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Themen - JasonXtreme

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Smalltalk / Happy Birthday Marc!!!
« am: 02. August 2018, 11:31:13 »
Nation on Fire aka Marc hat Geburtstag - ALLES GUTE!!!!! Feier ordentlich was weg, und bleib gesund bei dem Sauwetter - is in dem Alter ja schon nimmer so einfach  :D :pidu: :prost: :bang: keep on rockin!

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Reviews / Criminal Squad (Den of Thieves)
« am: 25. Juli 2018, 10:42:41 »


Der gebürtige Amerikaner Christian Gudegast war bislang als Drehbuchautor unterwegs, und war verantwortlich oder beteiligt an den Büchern zu LONDON HAS FALLEN und EXTREME RAGE, letzteres schrieb er zusammen mit Paul Scheuring, der ihm auch beim Script zu CRIMINAL SQUAD wieder beiseite stand. Bei CRIMINAL SQUAD handelt es sich um Gudegasts Spielfilmdebüt, welches wieder einmal einen eher unsinnigen deutschen Titel zur Schau trägt, zumal der Beititel "Dirty Jobs, Dirty Cops" noch bescheuerter daherkommt. Der Originaltitel von Gudegasts Heist-Thriller (ich will ihn mal so nennen) lautet DEN OF THIEFS und passt bedeutend besser zum Film, der mit Leuten wie Gerard Butler, Pablo Schreiber, O'Shea Jackson und 50 Cent durchaus prominent besetzt wurde. Mit Ewan Jones, Dawn Olivieri, Oleg Taktarov, Brian Van Holt, Moe McRae oder Jordan Bridges sind noch einige durchaus bekannte Gesichter aus Serien- oder größeren Nebenrollen mit am Start, die hier jedoch auch nichts anderes spielen dürfen, doch der Reihe nach...

Los Angeles, angeblich Dreh- und Angelpunkt für die meisten Überfälle auf Banken und Geldtransporte... und just in der Nacht in der wir in den Film einsteigen dürfen wir auch einem sorgsam geplanten Überfall einer Gruppe auf einen solchen Transporter beiwohnen. Doch es geht etwas schief und ein Cop verliert sein Leben. Bei der anschließenden Schießerei mit den Ordnungshütern sterben abermals drei Cops und diverse werden angeschossen, die Gruppe um Merriman kann jedoch samt Transporter entkommen. Das ruft am nächsten Tag Cop "Big Nick" Flanagan mit seiner Task Force Major Crimes auf den Plan, und da der Transporter leer war, denkt dieser sogleich an eine größere Sache. Die Major Crimes machen sich an die Ermittlungen, und schnell kommen sie der Gruppe um Ex-Soldat Merriman auf die Spur. In dem sie sich den jungen Ex-Knacki Donnie als Spitzel schnappen, wollen sie den Gangstern das Handwerk legen...

Mehr möchte ich nicht verraten, auch wenn sich das Ganze WEIT weniger heistig gestaltet, als man bei einem Heist-Movie erwarten würde. Auch der Actionanteil ist bei CRIMINAL SQUAD im Grunde sehr niedrig, denn bis auf die Schießerei am Anfang und dann am Ende gibt es faktisch keinerlei Action, nicht einmal der große Coup ist in irgendeiner Form actionreich. Was bieten also die knapp zweieinhalb Stunden Film? Nunja in meinen Augen ist der Streifen eine ziemlich dreiste Kopie von Michael Manns HEAT, natürlich weit unter dieser Klasse. Der ganze Aufbau ist geklaut, das Darstellen der Gangster als mehrdimensionale Figuren mit Hintergrund und Familienleben, das Fehlen der schwarz/weiß Malerei Gute Bullen, böse Verbrecher, das Annähern der Cops an die Gruppe Merrimens.... die Großstadtballerei aus Heat fehlt immerhin, am Ende gibts dafür einen größeren Shootout auf der Autobahn in der Rush Hour.

