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Autor Thema: Filmreview May  (Gelesen 672 mal)

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Online Ketzer

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Filmreview May
« am: 31. Mai 2004, 08:59:34 »
Die Meinungen über den Film gehen ja hier und bei der ofdb weit auseinander.

Ich persönlich finde ihn sehr gut weshalb ich ihn hier trotzdem nochmal vorstellen möchte und auch begründen


Inhalt aus der ofdb:

Die junge May Canady ist das, was man ein stilles Wasser nennt. Von dunklen Kindheitstagen an, ohne Kontakt zu anderen Menschen aufgewachsen, diente ihr eine unheimliche Puppe als einzig wahrer Freund in Jugendtagen.
Nun, zur jungen Frau und OP-Helferin in einer Tierklinik herangereift, beginnt sie das andere Geschlecht zu faszinieren. Besonders der attraktive Adam hat es dem scheuen Mauerblümchen angetan.
Als Adam nach anfänglichen Erfolgen ihre Annäherungsversuche brüsk zurückweist, zieht das stille Mädchen andere Saiten auf. Schließlich hat sie nicht umsonst Schneiden und Nähen gelernt !!!




Als Orientierungshilfe sei "Carrie" genannt.
Psychodrama würde ich weniger sagen, eher ein rabenschwarzes "Horror"-Drama.

Was Leute vielleicht stören mag ist, daß in den ersten 60 Minuten im Prinzip nichts Splattriges passiert, da hier die Ereignisse, die zum Finale führen eingeleitet werden.

Trotzdem regiert hier schon der schwarze Humor: "Mein Hund hat nur noch 3 Beine".

Dabei wird auch mehrfach Dario Argento gehuldigt.

Und das Schulvideo das Adam gedreht hat ist doch wohl vom "Feinsten" - Kannibalistische Liebe ;)

So nach 60 Minuten wird dann das große Finale eingeleitet. Nun wird May auch richtig böse und es folgen die "gore"-Einlagen.

Dabei bleibt es beim fiesen Humor: "Du hast schöne Ohrringe"  ;)
Und die letzten 2 Minuten haben es nochmal richtig in sich, ich sag nur "Auge", wobei mich der Schluß irgendwie an den Stil Clive Barkers erinnert hat. Zwischendrin wird auch noch Frankenstein gehuldigt - "Tätowierung".

Interresant bleibt bis zum Schluß die Frage: "was ist mit der Puppe?"

Das ganze ist hervorragend geschauspielert, Angela Bettis spielt das "gestörte" Mädchen wirklich absolut überzeugend, auch die deutsche Syncro ist sehr gelungen.


Der Film ist NICHT geeignet für Leute, die in ihm nur einen Slasher sehen möchten und denen Handlung sowieso nichts bedeutet.

Wer aber noch auf eine gute Hintergrundhandlung wert legt gespickt mit rabenschwarzem Humor und wer Filmen wie Carrie etwas abgewinnen kann, der dürfte auch hier nicht enttäuscht werden.

8-8,5/10


hier noch Beispiele für Vorwürfe an den Film:

"Wenn es dann aber endlich losgeht, kommt die nächste Ernüchterung. Denn entweder bin ich taub, oder mir war so, als würde bei den Schockeffekten kein Score erklingen, sondern ein Nichts an Musik. Das was mind. 50% eines jeden Schockeffekts ausmacht, wurde einfach"


Deswegen ist der Film scheiße, weil Musik fehlt???  :roll:


"Meine Fresse... was für ein Quatsch!
Ein Psycho-Drama für die Kleinsten... und doch viel zu brutal für diese Zielgruppe.
Over-Acting ist an der Tagesordnung. Und auch ansonsten wird der Zuschauer für scheinbar völlig bescheuert gehalten.
Eine Beispiel: Der Ex-Freund trifft die Hauptdarstellerin in einem sehr großen Waschsalon. Er will nicht mit ihr reden, also sagt er, die Maschine sei kaputt und geht. So weit - so klar. Nun muss die Hauptdarstellerin natürlich an eben diese Waschmaschine gehen und ausprobieren ob die wirklich kaputt ist... sowas dummes. Vor allem weil da noch viele andere Maschinen unbenutzt um sie herum stehen!"



Adam ist deshalb an diese Maschine, um weit weg von May zu sein.
Und May hat überprüft, ob er lügt  :roll:



hier noch was Positives:

"Somit ist der Film empfehlenswert für alle, die viel Wert auf eine starke Charakterisierung legen.

May liegt eher in einer Linie mit Filmen wie Donnie Darko oder Spider, ist aber deutlich straighter in seiner Erzählweise. Wem die beiden Film also zu surreal sind, der wird sich mit May sicherlich besser anfreunden können. "Belohnt" wird man schließlich mit einem sicherlich recht derben Schluß, der aber in seiner letzten Einstellung das absolut perfekte Ende für diesen Film bietet."
Menschen nutzen nur 10% ihres Gehirns, viele nicht mal das.


Offline Masterboy

Filmreview May
« Antwort #1 am: 31. Mai 2004, 16:18:48 »
Du hast ganz vergessen zu erwähnen was für tolle Szenen der Film noch zn bieten hat *indiehandbeiss*  :D
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Offline Aquifel

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Filmreview May
« Antwort #2 am: 31. Mai 2004, 17:20:02 »
ACHTUNG SPOILER!!!!

