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Autor Thema: nemesis' Stephen King-Ecke  (Gelesen 19291 mal)

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Offline nemesis

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nemesis' Stephen King-Ecke
« am: 19. Oktober 2003, 16:50:09 »
So, habe mir mal wieder was vorgenommen...nämlich sämtliche Werke eines der einflussreichsten und erfolgreichsten Autoren aller Zeiten abzuhandeln: Stephen King. Ich werde das in etwa so handhaben wie meine Klassiker-Ecke und mache mir die Arbeit, meine sämtlichen Buch-Cover einzuscannen (mit Angaben der jeweiligen Auflage). Gerade die älteren unter euch werden das ein oder andere bestimmt wieder erkennen, denn die meisten sind wirklich schon ein paar Jährchen alt...

Ich gehe die Sache nicht chronologisch an, man weiß also nie was als nächstes kommt. Ich werde wann immer ich Zeit habe einen weiteren Titel hier reinpacken. So, mal schauen was als erstes drankommt...

Offline nemesis

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #1 am: 19. Oktober 2003, 17:11:10 »
THE DEAD ZONE (Dead Zone - Das Attentat)
1979


Johnny Smith ist dreiundzwanzig. Ein freundlicher Durchschnittsamerikaner, der Lehrer werden will. An Halloween 1970 schlendert er mit seiner Freundin Sarah Brackwell über den Jahrmarkt von Castle Rock und erlebt einen phantastischen Tag. Die Zukunft könnte so wundervoll sein...doch es kommt zu einem Autounfall. Smith fällt ins Koma. Für fünf lange Jahre...

Als er erwacht, hat sich sein Leben sehr verändert. Sarah ist mitlerweile verheiratet, seine Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft dahin. Die größte Veränderung ist aber wohl seine Fähigkeit, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Menschen zu erkennen, einzig durch eine Berührung.

Diese Fähigkeit sorgt für Probleme. Einige halten ihn für einen Scharlatan, andere Glauben er habe eine Göttliche Gabe. Nachdem er den Jungen Chuck Chatsworth vor einem Feuer in einem Restaurant rettet, bei dem viele Menschen ums Leben kommen, scheiden sich an ihm die Geister noch stärker.

George Bannermann, der Sheriff von Castle Rock, vertraut Smith jedoch und bittet ihn, ihm bei der Aufklärung einer Mordserie zu helfen. Gemeinsam gelingt es ihnen sogar, den Serienkiller zu fassen.

Doch Johnnys Gabe stellt ihn bald vor die wohl wichtigste Entscheidung seines Lebens: Johnny hat auf einer Veranstaltung die Hand von Greg Stillson geschüttelt. Der wahnsinnige Politiker wird der nächste Präsident der USA und verantwortlich sein für den dritten Weltkrieg. Johnny muss dies verhindern - um jeden Preis...

The Dead Zone ist sicherlich einer von Kings besten Romanen. Er bewegt sich abseits der traditionellen Pfade des Horrors. Das übernatürliche Element der Story spielt sich in Johnny selbst ab. Die Stärke des Romans ist die Schilderung der Zerrissenheit Johnnys, der alles andere als Glücklich über seine Fähigkeiten ist und den daraus resultierenden Verlauf seines Lebens, bis er erkennt, dass er in der Lage ist den Lauf der Dinge zum Guten zu ändern.

Spielt sich dies zu Beginn noch im kleineren Rahmen ab, so nimmt dies nach der Begegnung mit Stillson globale Ausmaße an, da Smith die Zukunft der Menschheit in der Hand hat und mit dieser Verantwortung umgehen muss.

Ein packender Roman, doch auch voller Tragik, von David Cronenberg mit Christopher Walken in der Hauptrolle auch sehr gut verfilmt worden.


US-Taschenbuch von Signet, 1980.


dt. Taschenbuch von Moewig, 1984. Als Buch zum Film vermarktet, aber sehr tendenziös übersetzt und um über 100 Seiten gekürzt.


dt. Taschenbuch von Heyne, 1993. Erstmals vollständig übersetzt.

Offline ap

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #2 am: 19. Oktober 2003, 21:05:57 »
dito. !  8)  Hat mir ebenfalls ausgesprochen gut gefallen !!

Offline Mr_Sandman

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #3 am: 19. Oktober 2003, 21:23:34 »
Gute Arbeit nemesis!