Problem an der Geschichte ist halt, dass weder die Bildkompositionen (Kamera Terry Stacey, ADVENTURELAND/ TAKE ME HOME TONIGHT) annähernd an Manns Werk rankommen, noch der Sound (Cliff Martinez, TRAFFIC, ONLY GOD FORGIVES) und schon garnicht die Darsteller. Butler mimt den Cop hier so dermaßen bad, dass es fast schon überzeichnet wirkt. Er läuft recht siffig und ungekämmt, ständig saufend und rauchend, irgendwas kauend und schmatzend durch die Gegend und redet möglichst bad-boy-mässig daher, der Rest seiner Crew nimmts auch nicht so genau mit der Arbeitszeit, mal sind Nutten mit in einem Hotelzimmer, wobei man nichts wirklich sieht. Trotzdem ist es aber so, dass er seiner Familie hinterhertrauert die ihn verlässt, er sich aber eben verhält wie das letzte Arschloch. Trotz allem sind die Cops aber auch nicht wirklich die Bad Boys, die sie gerne sein mögen. Sie halten sich halt an keine Regeln, nur bleiben eigentlich auch alle außer Butler komplett außen vor was eine eigene Figurenzeichnung angeht. Auf Seiten der Bösen sieht das nicht groß anders aus. Merrimen wird zwar gut gespielt von Liev Schreibers Bruder Paul, aber wirklichen Background hat auch er nicht, während grade mal 50 Cent eine Familienszene bekommt (in der Unrated 2, ich habe die US Kinofassung gesehen), und O'Shea Jackson (Ice Cubes Sohnemann aus STRAIGHT OUTTA COMPTON) eigentlich die größte Rolle in den Kreisen der Gangster hat, die eigentlich keinen killen wollten, es aber dazu kam.

Tja letztendlich bleiben die eingestreuten Szenen zur Persönlichkeitsbildung und herausstellen der nicht vorhandenen Gut/Böse Schablone dann doch etwas arg aufgesetzt, zumal wie gesagt Butler einfach zu sehr aufgeht in seiner Assi-Attitüde. Andererseits waren die Szenen aber nötig um überhaupt diese Differenzierung herbeizuführen! Denn die deutsche Kinofassung ging nur 119 Minuten und ließ fast alle Szenen dahingehend raus, die US Kinofassung hatte die Szenen dann dabei, war nochmal 15 Minuten länger - und dann gibt es noch die Unrated! Die bietet NOCHMAL 8 Minuten mehr Material, allerdings abermals solche Szenen und keinerlei Gewalt oder Überfallszenen! Insgesamt kriegt CRIMINAL SQUAD dadurch aber auch enormen Leerlauf weil die Figuren eben zu blass sind um wie bei HEAT (um den für mich allgegenwärtigen Vergleich weiter zu betreiben) der Story dienlich zu sein und zudem gut aufzuspielen. Schade, denn hätte der Augenmerk von Gudegast da etwas mehr auf Drive gelegen, hätte das auch funktionieren können. Der Coup selbst ist trotz fehlender Action spannend gemacht, keine Frage, aber der eigentliche Twist am Ende wirkt dann auch noch aufgesetzt und funktioniert für mich auch nicht wirklich.

Was vorher eklatant blödsinnig wirkt ist, wenn die Gruppe vermeintlich losschlägt und Nicks Crew das Ganze beobachtet. Denn als dann die Cops und das FBI dazukommen endet das in oberpeinlichem Kompetenzgerangel, das unrealistisch und verbal ausgleisend wirkt. Daraus folgend der Coup, und Nicks Leute die anscheinend gefühl einen halben Tag planlos durch L. A. fahren, weil sie nicht wissen wo sie nun wie ansetzen sollen. Wie es dann dazu kommt, dass man doch wieder zusammenfindet erschloss sich mir nicht wirklich, denn Ermittlungen oder zufällige Eingebungen gab es irgendwie gefühlt nicht. Was dann bleibt sind faktisch eineinhalb Stunden zwischen Anfang und "Showdown", der sich mit dem Coup natürlich etwas länger gestaltet, die in der Form einfach nicht passen. Da fehlt die Vorbereitung, die Logik und die Spannung. Darstellerisch haben mir Jackson und Schreiber am besten gefallen, Butler spielt sich glaube ich selbst, und das mit einer unglaublichen Inbrunst - er wäre mit seinen ausufernden Tattoos und seiner Art/Sauferei als Leader einer Rockergang besser aufgehoben gewesen.

