Beyond Hollywood - das Filmsyndikat

 
Bitte logg dich ein oder registriere dich.

Autor Thema: Die Filme der Hammer-Studios  (Gelesen 4766 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« am: 20. Juli 2017, 13:45:58 »
So - ich versuche auch mal so manches hier zusammen zu tragen und durchstöber mal das Forum nach bereits abgeleistete Beiträge.

Vorneweg - Hammer hat einen eigenen You Tube - Kanal. Dort sind vor allem einige ältere Streifen abzurufen. Leider sind nicht alle für Deutschland freigegeben. Zu sehen sind aber unter anderem Phantom Ship (1936) mit Bela Lugosi oder Krimis wie River Patrol (1948), The Man in Black (1950) oder einen der ersten (und sehrinteressantesten) "The Song of Freedom" (1936). Dieses Drama um einem Sklaven, dem auf einmal gesagt wird, dass er König eines Inselvolkes ist, reist zu seinen "Leuten" und stellt fest, dass er als Stadtmensch mit denen nicht zurecht kommt, da sie ihn nicht als einen der Ihrigen akzeptieren. Sehr empfehlenswert übrigens
Natürlich sind alles Filme im O-Ton.


Vor einiger Zeit hatte Hammer auch eine sehr informative Webseite, die leider nun Handy/Tablet optimiert ist. Mit der neuen Suchfunktion findet man leider nichts mehr -absoluter Bockmist.

So - ich kram mal in meinen Posts.

Robin Hood - der rote Rächer

der erste Farbfilm der Hammer-Studios hält sich zwar nur grob an die Geschichte, ist aber ein köstlich infantiler Spaß von 75 Minuten mit Grins-Garantie. Robin Hood und Bruder Tuck sind ständig am geiern, als ob sie einen durchgezogen hätten und machen eigentlich nur Blödsinn. Der Film hat ein paar tolle Fechtszenen und einige gute Gags an Board. Fazit: Tut nicht weh (ausser Robin Hoods Pfeile) und spricht das Kind im Kinofan an... Leider unterschätzter Hammer-Streifen, der schon Laune macht.

Die Rache der Pharaonen -

einer meiner Lieblingshammers. Wohl eher ein Remake von "the Mummys Curse" statt von "The Mummy", aber dennoch sehr kurzweilig, tolles Setdesign und grandiose Beleuchtung. Auch das Makeup ist gelungen - leider ist Christopher Lee unter den Mullbinden zu eindeutig erkennbar.

Schlag 12 in London -

noch ein Klasse-Hammer. Den Jekyl/Hyde - Stoff man anders. Viel Psychogramm, weniger Grusel - aber großartig gespielt von Paul Massie. Sein "Hyde" ist ein arroganter Schönling, der durch und durch schlecht ist. Geniale Performance. Und der rest ist opulent Ausgestattet - Farben und Beleuchtung sind ebenfalls exqusit. Fazit: Hammermäßig.

The Devil rides out -

jetzt weiß ich, warum der Film Mondpreise besitzt. Er ist nämlich richtig gut - tolle Atmosphäre, spannend inszeniert und ein sympathischer Christopher Lee mal als "Held". Cooler Satansschinken, der mich gestern derbe mitgerissen hat. Ich würde sagen, einer der fünf besten Hammer Filme ever.

Das Rätsel der unheimlichen Maske -

die Hammer-Variante des Oper-Phatom ist zwar recht frei, aber trotz des niedrigen Budget hübsch anszusehen. Und Herbert Lom ist herrlich durchgeknallt. (Mit der Maske gestikuliert der immer wild durch die Gegend). Nette Unterhaltung - aber keine reine Horrorkost.

Sklave der Amazonen
Oh man - bestimmt kein Highlight der Hammer-Studios. Denn Afrika wurde komplett in England in einer Halle aufgebaut und die Amazonen tragen brave 60er Jahre Frisuren. Die afrikanischen Stammestänze wirken so inszeniert, als wären sie dem König der Löwen-Musical entliehen und die Story ist so absurd, dass es weh tut. Die Legende um das weiße Einhorn inkl. "Zeitreise", die der Hauptdarsteller unternimmt, ist so bescheuert, dass es einen fassungslos zurücklässt (toll, dass die Anolis DVDs alle so teuer sind. Wenn die Händler wüßten, was für ein Film drinnen ist, würde der Preis in den Keller fallen). Selbst für Hammer-Bedingungen ist "Sklave der Amazonen" schon übler "Trash". Der Versuch einen Abenteuerfilm zu machen und im Studio Afrika zu entstehen zu lassen, ist objektiv als misslungen zu bewerten.
Aber was soll's - Komplettisten müssen den Film haben und als Sonntag-Nachmittag Unterhaltung ist er auch nicht unbedingt verkehrt. Nur die Horrorschinken bauen mit ihrer "Künstlichkeit" einfach mehr Atmopshäre auf und sind vor allem glaubwürdiger.
Unterm Strich: Hammer-Kuriosum ohne Nachhaltigkeitswert.

Gruft der Vampire -

uaaah - geiles Hammer-Teil. Atmmosphäre, blanker Busen und rotes Blut. Die Karnstein-Trilogie hat einen großartigen Auftakt und Ingrid Pitt im Gepäck. Wahnsinn.

Grab der blutigen Mumie

- schade. Für einen Hammerfilm zu wirr und als Adaption von "jewel of the seven stars" leider misslungen. Zu früh wird das Geheimnis aufgedeckt und die Pointe am Ende ist zwar "sinngemäß" - nimmt aber einen ganz anderen Verlauf als die Vorlage. Aufgrund der vielen Toten eher ein Slasher als Mumien-Horror. Hatte den wesentlich besser in Erinnerung ...