Dies war mein erstes King-Buch, von daher war der Einstieg untypisch. Danach habe ich Friedhof der Kuscheltiere gelesen. Ein ziemlich krasser Gegensatz.

Ich empfehle das Buch jedem, der mal abseits vom Horror einen Roman des Meisters lesen möchte.

Offline Flightcrank

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #4 am: 20. Oktober 2003, 13:52:44 »
"Dead Zone" steht schon bei mir im Regal und wird noch dieses Jahr gelesen! Ich hatte mich vor 3 Wochen dagegen entschieden und hab' mit "Brennen muss Salem" angefangen...

Gruß
Flightcrank  8)

Offline nemesis

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #5 am: 20. Oktober 2003, 23:32:17 »
CARRIE (Carrie)
1974


Die sechzehnjährige Carrietta White ist eine häßliche Außenseiterin, die von ihren Mitschülern gehänselt, aufgezogen und gequält wird. Ihre Mutter Margarete White hat sich spätestens nach der Trennung von ihrem Mann vollends in den religiösen Fanatismus geflüchtet. Über sexuelle Dinge nicht aufgeklärt bekommt Carrie einen Panikanfall als sie ihre erste Periode bekommt. Das passiert ausgerechnet in der Duschkabine der Schule. Ihre Mitschülerinnen mach sich über sie lustig und verhöhnen sie.

Doch gleichzeitig entdeckt Carrie, dass sie telekinitische Kräfte besitzt, sie kann Kraft ihres Willens Gegenstände bewegen.

Susan Snell, eine Mitschülerin von Carrie, hat ein schlechtes Gewissen. Sie bittet den Liebling der Schule, Tommy Ross, Carrie zum Abschlussball zu begleiten. Wiederwillig stimmt dieser zu. Jedoch nicht weil er Carrie White mag, sondern weil er in Susan Snell verliebt ist. Carrie mausert sich vom häßlichen Entlein zum schönen Schwan, die Anerkennung der Mitschüler bleibt ihr jedoch weiter versagt. Auch ihre Mutter beschimpft sie nun als Hure und sperrt sie ein. Angst und Einsamkeit, gemischt mit Wut, verstärken ihre telekenitischen Fähigkeiten.

Als der Abend des Abschlussballs gekommen ist, scheint zunächst alles gut zu laufen. In einem selbsgeschneiderten Kleid und geschminkt wird Carrie zur Schönheitskönigin gewählt. Doch eine eifersüchtige Freundin von Snell hat einen gemeinen Plan ausgeheckt. Als Carrie auf der Bühne steht und die ultimative Demütigung erfährt bricht die Hölle los...

Stephen Kings erstes (veröffentlichtes) Buch, geschrieben in einem gemieteten Wohnwagen, von bitterer Armut geplagt. King hatte zwar schon gelegentlich Kurzgeschichten an Zeitschriften verkauft, doch dieses Buch sollte der große Wendepunkt sein. Auch hatte er schon zuvor Romane geschrieben (einige veröffentlichte er später unter dem Pseudonym Richard Bachman), doch dank seiner Frau, die das Manuskript der Legende nach aus dem Papierkorb angelte, brachte es diesen Stein ins Rollen.

Verglichen mit seinen späteren Büchern natürlich ein schwächeres Werk. Ein Großteil des Buches schildert die Ereignisse in Form von Zeitungsberichten und Radioreportagen bzw. Interviews. Für Leser, die schon andere Werke von King kennen mag dieses Buch vielleicht etwas untypisch für ihn sein.

Carrie ist ein düstere Version der Aschenputtel-Geschichte, die ein schlimmes Ende nimmt.

Brian DePalma verfilmte dieses Buch brilliant mit Sissy Spacek in der Titelrolle und trug damit mit Sicherheit zum Durchbruch Kings bei.


dt. Taschenbuch von Heyne, 1977. Interessant vor allem das Hervorheben des Films, da King damals noch unbekannt war.


engl. Taschenbuch von New British Library, 1987.


dt. Taschenbuch von Bastei, 1987. Die Übersetzung wurde überarbeitet.

Offline nemesis

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #6 am: 24. Oktober 2003, 00:14:54 »
CUJO (Cujo)
1981

Cujo, ein zwei Zentner schwerer Bernhardiner, ist der Liebling von ganz Castle Rock, einer verträumten Kleinstadt im US-Bundestaat Maine. Eines Tages jagt Cujo ein Wildkaninchen, das sich in einem versteckten Erdloch in Sicherheit bringt. In blindem Jagdeifer will der Hund seine Beute verfolgen und scheucht dabei ein namenloses Übel auf, das die Idylle von Castle Rock nach und nach in eine Hölle verwandelt, die von einem vierbeinigen, mordgierigen Ungeheuer beherrscht wird.