HEAT bleibt der Klassenprimus, der bei mir unglaublich gewachsen ist seit der ersten Sichtung in den 90ern. CRIMINAL SQUAD rangiert insgesamt leider weit unten, da der "Geniestreich" der Gangster nicht den ganzen Film retten kann, und das Schielen auf einen zweiten Teil (den Gudegast auch schon schreibt) mit Butler einfach nur unnötig erscheint. TRIPLE 9 war zuletzt zwar auch kein Reißer, aber immerhin kurzweiliger, THE TOWN ist Welten besser und EIGENTLICH fehlt diesem Filmchen hier einfach etwas an Wendungen und Überraschungen um wirklich ein gelungenes Heist-Movie zu sein, allenfalls fehlt die Coolness, denn wirklich cool ist das Machogehabe hier einfach nicht.  :5.5:

3
Reviews / Downrange (Ryuhei Kitamura)
« am: 19. Juli 2018, 10:01:48 »


Sniperfilmchen in denen ein unbekannter Delinquent aus dem Verborgenen etwaige Leutchen dezimiert scheinen die letzten Jahre in der Mode zu sein. Damit meine ich aber nicht das Drama American Sniper oder eine der unzähligen Fortsetzungen des "Klassikers" mit Tom Berenger! Vielmehr sowas wie Tower Block, Desierto oder ähnliche Vertreter der Zunft, da waren noch ein zwei, deren Namen mir grade entfallen sind. Nun versucht sich Ryuhei Kitamura an einem solchen Stoff mit seinem Film Downrange. Die Handlung ist schnell erzählt. Fünf Personen fahren bunt zusammengewürfelt in einem Wagen durch die Einöde. Auf einmal platzt ein Reifen, den es zu wechseln gilt. Fahrer Jeff ist just dabei, während der Rest sich im Schatten des Wagens ausruht von der sengenden Hitze. Plötzlich rollt der Reifen weg, und Jeff sitzt mit einem dicken Loch im Kopf auf dem Boden! Kurz darauf erwischt es die nächste junge Frau, deren Kopf im roten Nebel untertaucht. Der Rest der Mannschaft geht in Deckung hinter dem Wagen und einer Wurzel, doch der Scharfschütze legt auf alles an was sich bewegt...

Die Prämisse des ganzen ist grundeinfach gehalten. Im Grunde ist Downrange ein simples Kammerspiel, denn der gesamte Dreh- und Angelpunkt ist die verlassene Landstraße und vielleicht zweihundert Meter außenrum. Auch darstellerisch besteht die gesamte Belegschaft aus sehr wenigen Menschen, die obendrein (zumindest mir) auch völlig unbekannt sind. Da bin ich jetzt auch ehrlich, die ersten 15 Minuten habe ich überlegt auszumachen, da die Dialoge der Gruppe einfach nur dämlich und grenzdebil erscheinen, obendrein weiß ich nicht wie man verdammt nochmal SO lange brauchen kann zu versuchen einen Reifen zu wechseln. Wieso der Quotenfarbige dann auch noch (wenn man den Rest der Szenen rechnet) gefühlte 15 Minuten in die Botanik läuft um ne Stange Wasser an den Baum zu stellen, stellt dann ebenso die Nerven auf die Probe. Die Szene in der die Schose dann Fahrt aufnimmt gestaltete sich ebenso, sicherlich aber eher wegen des schlechten Schnitts genau da. Gefühlt kapiert KEINER, dass da einer sitzt dessen Hirn auf der Straße bröselt, und dass der zweiten schon die Suppe aus dem Auge läuft. Alle glotzen, keiner macht was... da wäre mehr Slow-Mo oder besserer Schnitt Phase gewesen!

