Bier schmecken soll?
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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Offline Masterboy

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« Antwort #6 am: 07. Oktober 2015, 09:03:51 »
es geht um Bier ja?

Bei Homebrewing hab ich erstmal an Programmierung gedacht  :lol:
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Offline EvilEd84

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« Antwort #7 am: 07. Oktober 2015, 19:12:53 »
:confused:
Das ist ja ne eigene Dimension. Ich finds klasse, wem das Spass macht, hat was von Meth Kochen, Heissenberg lässt grüssen.
Ich find den Trend genial auch wenn das selber Brauen nicht meins ist, dann schon eher selber kochen.
Der Trend zum Handwerklichen was Food und Drink angeht kann gar nicht weit genug reichen. Hier im Weinland Apulien finden sich viele sogenante artisan Beers auf den Menükarten neben Spitzenweinen.
Ich habe in den letzten Tagen da schon wieder das eine oder andere sehr geile Bier getrunken. Wird hier teils mit Champagnerkorken und 0,75 l Flasche ausgeschenkt.
Da kriegt man dicke Eier beim Geniessen.

Absolut. Bier wurde lange Zeit untervermarktet. Ohne jetzt eine shitshow zu eroeffnen und gegen Wein krumm zu schiessen, aber es gibt viele Gruende warum Bier bspw. deutlich besser geeignet ist fuer food pairings (koennen wir gerne elaborieren :D ) und bspw. Wine and Cheese der groesste Marketing Bullshit der Weinindustrie aller Zeiten ist. Warum handwerklich Bier bedeutend anspruchsvoller und vielseitiger ist, etc. All das wurde durch die "Pilsnerification" und Jahrhundertelanges vermarkten des deutschen Reinheitsgebot als "Qualitaetsmerkmal" gefoerdert. A propos Reinheitsgebot. Auch wenn es so schoen nach Qualitaet klingt, hat es seinen Ursprung lediglich in der Versteuerung, die es dem Staat erleichtert hat vor hunderten von Jahren den Brauereien in die Taschen zu greifen. Direkte Folgen davon war das Aussterben historischer Stile, jeglicher Vielfalt, das Aufkeimen deutschen Stolzes das "reinste" Bier zu haben verbunden mit einem extrem engstirnigen Sinn dafuer was "Bier" ist. Der meiste Kommentar ist "das schmeckt aber nicht nach Bier", ergo weil es nicht nach Pils oder Weizen schmeckt. Die Geschichte von Bier ist so reichhaltig und es wurde schon immer mit Gewuerzen gebraut, Candisugar war schon immer Stilgebender Bestandteil belgischer Weltklasse Biere der Trappisten und und und. Als ich das erste Mal 2008 lange im Ausland war, Australien, ging mir der Horizont auf, weil man immer dem Glauben erlegen ist, dass Deutschland = Bierland, im Ausland aber kaum einer danach kraeht. Belgien steht fuer Weltklasse Bier und selbst wenn es um Pils geht, dann ist es Tschechien. Deutschland hat schlichtweg dem Reinheitsgebot zu Dank seinen Rang als "Bierland" verloren. DE ist grosser Erzeuger von Rohstoffen (Hopfen und Malz), aber was die Deutschen damit angestellt haben die letzten 100 Jahren ist einfach nur traurig. Zum Glueck aendert sich das (-> Vielfalt und Qualitaet) jetzt wieder und um auf deinen Punkt zurueck zu kommen ist es Gang und Gebe dass Flaschen und Design auch rein optisch Wein oder Champagne locker den Rang ablaufen.
Btw finde ich Preispunkte von um die 20 Euro fuer eine Flasche Bier wesentlich vertretbarer als Wein und co. Ich verstehe und erkenne an, dass beides jede Menge Feinarbeit und Zeit braucht, aber wenn es um den Preis geht und was alleine an Wareneinsatz in eine Flasche Craft Beer vs Insutrie Bier reinfliesst, dann ist es groesstenteils nachvollziehbarer warum eine Flasche 10 Euro kostet als ueberhaupt 1 Euro fuer n Becks zu bezahlen, was wirklich nur aus Wasser besteht.