Donna und Vic Trenton sind auf das Land gezogen, zum Teil wegen Vic´s Beruf, doch auch des Kindes wegen. Die Ehe ist allerdings längst nicht mehr was sie einst war. Sorgen und Nöte gehören mitlerweile zum traurigen Alltag.

Als Donna und ihr Sohn Tad zu der abgelegenen Reparaturwerkstatt der Chambers fährt treffen sie schließlich auf Cujo. Die Chambers sind Cujo bereits zum Opfer gefallen und nun wird Donna von ihm angegriffen. Sie kann sich in den Wagen flüchten, dieser springt jedoch nicht mehr an. Sie sind gefangen.

Hier bedient King sich eines der größten Schrecken (da real): Zerfallende Ehen, traurige Kinder, Geldnot.  Und als wäre dies nicht schlimm genug, taucht ein tollwütiger Bernhardiner auf. Die zwei qualvollen Tage im Auto sind Kings Stärke. Ein Kammerspiel des Schreckens, ein fast schon reales Grauen, das nicht nach einem Happy-End schreit.

Cujo ist kein übernatürlicher Roman. Es gibt hier keine Monster, keine Vampire, keine Mutanten und keinen Randall Flagg. Nur Cujo, der nach der Jagd auf einen Hasen von einer tollwütigen Fledermaus gebissen wird, was letztendlich tödliche Folgen hat. Der Roman bringt uns die Charaktere sehr nahe und stößt uns schließlich unerwartet ins kalte Wasser.

1983 wurde das Buch recht ordentlich von Lewis Teague mit Dee Wallace-Stone in der Hauptrolle verfilmt.


dt. Taschenbuch von Bastei, 1987.

Offline nemesis

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #7 am: 31. Oktober 2003, 04:15:52 »
CHRISTINE (Christine)
1983

Arnie Cunningham, ein schwächlicher Klassentrottel, sieht am Straßenrand einen 1958er Plymouth Fury. Der Wagen ist alt, verrostet und völlig herruntergekommen. Cunningham verliebt sich augenblicklich in diesen Wagen und kauft ihn von Roland D. LeBay, dessen Frau (samt Kind) in dem Auto ums Leben gekommen sind.

Arnie macht sich auf den Weg in die Werkstatt und repariert, reinigt und erneuert den alten Fury bis er wie neu ist. Arnie allerdings auch, er scheint langsam zu einem völlig anderen Menschen zu werden. Es ist eine symbiotische Beziehung entstanden. Arnie liebt Christine, und der Haufen Blech...liebt Arnie.

Als schließlich einige Menschen ums Leben kommen die Arnie erniedrigt hatten und Arnies Freund Dennis versucht herauszufinden, was hinter diesen Todesfällen und Arnies Veränderung steckt...und als schließlich noch eine Frau ins Spiel kommt, nimmt das Unheil seinen Lauf...

Bösartige Maschinen sind ein Thema, welches in Kings Werken des öfteren zu finden ist (so z.B. in Der Mangler oder auch in Trucks). Auch die Figur des ewigen Außenseiters kommt einem bekannt vor (Arnie > Carrie). Christine hat mit Sicherheit nicht die volle Kraft einiger seiner frühen Werke, doch zeigt King dennoch sein Talent, eine Geschichte gut und packend bis zum Schluss zu erzählen. Das Buch lebt vor allem von der Freundschaft zwischen Arnie und Dennis und der fortschreitenden Veränderung Cunninghams.

Christine ist ein "Horror"-Roman für Leute, die nicht unbedingt Horror-Romane lesen, Mainstream, aber das heisst nicht, dass das Buch schlecht wäre.

Mit der recht netten Verfilmung von John Carpenter aus dem Jahre 1984 ist Christine wohl auch das am schnellsten verfilmte Werk Kings.


US-Taschenbuch von Signet, 1984.


dt. Taschenbuch von Bastei, 1986.

Offline Mr_Sandman

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #8 am: 31. Oktober 2003, 06:18:43 »
Christine war mein erster King-Roman und ist als Einstieg empfehlenswert, da es - verglichen mit seinen anderen Büchern -  nicht zu derb zur Sache geht.

