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Autor Thema: Die Filme der Hammer-Studios  (Gelesen 4770 mal)

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Offline nemesis

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Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #50 am: 02. September 2017, 16:12:43 »
Am 19. Oktober bringt Koch Media eine Box mit 7 Filmen:



Zitat von: amazon de
"Frankensteins Schrecken" (1970)
Um frühzeitig alleiniger Herr des Frankenstein-Schlosses zu werden, schreckt Victor nicht einmal vor dem Mord am eigenen Vater zurück. Nach dessen gewaltsamen Ableben übernimmt Victor Haus, Vermögen und Titel von ihm und beansprucht auch die Dienste des Hausmädchens Alys – in Küche und Bett. Bald jedoch erwacht sein Ehrgeiz erneut und er setzt alles daran, sich ein eigenes Monster zu erschaffen. Mit heimlich besorgten Leichenteilen gelingt es Victor tatsächlich, eine scheußliche Kreatur zum Leben zu erwecken ...

"Dracula - Nächte des Entsetzens" (1970)
Als der junge Paul Carlson aus seinem Dorf verstoßen wird, weil er der Bürgermeistertochter zu nahe gekommen ist, gelangt er in eine abgelegene Burg. In deren Gemäuern empfängt ihm die bildschöne Tania und stellt ihm den Burgherren vor: Graf Dracula. Dieser gibt sich zunächst charmant und Paul nimmt seine Einladung an, auf der Burg zu übernachten. Schnell wird klar, dass dies die falsche Entscheidung war... Nach Pauls Verschwinden, begibt sich sein Bruder Simon zusammen mit seiner Verlobten Sarah auf die Suche nach ihm. Schon bald treffen auch sie auf den unheimlichen Grafen mit der Vorliebe für frisches Menschenblut. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt!

"Das Grab der blutigen Mumie" (1971)
Der Archäologe Julian Fuchs stößt mit seinem Team auf die Grabkammer der Göttin Tera und deren perfekt erhaltene Mumie. Die Forscher öffnen den Sarkophag und entfernen die Grabbeigaben, die ihren Körper umgeben. Ein fataler Fehler, denn Tera schwört den Grabschändern grausame Rache. Ihr Geist dringt in Julians Tochter Margareth ein und nimmt Besitz von deren Körper. Unter Teras Einfluss begibt sich Margaret auf die Suche nach den Expeditionsmitgliedern, um sie auf fantasievolle aber grausame Weise zu töten...

"Dämonen der Seele" (1972)

"Ehe der Morgen graut" (1972)

"Furcht in der Nacht" (1972)

"Doktor Jekyll & Schwester Hyde" (1971)

Offline Elena Marcos

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Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #51 am: 02. Februar 2018, 11:02:42 »
XX ... Unbekannt

Da "X - The Unknown" anscheinend von mir bisher noch keine Besprechung erlangt hat, widme ich mich hier noch mal kurz diesem frühen Hammer-SF-Horror. Nun der Streifen von 1956 ist wohl erst nach "Shock", dem ersten-Quatermass Film, entstanden, reiht sich jedoch gut hier ein. "X" nimmt einige Elemente von
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vorweg, ohne jedoch eine vergleichbare Geschichte zu erzählen. Es beginnt alles ganz harmlos (wenn man das so nennen kann) - eine Gruppe Soldaten führt in Schottland eine Übung mit Geigerzählern um, wo sie den korrekten Umgang mit den Geräten erlernen. Der Sergeant vergräbt etwas radioaktives Material und die Rekruten sollen es finden. Leider entdeckt der Soldat Landsing nicht die Probe, sondern etwas anderes. An dieser Stelle bricht die Erde auf - Landsing stirbt und ein zweiter Soldat erleidet Verbrennungen, die wohl auf Radioaktivität zurück zuführen sind. Das Militär ruft den Fachmann Dr. Ryoston, der das Ganze untersuchen soll. Doch der Wissenschaftler hat auch keine Antwort. In der Zwischenzweit begegnet ein Junge beim Spielen den rätselhaften Wesen und wird verstrahlt.
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Mit 76 Minuten ist der Film recht kurz und knackig und hat eigentlich keine großen Längen. Die Effekte sind einfach, sehen aber sehr gut aus, auch in Schwarz/Weiss, da Hammer noch nicht in Farbe gedreht hat. Als Ergänzung zu den Quatermass-Streifen kann man sich "XX ... Unbekannt" gut ansehen. Dean Jagger gibt den Doktor nicht ganz so verbissen, wie es Quatermass manchmal vom Charakter ist, jedoch setzt er sich auch schon mal über Befehle des Vorgesetzten hinweg. Was gibt es sonst noch zu sagen: Geschrieben wurde der Streifen von Jimmy Sangster und eine Szene, in der sich ein Arzt und eine Schwester ins Röntgenlabor zu einem Schäferstündchen zurückziehen, erinnerte mich irgendwie an "Halloween 2" ...