Also Matze, du schreckst mich schon was ab und mit deinen engl. Fachbegriffen fickst du mein Krüppelenglisch aufs Allerhöchste. :p
Dennoch... auf Extrakte möchte ich eigentlich nicht umsteigen, auch wenn es das Brauchen für mich sehr erleichtern würde aber genau das war ja mal ursprünglich der Grund Bier selber zu brauen, weil die ganzen Industrie-Sorten gerade in Deutschland nur noch damit arbeiten.
Bezüglich IPA, ok, dann werde halt doch nochmal 2 Kilo IPA Weizen holen plus nochmal Hefe & Hopfen.
Beer Smith wurde mir schonmal empfohlen. Werde ich mir auch zulegen aber erst, wenn ich eine gewisse Routine und Erkenntnis besitze. Aufm iPad kostet Beer Smith als App nämlich eh nur 8€.

Wie kommst du darauf? Ich glaube du verwechselst was Extrakt ist. Extrakt ist teurer als All Grain brauen, weshalb die Industriebiere damit wohl kaum wirtschaftlich brauen koennen. Und das ist alles worum es denen geht. LME Extrakt (liquid malt extract) ist letztlich die Honigarte Konsistenz, die man durch das Mashen gewinnt und ueberschuessiges Wasser abkocht. Mein Local Homebrewshop macht das selber und bietet es an. Es geht nur darum, dass die jemand die Mash Arbeit abnimmt, in der mit einem Base Malt (2 Row Pale bspw. fuer IPA) im Saccharification Prozess Enzyme freisetzt, die von Yeast in Alkohol umgewandelt werden kann (fermentables). Da es sich dabei meist um Base Malt handelt (je nach Rezept 50-100% deiner Malt bill) macht es geschmacklich nicht wirklich einen Unterschied wenn du deine specialty grains dann selber dazu steepst. Hat also nichts von einem Industrieprodukt oder aehnlichem, auch wenn es sich so anhoert (ich weiss, dass es eher emotional mit dem Wort zu tun hat, dass man automatisch denkt dass das nicht in Craft Beer reingehoert). DME (dry malt extract) hat einen weiteren Vorgang durchlaufen, in dem es gepowdered wird (daher nicht vom local homebrew shop selber gemacht wird). Wenn du gutes Bier machen willst, schuettel die deutschen Werte ab. Bspw. Zucker gehoert als fermentable in viele Stile rein (in deutscher Mentalitate aber als "billig" Bier, Fusel oder American adjunct Beschiss verschrien). Bier ist mehr als Hopfen, Gerste/Malz & Hefe (und natuerlich Wasser).

Wollte nur sichergehen, dass dir bewusst ist, was DME/LME bedeutet und dass es keineswegs was mit Industriebier, bescheissen oder sonstwas zu tun hat. Es kuerzt lediglich deinen brewday um einen langen und fuer Ersteinsteiger (Einsteiger bin ich ja selber noch) fehleranfaelligen (wenn auch mit BIAB nicht unbedingt komplizierten) Schritt ab.

Was Beer Smith angeht. Kaufe dir die Desktop Variante. Die Mobile Version kriegst du dann dazu und die hat imho nur limitierte Funktionalitaet. Ist nett um Rezepte zu speichern und verfeinern, aber wenn du es ernst meinst brauchst du definitv die volle Desktop Version.

@ Matze
Aber mal Hand aufs Herz, wieviele von den Bieren haben wirklich geschmeckt? Also wirklich so wie eben so ein Bier schmecken soll?

Ganz ehrlich und Hand aufs Herz? Bis auf das erste jedes einzelne. Beim ersten war Equipment bedingt (weil ich noch GAR keine Ahnung hatte wie es funktioniert und was man braucht) einfach nix gut. Es war trinkbar, aber hatte nen starken "cidery" Geschmack und starke head (Schaum) Probleme. Lag also an fehlendem Wissen, Skills und fehlendem Equipment. Keine gute Kombi.

Mein zweites, Candyman IPA, wuerde ich immer noch als mein bestes bezeichnen und haette ich wenn im Laden gekauft selbst bei der Konkurrenz hier als ueberdurchschnittlich gut empfunden. Spot on.
Danach habe ich mich etwas zu arg verleiten lassen mit Mikrobatches zu experimentieren (einen batch aufsplitten in 3-4 kleine mit verschiedenen Zugaben oder aging), was ich dann mitte des Jahres wieder gestoppt habe als ich All Grain begonnen habe. Meine goldene Mitte ist jetzt 4 Gallon Rezepte (statt 5), was je nach Rezept ca. 2.5-3.5 Gallonen beim Abfuellen ergibt. Mein Imperial Stout, Pauls Balls, war so dick und heftig im Fermentieren, dass ich gerade mal 1.5 Gallonen rausbekommen habe :lol:
Um aber nicht abzuschweifen: jedes einzelne der Biere war absolut trinkbar, "on style" und im Vergleich zu Industriebieren bevorzugbar. Der ein oder andere Ausreisser (bspw. Candyman oder mein neuestes Hopfather) koennen locker den Wettbewerb mit Microbrews im Regal mithalten. Da ich jetzt meine Rezepte selber komplett designe ist das Risiko natuerlich hoeher, aber etwas ungeniessbares produzierst du nie. Werde nachher mal Bilder hochladen, dass du dich zumindest optisch ueberzeugen kannst :D