Comtesse des Grauens -

nach der "der Gräfin" nun die Hammer-Variante. Die ist dagegen sehr, sehr unterhaltsam (besonders, da sich Delpy etwas bei Hammer bedient hat). Auch wenn "Countess Dracula" kein reiner Horror-streifen ist, macht er Spaß und Ingrid Pitt ist eine "Bombe" ... wow. Sehr empfehlenswert ist das Interview im Bonusmaterial der Anolis-Scheibe. Hier plaudert die Dame aus dem Nähkästchen zu Gruft der Vampire und zur "Comtesse" ...  wir erfahren, dass sie Stuntfrau für spanisch Western war, obwohl sie nicht gut reiten kann, sich für die Rechte von Indianern eingesetzt hat, ihre Mutter die Köpfungsszene mit Peter Cushing lustig fand und Regisseur Peter Sadsy ein Arsch war, der für Hammers Untergang mitverantwortlich war. 27 Minuten geballte Information ... herrlich.

Captain Kronos

einer der letzten Hammer Filme und tatsächlich - einiges der Story findet sich später in Vampire Hunter D wieder. Der Film nimmt sich selbst nicht ganz ernst und ist für Hammer Verhältnisse sehr modern. Ich hab mehr als einmal schmunzeln müssen. Super amüsanter Gruselstreifen, mit Degen-Fights und einigen hübschen Ideen ... Schade, dass der Captain nicht in Serie ging.

Die sieben goldenen Vampire -
Hammer meets Shaw - absolute Trash Granate, die nicht nur toll aussieht, sondern auch noch sehr kurzweilig ist uns Spaß macht - nur die Synchro der Schwedin ist bescheuert...

Hm... leider hab ich irgendwie nichts gefunden zur den Karnstein Fortsetzungen "Nur Vampire küssen blutig" und "Draculas Hexenjagd", sowie auch den Psychothriller "Hände voller Blut", "Sie sind verdammt" und auch "Das grüne Blut der Dämonen". Hier weiss ich ganz genau, dass ich die Dinger in den letzten Jahren gesehen habe, aber anscheinend habe ich noch nicht mal drei Zeilen verloren. Nun - es wird Zeit den einen oder anderen sich vielleicht in Zweitsichtung nochmal vorzunehmen. Denn auch zu "XX - Unbekannt" habe ich nichts gefunden...

Naja - den ersten Robin Hood (der ROTE RÄCHER - nicht der "Freiheitsheld" aber den habe ich auch noch) hatte ich erst vor einiger Zeit, kann diesen aber auch jedem ans Herz legen - vielleicht an einem Sonntagnachmittag. Ist etwas kindlich-naiv und keine ernstzunehmende Adaption. Für Hammer-Interessierte aber dennoch lohnenswert...

So - das wärs mal fürs erste.

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #1 am: 25. Juli 2017, 09:49:40 »
Schock
- das Quatermann Xperiment war nun dran. Die Hammer Produktion aus dem Jahre 1955 ist wirklich eher ein Horror-Streifen mit einem ruhigen Tempo und dem klassischen Aufbau. Für Regisseur Val Guest ist der Film immer eine SF-Geschichte gewesen und so behandelt er ihn. Eher nüchtern, fast dokumentarisch folgen wird Professor Bernard Quatermass auf der Suche nach einem Astronauten, der nach einem misslungenden Wetraumausflug mutiert und durch London geistert. Der Film beginnt mit dem Abstuzt der Rakete. Von der dreiköpifen Mannschaft ist nur einer übrig, der unter Schock steht. Nach und nach beginnt der Mann zu mutieren und absorbiert organisches Material (unter anderem ein Kaktus). Nachdem seine Frau ihn aus dem Krankenhaus geholt hat, entdeckt sie seine Veränderung und er flüchtet. Quatermass entdeckt, dass die Zellen die der Mann absondert, sich wohl vermehren und eine Gefahr für London und die Welt bedeuten können.
Ich habe die Kinofassung gewählt und musste verwirrt feststellen, dass Quatermass hier Brown heißt und von Brian Donlevy dargestellt wird. Der ist nicht nur Amerikaner, sondern hat immer Gangster und zwielichtige Gesellen dargestellt, was man sofort auch sieht. Autor Nigel Kneale war aus diesen Gründen von der Besetzung nie begeistert. Nach dem Film muss ich doch zugeben, dass Donlevy eigentlich ganz zu gepasst hat, denn er verkörpert den Wissenschaftler richtig verbissen. Keine Sekunde lässt er Zweifel daran, dass die Wissenschaft und das Experiment über dem Leben des Astronauten anzusiedeln ist. Man hat immer den Eindruck, dass er sich eher für die Mutation und weniger für die Person interessiert. Auch am Ende ist Quatermass nach dem Horror nicht belehrbar, sondern denkt daran das Experiment zu wiederholen.
Die Geschichte selbst ist allerdings eine durchschnittliche Monster-on-the-loose Story. Irgendwann verwandelt sich der Mann in einen tentakelbewärhten Zellberg, der in Westminster Abbey auftaucht. Übrigens ist einer der Leute in dem Filmteam, die das Monster entdecken, Gordon Jackson, der als Chef der "Profis" in der gleichnamigen TV-Serie bekannt werden sollte.
Die Effekte sind für einen Hammer der damaligen Zeit schon gewagt. Sie sind nur kurz zu sehen, aber eingeschlagene Schädel und Gesichter gehören dazu. Auch das Monster am Schluss (aus Eingeweiden wie Rinderleber gebaut) ist hübsch anzusehen, nur leider etwas kurz. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Film erfolgreich war und Hammer angehalten hat mehr Horrorstreifen zu produzieren ... ja zum Glück. Guter Einstieg in die Filmreihe, aber halt noch sehr "unaufgeregt".