Fazit: knackiger SF-Streifen aus den Tagen, als Hammer den Horror für sich entdeckte ... ein Jahr später sollte es dann mit Frankenstein losgehen...
« Letzte Änderung: 02. Februar 2018, 14:27:57 von Elena Marcos »

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Offline Max_Cherry

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Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #52 am: 02. Februar 2018, 12:29:19 »
Da muss man echt vorsichtig sein, Du spoilerst ja schon alles. ;). Klingt aber ganz brauchbar.

Offline Elena Marcos

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Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #53 am: 02. Februar 2018, 14:27:02 »
Da muss man echt vorsichtig sein, Du spoilerst ja schon alles. ;). Klingt aber ganz brauchbar.

Ich setzte die Passagen mal in "Spoiler"-Alarm...

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Offline Max_Cherry

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Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #54 am: 02. Februar 2018, 19:40:06 »
Danke. :)

Offline Elena Marcos

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Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #55 am: 04. Februar 2018, 15:41:46 »
Yeti, der Schneemensch

- nun befinden wir uns im Hammerjahr 1957. Immer noch bevorzugen die Studios Schwarz/Weiss, was bei "Yeti, der Schneemensch" gut zum Tragen kommt, denn der Film spiel im Himalaya-Gebirge. In Wirklichkeit fanden die Dreharbeiten jedoch in den Bray- und Pinewoodstudios in England statt. Nur eine kleine Gruppe mit Doubles drehte die Außenaufnahmen in den französischen Pyrenäen ab. Dennoch glaubt man dem Film schnell das Setting.
Die Geschichte beginnt in einem tibetanischen Kloster, wo Dr. John Rollason (gegeben von Peter Cushing) mit seiner Frau und einem Mitarbeiter, die geheimnisvolle Vegetation der Gebirge studiert. Der Lama ist freundlich, offen und blind - sieht aber mehr in seiner Weisheit und kann voraussagen, dass der Abenteuer Tom Friend mit einer Gruppe in die Berge unterwegs ist. Dieser Typ hat keinen guten Ruf, da er gerne seine Entdeckungen gewinnbringend vermarkten möchte. (unter anderem hat ein eine Gruppe Behinderter als Wolfskinder in einer Show präsentiert). Dr. Rollason ist zwar nicht begeistert von dem Kerl, schließt sich aber seiner Expedition an, weil dieser nämlich den "abscheulichen Schneemensch" suchen möchte. Der Doktor ist natürlich ultra-naiv und denkt, die Reise dient nur wissenschaftlichen Zwecken. Schnell ist klar, dass Fried den Yeti für seine Show fangen will. Nach unzähligen Strapazen erreicht die Gruppe eine Höhle in höchster Höhe, wo sie durch einen Schneesturm festgehalten werden. Friend kann ein Tier schnappen, das sich jedoch schnell als Affe herausstellt. Doch dann hat der Fotograph der Truppe eine gruselige Begegnung....
Nun - das "Ding" war bereits von 1951 - und diente in so manchem bestimmt als Inspiration für diesen Hammerstreifen. Denn die Schneelandschaften und auch die Story lässt an diesen und andere Alien-Shocker denken. Natürlich müssen wir lange auf den Yeti warten und so richtig bekommen wir das Monster auch nie richtig zu sehen. Es bleibt im Dunkeln - mal eine Hand oder ein Arm ist onscreen zu sehen.