Offline JasonXtreme

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« Antwort #8 am: 07. Oktober 2015, 19:57:42 »
Ok cool, das hätte ich jetzt nicht ansatzweise gedacht bei den ersten gehversuchen. Aber 3,5 Gallons? Leck mich fett, das is ja durchaus auch ne Menge! Bei den Preisen zwischen Bier und Wein berücksichtigen wir jetzt aber schon auch Menge und Qualität, oder? Wenn ich ein 0,3er IPA oder Stout kaufe, würde ICH da nicht mehr als vielleicht 4 Euro für latzen wollen. Wohlgemerkt hier im Store, nicht in ner bar!
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Offline EvilEd84

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« Antwort #9 am: 07. Oktober 2015, 20:46:06 »
Kommt immer drauf an. Wenn ich mehr als $10 ausgebe, dann erwarte ich schon 22oz (650ml), aber hatte auch schon $15 fuer ne 12oz (355ml) bezahlt. Dann in der Regel nur fuer erstklassige Barrel Aged Stouts. IPAs ueber nen Zehner sind in der Regel Tripel IPAs wo ich auch absolut verstehe woher der Preis kommt.

Was die Batch Menge angeht: 5 Gallonen / 19 Gallonen ist der Standardbatch. Wenn ich das Rezept auf 4 gl / 15l braue dann bedeutet das in der Regel je nach Rezept (was wiederum den hop trub, yeast trub, ...etc beeinflusst) vllt 3-3.5 gl / 11-13l die letztlich abgefuellt werden. Wenn du Homebrew Craft trinkst sind sie immer bottle conditioned (falls man nicht kegged / Fass abfuellt), d.h. du hast einen Hefesatz am Boden, den du unbedingt vermeiden solltest beim einschenken. Das wiederum heisst, dass aus einer 22 oz vllt. 500ml, maximal ein imperial pint (560ml) im Glas hast. Bei ner 12 oz Flasche noch heftiger, da kannst mit 250ml im Glas rechnen. Wenn ich also ca. 20-22 Flaschen mit 22oz abfuelle, dann habe ich ca. 10l. Einiges davon verschenkt man, paar Flaschen gehen im Tasting Verlauf drauf, bei dem man jede paar Tage (IPA) / Wochen (Stout) mal eine trinkt um zu sehen wie die Carbonation sich entwickelt, bzw. wie das Bier "aged". Selbst IPA, das man grdsl. so frisch es geht trink, schmeckt es die ersten paar Wochen "gruen". Zu dem Zeitpunkt wo es "ideal" ist hast schon das meiste weg ;) das wird sich mit der Zeit einpendeln, weil ich mehr Geduld bekomme und man auch mehr Erfahrung hat und weiss wann es keinen Sinn macht eine Flasche zu testen.



Paar Bilder (von neu nach alt). Muss mal Bilder von meinem kompletten Setup machen. Bzw. von einem kompletten Brewday,


InterLude Stout, brewed Juni 2015, aktuell noch im conditioning.


Beach Bum Mango Pale Ale, brewed August 2015, neige mich den letzten Flaschen schon zu :D light bodied, frisch, vorsichtig gehopft mit viel spaetem Hopfen fuer fruchtige Noten und leichte, schnell abklingende Bitterkeit im Abgang. Hohe Carbonation fuer frisches, spritziges mouthfeel. Und genau so schmeckt es auch.


Fermentation meines Paul's Balls Imperial Stout. Wie man sehen kann ist das Ding voellig explodiert. Normal ist ca. 3-5cm Kraeusenbildung, hier war mein Glas Carboy nur halb voll und habe dennoch ein "blowoff tube" gebraucht, weil die Fermentierung so heftig war.


So siehts an nem Brewday aus, wobei viel Equipment nicht im Bild ist.


Backdoor Beauty Double IPA - komplett weg...leider. Mein letzter Microbatch. Habe ich mit 4 verschiedenen Hopfen (Amarillo, Columbus, Simcoe und Citra) gedryhopped in verschiedenen secondary fermentern.