Das grüne Blut der Dämonen
- da ich den zweiten nicht griffbereit hatte, hab ich dann den dritten Teil von 1967 in den Player gelegt. Die Blu-ray von Anolis hat eine phantastische Qualität was Schärfe und Farbe anbelangt, dass es eine wahre Augenweide ist. Da die Filme nicht zusammehängen, war es auch kein Problem an dieser Stelle weiterzumachen. Und kurzum, ich halte diesen für einen der besten Hammer-Filme überhaupt. Auch hier fängt alles ganz harmlos an. Während Bauarbeiten in der U-Bahnstation "Hobbs End" stoßen die Arbeiter auf Skelette, die dann von Dr. Roney ausgebuddelt werden. Die Schädel haben allerdings eine ungewöhnliche Form und sind Millionen von Jahren alt. Bei den Arbeiten stößten die Altertumsforscher auf ein Rohr oder anderes Behältnis, das für eine Bombe gehalten wird. Also wird prompt Militär hinzugezogen - doch es handelt sich nicht um ein Sprengkörper, sondern um ein Raumschiff. Professor Quatermass rutscht zufällig in diese Geschichte, weil er sich mit dem zuständigen Millitär-Fuzzi über die Verwendung von Raketentechnik streitet und ihn zum Ort des Geschehens begleitet. Zusammen mit Barbara Judd (gespielt von Barbara Shelly) versucht er dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und entdeckt (oder eher Mrs. Judd entdeckt), dass es in der Gegend von Hobbs Lane zu Spuk und Geistererscheinung kam. Eher ungewollt wird das Ufo dann geöffnet und gibt verstobere Marsbewohner frei (große Heuschrecken) - doch die unheimliche Engerie in dem Raumschiff ist immernoch aktiv.
Hier weiter zu erzählen würde eigentlich die Spannung nehemn. Aber der dritte Quatermass ist eine Mischung aus Horror, Okkult-Thriller und SF-Film, der viele Elemente zum Beispiel von Akte X vorweg nimmt. Die Einflüsse auf Carpenter sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen - denn nicht nur die Nutzung des Namens "Hobbs End" in "Mächte des Wahnsinns", sondern vor allem die Atmosphäre und Story von "Fürsten der Dunkelheit", ebenfalls eine Vermischung von SF und Horror, führe ich auf genau diesen Film zurück. Tatsächlich hat man das Gefühl von "Lovecraftschen Horror", den man nicht greifen kann, der aber doch zum Untergang führt.
Auch wenn die Effekte mit dem Marsbewohnern manchmal etwas "kindlich" oder "Trashig" daherkommen (z.B. die Vision vom Mars), ist der Film tricktechnisch erste Sahne. Besonders das Finale mit der Endzeit-Atmosphäre fand ich selbst jetzt bei der Zweitsichtung packend und mitreissend. Doch - ich finde "Quatermass and the Pit" ist ein Highlight der Hammers, auch weil er eben etwas andere Wege geht, als die klassischen Horror-Remakes. Vom unheimlichen Anfang bis zum grandiosen (explosiven) Ende ist der Film spannend und für Hammer-Fans (und die es noch werden wollen) ein Muss. Fazit: Spitze.

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #2 am: 25. Juli 2017, 22:50:19 »
Feinde aus dem Nichts

- da ist er.: der zweite Quatermass Film. Tatsächlich hatte ich das Original (BBC-Serie - mit drei Stunden Spielzeit) mal gesehen, kann aber keinen direkten Vergleich ziehen. Das Hammer-Remake ist jedoch gut komprimiert auf etwa 80 Minuten ein flotter Spaß, der auch ganz langsam anfängt und von Spannung auf Action hochschaltet. Die Story ist auch flott erzählt. In einer einsamen Dorfgegen kommt Meteoritengestein vom Himmel. Quatermass begegnet einem Paar auf der Straße, das auf dem Weg zum Arzt war, weil sich der Mann an dem Stein verbrannt haben soll. Der Professor nimmt den Stein mit und lässt ihn von einem Mitarbeiter untersuchen. Das Ergebnis ist unheimlich - der Stein war hohl und schaut wie eine Kapsel aus. Daraufhin machen sich Prof und Mitarbeiter zu dem Ort und finden nicht nur die seltsamen Steine, sondern eine Fabrikanlage, die genauso aussieht wie eine Mondbasis an der Quatermass gerade in der Entwicklung steckt (aber von der Regierung kein Geld bekommt). Das Unglück nimmt seinen Lauf - der Mitarbeiter findet eine Kapsel der ein Gas eintweicht und ihn verbrennt. Daraufhin kommen wie aus dem Nichts eine Gruppe Soldaten und nehmen den Mann mit. Quatermass schicken sie weg. Der Professor forscht natürlich nach und stellt fest, dass nicht nur im benachbarten Dorf, die Leute Stillschweigen bewahren, sondern auch die Regierungsstellen. Angeblich wird auf dem Gelände künstliche Nahrung erzeugt. Quatermass besorgt sich eine "Einladung" zu einer Werksbesichtigung und macht eine ungehörige Entdeckung....
Ja - der Begriff "BodySnatchers" ist hier schon gefallen und ist ein Teil des Geheimnisses, aber eben nicht alles. Bis zum actionreichen Finale ist nicht lange hin (bei der kurzen Spielzeit auch genau richtig, bis dahin bleiben auch einige Rollen auf der Strecke). Was mich vewundert ist, dass Brian Donlevy, der in SCHOCK ebenfalls Quatermass dargestellt hat, nun als "Held" sehr gut bestehen kann. Der Professor, der eigentlich nur an seine Arbeit denkt, ist jetzt kein Held im üblichen Sinne, aber kommt sehr glaubhaft rüber. "Alleine gegen alle" könnte man fast sagen, denn er kann hier niemanden trauen. Unterstützung findet er in Kommissar Lomax den wir auch noch aus dem Vorgänger kennen. Zusammen mit einem Reporter wollen sie die Öffentlichkeit über diese Invasion informieren - aber das ist nicht ganz so einfach.
Insgesamt, war der Film recht flott und super unterhaltsam. Mittlerweile hab ich mich dan Donlevy gewöhnt und finde ihn gerade im zweiten Teil super besetzt. Das Finale in der Fabrik hat noch ein paar Überraschungen zu bieten, die ich selber sehr originell finde.
(click to show/hide)
Doch Teil Zwei ist eine würdige Fortsetzung, auch wenn mir Teil Drei aufgrund der Farbgebung und des Horroranteils besser gefällt. Ich kann an "Quatermass 2" nichts aussetzen.