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Die Beschreibungen von Peter Cushing, als er vom Gesicht des Yetis, spricht beflügelt natürlich die Phantasie, denn es bleibt offen, ob der Yeti eine eigener Zweig der Evolution ist oder doch ein Bindeglied zwischen Mensch und Affe. Die Länge von 86 Minuten ist gut gewählt - der Anteil der Reise bis in die Bergen nimmt gut zwei Drittel des Filmes ein. Bis dahin wird viel über den Yeti sinniert, aber dann kommt es natürlich zur Konfrontation (darauf warten natürlich die Zuschauer). Der Film zieht sich zu Beginn etwas, doch hat er gerade durch das Setting eine gelungene Atmosphäre. Denn Schnee-Filme (siehe das Ding) haben irgendwie einen eigenen Charakter und hier steht "Yeti" dem auch in nichts nach. Effekte gibt es allerdings wenige - vieles bleibt im Verborgenen. Dennoch halte ich den "abscheulichen Schneemensch" für einen gelungenen Beitrag von Hammer. Cushing spielt ernst, aber naiv, nur der moralische Zeigefinger wirkt manchmal etwas albern. Besonders wenn sich der Doktor über Friends gierigen Absichten aufregt und dann in der nächsten Sekunde so tut, als wäre nichts geschehen. Natürlich gibt es in der Story noch einige Hammertypischen Eigenheiten.
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, die etwas abstrus erscheinen. Auch die folkloristischen Tänze der Mönche wirken absurd und das Gefasel über Aberglauben kann ich auch nicht recht ernst nehmen. Aber ich sehe mal darüber hinweg, denn "Yeti" ist ein guter Mix aus Abenteuer- und "Alien" Film, der vielleicht nicht zu den besten Streifen der Studios zählt, aber mit seiner Atmosphäre sehr gut unterhält.

Ach ja - im Gegensatz zu XX-Unbekannt, der gebraucht auf DVD noch erschwinglich ist, gehört Yeti schon zu der Gattung teure DVD. Denn dieser Streifen wird um die 30 Euro angeboten, was schon etwas viel erscheint. Vielleicht bringt Anolis auch den Rest der Hammers auf Blu - so dass der Film etwas erschwinglicher wird.
« Letzte Änderung: 04. Februar 2018, 15:44:13 von Elena Marcos »

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Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #56 am: 11. Dezember 2018, 10:19:32 »
Frankensteins Fluch

- 1957 begann Hammer mit der Hauptproduktion von zahlreichen Horror-Remakes. Mit "The Curse of Frankenstein" war das Studio dann weit vorne und legte den Grundstein für den Erfolg. Dabei entfernt sich die erste Frankenstein-Verfilmung von der Vorlage und geht eigene Wege. Nun - Peter Cushing gibt den Baron Victor von Frankestein als einen getriebenen, fanatischen und besessenen Wissenschaftler. Er lebt für die Forschung und auch der Raub von Leichen und Körperteilen ist für ihr keine große Sache. Im Grunde schuf Hammer mit dieser Figur die Blaupause des Mad Scientist, der auch vor Mord nicht zurückschreckt, um seine Forschungen voranzutreiben. Eigentlich ein gelungener Schachzug, mal den Arzt und nicht das Monster in den Mittelpunkt zu stellen. Natürlich ist jedoch die Kreatur ebenfalls ein elementarer Baustein, der nicht zu verachten ist. Und wie es natürlich das Schicksal wollte, übernahm Christopher Lee diese Rolle. Ohne Dialog tapst er durch die Szenerie - und verbreitet wirklich Angst und Schrecken. Denn im Gegensatz zu Karloff verkörpert Lee puren Terror. Eine lebendiger Toter, der zu einer unkontrollierbaren Mordmaschine wird. Auch die Rechteprobleme mit Universal im Bezug aufs Makeup, ist hier ein Glücksfall - denn das Monster ist wirklich widerlich gestaltet. Das wirkt die Ausführung von Frankenstein, dass mit einem Gehirn und einem sanften Geist sich auch die Gesichtszüge glätten und das Geschöpf freundlicher wirkt, geradezu ironisch. Insgesamt kommt die Geschichte auch mit wenig Figuren aus - Frankenstein und das Monster, Cousine Elisabeth (gespielt von Hazel Court), die Haushälterin und Paul, der Freund und Hauslehrer von Frankenstein. Mit rund 80 Minuten ist der erste Hammer-Frankenstein auch recht knackig. Einen Schnitt gibt es wohl auf jeder DVD. Die Großaufnahme eines Augapfels ist wohl überall gewichen. Ansonsten - phantastischer Einstand eines Klassikers, der als eigene Interpretation super funktioniert.