Nightcrawler Brewday im Januar mit ausreichend Candyman IPA im Glas. Herrlich war das.

« Letzte Änderung: 07. Oktober 2015, 20:49:38 von EvilEd84 »

Offline EvilEd84

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« Antwort #10 am: 07. Oktober 2015, 21:41:36 »
Hier meine bisherigen Batches mit Label: ignoriert die schwarze Box aussen rum, die ist eigentlich transparent (in Vollansicht sieht man es besser)



Ab hier bin ich auf full size labels umgestiegen um noch naeher an kommerzielles Bier heranzukommen



Und diese beiden hier stehen in der pipeline. Denke den Milkman werde ich am WE vllt brauen:



EDIT: Quasi so (Keine Ahnung warum die letzten beiden immer noch Schwarz aussehen):

« Letzte Änderung: 07. Oktober 2015, 21:56:12 von EvilEd84 »

Offline Max_Cherry

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« Antwort #11 am: 07. Oktober 2015, 22:18:59 »
Sehr beeindruckend!
Man merkt dir die Begeisterung in jedem Satz an.
Cooles Hobby!

Offline Seth Gecko

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« Antwort #12 am: 07. Oktober 2015, 22:38:39 »
Geile Sache Matze! Ich bin beeindruckt. Da muss ich doch noch mal nach LA kommen.

Offline EvilEd84

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« Antwort #13 am: 08. Oktober 2015, 00:04:43 »
Sehr beeindruckend!
Man merkt dir die Begeisterung in jedem Satz an.
Cooles Hobby!

Ja, mega! Auf jeden Fall, bin voll angefixt.
Hatte ja meinen ersten Batch letztes Jahr im Juli, der war wie gesagt nix und dann im November weitergemacht und nen Volltreffer gelandet, der mich voll angefixt hat. Dann gut eingestiegen im neuen Jahr und ein paar batches gehabt die mich wieder auf den Boden der Tatsachen geholt haben (aber mehr als gut waren). Dann Mitte des Jahres begonnen mich enorm einzulesen (mehrere Buecher die echt in die Tiefe gehen), konstant Podcasts im Auto am laufen, Foren durchsuchen, etc. und da war es dann vorbei :lol: wie man an der Brewday Frequenz erkennen kann gab es seitdem kein Halten mehr :D
Morgen wird mein neuer Fermenter geliefert (den Glas Carboy auf den Bildern hat es im Bad beim Putzen zerrissen :shock: ) und dazu direkt mal 1.6kg Hopfen dazubestellt :uglylol: das sollte fuer einige (D)IPAs reichen.

Das artet auch in einem ueblen Wettruesten aus :lol: mein Kumpel daheim hat sich Mitte des Jahres erst fuer 1.500 Euro nen Brauautomaten gekauft :uglylol: ich werde erstmal gezielt in nen Weinkuehlschrank dafuer investieren, um meine Fermentiertemperatur genau kontrollieren zu koennen. Das wird ein Riesenqualitaetssprung bringen, da meine Zimmertemperatur hier viel zu hoch ist. Und konstant Eisbaeder kuehl zu halten ist mehr als anstrengend und auch nicht annaehernd akurat genug. Dann kommt noch eine 10-12 Gallonen / 40l Mash Tun ins Haus und als grosses Projekt steht mittelfristig ein "Keezer" an (Keg Freezer), so dass ich auf kegs umsteigen kann. Der keezer ist ein umgebauter Gefrierschrank mit Thermostat und 4-5 eingebauten Draft lines fuer frisch gezapftes Homebrew :uglylol:

Havoc/Alex jetzt noch hierher, dann kann das HF Wettruesten auch hier beginnen :D

Geile Sache Matze! Ich bin beeindruckt. Da muss ich doch noch mal nach LA kommen.

Immer, immer :D Waere saucool!
« Letzte Änderung: 08. Oktober 2015, 02:52:04 von EvilEd84 »

Offline Havoc

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« Antwort #14 am: 08. Oktober 2015, 07:45:10 »
Interesse (und Leidenschaft) ist von meiner Seite aus schon da, ich müsste nur die Zeit dazu finden. :)

...und die Frau davon überzeugen dass ich schon wieder ein weiteres Hobby habe.
Die hat schon dumm geschaut als ich erwähnt habe, dass mir Bogenschießen auch Spass machen würde. :D


Was kannst du denn von der "Hardware" als sinnvolle Grundausstattung empfehlen?
Haben du oder deine Kollegen einen empfehlenswerten Shop in DE für die Zutaten?
https://www.braupartner.de/
oder
http://www.hobbybrauerversand.de/
oder
http://www.brauen.de


