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Autor Thema: Death Wish (2017)  (Gelesen 81 mal)

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Offline JasonXtreme

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Death Wish (2017)
« am: 28. August 2018, 14:34:56 »


Eli Roth ist wohl am ehesten als für seine Horrorfilme ("Cabin Fever", "Hostel", "The Green Inferno"), oder auch als Darsteller ("Inglorious Bastards", "Aftermath") bekannt. Als er als Regisseur für ein Remake des Charles Bronson Klassikers "Death Wish" ("Ein Mann sieht rot") ins Gespräch kam, habe ich ehrlich gesagt das Schlimmste befürchtet. Natürlich war das Original von Michael Winner damals ein äußerst kritikbehafteter Streifen, der wohl als die Vorzeigenummer für die Selbstjustizthematik gilt, und Roth ist durchaus einer, der gerne provoziert und auf die Kacke haut. Allerdings hatte er für mich persönlich bisher nie das richtige Händchen wirklich denkwürdige oder gute Filme zu drehen, eher unterhaltsames Beiwerk. (Auch wenn ich nun Schelte von seinen Fans bekomme). Aber er nahm sich, nach dem Drehbuch von Joe Carnahan, dem Remake von "Death Wish" an, und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

Paul Kersey wurde kurzerhand vom Architekten zum Chirurgen umfunktioniert, hat aber dennoch Frau und Töchterlein, und darf sein behütetes Dasein samt plakativ in Szene gesetzten Panerai-Uhren nun in Chicago statt New York fristen. Wie gehabt brechen ein paar Unholde in seiner Abwesenheit in sein Haus ein, verletzen und misshandeln seine beiden Liebsten, woraufhin die Frau im Krankenhaus stirbt und die Tochter im Koma liegt. Die Polizei, in Form von Detective Raines, wirkt machtlos, und auch Pauls Bruder Frank kann seine Wut kaum unterdrücken. Paul kommt durch Zufall an eine Waffe, bringt sich das Schießen bei und geht fortan auf die nächtliche Suche nach den Tätern. Dabei steigt er in den Medien ungewollt zum Racheengel der Stadt auf, was natürlich auch die Polizei wieder auf den Plan ruft.

Nun um es vorweg zu nehmen, Eli Roth hat mich nicht wirklich enttäuscht. Wirklich viel habe ich nicht erwartet, zumal die Geschichte ja im Grunde die gleiche ist, blieb also nur noch die Umsetzung. Mit Bruce Willis in der Hauptrolle als Kersey hat er nichts falsch gemacht, er spielt nicht schlecht. Dass er nun Chirurg ist macht hier im Verlauf auch Sinn, auch wenn es nicht wirklich nötig war das zu ändern. Vincent D'Onofrio als Kerseys Bruder wirkt etwas verschenkt, da auch er nicht nötig war, aber da wollte man sich wohl vom Original anheben. Dean Norris als Cop fand ich gut, der Rest bietet ebenfalls keinen Grund zum Meckern. Überrascht hat mich das Bodenständige und ruhige, da hatte ich von Roth mehr Sleaze und Krach erwartet. Der Aufbau gestaltet sich passend langsam, auch Kerseys Werdegang zum Vigilante und seine Taten sind dann eher zurückhaltend und er ist erstaunlich wenig im "Einsatz". Selbst der Überfall auf die Familie blieb weit hinter meinen Erwartungen, was dem Film zu Gute kommt, und seinerzeit in Teil 2 der alten Reihe ja geradezu heftigst zelebriert wurde. Auch das Ende selbst gestaltete sich für mich zufriedenstellend, auch wenn der Showdown doch etwas einseitig geriet - gut, wir haben hier ja auch eher einen Thriller und keine Actiongranate.

Aber es ist auch nicht alles Gold was glänzt, ergo hat Roth für mich auch kein Meisterwerk abgeliefert, was aber ehrlicherweise auch Bronsons Kultfilm für mich nie in dem Maße war (würde heute ne :8: zücken). Neuerungen wie die eingestreuten Medien, die die Taten des Vigilante kritisch hinterfragen sind passend für die heutige Zeit, andererseits gibt es dann affige Youtube-Videos mit denen Willis im geheimen Waffenkeller Schießen und den Umgang mit Waffen lernt. Sowas, unterlegt mit AC/DC, mag hip aussehen und klingen, nimmt aber leider auch den ernsten Tenor aus der Story raus. Dass Roth dann auch nicht darauf verzichten konnte zwei oder dreimal ziemlich grafisch zu werden was die Gewalt angeht fand ich auch schade, da die Taten selbst (ob durch Willis oder andere) sonst ziemlich sachdienlich und ohne ausufernde Härten auskamen. Alles in allem bleibt "Death Wish" für mich kein Ersatz für das Original, aber er stammt eben auch aus einer Zeit, in der man schon mannigfaltige Auswüchse an Filmen dieser Thematik gesehen hat, anders als damals 1974. Unterhaltsam ist der Film definitiv, und wer mit Vigilante-Filmen etwas anfangen kann, wird hier sicherlich ordentlich unterhalten.

Technisch gesehen bietet die Blu-ray eine gute Bildqualität mit ordentlichen Farben und Kontrasten, der Ton ist auch gelungen. Im Bonusbereich findet sich ein Making Of, entfernte Szenen und ein Audiokommentar mit dem Regisseur Eli Roth.

 :6.5: bis  :7:
Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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Offline Max_Cherry

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Antw:Death Wish (2017)
« Antwort #1 am: 28. August 2018, 15:44:14 »
Death Wish (Remake) :kino:
Einmal gesehen, abgehakt und wieder vergessen. Schlecht ist er nicht, aber zwischen den kurzen Selbstjustiz Momenten zieht es sich ein wenig, spannend ist auch anders. Roth landet mal wieder im oberen Mittelfeld. Gerade so  :6:

 

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