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Autor Thema: Chuck - Der wahre Rocky  (Gelesen 174 mal)

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Offline JasonXtreme

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Chuck - Der wahre Rocky
« am: 07. Februar 2018, 12:26:47 »


Chuck Wepner ist sicherlich kaum einem hierzulande ein Begriff. Vielleicht gerade mal einer Handvoll Boxfans die sich mit der Geschichte des Boxsports näher beschäftigten, oder jenen Rocky-Fans die sich wirklich eingehend mit Teil 1 der Filmreihe befasst haben. Wepner begann seine Boxkarriere 1964 und war zeitweise Schwergewichtsmeister von New Jersey. Er boxte durchaus auch Leute wie Goerge Foreman und Sonny Liston, ersteren aber bei einem Aufbaukampf zu Beginn seiner Karriere, letzteren am Ende seiner Laufbahn. Er verlor gegen beide. Interessanter ist dann die Gegebenheit, dass Wepner, genannt der Bayonne Bleeder wegen seiner Anfälligkeit gegen Cuts (wegen derer er auch viele Kämpfe verlor), im Jahr 1975 gegen Muhammad Ali ran durfte, und dies ist seine Geschichte.

Wepner ist aus Bayonne New Jersey, einigermaßen als Boxer im Schwergewicht bekannt, Teilzeit-Boxer ohne wirklichen Erfolg. Er hat eine kleine Tochter und seine ihn liebende Ehefrau Phyllis, an seiner Seite bei den Kämpfen sein Trainer, Manager und Ringarzt in einem: Al Braverman. Überraschenderweise schlägt er einen Boxer in der zweiten Runde, woraufhin ihm Al offenbart er dürfe gegen Foreman kämpfen, sofern dieser im Rumble in the Jungle gegen Muhammad Ali verliert. Foreman verliert, und Wepner ist enttäuscht. Zwischendurch von seiner Frau verlassen, weil er mit einer anderen ein Techtelmechtel anfangen wollte, kriegt er aber doch das Angebot nun Ali zu boxen, da der seinen Titel gegen einen Weißen verteidigen soll. Wepner ist der einzige Weiße in den Top Ten der Schwergewichtler. Durch den Kampf erhält ein gewisser Sylvester Stallone die Idee zu seinem Film Rocky, und plötzlich ist Wepner in aller Munde. Doch die Geschichte bringt nicht den erhofften Erfolg…

Natürlich ist Rocky Geschichte, besser gesagt Filmgeschichte. Stallone gewann mit seinem Außenseiterdrama zwei Oscars, wird zum Weltstar und dreht bis heute vier Fortsetzungen und ein Spin-Off, von dem ein weiteres in Arbeit ist. Wepners Geschichte geht natürlich ebenso weiter, nur für ihn anders als erhofft. Anders als der Trailer es vielleicht vorgaukelt, handelt es sich hier nicht um eine humorvolle Aufarbeitung des Themas. Chuck – Der wahre Rocky hat zwar den ein oder anderen humorvoll angehauchten Moment, ist aber insgesamt ein waschechtes Drama, welches zwar nicht auf die Tränendrüse drückt, aber doch an den wahren Geschehnissen orientiert ist. Auch geht es nicht primär ums Boxen und damit einhergehend Boxkämpfe, obgleich der Sport ansich natürlich stets präsent ist, weil es schlicht Wepners Leben einnimmt.

Regisseur Philippe Falardeau konzentriert sich auf den Zeitraum von 1974 bis Anfang der 90er Jahre, wobei Hauptaugenmerk natürlich auf dem Kampf 1975, der Zeit ab dem Kinostart von Rocky und dem Erfolg danach, sowie dann wieder ungefähr um die Zeit des Drehs von Stallones Lock Up und danach liegt. Trotz der recht kurzen Laufzeit von knapp über eineinhalb Stunden wirkt der Film aber nie stakkato- oder lückenhaft und man vermisst auch keine maßgeblichen Teile aus Wepners Leben. Die Art des Streifens ist ruhig, irgendwie 70er Jahre-mässig, was natürlich mit entsprechender Ausstattung an Fahrzeugen, Kleidung, Musik und Filmschnipseln unterlegt wird. Die 80er und 90er sind dann schnell abgehandelt gegen Ende, und nicht weiter der Rede wert. Spannung kann Chuck – Der wahre Rocky nicht generieren, aber das war einerseits nicht die Intention, und andererseits ist dies bei einem Biopic dieser Art auch nicht nötig.

Die Rechtfertigung für sein Dasein hat der Film allein durch seine doch recht ungewöhnliche Grundsituation, die gerade für Fans des Rocky-Universums durchaus interessant ist. In wie fern im Film gezeigte Situationen mit Stallone selbst genau so geschehen sind kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Klar ist, dass Stallone Wepner zum Casting für die Rolle eines Sparringspartners in Rocky 2 einlud, die er dann nicht bekam. Ob und wie er ihn vorher bereits kannte oder traf bzw. der Rollenname Chink Weber, der dann von Stallone für den Bösewicht in Lock Up verwendet wurde da schon im Raum stand ist unklar. Kann Mythos oder Wahrheit sein. Für mich steht fest, dass Stallone Wepners Showkampf gegen den Wrestler André the Giant zum Vorbild für Rocky vs. Hulk Hogan (in Rocky 3)hernahm, das ist mehr als offensichtlich, wird hier aber auch nicht näher thematisiert.

Das Drehbuch basiert auf Wepners Biographie und dem Dokumentarfilm The Real Rocky von Jeff Feuerzeig aus dem Jahr 2011, der auch hier mit am Drehbuch schrieb. Dies tat übrigens auch Hauptdarsteller Liev Schreiber, der hier absolut überzeugend den Chuck geben darf. An seiner Seite agiert Elizabeth Moss als seine Frau, Ron Perlman als sein Trainer Al und in einer Nebenrolle als Chucks Bruder auch Michael Rapaport. Naomi Watts ist auch in einer größeren aber bedeutenden Nebenrolle an Bord, der Rest dürfte eher unbekannt sein. Nichts desto trotz lebt der Film von seinen Darstellern, die machen ihre Sache allesamt hervorragend, vor allem Schreiber und Perlman, was deren Optik hier angeht. Etwas fragwürdig ist lediglich, dass Schreiber für den zu Beginn 35-jährigen Wepner gecastet wurde (wohl wegen seiner Physis und sonstigen Ähnlichkeit), zum Ende mit quasi mitte 50 aber eigentlich noch genauso aussieht wie am Anfang – aber das ist meckern auf hohem Niveau. Wen diese Geschichte anspricht, der kann einen Blick riskieren, ich hätte vielleicht einen Punkt höher gewertet, wenn ich aufgrund des Trailers nicht einen etwas anderen Film erwartet hätte.

 :6.5:
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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Offline Ash

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Antw:Chuck - Der wahre Rocky
« Antwort #1 am: 07. Februar 2018, 20:14:50 »
Uh geil, was für mich! Bewertung ist in Ordnung.

Offline JasonXtreme

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Antw:Chuck - Der wahre Rocky
« Antwort #2 am: 07. Februar 2018, 22:21:09 »
Dann hau rein Baby!
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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