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Autor Thema: Don't F**k With Cats - dies ist kein Review  (Gelesen 182 mal)

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Offline JasonXtreme

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Don't F**k With Cats - dies ist kein Review
« am: 13. Januar 2020, 10:55:56 »
MASSIVE SPOILER IM GESAMTEN TEXT!!!

... und dennoch schreibe ich diese Sache in diesen Bereich hier, weil es sich ja immerhin um eine Doku handelt, auch wenn ich diese sicherlich nicht mit Punkten bewerten werde. Dass mich True Crime, oder allgemein echte Kriminalfälle, schon immer brennend interessieren, dürfte hier kein Geheimnis mehr sein. Daher sah ich mir auch mit großem Interesse Matzes Tipp, die dreiteilige Doku mit dem Titel Don't F**k With Cats an, in der es um den verurteilten und sich in Haft befindlichen Luka Rokko Magotta geht.

2010 postete ein unbekannter ein Video auf facebook, in dem er erst mit zwei kleinen Katzen spielt, um diese dann kaltblütig und mit Musik unterlegt zu quälen und zu töten. Daraufhin formte sich aus den Leuten die das sahen eine Gruppe die es sich zur Aufgabe machte den Täter zu identifizieren. Man analysierte die spärlichen Dinge die man im Video sah (Staubsauer, Türklinken, Decken, Steckdosen, Zigaretten) um auf den Aufenthaltsort des Täters zu kommen, bis es zu einem zweiten Video kam, in dem wieder auf kranke Art eine Katze ihr Leben lassen musste, kurz nachdem eines veröffentlicht wurde in dem er mit den beiden ersten toten Kätzchen spielte. Außer einem Hoody sah man den Täter nur kurz im Profil, die Aufnahme recht schlecht. Nach und nach merkte man, dass der Täter sich anonym in der Gruppe bewegte, und nach einem weiteren anonymen Hinweis und monatelanger mühsamster Recherearbeit kam ein Tipp der den Namen Luka Magnotta in den Raum stellte. Anscheinend ein Model, ein Jet-Setter mit Fanclubs, weltweit unterwegs, in Castings aktiv, angeblich eine Beziehung mit einer Mordverdächtigen, angeblich eine Affäre mit Madonna... tonnenweise Bilder im Netz.... die sich als Fakes herausstellten.

Man ermittelte weiter, konnte tatsächlich einen ehemaligen Wohnort ausfindig machen in Kanada. Die Polizei unternahm nichts, weil ja im Grunde nicht wirklich etwas vorlag, vor allem an handfesten Beweisen. Der Täter wiederum spielte mit der Gruppe Verstecken, verhöhnte sie und zudem schickte er einer der Gruppe ein Video von ihrem Arbeitsplatz, ein Kasino in Vegas. Eines Tages bekommen die zwei Hauptaktuere der Suche in der Gruppe ein neues Video geschickt - diesmal tötet der Täter einen ans Bett gefesselten jungen Mann mit unzähligen Stichen mit einem Schraubenzieher, anschließend spielt er mit dem Kopf des Opfers in der Badewanne - neben einem Haus im Abfall werden ein Torso und alle möglichen Dinge entdeckt, zwei parteien in Kanada kriegen Leichenteile geschickt - Mieter in dem Haus ein gewisser Luka Magnotta - der auch als derjenige identifiziert werden kann welcher viel Müll wegbringt in der Tatnacht, und sich dann aus dem Staub macht...

...gefasst wird er schlussendlich in Berlin im Jahr 2012 in einem Internetcafe. Der Besitzer erkennt den international gesuchten Mörder, ruft die Polizei, er wird verhaftet und zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Die Doku greift den Fall ziemlich umfassend auf, die beiden Hauptaktuere der Facebook-Gruppe erzählen die Einzelheiten, teils dann noch die ermittelnde Beamtin der Mordkommission in Montreal, Magnottas Mutter, es gibt viele Archivaufnahmen Magnottas und Fotomaterial, auch die Videos werden gezeigt (nicht explizit!).

Mich beschäftigt so eine Sache nachaltig, und ich habe seither viel selbst nachgelesen, in Foren auf offiziellen Seiten oder oder oder. Beispielsweise auch hier, wo der Regisseur schreibt er habe zwei Briefe von Magnotta aus dem Knast bekommen, in dem er nach wie vor auf Manny Lopez drängt, der ihn dazu gezwungen habe...
https://metro.co.uk/2020/01/10/dont-fk-cats-director-received-letters-killer-luka-magnotta-hell-never-release-12038714/

Nun die Manny Lopez Theorie schließe ich persönlich völlig aus, da Magnotta nachweislich paranoide Schizophrenie hat, und sich diese alternative Figur ziemlich sicher ausgedacht haben dürfte - am Tatort war keine zweite Person bei dem Mord, vor der Türe auch nicht (wie Magnotta behauptet) und telefoniert hat er in dieser Nacht ebenso nicht (wie er behauptet). Die Hand, welche man im Katzenvideo mit der Python sieht, könnte vom Besitzer der Python stammen, dass jemand mit vor Ort war ist im Grunde sicher - aber es handelt sich wie gesagt nicht im die Mordnacht June Lins, und Manny Lopez ist nachweißlich ein Charakter aus Basic Instinct, jenen Film den Magnotta liebte und den er auch als Vorbild für seinen Eispickelmord nahm.