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Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #57 am: 28. Dezember 2018, 09:35:10 »
Frankensteins Rache (1958)
-   Perfekt. Die Fortsetzung des ersten Hammer-Frankensteins schließt nahtlos an den Vorgänger an. Wer wissen will, wie Frankenstein der Guillotine entkommt – hier ist die Antwort. Auch im zweiten Teil gibt Peter Cushing den Arzt genauso fanatisch und verbissen. Natürlich nimmt er einen neuen Namen an und macht mit seinen Experimenten weiter. Selbstlos versorgt er auch die Armen in der Stadt, was beim Ärzte-Konsortium auf wenig Gegenliebe stößt. Aber das kratzt Dr. Stein wenig. Leider erkennt der junge Arzt Dr. Kleve den Wissenschaftler und erpresst ihn... um als Assistenten an seiner Seite zu studieren. Als Dritten im Bunde haben wir noch Karl, den Diener. Der ist körperbehindert und wartet begierig darauf, dass Frankenstein ihm einen neuen Körper gibt. Nun – alles scheint bestens. Karls Gehirn kommt in das neu zusammengebasteltes Monster. Nebenbei verliebt sich Karl noch in die schöne Margaret, die ihn pflegt. Leider kann Karl sich von seinem Krankenbett erheben. Als er im Labor von dem Hausmeister erwischt wird, kommt es zum Kampf. Karls Hirn wird dabei in Mitleidenschaft gezogen – er flippt aus und erwürgt den Mann. Danach führt eine blutige Spur zu Frankenstein.
Der Film ist wie der Vorgänger flott erzählt, mit 86 Minuten knackig und Hammer typisch in wundervollen Sets gedreht.  Mit Eunice Gayson haben wir zwar eine hübsche Leading Lady, aber sie bleibt recht farblos, weil sie im Universum von Dr. Frankenstein keine große Rolle spielt. Das Finale ist ebenfalls ein Hammer – denn es ist nicht durch das Monster geprägt.
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Fazit: gelungene Fortsetzung, die mit dem ersten Teil ein tolles Doppelprogramm ergibt und neben Dracula, die große Säule der Hammers bildet.