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #3 am: 02. Februar 2018, 11:02:42 »
XX ... Unbekannt

Da "X - The Unknown" anscheinend von mir bisher noch keine Besprechung erlangt hat, widme ich mich hier noch mal kurz diesem frühen Hammer-SF-Horror. Nun der Streifen von 1956 ist wohl erst nach "Shock", dem ersten-Quatermass Film, entstanden, reiht sich jedoch gut hier ein. "X" nimmt einige Elemente von
(click to show/hide)
vorweg, ohne jedoch eine vergleichbare Geschichte zu erzählen. Es beginnt alles ganz harmlos (wenn man das so nennen kann) - eine Gruppe Soldaten führt in Schottland eine Übung mit Geigerzählern um, wo sie den korrekten Umgang mit den Geräten erlernen. Der Sergeant vergräbt etwas radioaktives Material und die Rekruten sollen es finden. Leider entdeckt der Soldat Landsing nicht die Probe, sondern etwas anderes. An dieser Stelle bricht die Erde auf - Landsing stirbt und ein zweiter Soldat erleidet Verbrennungen, die wohl auf Radioaktivität zurück zuführen sind. Das Militär ruft den Fachmann Dr. Ryoston, der das Ganze untersuchen soll. Doch der Wissenschaftler hat auch keine Antwort. In der Zwischenzweit begegnet ein Junge beim Spielen den rätselhaften Wesen und wird verstrahlt.
(click to show/hide)
Mit 76 Minuten ist der Film recht kurz und knackig und hat eigentlich keine großen Längen. Die Effekte sind einfach, sehen aber sehr gut aus, auch in Schwarz/Weiss, da Hammer noch nicht in Farbe gedreht hat. Als Ergänzung zu den Quatermass-Streifen kann man sich "XX ... Unbekannt" gut ansehen. Dean Jagger gibt den Doktor nicht ganz so verbissen, wie es Quatermass manchmal vom Charakter ist, jedoch setzt er sich auch schon mal über Befehle des Vorgesetzten hinweg. Was gibt es sonst noch zu sagen: Geschrieben wurde der Streifen von Jimmy Sangster und eine Szene, in der sich ein Arzt und eine Schwester ins Röntgenlabor zu einem Schäferstündchen zurückziehen, erinnerte mich irgendwie an "Halloween 2" ...

Fazit: knackiger SF-Streifen aus den Tagen, als Hammer den Horror für sich entdeckte ... ein Jahr später sollte es dann mit Frankenstein losgehen...
« Letzte Änderung: 02. Februar 2018, 14:27:57 von Elena Marcos »

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #4 am: 02. Februar 2018, 14:27:02 »
Da muss man echt vorsichtig sein, Du spoilerst ja schon alles. ;). Klingt aber ganz brauchbar.

Ich setzte die Passagen mal in "Spoiler"-Alarm...

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #5 am: 04. Februar 2018, 15:41:46 »
Yeti, der Schneemensch

- nun befinden wir uns im Hammerjahr 1957. Immer noch bevorzugen die Studios Schwarz/Weiss, was bei "Yeti, der Schneemensch" gut zum Tragen kommt, denn der Film spiel im Himalaya-Gebirge. In Wirklichkeit fanden die Dreharbeiten jedoch in den Bray- und Pinewoodstudios in England statt. Nur eine kleine Gruppe mit Doubles drehte die Außenaufnahmen in den französischen Pyrenäen ab. Dennoch glaubt man dem Film schnell das Setting.
Die Geschichte beginnt in einem tibetanischen Kloster, wo Dr. John Rollason (gegeben von Peter Cushing) mit seiner Frau und einem Mitarbeiter, die geheimnisvolle Vegetation der Gebirge studiert. Der Lama ist freundlich, offen und blind - sieht aber mehr in seiner Weisheit und kann voraussagen, dass der Abenteuer Tom Friend mit einer Gruppe in die Berge unterwegs ist. Dieser Typ hat keinen guten Ruf, da er gerne seine Entdeckungen gewinnbringend vermarkten möchte. (unter anderem hat ein eine Gruppe Behinderter als Wolfskinder in einer Show präsentiert). Dr. Rollason ist zwar nicht begeistert von dem Kerl, schließt sich aber seiner Expedition an, weil dieser nämlich den "abscheulichen Schneemensch" suchen möchte. Der Doktor ist natürlich ultra-naiv und denkt, die Reise dient nur wissenschaftlichen Zwecken. Schnell ist klar, dass Fried den Yeti für seine Show fangen will. Nach unzähligen Strapazen erreicht die Gruppe eine Höhle in höchster Höhe, wo sie durch einen Schneesturm festgehalten werden. Friend kann ein Tier schnappen, das sich jedoch schnell als Affe herausstellt. Doch dann hat der Fotograph der Truppe eine gruselige Begegnung....
Nun - das "Ding" war bereits von 1951 - und diente in so manchem bestimmt als Inspiration für diesen Hammerstreifen. Denn die Schneelandschaften und auch die Story lässt an diesen und andere Alien-Shocker denken. Natürlich müssen wir lange auf den Yeti warten und so richtig bekommen wir das Monster auch nie richtig zu sehen. Es bleibt im Dunkeln - mal eine Hand oder ein Arm ist onscreen zu sehen.
(click to show/hide)
Die Beschreibungen von Peter Cushing, als er vom Gesicht des Yetis, spricht beflügelt natürlich die Phantasie, denn es bleibt offen, ob der Yeti eine eigener Zweig der Evolution ist oder doch ein Bindeglied zwischen Mensch und Affe. Die Länge von 86 Minuten ist gut gewählt - der Anteil der Reise bis in die Bergen nimmt gut zwei Drittel des Filmes ein. Bis dahin wird viel über den Yeti sinniert, aber dann kommt es natürlich zur Konfrontation (darauf warten natürlich die Zuschauer). Der Film zieht sich zu Beginn etwas, doch hat er gerade durch das Setting eine gelungene Atmosphäre. Denn Schnee-Filme (siehe das Ding) haben irgendwie einen eigenen Charakter und hier steht "Yeti" dem auch in nichts nach. Effekte gibt es allerdings wenige - vieles bleibt im Verborgenen. Dennoch halte ich den "abscheulichen Schneemensch" für einen gelungenen Beitrag von Hammer. Cushing spielt ernst, aber naiv, nur der moralische Zeigefinger wirkt manchmal etwas albern. Besonders wenn sich der Doktor über Friends gierigen Absichten aufregt und dann in der nächsten Sekunde so tut, als wäre nichts geschehen. Natürlich gibt es in der Story noch einige Hammertypischen Eigenheiten.
(click to show/hide)
, die etwas abstrus erscheinen. Auch die folkloristischen Tänze der Mönche wirken absurd und das Gefasel über Aberglauben kann ich auch nicht recht ernst nehmen. Aber ich sehe mal darüber hinweg, denn "Yeti" ist ein guter Mix aus Abenteuer- und "Alien" Film, der vielleicht nicht zu den besten Streifen der Studios zählt, aber mit seiner Atmosphäre sehr gut unterhält.