Anderseits habe ich manche Längen "durchlesen" müssen, aber das Gesamtwerk entschädigt auch dafür.

Fazit: Ein lesenwertes Buch, das besonders zum Kennenlernen von Kings Werken geeignet ist.

Anonymous

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #9 am: 03. November 2003, 02:39:54 »
mich würde, als ehmaligem King-holic, interessieren ob ihr die neueren Bücher auch eher lahm empfandet.

Ich hab frühe rso ziemlich alles von ihm verschlungen.. aber zweite Hälfte der 90er und die letzten 3 Jahre waren doch eher mau.

Die letzten wirklich großartigen Bücher waren m.M. nach Dolores Claiborne, Geralds Game, Insomnia.

Die meisten Bände danach fand ich doch recht schwach. Ausserdem hat King ein problem mit Enden - so schön sich seine Geschichten lesen, so lebendig die Charaktere gezeichnet sind - gegen Ende enttäuscht die Auflösung oder zusammenführung der Handlungsfäden oft.

Ausserdem habe ich das Gefühl, das King sich manchmal nicht traut einfache Geschichten einfach zu lassen und meint er müsse was übernatürliches einführen, weil man es von ihm erwartet: Beispiel Rose Madder oder Needful Things. Wunderbare Stories, die ohne esoterischen Mumpitz auch spannend und überzeugend gewesen wären.

Letztes Buch das ich gelesen habe, das mich halbwegs überzeugte war Dreamcatcher - kein Klassiker aber solide Unterhaltung.

Meine TOP / Flop 10

Top

1) ES
2) Talisman
3) Insomnia
4) Different Seasons (mit The Body und Shawshank Rdemption)
5) Misery
6) Nightshift
7) Geralds Game
8) Danse Macabre
9) Skeleton Crew
10) Needfull THings

Flop

1) Christine
2) Desperation
3) Regulaters
4) Firestarter
5) Eye of the Dragon
6) The Girl who loved Tom Gordon
7) Rose Red
8) Bag of Bones
9) Circle of the Werewolf
10)Carrie

Aloe Vera, R.

Offline Flightcrank

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #10 am: 04. November 2003, 11:48:10 »
Desperation & Regulaters hast Du unter "Flop" geführt? Meine Güte, ich fand beide Bücher absolut genial!

Anonymous

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #11 am: 04. November 2003, 16:09:18 »
hm fand beide bücher sehr schleppend... die grundidee wirkte wie ne eskalierte kurzgeschichte bei beiden.

in dieser ausgewalzten überlangen form, verloren die stories ihre spannung für mich. die figuren wirkten auch etwas wie aus dem "Best of King" -Figurenbaukasten entnommen, ein fakt der mir selbst bei seinen besseren Werken wie Dreamcatcher etwas auffällt.

sein exkurs "on writing" ist jedoch ziemlich witzig zu lesen.

tschakk R.

Offline Flightcrank

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #12 am: 05. November 2003, 07:15:16 »
Ich glaube ich bin einfach nicht so anspruchsvoll wie Du, was das Lesen angeht... ;-)

Offline nemesis

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #13 am: 16. November 2003, 02:28:53 »
THE STAND (Das letzte Gefecht)
1978

Captain Tripps rafft die Menschheit dahin. Die in einem Labor des amerikanischen Militärs künstliche erschaffene Seuche hat eine Tötungsrate von über 98 Prozent. Nachdem ein Großteil der Menschen gestorben ist, müssen sich die Überlebenden dem Kampf zwischen Gut und Böse stellen.

Die einen werden von Randall Flagg, dem "Schwarzen Mann", nach Las Vegas, die anderen von Mutter Abigail nach Boulder, Colorado, gerufen. Der Weg dahin ist jedoch beschwerlich. Dort angekommen zeigt sich auch schon bald, dass die Zeit der wahren Schrecken noch bevorsteht.

Der Roman ist eine Mischung aus Fantasy und Horror, in der King den Untergang der Menschheit und anschließend den Kampf der Überlebenden in den Ruinen der Zivilisation schildert. King schrieb dieses Werk zu einer Zeit als Amerika in einer tiefen Depression steckte, angefangen beim verlorenen Krieg in Vietnam, über die erste Benzinknappheit, bis hin zum Watergate Skandal.