-   Frankensteins Ungeheuer (1964)
Leider schließt der dritte, der übrigens erst 1964 (sechs Jahre nach Teil 2) entstand, nicht mehr an den Vorläufer an. Dieser Film ist die einzige Kooperation mit Universal und vereint mehrere Story-Elemente aus den Schwarz/Weiß-Klassikern. Leider ist das Ganze nicht mehr so gelungen, obwohl natürlich Sets und Design wieder Hammertypisch eine Augenweide sind. In einer kurzen Rückblende wird die Geschichte von Frankenstein nochmal erzählt, das Ungeheuer entkommt und stützt in eine Felsspalte. Jahre später kommt Frankenstein in seine alte Heimatstadt zurück, weil er Geld für seine Forschungen braucht. Doch aus seinem Schloss wurden sämtliche Wertgegenstände entfernt. Seinen Ring entdeckt er später an der Hand des Bürgermeisters (wie auch seine Stühle, sein Teppich und vor allem sein Bett – in der Wohnung des Bürgermeisters.) Frankenstein uns sein Assisten fliehen in die Berge, um der Verhaftung zu entgehen. Die taubstumme Bettlerin Rena (Katy Wilde – süß mit roter Hexenhaarfrisur) versteckt die beiden in einer Höhle, wo sie in einem Eisblock das eingefrorene „Monster“ finden. Doch Auftauen reicht nicht – der Lebensfunke fehlt. Den soll der Schausteller Zoltan liefern, der als Hypnotiseur auf dem Jahrmarkt arbeitet und vom Bürgermeister mit Polizei vertrieben worden ist. Nun Professor Zoltan erweckt die Kreatur zum Leben und kontrolliert diese von nun an. Das Monster raubt die Kirche aus und bringt den Bürgermeister um. Als Frankenstein das rausbekommt, ist Schicht im Schacht. Es kommt zum Finale im Labor des Schlosses, wo sich Zoltan, das Monster und Frankenstein gegenüberstehen. Die Feuersbrunst regelt dann den Rest.
Das bemerkenswerte ist natürlich neben dem Story-Mix (der Eisblockfund und auch die Hypnotiseur-Geschichte ist aus den Universal-Filmen entliehen), das Makeup der Kreatur. Durch die Kooperation gab es die Erlaubnis auf das Karloff-Design zurückzugreifen, was Hammer aber nur halbherzig aufgriff. Ähnlichkeiten, wie der kantige Schädel sind vorhanden, aber der Rest sieht eher wie eine zugekleisterte Masse aus. Da war das Makeup von Lee in Teil 1 furchterregender. (Angeblich wurden 200 Entwürfe erstellt... dafür ist die Wahl echt traurig). Insgesamt ist aber auch „Frankensteins Ungeheuer“ unterhaltsam, gerade wenn man die Universal Fortsetzungen kennt. Cushing ist zwar diesmal auch wieder sehr cholerisch, aber weniger verbissen, was die Forschungen angeht. Hier ärgert er sich mehr über die Leute der Stadt, die ihn vertrieben und ausgeplündert haben. Aber auch ein schlechterer Hammer besitzt genügend Schauwerte, um den Abend zu versüßen. Auch dieser Film war keine Sekunde langweilig. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil...

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« Antwort #58 am: 15. Januar 2019, 10:01:22 »
Frankenstein schuf ein Weib (1967)

- Nachdem quasi Universal-Remake (oder Zwischenspiel) geht es in der Reihe wieder unter eigener Produktion weiter. 1967 kam Hammer dann mit dem nächsten Teil, der vielleicht etwas weniger opulent und mit einer simplen Story daher kommt, aber dennoch an Atmosphäre nichts zu wünschen übrig lässt. Peter Cushing ist hier immer noch Dr. Frankenstein, den die Leute nicht leiden können, aber diesmal steht er nicht so richtig im Vordergrund. Es geht um die junge Christina, die Tochter des Wirts, die entstellt und verkrüppelt ist. Hans, ein Gehilfe des Baron Frankenstein, verliebt sich in die junge Frau, die von den (neu)reichen (und deshalb auch oft pleite), fiesen Jünglingen verspottet wird. Hans gibt den Arschlöchern richtig Saures und zertrümmert die Einrichtung des Gasthauses. Eines Nachts dringen die Jünglinge in die Gaststätte ein und besaufen sich. Der Wirt entdeckt diese und wird zu Tode geprügelt. Hans, dessen Vater wegen Mordes hingerichtet wurde, ist sofort als Verdächtiger schuldig und landet unter der Guillotine. Christina muss das mit ansehen und begeht danach Selbstmord. Nun kommt Frankenstein ins Spiel – mit seinem Assistenten Dr. Hertz besorgt er sich die Leiche von Hans und konserviert seine Seele, um sie in einen anderen Körper zu transferieren. Als die Dörfler ihnen auch noch die ertrunkene Christina bringen, ist der Fall klar. Frankenstein pflanzt der Toten die Seele von Hans ein und erweckt sie wieder zum Leben. Mit einigen chirurgischen Eingriffen wird aus Christina ein sexy Schnitte, die dann auf Rachefeldzug geht...
Auch wenn Hammer in den Mordszenen arg zurückhalten agiert, sind die Sequenzen schön gruselig anzusehen. Die flüsternde Stimme von Hans aus der Dunkelheit, die die Mörder des Wirts erst erschreckt und dann die superhübsche Susan Denberg, die mit Messer und Hackebeil auf die Säcke losgeht, lässt für den Hammerfan keine Wünsche offen. Cushing spielt den Baron immer, als ob es um Shakespeare geht und auch Thorley Walters, als trotteliger Dr. Hertz, passt wunderbar ins Ensemble. Mehr als Fortsetzung unter der Regie von Terence Fischer mit einer frischen Idee, die übrigens in dem sehr atmosphärischen 1972er Grusler „The Asphyx“ aufgenommen wurde.

