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Autor Thema: Criminal Squad (Den of Thieves)  (Gelesen 92 mal)

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Offline JasonXtreme

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Criminal Squad (Den of Thieves)
« am: 25. Juli 2018, 10:42:41 »


Der gebürtige Amerikaner Christian Gudegast war bislang als Drehbuchautor unterwegs, und war verantwortlich oder beteiligt an den Büchern zu LONDON HAS FALLEN und EXTREME RAGE, letzteres schrieb er zusammen mit Paul Scheuring, der ihm auch beim Script zu CRIMINAL SQUAD wieder beiseite stand. Bei CRIMINAL SQUAD handelt es sich um Gudegasts Spielfilmdebüt, welches wieder einmal einen eher unsinnigen deutschen Titel zur Schau trägt, zumal der Beititel "Dirty Jobs, Dirty Cops" noch bescheuerter daherkommt. Der Originaltitel von Gudegasts Heist-Thriller (ich will ihn mal so nennen) lautet DEN OF THIEFS und passt bedeutend besser zum Film, der mit Leuten wie Gerard Butler, Pablo Schreiber, O'Shea Jackson und 50 Cent durchaus prominent besetzt wurde. Mit Ewan Jones, Dawn Olivieri, Oleg Taktarov, Brian Van Holt, Moe McRae oder Jordan Bridges sind noch einige durchaus bekannte Gesichter aus Serien- oder größeren Nebenrollen mit am Start, die hier jedoch auch nichts anderes spielen dürfen, doch der Reihe nach...

Los Angeles, angeblich Dreh- und Angelpunkt für die meisten Überfälle auf Banken und Geldtransporte... und just in der Nacht in der wir in den Film einsteigen dürfen wir auch einem sorgsam geplanten Überfall einer Gruppe auf einen solchen Transporter beiwohnen. Doch es geht etwas schief und ein Cop verliert sein Leben. Bei der anschließenden Schießerei mit den Ordnungshütern sterben abermals drei Cops und diverse werden angeschossen, die Gruppe um Merriman kann jedoch samt Transporter entkommen. Das ruft am nächsten Tag Cop "Big Nick" Flanagan mit seiner Task Force Major Crimes auf den Plan, und da der Transporter leer war, denkt dieser sogleich an eine größere Sache. Die Major Crimes machen sich an die Ermittlungen, und schnell kommen sie der Gruppe um Ex-Soldat Merriman auf die Spur. In dem sie sich den jungen Ex-Knacki Donnie als Spitzel schnappen, wollen sie den Gangstern das Handwerk legen...

Mehr möchte ich nicht verraten, auch wenn sich das Ganze WEIT weniger heistig gestaltet, als man bei einem Heist-Movie erwarten würde. Auch der Actionanteil ist bei CRIMINAL SQUAD im Grunde sehr niedrig, denn bis auf die Schießerei am Anfang und dann am Ende gibt es faktisch keinerlei Action, nicht einmal der große Coup ist in irgendeiner Form actionreich. Was bieten also die knapp zweieinhalb Stunden Film? Nunja in meinen Augen ist der Streifen eine ziemlich dreiste Kopie von Michael Manns HEAT, natürlich weit unter dieser Klasse. Der ganze Aufbau ist geklaut, das Darstellen der Gangster als mehrdimensionale Figuren mit Hintergrund und Familienleben, das Fehlen der schwarz/weiß Malerei Gute Bullen, böse Verbrecher, das Annähern der Cops an die Gruppe Merrimens.... die Großstadtballerei aus Heat fehlt immerhin, am Ende gibts dafür einen größeren Shootout auf der Autobahn in der Rush Hour.

Problem an der Geschichte ist halt, dass weder die Bildkompositionen (Kamera Terry Stacey, ADVENTURELAND/ TAKE ME HOME TONIGHT) annähernd an Manns Werk rankommen, noch der Sound (Cliff Martinez, TRAFFIC, ONLY GOD FORGIVES) und schon garnicht die Darsteller. Butler mimt den Cop hier so dermaßen bad, dass es fast schon überzeichnet wirkt. Er läuft recht siffig und ungekämmt, ständig saufend und rauchend, irgendwas kauend und schmatzend durch die Gegend und redet möglichst bad-boy-mässig daher, der Rest seiner Crew nimmts auch nicht so genau mit der Arbeitszeit, mal sind Nutten mit in einem Hotelzimmer, wobei man nichts wirklich sieht. Trotzdem ist es aber so, dass er seiner Familie hinterhertrauert die ihn verlässt, er sich aber eben verhält wie das letzte Arschloch. Trotz allem sind die Cops aber auch nicht wirklich die Bad Boys, die sie gerne sein mögen. Sie halten sich halt an keine Regeln, nur bleiben eigentlich auch alle außer Butler komplett außen vor was eine eigene Figurenzeichnung angeht. Auf Seiten der Bösen sieht das nicht groß anders aus. Merrimen wird zwar gut gespielt von Liev Schreibers Bruder Paul, aber wirklichen Background hat auch er nicht, während grade mal 50 Cent eine Familienszene bekommt (in der Unrated 2, ich habe die US Kinofassung gesehen), und O'Shea Jackson (Ice Cubes Sohnemann aus STRAIGHT OUTTA COMPTON) eigentlich die größte Rolle in den Kreisen der Gangster hat, die eigentlich keinen killen wollten, es aber dazu kam.