Dieses bei King-Fans sehr beliebte Buch hatte es anfangs nicht leicht, da King mehr oder weniger vom Verlag zu Kürzungen genötig wurde, um den Verkaufspreis möglichst niedrig zu halten. King nahm diese Kürzungen selbst vor. Erst Jahre später, 1990, wurde eine im Großen und Ganzen der "ursprünglichen" Fassung entsprechende und teils aktualisierte neue Version des Buches veröffentlicht. Versehen war diese Version außerdem noch mit Zeichnungen von Berni Wrightson, der schon bei Creepshow und Cycle Of The Werewolf mit King zusammen arbeitete.

Zweifellos ist dies eines von Kings besten Werken, und auch seine Leser sind bis heute sehr beeindruckt von dieser stellenweise an The Lord Of The Rings gemahnenden epischen Geschichte. Kaum ein King-Buch brachte dem Leser die Charaktere so nahe. Selbst Jahre nach der Veröffentlichung wurde King noch auf das weitere Schicksal der Figuren angesprochen, und dieses nicht enden wollende Interesse der Fans war letztendlich auch ausschlaggebend für die Veröffentlichung der "neuen" Fassung.

Randall Flagg dürfte einigen übrigens auch aus anderen Werken Kings bekannt sein, z.B. The Dark Tower oder The Eyes Of The Dragon.

Wer King mag, wird The Stand lieben. Das Buch hat in den letzten 25 Jahren nichts von seiner Macht verloren und stellt viele seiner anderen Werke in den Schatten.

Das Buch wurde 1994 als Mini-TV-Serie von Mick Garris (Shining TV, Sleepwalkers) ganz nett verfilmt, unter anderem mit Molly Ringwald, Gary Sinise, Miguel Ferrer und Rob Lowe. Wie gesagt, nett, aber es kommt lange nicht an die Buchvorlage ran.



dt. Paperback von Bastei, 1988.



dt. Hardcover von Bastei, 1990.

Offline nemesis

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« Antwort #14 am: 20. November 2003, 00:22:29 »
THE SHINING (Shining)
1977

Jack Torrance, ein erfolgloser Schriftsteller, arbeitsloser Lehrer und Alkoholabhängiger, bekommt einen netten Job angeboten: Er soll das abgelegene Overlook-Hotel während des Winters als Hausmeister beaufsichtigen. Zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn richtet er sich dort ein. Ruhe und Zeit zum Schreiben scheinen garantiert, doch offenbar stimmt mit dem Hotel etwas nicht. In der Vergangenheit ereigneten sich dort allerlei schreckliche Dinge, und die Essenz dieses Schreckens steckt noch immer in den Mauern des Gebäudes.

Langsam beginnt das Dunkel Besitz von Jack zu ergreifen. Sein Sohn Danny, der übersinnlich begabt ist, beginnt Dinge zu sehen, Anzeichen des Grauens, welches schon vorherige Gäste des Hotels in den Wahnsinn oder gar in den Tod trieb...

The Shining kann man als Kings Durchbruch bezeichnen und zeigt Kings Stärken als Horror-Autor auf: seine Vorstellungskraft, das Erzählen einer packenden Geschichte, kraftvolle Charakterisierungen und eine bedrohliche Umgebung. Trotz seines Umfangs ist das Buch recht kompakt und reisst mit, zieht den Leser hinein in Jack Torrance´eigene Hölle, in die er hinabsteigt. Das Buch ist mitreißend, spannend und atmosphärisch dicht.

Dies ist der dritte veröffentlichte Roman von King, jedoch der erste Hardcover-Bestseller. Im Übrigen scheint King in dem Buch auch die eigene Misere zu verarbeiten, in der er sich einst - auch als arbeitsloser Englischlehrer - befand.

1980 wurde es von Stanley Kubrick verfilmt, wobei man den Film als eigenständiges Werk als meisterhaft bezeichnen kann. Als Verfilmung jedoch versagt er auf mehreren Ebenen. So ist schon beim ersten Auftauchen von Jack (Nicholson) klar: der hat einen an der Waffel...
Lustigerweise bestand die Leitung des Hotels in dem gedreht wurde darauf, die Zimmernummer 217 in 237 zu ändern (ein Zimmer mit letzterer Nummer hatten sie nicht), da sie befürchteten, nach dem Film würde dort niemand mehr wohnen wollen...

1997 folgte dann ein TV-Mehrteiler von Mick (Sleepwalkers) Garris, der zwar auf einem Drehbuch von King basiert und sich eng an die Vorlage hält, jedoch nie die atmosphärische Dichte von Kubricks Version erreicht.