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Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #59 am: 02. Februar 2019, 16:18:08 »
Frankenstein muss sterben (1969)

- in dem nächsten Teil der „Frankenstein“-Reihe haut Hammer so richtig auf den Putz. Der Streifen beginnt zunächst mit einem blutigen Mord an einem Arzt. Schnell kommt der Zuschauer drauf dass Baron Frankenstein hier selbst Hand anlegt, um an frisches Menschenmaterial zu kommen. Leider gibt es einen kleinen Gauner, der in sein Labor einbricht und das ganze Equipment, nebst eingefrorener Leiche findet. Ertappt muss Frankenstein sein Domizil aufgeben und flüchtet in eine andere Stadt. Hier kommt er bei der hübschen Anna in einer Pension unter. Diese ist mit einem jungen Arzt Karl verlobt, der Drogen aus einer Irrenanstalt stiehlt, um Annas Mutter ihre Krankheit zu erleichtern. Frankenstein belauscht zufällig ein Gespräch und findet das Kokain auf der Türschwelle, wo der Dusselarzt es verloren hat. Nun, es kommt wie es kommen muss: Frankenstein erpresst das Pärchen und zwingt es ihm zu assistieren. Unter anderem muss Karl mit dem Baron chirurgische Instrumente stehlen und den wahnsinnigen Dr. Brandt aus der Irrenanstalt entführen. Denn Dr. Brandt und Frankenstein haben an den gleichen Experimenten gearbeitet, doch Brandt war dem Baron eine Nasenlänge voraus, denn er kennt die Formel, um Gehirne konservieren zu können. Um hinter das Geheimnis zu kommen, möchte Frankenstein den Kollegen heilen – aber dafür muss er erst das Hirn in einen anderen Körper pflanzen…

Was Peter Cushing hier auffährt, ist jenseits von Gut – sondern absolut Böse. In dem Film zeigt er nämlich, dass der Arzt das Monster ist. Cushing ist hier fies, abgrundtief böse und intrigant. Er zwingt das junge Paar gegen ihren Willen zu Verbrechen und macht sie zu Komplizen.
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Peter Cushing gibt wirklich den Teufel in Menschengestalt und spielt mit den Menschen, die in seiner Hand sind.
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„Frankenstein muss sterben“ ist wahrscheinlich der schwärzeste Film der Reihe. Auch das grandiose Finale ist düster und böse – denn niemand, der mit Frankenstein zu tun hat, kommt davon. Der Streifen hat kein Happy End – und das auf der ganzen Linie. Die Performance von Cushing ist phänomenal und toppt alle vorherigen Auftritte. Zwar bleibt, bis auf den Anfang, der Film relativ unblutig, doch die bedrohliche Atmosphäre und die Hilflosigkeit von Karl und Anna, lassen beim Zuschauer ein echt unangenehmes Gefühl aufkommen. Insgesamt ist das ein lohnendes Horror Drama aus der Hammer-Schmiede, das dem Fan alles bietet, was man für den wohligen Grusel braucht.       
« Letzte Änderung: 02. Februar 2019, 16:19:46 von Elena Marcos »

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Offline Thomas Covenant

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« Antwort #60 am: 03. Februar 2019, 08:48:41 »
Nie von gehört-läuft der irgendwo VoD?