Hmmm.... IPA oder Helles Malzextrakt und etwas Zucker sowie Citra-Hopfen hinzu "stopfen"...
« Letzte Änderung: 08. Oktober 2015, 11:57:18 von Havoc »

“When I ride my bike I feel free and happy and strong.  I’m liberated from the usual nonsense of day to day life.  Solid, dependable, silent, my bike is my horse, my fighter jet, my island, my friend.  Together we will conquer that hill and thereafter the world”

Offline JasonXtreme

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« Antwort #15 am: 08. Oktober 2015, 08:31:27 »
MUAHUAHUA InterLude is der Hammer, Matze :uglylol:
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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« Antwort #16 am: 08. Oktober 2015, 08:50:14 »
Der Creepy White Van ist super  :D

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« Antwort #17 am: 08. Oktober 2015, 11:32:02 »
Alter Schwede, arbeitest du auf einem hohen Level!  :shock: Ich müsste echt mal rüberfliegen und mir das persönlich ansehen.

Auch wenn ich davon noch weit weg bin, wie erstellst du die Labels für die Flaschen?


Was das Hopfenextrakt angeht, ne da verwechsel ich eigentlich nichts, also nicht dass ich wüsste. Ich weiß da ziemlich sicher, dass die großen Brauereien mit Extrakten arbeiten, einfach um die Zeit zum fertigen Bier zu verkürzen. Die Arbeiten schon seit Jahrzehnten nicht mehr mit Naturhopfen.

Edit: Ok, also die Beer Smith Software, sobald ich mir vernünftig feiges Wissen angeeignet habe mach ich das. Ich befürchte ja noch, dass meine Bierbrauidee ein völliger Reinfall wird aber mal schauen...
« Letzte Änderung: 08. Oktober 2015, 11:34:04 von Ash »

Offline JasonXtreme

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« Antwort #18 am: 08. Oktober 2015, 11:36:15 »
Laut dem Typen aus unserem Shop hier ist auch das Reinheitsgebot für die großen Brauereien mehr oder weniger nur eine Floskel ;)
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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Offline EvilEd84

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« Antwort #19 am: 08. Oktober 2015, 23:31:08 »
Was das Hopfenextrakt angeht, ne da verwechsel ich eigentlich nichts, also nicht dass ich wüsste. Ich weiß da ziemlich sicher, dass die großen Brauereien mit Extrakten arbeiten, einfach um die Zeit zum fertigen Bier zu verkürzen. Die Arbeiten schon seit Jahrzehnten nicht mehr mit Naturhopfen.

Edit: Ok, also die Beer Smith Software, sobald ich mir vernünftig feiges Wissen angeeignet habe mach ich das. Ich befürchte ja noch, dass meine Bierbrauidee ein völliger Reinfall wird aber mal schauen...

Ahhh haaaaa, Alex, jetzt weiss ich wo das Missverstaendnis liegt. Ich rede von Malt Extract, nicht Hops Extract. Keine Sorge, du wirkst besser informiert und vorbereitet als ich vor meinem ersten brewday.
Hops extract ist eine eigene Welt. Ich verteufel es nicht als "Industriewerkzeug" und es ist sicher nicht der Grund warum Industriebier ist was es ist. In Kurzform:

- Bitterkeit wird in IBUs gemessen (International Bitterness Unit)
- IBUs werden durch Hopfen Menge, Alpha Acid % und Boil Duration bestimmt
- Hopfen besitzt neben wertvollen Aromaoelen sogenannte Alpha Acids (AA, die % Angaben die du beim Hopfen findest), welcher massgeblich die Bitterkeit der Hopfensorte bestimmt. Frueher wurde zwischen Bitterness Hops (high AA) und Aroma Hops (low AA) unterschieden. Heutzutage gibt es viele high AA hops die durch wahnsinniges Aroma und Bitterkeit bestechen (Citra, Simcoe, etc.). Aber das nur am Rande.
- AA werden waehrend des Boils durch einen Prozess namens Isomerization in Bitterkeit umgewandelt (short story)
- Je laenger du Hopfen boilst, desto mehr AA wird isomerized und je mehr Aromaoel wird verdampft und je mehr Bitterkeit extrahiert. In anderen Worten: je frueher du deinen Hopfen in den (normalerweise) 60min boil wirfst, desto weniger Geschmack und Aroma wirst du davon haben und je mehr Bitterkeit.