Aber gut, ich blieb dran, und wurde zumindest ordentlich entschädigt dafür. Zwar bietet die Handlung die folgenden 45 Minuten im Grunde keinerlei große Überraschungen, aber man bleibt dran. Der Sniper ballert auf alles was er sieht, die drei Überlebenden überlegen was sie tun können, da Handyempfang nur einige Meter weiter zu holen ist, und jede Bewegung mit einem Schuß kommentiert wird. Alles gerät dann wieder in etwas zackigere Bahnen als es gen Nachmittag geht und ein Wagen am Horizont auftaucht, und als dann die Nacht beginnt, das heißt aber nicht, dass es vorher keinerlei Ekelszenen mehr gibt. Und wie schon in Midnight Meat Train oder No one Lives spielt Kitamura eben genau damit. Die Effekte sind handmade, das Blut manchmal etwas arg rot, aber gut - es wird draufgehalten, wieso die FSK die 18 auch erst verweigerte. Mich wundert die Freigabe, denn schlussendlich wird hier durchaus sinnlose Gewalt zelebriert
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Problem des Films ist für mich die emotionslosigkeit, die durch die eher unsampathischen Leute gefördert wird. Mir waren die eigentlich schon fast egal. Auf der Habenseite hat der Film durchaus Szenen die richtig unter die Haut gehen. Wenn der Typ sich zu seiner toten Freundin setzt, abgeschlossen hat und auf den finalen Schuss wartet, kann man das nachvollziehen. Die Szene in der ein Wolf eine tragende Rolle spielt ist im Grunde grandios, und passt nicht wirklich in den Film
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Das Ende selbst ist passend und anders hätte man es nicht lösen können/sollen. Leider ist da kurz vorher auch ein Auftritt der so nicht sein müsste und etwas lächerlich rüberkam.
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Alles in allem hat mich der Film also doch unterhalten, und ich würde mal ne  :6.5: bis :7: zücken. Wiederschauwert besitzt das Ganze für mich jedoch nicht. Eigentlich passt der bierernste und hart brutale Film zu manchen Szenen vorm Ende halt nicht - dämliche Aktionen und Agieren regen mich halt auf - aber ich bleibe dennoch bei der Wertung. Sicherlich der härteste Sniper-Thriller so far, typisch Kitamura. Dass er nach seinen ganzen Filmen so weit zurückgeht auf fast schon Low Budget Niveau hätte ich nicht gedacht.

4
Todestage / Margot Kidder ist verstorben
« am: 15. Mai 2018, 11:15:47 »
Margot Kidder, den meisten wohl bekannt aus Superman mit Reeves oder Amityville ist im Alter von 69 Jahren von uns gegangen...

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/lois-lane-in-superman-filmen-schauspielerin-margot-kidder-gestorben-a-1207720.html

Ruhe in Frieden Margot...


5
Reviews / The Killing of a Sacred Deer
« am: 15. Mai 2018, 09:54:42 »


Da ich The Lobster von Regisseur Yorgos Lanthimos nicht gesehen habe, und auch sonst nichts von ihm, kann ich keine Vergleiche zu seinem bisherigen Schaffen ziehen. Ok Colin Farrell war schon in seinem vorigen Werk mit an Bord, und sieht hier eher aus wie Dermot Mulroney mit dem Bart von Mel Gibson. Auch Nicole Kidman ist dabei, unterkühlt kann sie ja, was sie erneut unter Beweis stellen darf. Raffey Cassidy und Sunny Sujic komplettieren dann die Familie Murphy, während Barry Kheogan (Dunkirk) das Hauptensemble komplettiert. Alle anderen Personen sind für die Geschichte irrelevant, Alicia Silverstone kann man noch nennen, ist ihr Auftritt aber vielmehr ein dreiminütiges Gastspiel in dem ich sie nicht erkannt hätte, wäre es mir nicht bekannt gewesen.