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« Antwort #61 am: 03. Februar 2019, 12:03:57 »
Nie von gehört-läuft der irgendwo VoD?

Der lief damals auch unter dem Titel "Frankenstein sucht ein neues Opfer" - ich habe die Warner DVD.

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Offline Masterboy

Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #62 am: 04. Februar 2019, 08:59:45 »
Bemerkt Dirk?

Aus einer Amazon Review:
"Als Frankenstein das Haus betritt, nachdem es den Rohrbruch im Garten gegeben hat - wem ist da schonmal der Studio Techniker aufgefallen der da hinten im Flur an der Ecke steht und dann schnell zuruecktritt? Na?"
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« Antwort #63 am: 04. Februar 2019, 16:24:59 »
Bemerkt Dirk?

Aus einer Amazon Review:
"Als Frankenstein das Haus betritt, nachdem es den Rohrbruch im Garten gegeben hat - wem ist da schonmal der Studio Techniker aufgefallen der da hinten im Flur an der Ecke steht und dann schnell zuruecktritt? Na?"

Nein, leider nicht. Ich müsste die DVD nochmal einlegen und genau hinschauen.

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« Antwort #64 am: 07. März 2019, 13:34:08 »
Frankensteins Schrecken a.k.a. Die Greuel von Frankenstein

- der nächste Hammer-Frankenstein-Streifen von 1970 ist eher als Remake zu werten, da Peter Cushing diesmal nicht zur Verfügung stand und die Rolle an Ralph Bates ging. Doch der steht Cushing eigentlich in nichts nach. Er spielt einen jungen Victor Frankenstein, der gerade von der Schule kommt und als intelligent, arrogant und aufsässig gilt. Außerdem gilt er als Schürzenjäger, der keine Gelegenheit ungenutzt lässt. „Wie der Vater, so der Sohn.“ Denn Papa begnügt sich zu Hause mit Dienstmädchen Alys (rattenscharf – Kate O’Mara), die das „dienen“ in allen Facetten drauf hat. Nun – der Papa hat aber keinen Bock auf den wissenschaftlichen Ehrgeiz des Sohnes, was leider zu einem Jagdunfall führt, den Frankenstein Junior Organisiert hat. Danach ist er Alleinerbe und geht zur Uni. Kurz vor dem Abschluss flüchtet er in die Heimat zurück, weil er die Tochter des Dekans geschwängert hat. Zusammen mit einem Weichling von Kommilitonen bastelt er an die nächsten projekt: Leben erschaffen….

Nun – diese Auflage des Stoffs bedient sich mehr an „schwarzem Humor“ als die anderen Teile. Victor ist nicht auf den Mund gefallen und hat immer einen guten Spruch parat. Viele Szenen sind mit bösem Witz gefüllt, so dass der Film genau hier seine Stärke hat. Auf das Monster (Darth Vader Darsteller – David Prowse) muss man etwas warten, aber dafür entschädigt Bates Darstellung des „fiesen, aber charmanten Arschlochs“. Das kommt immer wieder gut raus, wenn sich seine Schulfreundin Elisabeth ihm schmachtend an den Hals werfen möchte – schließlich hat sie über 30 Verehrer abgewiesen, um auch Frankenstein zu warten, was dem total egal ist – denn er hat ja Dienstmädchen Alys („Hoffentlich kann sie kochen…“), die irgendwann rausbekommt, was Victor in seinem Labor so treibt. Natürlich versucht sie auch am Ende Victor zu erpressen, weil Elisabeth, die nach dem Tod des Vaters mittellos dasteht, auf einmal in der Tür steht. Doch Frankenstein räumt alles und jeden aus dem Weg, der ihm gefährlich werden kann. Nach dem Alys „weg“ ist, bietet er Elisabeth an im Schloss zu bleiben (aber nicht als Ehefrau, wie sie erwartet): „Du kannst gerne als Dienstmädchen einziehen.“ Nun – es kommt natürlich, wie es kommen muss: das Monster hat ein beschädigtes Hirn, läuft Amok und wird von Frankenstein versteckt, als die Polizei anrückt. Besonders die Schlussszene trieft wieder von schwarzem Humor, so dass am Schluss ein runder, vergnüglicher Hammerfilm steht.