Warum ich das alles schreibe? Weil ich damit zeigen wollte, dass wenn du statt der 60min Zugabe Hops Extract benutzt du eigentlich keinen Unterschied feststellen wirst. Die 60min Zugabe ist eine klassische Bitterness Zugabe aus der du keinen Geschmack/Aroma bekommen wirst da saemtliche Oele verdampfen. Wenn also Industriebrauer Hops Extract benutzen ist das eigentlich nicht schaedlich.
Warum Industriebier so langweilige Massenware ist liegt eher daran, dass sie schlichtweg grdsl. mit Hopfen geizen und late additions (die Geschmacks- und Aromagebenden Zugabe) fast ein Fremdwort sind, da sie schlichtweg nicht so "ergiebig" sind was Bitterkeit angeht. Der Geschmack und Aroma bleibt bei so einer Denke natuerlich auf der Strecke ;)

Um jetzt wieder auf Malt Extract zurueck zu kommen hole ich doch lieber auch nochmal aus (wie gesagt, ich wusste das alles auch nicht bei meinem ersten batch).

Grdsl. sieht dein All Grain brewday vereinfacht so aus

1) MASH - 60-90min saccharification von Malts in fermentable sugars. Das ist dein "wort" (Sud)
2) Wort Boil - Sanitization, boil off von ungewuenschaften off flavors, Zugabe von Hopfen je nach hopping schedule (normale 60 fuer Bitterkeit, 15 fuer Geschmack, 0-5 fuer Aroma - ganz vereinfacht gesagt)
3) Cold Break - kuehlen des worts auf Yeast pitching Temperatur so schnell es geht. Idealerweise mit einem Wotr chiller (ist auf einem Bild zu sehen). Fuer den Beginn tut es auch ein Eisbad und auffuellen des Worts mit eiskaltem Wasser
4) Yeast Pitch - nachdem der Wort kuehl ist, muss er umgefuellt werden in dein fermentation vessel (normal ein bucket oder carboy. Ich bevorzuge carboy aus emotionalen Gruenden. Eimer ist halt....Eimer ;) )

WICHTIG WICHTIG WICHTIG: Sanitizen ist alles! Allerdings brauchst dich nicht darum kuemmer alles zu sanitizen was mit dem wort in Kontakt kommt bevor oder solange er kocht. Sobald er aber abkuehlt ist er anfaellig und verletzlich fuer alle moeglichen Bakterien (daher so schnell es geht kuehlen und Hefe pitchen) bis die Hefe genug Alkohol aufgebaut hat um ihn zu stabilisieren.

5) Fermentation - je nach Yeast pitch rate (Quantitaet in billion cells) und health (Qualitaet), Oxygen rate in deinem wort, etc. beginnt dein Bier nach ca. 6-24h an zu fermentieren. Wenn das passiert und du den fruchtigen Geruch des Hopfens der aus deinem air lock stroemt das erste mal riechst und es sauber und fein heraus blubbert...genau dann bist du angefixt mit dem Hobby, das garantiere ich dir :D gibt nix geileres!


Warum ich das alles wiederum schreibe ist einfach: wenn du Malt Extract benutzt faellt der erste Schritt prinzipiell weg und du steepst deine specialty grains einfach 20-30min ein und gehst in den boil ueber. Der erste Schritt ist wichtig, da du viel ueber Temperatur wissen musst, evtl. MASH PH Werte (in die ich gerade selber erst richtig einsteige - mein PH Messgeraet wurde heute frueh bestellt :D), etc. es ist kein Hexenwerk und man kann es wie gesagt so schwer oder so einfach machen wie man will, aber glaube es mir: ein Extract + Specialty Steep ist genau der richtige Einstieg fuer die ersten 1-3 batches.


Edit: Ok, also die Beer Smith Software, sobald ich mir vernünftig feiges Wissen angeeignet habe mach ich das. Ich befürchte ja noch, dass meine Bierbrauidee ein völliger Reinfall wird aber mal schauen...

Absolut nicht, Ash. Du wirst es lieben. Aber es braucht viel Zeit, Geduld (glaube da lerne ich am moisten von :lol: ) und einlesen. Kaufe dir Mastering Homebrew von Randy Mosher und acker das durch. Sehr kurzweilig und mit vielen schoen erstellten Grafiken und dann "step up your game" mit jedem Batch.


Auch wenn ich davon noch weit weg bin, wie erstellst du die Labels für die Flaschen?