Ob und in wie fern Manny Lopez überhaupt jemals Gegenstand polizeilicher Ermittlungen stand ist nirgends gesichert, ich gehe davon aus, dass die Beamten dem nachgingen, auch wenn diese Person am Tatort in Montreal als ausgeschlossen galt. Magnottas Mutter hält weiter daran fest, gut, ist auch alles woran sie festhalten kann. Für mich war und ist Magnotta eine schwer gestörte Persönlichkeit, der das alles minutiös und vor allem perfide ausgeklügelt und auf lange Hand vorbereitet hat. Die Gründe hierfür sind einfach und auf der Hand liegend:

Magnotta erschuf sich eine eigene Welt mit sich darin als Star. Er war arrogant, ein Egomane wie er im Buche steht, von sich selbst absolut überzeugt. Er legte Fangruppen für seine Kunstfigur an, fälschte tausende Fotos die ihn in aller Welt als Jet-Setter darstellen, es gibt das Casting-Video, es gibt die Interviews mit Zeitungen wegen seiner angeblichen Beziehung. Er ging schon vor den taten zu einem Anwalt und legte die Spuren zur Figur des Manny Lopez, er fälschte Bilder die ihn misshandelt zeigen um Manny real werden zu lassen, erzählte seiner Mutter von diesem. Er verhöhnte die Gruppe auf facebook und infiltrierte diese, er legte die falsche Spur zu dem psychisch labilen Typen in Windhoek, der sich dann auch selbst das Leben nahm. Er war Filmfan, und legte durch Musikstücke in den Videos Spuren zu sich, auf die man aber so fast nicht kommen konnte, die Spur die er beim Mord selbst legte mit dem Casablanca-Poster - puh, das ist schon ne ganz heftige Nummer. Im Grunde aber legte er Spuren die man auch oft in Serienkiller-Filmen sieht, das hat er ganz geflissentlich aufgegriffen und verwendet - und wenn man sich American Psycho und Basic Instinct so ansieht, dann gleicht sich da vieles - vorausgesetzt Pat Bateman ist ebenso Schizo wie Magnotta, dann noch viel mehr...

Stimmen die meinen durch die Doku kriegt er die Aufmerksamkeit die er eh immer wollte... nun die kriegt jeder Verbrecher durch die Medien, außerdem ist er ja gefasst. Jene die behaupten die Facebook-Gruppe habe dazu beigetragen, dass er den Mord beging.... nun, das sehe ich als völlig abwegig an, da die vorangegangene Planung oben so durchdacht war, dass der Weg zum Mord schon vorher festgestanden haben dürfte - es war nicht die Frage ob, sondern nur wann. Wenn er die Aufmerksamkeit nicht durch die Gruppe bekommen hätte, wäre er so lange in die Vollen gegangen, bis die öffentlichen Medien oder Polizeit ihm diese gegeben hätte. Er liebte das Spiel mit seinen "Gegnern" er liebte es übermächtig zu sein - und das kostete er aus.

Im Grunde führte aber ja nur der Hinweis eines Unbekannten auf den Namen Luka Magnotta in der Facebook-Gruppe! War das er, eine seiner Persönlichkeiten, als Hilferuf? War das die Person die beim Schlangenvideo dabei war, weil sie spürte dass da mehr kommt? War das seine Mutter weil sie wollte, dass er aufhört bevor mehr geschieht? Oder war es doch Manny Lopez, weil er ihn fallenlassen wollte? Nun ich denke es war er selbst nicht, sonst hätte er nicht weiter so kryptische Hinweise wie Melodien oder Poster gestreut. Andererseits musste er ja von den Kameras gewusst haben die ihn vor, nach dem Mord und beim Entsorgen der Leichenteile gefilmt hatten....

So ganz rund sind also alle Erklärungen nicht, aber ich werde mich durchaus noch etwas mit der Sache beschäftigen, und wenn mir was auffällt poste ichs hier :) natürlich habe ich eine hohe Achtung vor den Leuten die die Suche nach Magnotta da durchgezogen haben, aber das müssen schon echte Freaks mit massig Zeit sein, was die so alles gemacht haben!!!!
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Offline Sing-Lung

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Antw:Don't F**k With Cats - dies ist kein Review
« Antwort #1 am: 13. Januar 2020, 11:41:58 »
Kann ich eigentlich alles so unterschreiben. Bin nur heilfroh, dass man die Videos in der Doku nicht genauer zu sehen bekommt!!

Was mich erstaunt hat, dass ich das damals kein bisschen mitgekriegt habe! :confused: Klar, die Schweiz war nicht betroffen, aber zum Fall an und für sich hätte ich jetzt schon mehr erwartet. Hab kurz gegoogelt bei der Schweizer Zeitung Nr. 1 für solche Vorfälle (schweizer Gegenstück zur Bild). Aber da findet sich genau 1 Beitrag, der 2 Tage nach seiner Verhaftung in Berlin publiziert wurde. Mehr nicht, nicht mal jetzt dank der Netflix-Doku kam nix mehr.