May arbeitet in einer Tierklinik als Helferin. Da sie als Kind einen Unfall hatte ist ihr eines Auge etwas entstellt und sie daher sehr introvertiert und ihr fehlt das Selbstvertrauen. Ihre einzige Freundin ist eine Puppe in einem Glaskasten. Mit neuen Kontaktlinsen wird es besser und sie lernt den gut aussehenden Adam kennen. Was anfangs eine wunderbare Liebschaft ist gerät irgendwann außer Kontrolle. Als die lesbische Polly sie auch noch im Stich lässt, ändert sich einiges in ihrem Leben.

Ich war recht überrascht von dem Film. Interessiert hatte er mich nie, bis ich die vielen guten Kritiken gelesen/gehört hab. Und der Film konnte standhalten. Die Darstellerin von May, Angela Bettis, schafft es sehr gut, ihre Rolle glaubwürdig und irgendwie seltsam aber trotzdem sympathisch rüberkommen zu lassen. Kurz: Man mag May und gönnt ihr Glück mit Adam. Auch Adam, der etwas durchgeknallt ist, wird gut gespielt. Auch wie das Ganze zu Brüche geht kommt einen logisch vor und Mays Charakter öffnet sich einem über den ganzen Film sehr langsam und man merkt, dass sie nicht nur introvertiert ist sondern auch einen gehörigen Dachschaden während ihrer Kindheit abbekommen hat. Anna Faris, die Polly spielt, zeigt, dass sie auch locker über dem Niveau von "Scary Movie" überzeugen kann. Soweit so gut. Bis hier hin fand ich den Film verdammt gut.

Leider flacht er danach etwas ab, als May beschließt sich eine eigene Freundin zu basteln. Sicherlich, die gezeigten Effekte sind nett gemacht und auch vernünftig hart, aber irgendwie halten sie und die von da an spielende Handlung nicht das vorherige Niveau. Nicht, dass "May" nun schlecht werden würde, aber die zerrüttete Psyche wird hier nun etwas plakativer umgesetzt als es nötig gewesen wäre. Eigentlich schade.

Fazit: Recht netter Film, der anfangs durch gute Spannung und sehr gute Darsteller überzeugen kann, am Ende allerdings abflacht, da das interessante Kennen lernen von Mays Psyche nun zu kurz kommt. Da helfen die guten Effekte auch nicht mehr.

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=22378&rid=60939
I mean, that's what life is : a series of down endings.

http://www.last.fm/user/DerMuedeJoe/
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Filmreview May
« Antwort #3 am: 03. Juni 2004, 17:13:54 »
Jetzt habe ich ihn mir auch endlich mal angeschaut (thx to Ketzer).

Hat mich angenehm überrascht. Einer der Filme, an denen man in der Videothek immer vorbei geht und erst durch Empfehlungen darauf aufmerksam wird.

May ist auf etwas verschrobene Weise niedlich, naiv, man möchte sie in den Arm nehmen und ihr zeigen dass die Welt schön sein kann. Aber leider (und das ist schon relativ früh klar) sind bei ihr ein paar Kontakte falsch angelötet (ein paar lockere Schrauben hat sie mit Sicherheit von ihrer Mutter geerbt). Der Vergleich zu Carrie drängt sich da auf, und so ist es auch nicht weiter verwunderlich dass Angela Bettis in dessen TV-Remake von 2002 die Titelrolle spielte. Und Adam wirkt bestimmt nicht zufällig wie eine dunkelhaarige Version des Tommy aus der Verfilmung von 1976. Aber die Konstellation funktioniert gut, die Darsteller geben den Figuren Profil und Leben. Überrascht hat mich Anna Faris (wusste gar nicht dass sie da auch mitmacht), der nach den ganzen Scary Movies mal andere Rollenangebote zu wünschen wären. Sie wirkt in May herrlich unbekümmert (und ich muss gestehen...auch ziemlich geil...)...wie sich später zeigt zu unbekümmert. Ach ja, Adam-Darsteller Jeremy Sisto werden die meisten bestimmt aus Wrong Turn kennen. Ich denke, der Mann wird auch noch eine Karriere vor sich haben.

May war ja quasi der Debüt-Film von Lucky McKee, ist handwerklich jedoch schon sehr ausgereift. Vor allem Kamera und Schnitt gefielen mir sehr gut. Man darf gespannt sein was in Zukunft noch von ihm kommt.

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Antw:Filmreview May
« Antwort #4 am: 21. Mai 2018, 17:04:10 »
Vor 3 Wochen kam der von NSM im 30-Euro-Mediabook raus. Bzw in derer 3, müssen ja immer verschiedene Covers für die Sammler sein...
Würde man doch nur die gleiche Sorgfalt bei der Technik walten lassen, denn - wie so oft - hat wieder mal eine "Luxus-VÖ" einen Bock an Bord...

Zitat von: jemand bei dtm.at
Was ist denn bei MAY los? Die deutsche Tonspur die in 5.1 vorliegt ist unschaubar.

Ekelhafter Hall und Dialoge aus allen Boxen!

War das auf der damaligen DVD auch schon so?

Leider bringt in Stereo schauen auch nichts. Den Hall bekommt man nicht weg.

Nach kurzem Vergleich mit der englischen Spur bin ich schockiert.

Was ist hier denn passiert?

 

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