US-Taschenbuch von Signet, 1980.


dt. Taschenbuch von Bastei, 1985.

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #15 am: 20. November 2003, 00:25:52 »
Ohja, das war der allererste King Roman den ich je gelesen habe. Das waren noch Zeiten... Hab wohl auch kein anderes seiner Bücher so oft gelesen bisher. Ein wahres Meisterwerk!

Lionel

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« Antwort #16 am: 20. November 2003, 08:50:49 »
Zitat von: "Flightcrank"
Desperation & Regulaters hast Du unter "Flop" geführt? Meine Güte, ich fand beide Bücher absolut genial!


Also die beiden mochte ich auch recht gerne. Die Top Liste würde ich folgendermaßen ergänzen:
Dreamcatcher
Salem's Lot
Die Kurzgeschichten: Rage, The Long Walk

Zwar nichts mit Horror zu tun, aber trotzdem interessant: Hearts in Atlantis


Weniger gut fand ich z.B. das sehr erfolgreicht "The Green Mile".
Absoluter Tiefpunkt: The Girl who loved Tom Gordon (langweilig)

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« Antwort #17 am: 23. November 2003, 20:12:15 »
PET SEMATARY (Friedhof der Kuscheltiere)
1983

Dr. Louis Greed nimmt eine Stelle als Leiter der Universitätsklinik in Maine an. Er nimmt seine Frau Rachel, seinen Sohn Gage und seine Tochter Ellie mit. Sie ziehen in die Kleinstadt Ludlow, neben der stark befahrenen Route 15. Eine perfekte Idylle. Alles läuft bestens. Sie freunden sich gleich mit den Nachbarn an.

Dann wird Ellies Kater von einem Laster überfahren. Greed, ganz der akademische Dummkopf, ist unfähig seiner Tochter die Wahrheit zu erzählen und bringt das arme, tote Tier zum abgelegenen, nebelumwaberten Tierfriedhof der Micmac Indianer. Und das, obwohl Louis genau davor gewarnt wurde, denn was immer auf diesem verfluchten Friedhof begraben wird, es bleibt dort nicht lange liegen...

Das Buch ist ein sehr persönliches Werk, denn es behandelt den, zum Glück hier fiktiven Alptraum, vom Tod des eigenen Kindes. Diese Ängste Kings wurden noch verstärkt durch die Tatsache dass er, als er an diesem Buch schrieb, in Orrington lebte. Orrington ist eine kleine Stadt südwestlich von Bangor. Dort gab es eine Hauptverkehrsstraße, die Route 15, welche den örtlichen Tierfriedhof beständig mit Nachschub "versorgte".

Kings Angst um seine Kinder kommt in dem Buch deutlich zum Ausdruck.
Auch Kings Frau Tabitha war dagegen, dass er diesen Roman veröffentlicht, zu finster und deprimierend erschien er ihr. Jahre nach der Fertigstellung überlegte der Bestsellerautor es sich auf Drängen seines Agenten Kirby McCauly anders und bot das Manuskript Doubleday an.
Er wurde einer seiner größten Erfolge. Auch die Kritik nahm sich des Romans sehr wohlwollend an.

Kings Buch über einen Arzt, der nicht einsehen will dass es nicht an ihm ist, Gott zu spielen, ist eines seiner emotional stärksten Werke. Beklemmend, unheimlich, erschütternd.


US-Taschenbuch von Signet, 1984.


dt. Hardcover von Bertelsmann, 1985.

Offline Mr_Sandman

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #18 am: 24. November 2003, 23:29:18 »
IMO sein bestes Buch.

Ich hatte beim Finale eine Heidenangst... *brrr*


(Und im übrigen ist der Titel auch die beste King-Verfilmung!)

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #19 am: 01. Januar 2004, 01:52:33 »
Neues Jahr, neues Buch:

SALEM´S LOT (Brennen muss Salem!)
1975

Salem's Lot ist eine Kleinstadt an der amerikanischen Ostküste. Alles geht dort seinen ruhigen, gemächlichen Gang, bis der Schriftsteller Ben Mears nach langen Jahren in die Stadt zurückkehrt. Er interessiert sich auffällig für das Marstenhaus, ein Spukhaus, das seit dem rätselhaften Tod seiner Bewohner im Jahre 1939 leersteht. Und wieder treibt eine unheimliche Kraft in Salem's Lot ihr Unwesen - das Grauen ist zurückgekehrt.