Aber eben, ich war damals wie heute schon sehr aktiv im Netz und trotzdem ist mir diese Story nirgends begegnet. Normalerweise gehen doch solche Videos irgendwo so richtig viral, dass man ob gewollt oder ungewollt irgendwo darüber stolpert. Schlussendlich bin ich nicht unglücklich, denn ich hätte diese Videos nicht sehen wollen.

Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass mich die ganze Detektiv-Aktivitäten der Facebook-User auch gereizt hätte. Aber ich hätte wohl weder die Zeit noch diese unendliche Geduld gehabt, da über Monate dran zu bleiben. Massiven Respekt meinerseits an diese User.

Dass jetzt darüber diskutiert wird, ob diese User jetzt alles noch verschlimmert haben, denke ich auch nicht. Wenn sie nicht reagiert hätten, wärs zwar vielleicht bisschen länger gegangen, aber seinen Fame hätte Magnotta irgendwann eh erhalten. Und ob diese Doku jetzt Nachahmer hervorbringen wird, kann man nicht schlüssig beantworten. Diese Typen werden ja nicht erst durch Filme, Games oder Dokus zu Psychopathen...

Offline Max_Cherry

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Antw:Don't F**k With Cats - dies ist kein Review
« Antwort #2 am: 13. Januar 2020, 12:29:43 »
Das lese ich mir noch in Ruhe heute Abend durch.

Offline JasonXtreme

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Antw:Don't F**k With Cats - dies ist kein Review
« Antwort #3 am: 13. Januar 2020, 12:38:30 »
Also ich hab damals rein garnichts darüber vernommen, solche Videos existieren aber ja auch nicht nur von Magnotta, sondern auch viel von Hundetötungen etc. aus dem ostblock usw. - ebenso bei fb... aber auch sonst sah ich nie was. Und der Typ in Berlin wusste ja von Magnotta, sonst hätte er die Polizei ja nicht informieren können, also irgendwo muss damals ja berichtet worden sein
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Offline Sing-Lung

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Antw:Don't F**k With Cats - dies ist kein Review
« Antwort #4 am: 13. Januar 2020, 13:44:08 »
Und der Typ in Berlin wusste ja von Magnotta, sonst hätte er die Polizei ja nicht informieren können, also irgendwo muss damals ja berichtet worden sein

Naja, der hat direkt oberhalb der Kasse zwei Bildschirme wo er wahrscheinlich den ganzen Tag reinlinst und Nachrichten konsumiert (sieht man kurz in der Doku). Wenn ihn einer erkannt hat, dann der. :lol:

Offline Max_Cherry

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Antw:Don't F**k With Cats - dies ist kein Review
« Antwort #5 am: 13. Januar 2020, 14:35:10 »
ich finde es einerseits erstaunlich und bemerkenswert, wie die Facebook-Gruppe ermittelt und sogar Ergebnisse erzielt. Letzten Endes waren sie aber nicht direkt an der Ergreifung beteiligt, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Ich finde diese Aktion dennoch auch kritisch. Die beiden Repräsentanten wirkten ja sehr vernünftig, aber ich will nicht wissen wie viele Spinner und selbsternannte Selbstjustizler/ Weltverbesserer dabei waren. Richtig fies wird es, wenn falsche Rückschlüsse gezogen werden, wie beim ersten Verdächtigen.

Wie nüchtern das jetzt auch klingt, man kann einen Menschen nicht präventiv verurteilen. Bis zum Mord war das alles nach dem Gesetz Sachbeschädigung und Tierquälerei. Die Strafen dafür sind ein Witz (ob richtig oder falsch ist ein anderes Thema). Deswegen fand ich auch die Reaktionen so seltsam und naiv, natürlich wird bei der Polizei bei einem Verdacht auf die beiden Taten ohne Indizien, nichts passieren.

Man darf zudem auch nicht vergessen, dass in der Ermittlergruppe auch die Hexenjagd gegen den ersten Verdächtigen entstanden ist. Inwieweit das Online Mobbing für den Selbstmord mitschuldig gewesen sein kann, hätte man auch noch etwas beleuchten können. Heutzutage wird bei sowas auch Mal in den social Media Plattformen, auf denen sich ein Opfer aufhält, ermittelt.

Offline Bloodsurfer

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Antw:Don't F**k With Cats - dies ist kein Review
« Antwort #6 am: 20. Januar 2020, 08:06:37 »
Die Tage auch gesehen. Bin recht angetan davon, war spannend und fesselnd umgesetzt. Finde es seltsam, dass ich damals absolut gar nichts von dem Fall mitbekommen habe. Er wurde ja immerhin in .de verhaftet. Andererseits war es auch nur ein einziger Mord, noch kein Serienkiller, da gibt es wohl mehrere von denen man nicht direkt was hört.

 

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