Tja letztendlich bleiben die eingestreuten Szenen zur Persönlichkeitsbildung und herausstellen der nicht vorhandenen Gut/Böse Schablone dann doch etwas arg aufgesetzt, zumal wie gesagt Butler einfach zu sehr aufgeht in seiner Assi-Attitüde. Andererseits waren die Szenen aber nötig um überhaupt diese Differenzierung herbeizuführen! Denn die deutsche Kinofassung ging nur 119 Minuten und ließ fast alle Szenen dahingehend raus, die US Kinofassung hatte die Szenen dann dabei, war nochmal 15 Minuten länger - und dann gibt es noch die Unrated! Die bietet NOCHMAL 8 Minuten mehr Material, allerdings abermals solche Szenen und keinerlei Gewalt oder Überfallszenen! Insgesamt kriegt CRIMINAL SQUAD dadurch aber auch enormen Leerlauf weil die Figuren eben zu blass sind um wie bei HEAT (um den für mich allgegenwärtigen Vergleich weiter zu betreiben) der Story dienlich zu sein und zudem gut aufzuspielen. Schade, denn hätte der Augenmerk von Gudegast da etwas mehr auf Drive gelegen, hätte das auch funktionieren können. Der Coup selbst ist trotz fehlender Action spannend gemacht, keine Frage, aber der eigentliche Twist am Ende wirkt dann auch noch aufgesetzt und funktioniert für mich auch nicht wirklich.

Was vorher eklatant blödsinnig wirkt ist, wenn die Gruppe vermeintlich losschlägt und Nicks Crew das Ganze beobachtet. Denn als dann die Cops und das FBI dazukommen endet das in oberpeinlichem Kompetenzgerangel, das unrealistisch und verbal ausgleisend wirkt. Daraus folgend der Coup, und Nicks Leute die anscheinend gefühl einen halben Tag planlos durch L. A. fahren, weil sie nicht wissen wo sie nun wie ansetzen sollen. Wie es dann dazu kommt, dass man doch wieder zusammenfindet erschloss sich mir nicht wirklich, denn Ermittlungen oder zufällige Eingebungen gab es irgendwie gefühlt nicht. Was dann bleibt sind faktisch eineinhalb Stunden zwischen Anfang und "Showdown", der sich mit dem Coup natürlich etwas länger gestaltet, die in der Form einfach nicht passen. Da fehlt die Vorbereitung, die Logik und die Spannung. Darstellerisch haben mir Jackson und Schreiber am besten gefallen, Butler spielt sich glaube ich selbst, und das mit einer unglaublichen Inbrunst - er wäre mit seinen ausufernden Tattoos und seiner Art/Sauferei als Leader einer Rockergang besser aufgehoben gewesen.

HEAT bleibt der Klassenprimus, der bei mir unglaublich gewachsen ist seit der ersten Sichtung in den 90ern. CRIMINAL SQUAD rangiert insgesamt leider weit unten, da der "Geniestreich" der Gangster nicht den ganzen Film retten kann, und das Schielen auf einen zweiten Teil (den Gudegast auch schon schreibt) mit Butler einfach nur unnötig erscheint. TRIPLE 9 war zuletzt zwar auch kein Reißer, aber immerhin kurzweiliger, THE TOWN ist Welten besser und EIGENTLICH fehlt diesem Filmchen hier einfach etwas an Wendungen und Überraschungen um wirklich ein gelungenes Heist-Movie zu sein, allenfalls fehlt die Coolness, denn wirklich cool ist das Machogehabe hier einfach nicht.  :5.5:
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Offline Max_Cherry

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Antw:Criminal Squad (Den of Thieves)
« Antwort #1 am: 25. Juli 2018, 12:07:36 »
Vielen Dank für's Filtern, den spar ich mir.

Offline JasonXtreme

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Antw:Criminal Squad (Den of Thieves)
« Antwort #2 am: 25. Juli 2018, 12:11:26 »
Bitte gern, ich hab KEINE Ahnung wieso der teils 8 oder 9 Punkte kriegt - da müssten andere Vergleichsfilme die 10er Skala sprengen
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Offline Max_Cherry

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Antw:Criminal Squad (Den of Thieves)
« Antwort #3 am: 25. Juli 2018, 12:42:26 »
Weil die Kids die hochwertigen Klassiker nicht mehr kennen. Gleiches Phänomen wie Black Panther, vermutlich.

Offline JasonXtreme

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Antw:Criminal Squad (Den of Thieves)
« Antwort #4 am: 25. Juli 2018, 12:52:30 »
Najaaaa so wirklich passt hier die ganze Konstellation ja auch nicht nen neuen modernen Klassiker zu wuppen. Butler läuft eigentlich nur noch auf der untersten A-Schiene, wenn überhaupt, 50 Pfennig spielt ja eh nur eher in B-Moviez mit, den Bruder von Schreiber kennt man auch eher nicht aus den großen Rollen - und dann noch n Reigeneuling.... da gleich auf nen 148 Minuten Film (Unrated) zu gehen ist schon allein fraglich in der Zusammensetzung. Immerhin hatte er fähige Kamera und Soundleute - die es aber halt auch nicht gebracht haben mehr als Durchschnitt zu bringen.
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