Kings zweiter veröffentlichter Roman und zugleich einer seiner besten. Schritt für Schritt entblättert sich das Böse das in Salem´s Lot Einzug gehalten hat. Ein Hund verschwindet, dann auch Kinder, bis sich schließlich zeigt, was diesen seit jeher verfluchten Ort heimsucht: ein Vampir.

Hier verknüpft King klassische Vampirmotive mit modernen Elementen. Er selbst sagte einmal, Dracula sei eine Wand gewesen und Salem´s Lot der Ball, den er immer wieder dagegen geworfen hatte...und manchmal sei er ganz wunderbar davon abgeprallt. Als ich das Buch mit 13 gelesen habe ging mir jedenfalls ziemlich die Muffe...

In der Kurzgeschichtensammlung Nachtschicht findet sich übrigens auch eine Story, in der es um diesen Ort geht (Briefe aus Jerusalem). Fans hofften noch Jahre auf eine Fortsetzung des Romans (ob des relativ offenen Endes), aber dem war leider nicht so.

1978 verfilmte Tobe Hooper das Buch als TV-Miniserie mit David Soul, James Mason und Bonnie Bedelia. TV-Titel bei uns war Schrecken im Marstenhaus, in gestraffter Form als Brennen muss Salem auch auf Video erschienen. Ganz nett anzuschauen, nur der an Nosferatu angelehnte Vampir sieht etwas albern aus.


dt. Taschenbuch von Heyne, 1985.

Offline Flightcrank

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #20 am: 02. Januar 2004, 10:03:19 »
"Brennen muss Salem" ist echt super gut! Ist bei mir unter den TOP 3 von King!

Gruß
Flightcrank  8)

Offline Blind Kenshi

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #21 am: 09. Januar 2004, 17:16:31 »
Mein Lieblingsroman :

Ganz klar "Es " meines erachtens von Literatur-Kritikern völlig unterschätzes Buch.Liegt evtl auch an der Verfilmung.

Ich möchte etwas zu den Kurzgeschichten sagen.
Meine Top 5 :

1.) Kain`s Aufbegehren ( Cain rose up) :
Vielleicht die härteste Kurzgeschichte Von King.Ein Student dreht dreht durch und knallt andere mit nem Gewehr ab und schreit dabei "Gott will Blut" wie kain im Alten Testament.kann ich nur empfehlen und wenn ich sehe das eher schlechtere Kurzgeschichten wie "The Mangler" das Zelloliud-Licht erblicken so hoffe ich das daraus ein guter Film gedreht wird.Wäre etwas sowohl für Argento ,Fincher oder Lynch Meiner meinung nach.

2.) Mrs. Todds Abkürzung (Mrs.Todds Shortcut)
Aus der sicht eines farbigen Butler`s geschrieben der über seine Chefin Mrs.Todd schriebt wie diese versucht bei allen möglichen dingen zeit zu sparen,vorallendingen beim Autofahren.Dort versucht sie andauernd abkürzungen zu fahren um schneller ans Ziel zu kommen.dabei fährt sie über unbekannte Strassen und grosse unbekannte Insekten kanllen Ihr dabei vor´s Auto.Eines Tages fährt sie wieder eine Abkürzung und wird nie wieder gesehen.Der Butler siniert daraufhin "Bei dem versuch immer schneller ans Ziel zu kommen fuhr Sie an Ihrem Leben vorbei."
Eine nette parabel auf die hektik bzw. Globalisierung dieser Welt und unserer Gesellschaft.

3.)Die graue masse (Gray matter )
Die geschichte handelt um einen vater der dem Alkohol verfallen ist und sich von seinem Sohn immer mehr Bier holen lässt und dieses Teilweise erwärmt bzw. abgestanden trinkt.Mit den trinkgewohnheiten ändert  sich auch der Vater.Er mutiert zu der grauen masse.
Eine wunderschöne geschichte GEGEN den Alkoholismus und seinen Auswüchsen.

4.)Travel /Jaunt
Eine erstklassige Scince-Fiction-geschichte über Zeitreisen.

5.) Das Floss ( The Raft)
Ich muss nicht mehr viel sagen die wohl bei fans beliebteste Kurzgeschichte.


Ansonsten die King -Ecke ne geniale Idee  :roll:  ;)

Wer demnächst mal mehr posten.......