Ach ja - im Gegensatz zu XX-Unbekannt, der gebraucht auf DVD noch erschwinglich ist, gehört Yeti schon zu der Gattung teure DVD. Denn dieser Streifen wird um die 30 Euro angeboten, was schon etwas viel erscheint. Vielleicht bringt Anolis auch den Rest der Hammers auf Blu - so dass der Film etwas erschwinglicher wird.
« Letzte Änderung: 04. Februar 2018, 15:44:13 von Elena Marcos »

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #6 am: 11. Dezember 2018, 10:19:32 »
Frankensteins Fluch

- 1957 begann Hammer mit der Hauptproduktion von zahlreichen Horror-Remakes. Mit "The Curse of Frankenstein" war das Studio dann weit vorne und legte den Grundstein für den Erfolg. Dabei entfernt sich die erste Frankenstein-Verfilmung von der Vorlage und geht eigene Wege. Nun - Peter Cushing gibt den Baron Victor von Frankestein als einen getriebenen, fanatischen und besessenen Wissenschaftler. Er lebt für die Forschung und auch der Raub von Leichen und Körperteilen ist für ihr keine große Sache. Im Grunde schuf Hammer mit dieser Figur die Blaupause des Mad Scientist, der auch vor Mord nicht zurückschreckt, um seine Forschungen voranzutreiben. Eigentlich ein gelungener Schachzug, mal den Arzt und nicht das Monster in den Mittelpunkt zu stellen. Natürlich ist jedoch die Kreatur ebenfalls ein elementarer Baustein, der nicht zu verachten ist. Und wie es natürlich das Schicksal wollte, übernahm Christopher Lee diese Rolle. Ohne Dialog tapst er durch die Szenerie - und verbreitet wirklich Angst und Schrecken. Denn im Gegensatz zu Karloff verkörpert Lee puren Terror. Eine lebendiger Toter, der zu einer unkontrollierbaren Mordmaschine wird. Auch die Rechteprobleme mit Universal im Bezug aufs Makeup, ist hier ein Glücksfall - denn das Monster ist wirklich widerlich gestaltet. Das wirkt die Ausführung von Frankenstein, dass mit einem Gehirn und einem sanften Geist sich auch die Gesichtszüge glätten und das Geschöpf freundlicher wirkt, geradezu ironisch. Insgesamt kommt die Geschichte auch mit wenig Figuren aus - Frankenstein und das Monster, Cousine Elisabeth (gespielt von Hazel Court), die Haushälterin und Paul, der Freund und Hauslehrer von Frankenstein. Mit rund 80 Minuten ist der erste Hammer-Frankenstein auch recht knackig. Einen Schnitt gibt es wohl auf jeder DVD. Die Großaufnahme eines Augapfels ist wohl überall gewichen. Ansonsten - phantastischer Einstand eines Klassikers, der als eigene Interpretation super funktioniert.