HAH! Das ist der beste Homebrewing Tipp den ich dir jemals geben kann!!!! Fasziniert mich immer noch bei jedem batch, dass das funktioniert: Milch!
Druck es auf gutem Papier mit Laserdrucker aus (Inkjet verschmiert zu arg), Milch auf nen flachen Teller, die ausgeschnittenen Labels durchziehen, abtropfen lassen, aufkleben und mit nem Zewa abwischen, bzw. glatt streichen. Der feine Proteinschleier der Milch wirkt wie der beste Kleber, nur dass es keine Sauerei macht und unter warmem Wasser ohne Probleme abgeht. Keine Sorge, es riecht nicht (zu wenig Menge) und die Labels sitzen bombenfest und gehen auch nicht ab wenn sie Flaschen im Kuehlschrank "schwitzen".


Alter Schwede, arbeitest du auf einem hohen Level!  :shock: Ich müsste echt mal rüberfliegen und mir das persönlich ansehen.

Du bist sofort willkommen :D :D :D


Interesse (und Leidenschaft) ist von meiner Seite aus schon da, ich müsste nur die Zeit dazu finden. :)

...und die Frau davon überzeugen dass ich schon wieder ein weiteres Hobby habe.
Die hat schon dumm geschaut als ich erwähnt habe, dass mir Bogenschießen auch Spass machen würde. :D


Was kannst du denn von der "Hardware" als sinnvolle Grundausstattung empfehlen?
Haben du oder deine Kollegen einen empfehlenswerten Shop in DE für die Zutaten?
https://www.braupartner.de/
oder
http://www.hobbybrauerversand.de/
oder
http://www.brauen.de


Hmmm.... IPA oder Helles Malzextrakt und etwas Zucker sowie Citra-Hopfen hinzu "stopfen"...

Ich habe ja meine Dame einfach als Assistenz in letzter Zeit gezwungen mitzumachen, das halt einigermassen geholfen :lol: ausserdem backt sie immer SUPER leckeres Treberbrot mit meinen grains danach. Das hat sie besaenftigt :D

Websites erkundige ich mich mal fuer dich. Grundausstattung schreibe ich dir separat auf.
Nimm einige Pfund Light Malt Extract, dazu ein bisschen Honey Malt, Munich Malt und/oder Caramalt als specialty steeps und schon hast du deine basic IPA Malt bill. Dazu noch deine hop favourites (Citra, Amarillo, Mosaic, Simcoe, whatever) zum richtigen Zeitpunkt und du hast ein mega leckeres IPA!

Laut dem Typen aus unserem Shop hier ist auch das Reinheitsgebot für die großen Brauereien mehr oder weniger nur eine Floskel ;)

Kommt drauf an. Die hauen halt jede Menge chemical agents / finings und co rein oder eben Sirup in die Biermix Sachen. Aber die wirklich (!) sinnvollen Sachen wie Gewuerze etc. ... "diiiiie gehen natuerlich gar nicht - gehoert doch in "Bier" nicht rein" :roll:

MUAHUAHUA InterLude is der Hammer, Matze :uglylol:
Der Creepy White Van ist super  :D

:D :D :D

Offline Thomas Covenant

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« Antwort #20 am: 09. Oktober 2015, 08:46:23 »
Und so einen Text will ich jetzt über Costa Rica 😎

Offline EvilEd84

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« Antwort #21 am: 10. Oktober 2015, 22:30:58 »
Prost!


Offline Ash

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« Antwort #22 am: 11. Oktober 2015, 21:42:17 »
Prost! Sieht lecker aus! :biggrin:

Ok Matze, Malz Extrakt wird geordert.
Zitat
Cold Break
Schnelles Abkühlen, da habe ich den Tip bekommen, nen Liter Wasser einzufrieren und diesen Klumpen dann einfach reinzupacken. Sauberkeit ist alles, habe ich schon verinnerlicht. ;)
Der Milchtip ist congenial und ich Depp kaufe druckbare Aufkleber...
Wegen deinen Tipps muss ich natürlich ein paar Zutaten neukaufen, hoffe es kommt alles baldigst an, will endlich loslegen.. :D
« Letzte Änderung: 11. Oktober 2015, 21:42:46 von Ash »

Offline Max_Cherry

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« Antwort #23 am: 11. Oktober 2015, 21:51:31 »
Die Milchsache find ich auch genial.
:)

Offline EvilEd84

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« Antwort #24 am: 12. Oktober 2015, 22:52:09 »
Zitat
Cold Break
Schnelles Abkühlen, da habe ich den Tip bekommen, nen Liter Wasser einzufrieren und diesen Klumpen dann einfach reinzupacken. Sauberkeit ist alles, habe ich schon verinnerlicht. ;)