Offline nemesis

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #22 am: 09. Januar 2004, 18:15:55 »
Ich werde von Zeit zu Zeit immer mal wieder Reviews nachschieben, keine Sorge.

Offline Flightcrank

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #23 am: 11. März 2004, 18:15:19 »
Zitat von: "nemesis"
Ich werde von Zeit zu Zeit immer mal wieder Reviews nachschieben, keine Sorge.


Hey Duuuu, mach mal wider!  :)

Ich lese übrigens gerade "Feuerkind"...

Gruß
Flightcrank  8)

Offline nemesis

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Antw:nemesis' Stephen King-Ecke
« Antwort #24 am: 11. März 2004, 22:39:20 »
Wow, ein Thread von mir bei dem Nachschub gefordert wird...uiuiui ;)

Okay, heute mal dieses hier:

THE GREEN MILE (The Green Mile)
1996

Wir schreiben das Jahr 1932. Wir befinden uns im Staatsgefängnis Cold Mountain im US-Staat Georgia. Der Gefängnisaufseher Paul Edgecomb ist verantwortlich für den Block E und die Green Mile, ein mit grünem Linoleum ausgelegter Gang, der zum elektrischen Stuhl führt... Edgecomb versucht Ruhe und Ordnung im Block E aufrecht zu erhalten, doch eines Tages wird ein riesiger Schwarzer, John Coffey, eingeliefert. Er soll die zwei kleinen Töchter eines Farmers vergewaltigt und danach umgebracht haben und wurde dafür zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Doch John Coffey ist ein sehr merkwürdiger Mensch: Er hat Angst im Dunkeln und verbringt merkwürdige Wunder. Bald kommen Paul Zweifel an der Schuld des schwarzen Riesen, erst recht als er langsam herausfindet welche Gabe John hat...

The Green Mile ist nicht unbedingt ein Buch, das man von Stephen King erwarten würde, jedenfalls dann, wenn man seine frühen Werke gelesen hat. Das "Phantastische" ist hier nur am Rande präsent, auch wenn es letztendlich der Motor der Geschichte ist. Aber es geschehen nicht am laufenden Band schreckliche oder merkwürdige Dinge, wie man sie von einem Autor erwartet, der hauptsächlich für seine Horrorgeschichten bekannt geworden ist.

Im Grunde genommen passiert nicht allzu viel, über den Mord an den Mädchen erfährt man erst relativ spät genauere Einzelheiten. Im wesentlichen wird das Leben auf der Todesmeile beschrieben, nicht sehr aufregend für ein immerhin gut 500 Seiten dickes Buch. Es sind die Details die es lesenswert machen, das Menschliche...und das tragische und nicht abwendbare Schicksal John Coffeys. Umso schlimmer war es für mich als The Green Mile als monatliche Fortsetzungsgeschichte in 6 Teilen erschien...das Warten war schier unerträglich.

Was auffällt ist, dass King sich Zeit nimmt, seine Charaktere aufzubauen. Einige sind blasser als andere, aber insgesamt hat man den Eindruck, dass es sich um wirkliche Menschen handelt, man kann ihre Gefühle und ihren Zwiespalt nachvollziehen, als sie entdecken, dass sie womöglich gezwungen sind, einen unschuldigen Menschen hinzurichten. Aber nicht alle sind den Insassen in Block E wohlgesonnen, und Percy Wetmore, der notorische Unruhestifter unter den Aufsehern, trägt mit seiner Brutalität und seinem Sadismus dazu bei, dass Edgecomb sich schließlich versetzen lässt.

The Green Mile ist eine Geschichte mit einer Rahmenhandlung, die zwei Zeitebenen beinhaltet: Die Gegenwart, in der Edgecomb im Altersheim seine Erinnerungen niederschreibt und das Jahr 1932, in dem die eigentliche Geschichte spielt. Wer noch nie etwas von Stephen King gelesen hat, weil er sich bisher immer von dessen Ruf als trivialer Vielschreiber oder Horror-Autor hat abschrecken lassen, sollte es vielleicht einmal mit The Green Mile versuchen. Es ist keine hohe Literatur, aber ein Buch, das sicher nicht nur für eingefleischte Stephen King Fans interessant sein dürfte. Vor allem weil es wirklich zu Herzen geht.

1999 wurde das Buch von Frank Darabont mit Tom Hanks, David Morse und Michael Clarke Duncan mehr als würdig verfilmt.


dt. Taschenbücher von Bastei, 1996.

 

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