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #7 am: 28. Dezember 2018, 09:35:10 »
Frankensteins Rache (1958)
-   Perfekt. Die Fortsetzung des ersten Hammer-Frankensteins schließt nahtlos an den Vorgänger an. Wer wissen will, wie Frankenstein der Guillotine entkommt – hier ist die Antwort. Auch im zweiten Teil gibt Peter Cushing den Arzt genauso fanatisch und verbissen. Natürlich nimmt er einen neuen Namen an und macht mit seinen Experimenten weiter. Selbstlos versorgt er auch die Armen in der Stadt, was beim Ärzte-Konsortium auf wenig Gegenliebe stößt. Aber das kratzt Dr. Stein wenig. Leider erkennt der junge Arzt Dr. Kleve den Wissenschaftler und erpresst ihn... um als Assistenten an seiner Seite zu studieren. Als Dritten im Bunde haben wir noch Karl, den Diener. Der ist körperbehindert und wartet begierig darauf, dass Frankenstein ihm einen neuen Körper gibt. Nun – alles scheint bestens. Karls Gehirn kommt in das neu zusammengebasteltes Monster. Nebenbei verliebt sich Karl noch in die schöne Margaret, die ihn pflegt. Leider kann Karl sich von seinem Krankenbett erheben. Als er im Labor von dem Hausmeister erwischt wird, kommt es zum Kampf. Karls Hirn wird dabei in Mitleidenschaft gezogen – er flippt aus und erwürgt den Mann. Danach führt eine blutige Spur zu Frankenstein.
Der Film ist wie der Vorgänger flott erzählt, mit 86 Minuten knackig und Hammer typisch in wundervollen Sets gedreht.  Mit Eunice Gayson haben wir zwar eine hübsche Leading Lady, aber sie bleibt recht farblos, weil sie im Universum von Dr. Frankenstein keine große Rolle spielt. Das Finale ist ebenfalls ein Hammer – denn es ist nicht durch das Monster geprägt.
(click to show/hide)
Fazit: gelungene Fortsetzung, die mit dem ersten Teil ein tolles Doppelprogramm ergibt und neben Dracula, die große Säule der Hammers bildet.

-   Frankensteins Ungeheuer (1964)
Leider schließt der dritte, der übrigens erst 1964 (sechs Jahre nach Teil 2) entstand, nicht mehr an den Vorläufer an. Dieser Film ist die einzige Kooperation mit Universal und vereint mehrere Story-Elemente aus den Schwarz/Weiß-Klassikern. Leider ist das Ganze nicht mehr so gelungen, obwohl natürlich Sets und Design wieder Hammertypisch eine Augenweide sind. In einer kurzen Rückblende wird die Geschichte von Frankenstein nochmal erzählt, das Ungeheuer entkommt und stützt in eine Felsspalte. Jahre später kommt Frankenstein in seine alte Heimatstadt zurück, weil er Geld für seine Forschungen braucht. Doch aus seinem Schloss wurden sämtliche Wertgegenstände entfernt. Seinen Ring entdeckt er später an der Hand des Bürgermeisters (wie auch seine Stühle, sein Teppich und vor allem sein Bett – in der Wohnung des Bürgermeisters.) Frankenstein uns sein Assisten fliehen in die Berge, um der Verhaftung zu entgehen. Die taubstumme Bettlerin Rena (Katy Wilde – süß mit roter Hexenhaarfrisur) versteckt die beiden in einer Höhle, wo sie in einem Eisblock das eingefrorene „Monster“ finden. Doch Auftauen reicht nicht – der Lebensfunke fehlt. Den soll der Schausteller Zoltan liefern, der als Hypnotiseur auf dem Jahrmarkt arbeitet und vom Bürgermeister mit Polizei vertrieben worden ist. Nun Professor Zoltan erweckt die Kreatur zum Leben und kontrolliert diese von nun an. Das Monster raubt die Kirche aus und bringt den Bürgermeister um. Als Frankenstein das rausbekommt, ist Schicht im Schacht. Es kommt zum Finale im Labor des Schlosses, wo sich Zoltan, das Monster und Frankenstein gegenüberstehen. Die Feuersbrunst regelt dann den Rest.
Das bemerkenswerte ist natürlich neben dem Story-Mix (der Eisblockfund und auch die Hypnotiseur-Geschichte ist aus den Universal-Filmen entliehen), das Makeup der Kreatur. Durch die Kooperation gab es die Erlaubnis auf das Karloff-Design zurückzugreifen, was Hammer aber nur halbherzig aufgriff. Ähnlichkeiten, wie der kantige Schädel sind vorhanden, aber der Rest sieht eher wie eine zugekleisterte Masse aus. Da war das Makeup von Lee in Teil 1 furchterregender. (Angeblich wurden 200 Entwürfe erstellt... dafür ist die Wahl echt traurig). Insgesamt ist aber auch „Frankensteins Ungeheuer“ unterhaltsam, gerade wenn man die Universal Fortsetzungen kennt. Cushing ist zwar diesmal auch wieder sehr cholerisch, aber weniger verbissen, was die Forschungen angeht. Hier ärgert er sich mehr über die Leute der Stadt, die ihn vertrieben und ausgeplündert haben. Aber auch ein schlechterer Hammer besitzt genügend Schauwerte, um den Abend zu versüßen. Auch dieser Film war keine Sekunde langweilig. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil...

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #8 am: 15. Januar 2019, 10:01:22 »
Frankenstein schuf ein Weib (1967)

- Nachdem quasi Universal-Remake (oder Zwischenspiel) geht es in der Reihe wieder unter eigener Produktion weiter. 1967 kam Hammer dann mit dem nächsten Teil, der vielleicht etwas weniger opulent und mit einer simplen Story daher kommt, aber dennoch an Atmosphäre nichts zu wünschen übrig lässt. Peter Cushing ist hier immer noch Dr. Frankenstein, den die Leute nicht leiden können, aber diesmal steht er nicht so richtig im Vordergrund. Es geht um die junge Christina, die Tochter des Wirts, die entstellt und verkrüppelt ist. Hans, ein Gehilfe des Baron Frankenstein, verliebt sich in die junge Frau, die von den (neu)reichen (und deshalb auch oft pleite), fiesen Jünglingen verspottet wird. Hans gibt den Arschlöchern richtig Saures und zertrümmert die Einrichtung des Gasthauses. Eines Nachts dringen die Jünglinge in die Gaststätte ein und besaufen sich. Der Wirt entdeckt diese und wird zu Tode geprügelt. Hans, dessen Vater wegen Mordes hingerichtet wurde, ist sofort als Verdächtiger schuldig und landet unter der Guillotine. Christina muss das mit ansehen und begeht danach Selbstmord. Nun kommt Frankenstein ins Spiel – mit seinem Assistenten Dr. Hertz besorgt er sich die Leiche von Hans und konserviert seine Seele, um sie in einen anderen Körper zu transferieren. Als die Dörfler ihnen auch noch die ertrunkene Christina bringen, ist der Fall klar. Frankenstein pflanzt der Toten die Seele von Hans ein und erweckt sie wieder zum Leben. Mit einigen chirurgischen Eingriffen wird aus Christina ein sexy Schnitte, die dann auf Rachefeldzug geht...
Auch wenn Hammer in den Mordszenen arg zurückhalten agiert, sind die Sequenzen schön gruselig anzusehen. Die flüsternde Stimme von Hans aus der Dunkelheit, die die Mörder des Wirts erst erschreckt und dann die superhübsche Susan Denberg, die mit Messer und Hackebeil auf die Säcke losgeht, lässt für den Hammerfan keine Wünsche offen. Cushing spielt den Baron immer, als ob es um Shakespeare geht und auch Thorley Walters, als trotteliger Dr. Hertz, passt wunderbar ins Ensemble. Mehr als Fortsetzung unter der Regie von Terence Fischer mit einer frischen Idee, die übrigens in dem sehr atmosphärischen 1972er Grusler „The Asphyx“ aufgenommen wurde.