Das geht auf jeden Fall und ist auch empfehlenswert. Das ist sogenanntes Strike Water. Und es ist einte gute Idee es so kuehl wie moeglich zu haben (gefroren geht). Kannst dir ausrechnen wieviel Volumen du brauchst um deinen Wort/Sud auf Yeast Pitch Temperatur runterzubekommen. Grdsl. habt ihr jetzt in DE den Riesenvorteil, dass es schlicht kalt ist. In L.A. bei aktuell 35 Grad Ambienttemperature und lauwarmem Hahnenwasser zu kuehlen ist grausam. Grdsl. wirst du je professioneller du brauen willst auf "full wort boils" umsteigen. Sprich dein gesamtes Volume kochen, was viele Vorteile hat. Dann faellt das natuerlich flach. Aber fuer den Beginn ist das mehr als legitim.

Der Milchtip ist congenial und ich Depp kaufe druckbare Aufkleber...
Wegen deinen Tipps muss ich natürlich ein paar Zutaten neukaufen, hoffe es kommt alles baldigst an, will endlich loslegen.. :D

Voll! War der beste Tipp ever :D dazukaufen ist nicht schlimm. Kommt schon alles weg :D und deine Motivation klingt schon mal gut :D


Hier ein paar Worte zu Equipment, besonders nach unten raus sehr selektiv und unvollstaendig. Es gibt tausendfach Optionen, aber ich denke die Essentials und Highly Recommended Abschnitte sollten interessant fuer euch sein. Nochmals sorry fuer Sprache, bin es gewohnt eben mit Fachenglisch umzugehen.

Nochmal, es klingt abschreckend, aber was man wirklich braucht um loszulegen und GUTES Bier machen zu koennen ist echt ueberschaubar: nen grossen Topf, nen Fermenter und etwas Kleinkrams. Der Rest macht einem das Leben einfach und hilft dabei noch besseres Bier zu machen. Aber mit den Basics kannst du schon echt gutes Bier machen.


1) Absolute Essentials
a) Brewday
- Fermenter (carboy oder bucket)
- Basic Brew Kettle (Topf: 20l aufwaerts, bzw. wenn du neu kaufst, kaufe direkt 30l + oder idealerweise naeher an 40l, dann bist du bereit fuer All Grain)
- "Star San" non-rinse Sanitizer (der Cleanser der in Kits dabei ist, ist was anderes)
- Hydrometer (um deine specific und final gravity zu messen um Alkoholgehalt zu bestimmen)
- Thermometer
- Siphon (idealerweise Autosiphon) inkl. passendem Tubing (food grade)
- Air Lock and Stopper
- Muslin bag (fuer Specialty Grain steeping)
- Ingredients: Malt (extract), Hops, Yeast und bottled water (wenn ihr auf Nummer Sicher gehen wollt, bzw. wisst dass ihr hohen Chlor Gehalt oder extrem hartes oder extrem weiches Wasser habt) - auf keinen fall distilled water nehmen.

b) Bottling:
- Bottle filler
- Leere Flaschen
- Oxygen absorbing bottle caps
- Bottle Capper
- Gramm Kuechenwaage


(klick auf das Bild, der schwarze Hintergrund ist transparent und enthaelt Beschreibungen)

2) Highly Recommended Basics
- Separate bottling bucket w/ spigot
- Cleanser (reduziert Sanitizer Bedarf)
- Plastik Party Bucket / Wanne fuereinfacheres sanitizen
- Spruehflasche (perfekt fuer fertig gemischten Sanitizer)
- Bottle Brush


3) Advanced
- Immersion Chiller oder Plate Chiller
- Brew in a Bag setup fuer All Grain (bedarf eigentlich nur eines grossen kettles und einen grossen feinmaschigen Stoffsack)
- Erlenmeyer Kolben (fuer Yeast Starters)
- Yeast Starter / Nutrient
- Whirlfloc Tabletten oder Irish Moss
- Oxygenation Kit
- Temperature controlled Fermentation chamber (z.B. Weinkuehlschrank)
- Mash Tun und Sparging Systems
- Malt Mill
- 40l+ Brew Kettle mit spigot und Thermometer und false bottom

4) Step up your Game
- Gravity Tower fuer 3-step mashes
- Conical Fermenter


(klick auf das Bild, der schwarze Hintergrund ist transparent und enthaelt Beschreibungen)
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2015, 22:54:22 von EvilEd84 »

 

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