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« Antwort #65 am: 26. Juni 2019, 13:05:48 »
Frankensteins Höllenmonster

- das ist er. Der letzte der Hammer-Frankenstein Reihe. Der 1974 von Terence Fisher inszenierte Film gilt als „Schwanengesang“ auf das Schaffen des Studios. Zum einen weil viele Veteranen mitspielen, zum anderen weil es der letzte Gothic Streifen war, den die Hammers vor ihrem Ende gemacht haben. Mir hat der Streifen irre Spaß gemacht, denn die hauen insgesamt nochmal richtig auf die Kacke. Zwar ist der Goregehalt nicht haushoch, aber wesentlich mehr vertreten als sonst. Nun – die Story kommt recht cool daher. Shane Briant spielt Simon Helder, einen jungen Nachwuchsfrankenstein, der seinem Idol nacheifert und sich nachts Leichen für Experimente liefern lässt. Leider fliegt der junge Mediziner auf und wird in eine Irrenanstalt gesteckt, in der auch Dr. Frankenstein einsaß. Hier ist der Arzt wohl auch verstorben. Doch irgendetwas stimmt mit der Klapsmühle nicht. Neben sadistischen Wärtern, gibt es einen durchgeknallten Direktor, der ebenfalls einen an der Waffel zu haben scheint. Die Wahrheit ist aber weit obskurer – denn der wahre Leiter ist Dr. Frankenstein (Peter Cushing mit Perücke), der den jungen Arzt als Assistent engagiert. Des Weiteren haben wir Bondgirl Madeline Smith, die als stumme Sarah ebenfalls ein düsteres Geheimnis mit sich rumträgt. Erstaunlich ist, dass Smith hier recht zugeknöpft spielt. Im Gegensatz zu den anderen späten Hammer-Filmen, wo die Weiblichkeit recht freizügig spielt, ist hier weniger Sex angesagt (obwohl Smith recht hübsch anzusehen ist). Das Highlight ist natürlich wieder Peter Cushing als Dr. Frankenstein – der hier nochmal richtig aufdreht. Das Monster ist ausnahmsweise eine behaarte Bestie, die sich Fisher anders gewünscht hätte – leider hatte Hammer schon den Film nach Amerika verkauft – mit genau diesem Monsterdesign. Unter der Maske steckte erneut David Prowse, der hier sogar eine sehr gute schauspielerische Performance abgibt, wozu er sonst wenig Gelegenheit hatte.
Insgesamt ist „Frankensteins Höllenmonster“ nochmal eine Art Best of Hammer, mit fast allen Zutaten und etwas Splatter. Es gibt Augäpfel in Massen, eine Gehirntransplantation, abgetrennte Gliedmaßen, blutige Morde usw. Eigentlich das ganze Programm. Der Film wurde 2004 von Anolis mit einer super Synchro ausgestattet, da der Film vorher in Deutschland nicht erschienen ist. Die Bluray macht wieder einen tollen Eindruck und unterstreicht das Gruselvergnügen…Ach ja und Patrick Süskind hat diesen Film gesehen und das Finale plump für sein Parfüm kopiert… ganz bestimmt.

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