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #9 am: 02. Februar 2019, 16:18:08 »
Frankenstein muss sterben (1969)

- in dem nächsten Teil der „Frankenstein“-Reihe haut Hammer so richtig auf den Putz. Der Streifen beginnt zunächst mit einem blutigen Mord an einem Arzt. Schnell kommt der Zuschauer drauf dass Baron Frankenstein hier selbst Hand anlegt, um an frisches Menschenmaterial zu kommen. Leider gibt es einen kleinen Gauner, der in sein Labor einbricht und das ganze Equipment, nebst eingefrorener Leiche findet. Ertappt muss Frankenstein sein Domizil aufgeben und flüchtet in eine andere Stadt. Hier kommt er bei der hübschen Anna in einer Pension unter. Diese ist mit einem jungen Arzt Karl verlobt, der Drogen aus einer Irrenanstalt stiehlt, um Annas Mutter ihre Krankheit zu erleichtern. Frankenstein belauscht zufällig ein Gespräch und findet das Kokain auf der Türschwelle, wo der Dusselarzt es verloren hat. Nun, es kommt wie es kommen muss: Frankenstein erpresst das Pärchen und zwingt es ihm zu assistieren. Unter anderem muss Karl mit dem Baron chirurgische Instrumente stehlen und den wahnsinnigen Dr. Brandt aus der Irrenanstalt entführen. Denn Dr. Brandt und Frankenstein haben an den gleichen Experimenten gearbeitet, doch Brandt war dem Baron eine Nasenlänge voraus, denn er kennt die Formel, um Gehirne konservieren zu können. Um hinter das Geheimnis zu kommen, möchte Frankenstein den Kollegen heilen – aber dafür muss er erst das Hirn in einen anderen Körper pflanzen…

Was Peter Cushing hier auffährt, ist jenseits von Gut – sondern absolut Böse. In dem Film zeigt er nämlich, dass der Arzt das Monster ist. Cushing ist hier fies, abgrundtief böse und intrigant. Er zwingt das junge Paar gegen ihren Willen zu Verbrechen und macht sie zu Komplizen.
(click to show/hide)
Peter Cushing gibt wirklich den Teufel in Menschengestalt und spielt mit den Menschen, die in seiner Hand sind.
(click to show/hide)

„Frankenstein muss sterben“ ist wahrscheinlich der schwärzeste Film der Reihe. Auch das grandiose Finale ist düster und böse – denn niemand, der mit Frankenstein zu tun hat, kommt davon. Der Streifen hat kein Happy End – und das auf der ganzen Linie. Die Performance von Cushing ist phänomenal und toppt alle vorherigen Auftritte. Zwar bleibt, bis auf den Anfang, der Film relativ unblutig, doch die bedrohliche Atmosphäre und die Hilflosigkeit von Karl und Anna, lassen beim Zuschauer ein echt unangenehmes Gefühl aufkommen. Insgesamt ist das ein lohnendes Horror Drama aus der Hammer-Schmiede, das dem Fan alles bietet, was man für den wohligen Grusel braucht.       
« Letzte Änderung: 02. Februar 2019, 16:19:46 von Elena Marcos »

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #10 am: 03. Februar 2019, 12:03:57 »
Nie von gehört-läuft der irgendwo VoD?

Der lief damals auch unter dem Titel "Frankenstein sucht ein neues Opfer" - ich habe die Warner DVD.

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #11 am: 04. Februar 2019, 16:24:59 »
Bemerkt Dirk?

Aus einer Amazon Review:
"Als Frankenstein das Haus betritt, nachdem es den Rohrbruch im Garten gegeben hat - wem ist da schonmal der Studio Techniker aufgefallen der da hinten im Flur an der Ecke steht und dann schnell zuruecktritt? Na?"

Nein, leider nicht. Ich müsste die DVD nochmal einlegen und genau hinschauen.

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #12 am: 07. März 2019, 13:34:08 »
Frankensteins Schrecken a.k.a. Die Greuel von Frankenstein

- der nächste Hammer-Frankenstein-Streifen von 1970 ist eher als Remake zu werten, da Peter Cushing diesmal nicht zur Verfügung stand und die Rolle an Ralph Bates ging. Doch der steht Cushing eigentlich in nichts nach. Er spielt einen jungen Victor Frankenstein, der gerade von der Schule kommt und als intelligent, arrogant und aufsässig gilt. Außerdem gilt er als Schürzenjäger, der keine Gelegenheit ungenutzt lässt. „Wie der Vater, so der Sohn.“ Denn Papa begnügt sich zu Hause mit Dienstmädchen Alys (rattenscharf – Kate O’Mara), die das „dienen“ in allen Facetten drauf hat. Nun – der Papa hat aber keinen Bock auf den wissenschaftlichen Ehrgeiz des Sohnes, was leider zu einem Jagdunfall führt, den Frankenstein Junior Organisiert hat. Danach ist er Alleinerbe und geht zur Uni. Kurz vor dem Abschluss flüchtet er in die Heimat zurück, weil er die Tochter des Dekans geschwängert hat. Zusammen mit einem Weichling von Kommilitonen bastelt er an die nächsten projekt: Leben erschaffen….

Nun – diese Auflage des Stoffs bedient sich mehr an „schwarzem Humor“ als die anderen Teile. Victor ist nicht auf den Mund gefallen und hat immer einen guten Spruch parat. Viele Szenen sind mit bösem Witz gefüllt, so dass der Film genau hier seine Stärke hat. Auf das Monster (Darth Vader Darsteller – David Prowse) muss man etwas warten, aber dafür entschädigt Bates Darstellung des „fiesen, aber charmanten Arschlochs“. Das kommt immer wieder gut raus, wenn sich seine Schulfreundin Elisabeth ihm schmachtend an den Hals werfen möchte – schließlich hat sie über 30 Verehrer abgewiesen, um auch Frankenstein zu warten, was dem total egal ist – denn er hat ja Dienstmädchen Alys („Hoffentlich kann sie kochen…“), die irgendwann rausbekommt, was Victor in seinem Labor so treibt. Natürlich versucht sie auch am Ende Victor zu erpressen, weil Elisabeth, die nach dem Tod des Vaters mittellos dasteht, auf einmal in der Tür steht. Doch Frankenstein räumt alles und jeden aus dem Weg, der ihm gefährlich werden kann. Nach dem Alys „weg“ ist, bietet er Elisabeth an im Schloss zu bleiben (aber nicht als Ehefrau, wie sie erwartet): „Du kannst gerne als Dienstmädchen einziehen.“ Nun – es kommt natürlich, wie es kommen muss: das Monster hat ein beschädigtes Hirn, läuft Amok und wird von Frankenstein versteckt, als die Polizei anrückt. Besonders die Schlussszene trieft wieder von schwarzem Humor, so dass am Schluss ein runder, vergnüglicher Hammerfilm steht.

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

Offline Elena Marcos

  • a.k.a. Dirk
  • Moderator
  • *****
  • Beiträge: 20.728
  • Come on in ... hahahahahahahahahah
    • Show all replies
    • Profil anzeigen
    • http://www.woiciech.de
Antw:Die Filme der Hammer-Studios
« Antwort #13 am: 26. Juni 2019, 13:05:48 »
Frankensteins Höllenmonster

- das ist er. Der letzte der Hammer-Frankenstein Reihe. Der 1974 von Terence Fisher inszenierte Film gilt als „Schwanengesang“ auf das Schaffen des Studios. Zum einen weil viele Veteranen mitspielen, zum anderen weil es der letzte Gothic Streifen war, den die Hammers vor ihrem Ende gemacht haben. Mir hat der Streifen irre Spaß gemacht, denn die hauen insgesamt nochmal richtig auf die Kacke. Zwar ist der Goregehalt nicht haushoch, aber wesentlich mehr vertreten als sonst. Nun – die Story kommt recht cool daher. Shane Briant spielt Simon Helder, einen jungen Nachwuchsfrankenstein, der seinem Idol nacheifert und sich nachts Leichen für Experimente liefern lässt. Leider fliegt der junge Mediziner auf und wird in eine Irrenanstalt gesteckt, in der auch Dr. Frankenstein einsaß. Hier ist der Arzt wohl auch verstorben. Doch irgendetwas stimmt mit der Klapsmühle nicht. Neben sadistischen Wärtern, gibt es einen durchgeknallten Direktor, der ebenfalls einen an der Waffel zu haben scheint. Die Wahrheit ist aber weit obskurer – denn der wahre Leiter ist Dr. Frankenstein (Peter Cushing mit Perücke), der den jungen Arzt als Assistent engagiert. Des Weiteren haben wir Bondgirl Madeline Smith, die als stumme Sarah ebenfalls ein düsteres Geheimnis mit sich rumträgt. Erstaunlich ist, dass Smith hier recht zugeknöpft spielt. Im Gegensatz zu den anderen späten Hammer-Filmen, wo die Weiblichkeit recht freizügig spielt, ist hier weniger Sex angesagt (obwohl Smith recht hübsch anzusehen ist). Das Highlight ist natürlich wieder Peter Cushing als Dr. Frankenstein – der hier nochmal richtig aufdreht. Das Monster ist ausnahmsweise eine behaarte Bestie, die sich Fisher anders gewünscht hätte – leider hatte Hammer schon den Film nach Amerika verkauft – mit genau diesem Monsterdesign. Unter der Maske steckte erneut David Prowse, der hier sogar eine sehr gute schauspielerische Performance abgibt, wozu er sonst wenig Gelegenheit hatte.
Insgesamt ist „Frankensteins Höllenmonster“ nochmal eine Art Best of Hammer, mit fast allen Zutaten und etwas Splatter. Es gibt Augäpfel in Massen, eine Gehirntransplantation, abgetrennte Gliedmaßen, blutige Morde usw. Eigentlich das ganze Programm. Der Film wurde 2004 von Anolis mit einer super Synchro ausgestattet, da der Film vorher in Deutschland nicht erschienen ist. Die Bluray macht wieder einen tollen Eindruck und unterstreicht das Gruselvergnügen…Ach ja und Patrick Süskind hat diesen Film gesehen und das Finale plump für sein Parfüm kopiert… ganz bestimmt.

"Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"

 

SMF 2.0.15 | SMF © 2011, Simple Machines
ModernDark64 design by BlocWeb
Seite erstellt in 0.102 Sekunden mit 30 Abfragen.