Zur Nahaufnahme einer Herz-OP gesellen sich die Töne einer Oper. Am Ende geht Herzchirurg Steven Murphy mit seinem Kollegen und Freund Matthew aus dem OP, sie sinnieren halbherzig über ihre Uhren. Steven trifft sich mit dem 16-jähigen Martin, sie gehen einen Kuchen essen, reden etwas. Wie die beiden zueinander stehen ist unklar. Zu Hause isst Steven mit seiner Frau Anna und den Kindern Kim und Bob, im Schlafzimmer haben die beiden recht interessenlosen und beiläufigen Sex, bei dem sich Anna Stevens Willen zufolge narkotisiert gibt. Irgendwann nimmt Steven Martin mit nach Hause zu seiner Familie und er besucht auch Martin bei seiner Mutter. Auf seinem OP-Tisch starb einige Jahre zuvor Martins Vater, seitdem kümmert er sich etwas um ihn. Plötzlich kann Steves Sohn nicht mehr gehen, die Ärzte finden nichts. Auch Tochter Kim hat die gleichen Symptome, und Martin offenbart Steven in der Cafeteria des Krankenhauses was nun für ihn folgen wird…

Es wäre zwar sinnfrei hier was zu spoilern, weil die Intention der Geschichte ja aus dem Trailer und etwaigen Inhaltsangaben klar sein dürfte, aber ich spare mit das trotzdem mal aus. Was ganz klar vorherrschte nach den zwei Stunden Film waren Fragezeichen über meinem Kopf. Einerseits, denn andererseits bewunderte ich irgendwie auch das Drehbuch und die Regie. Es ist sicher ein mutiger Film, Lanthimos ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren für The Lobster aus, er riskiert durchaus, dass The Killing of a Sacred Deer die Zuschauer spalten wird. Die Inszenierung ist langsam gehalten, er lässt sich enorm viel Zeit die Figuren einzuführen bis zum Herausstellen der Gegebenheiten zwischen Steven und Martin. Weitwinkeleinstellungen, kühl und statisch, lediglich bei Martin oder Steve zu Hause mal etwas wärmere Gefilde. Monoton gehaltene Dialoge, aufs absolut Wesentliche reduziert. Filmmusik besteht aus spärlich eingesetzten Instrumenten, lediglich in Form von pfeifenden oder mal trommelnden Tönen. Wären die nicht, würden manche Szenen bedeutungsloser erscheinen als sie es sind.

Und das ist der Punkt dieses Films. Was ist die Intention? Wie lässt er sich kategorisieren? Im Grunde nicht wirklich. Es ist kein Horrorfilm, obwohl er viele Anleihen daraus hat, die sich aber am Ende im Nichts verlieren, und auch nie wirklich genutzt werden. Ist es ein Thriller? Ein Psychothriller? Ja und nein. Spannung generiert der Film zwar, über alles betrachtet ist in vielen Szenen aber nicht einmal Spannung vorhanden, diese generiert der Film über die Ausgangslage. Was will Lanthinos nun? Lediglich die griechische Sage von Iphigenia neu interpretieren? Schuld und Sühne, die Demontage einer nach außen perfekten Familie aufzeigen? Durch das absichtliche Weglassen jeglicher Erklärung bleibt dies wohl dem Zuschauer überlassen, denn gerade jene Elemente die The Killing of a Sacred Deer zum Horrorfilm hätten machen können, fehlen. Es spielt sich alles real ab, ohne übernatürliche Auswüchse, die dennoch vorhanden sind.

Was bleibt ist etwas ganz eigenartiges, was ich nicht zu beschreiben vermag, wenn ich ehrlich bin. Arthouse ist es irgendwo, auch wenn das alles so dermaßen geradlinig und ohne große Überraschungen auskommt, andererseits fragt man sich in vielen Szenen was das nun gerade soll, ob es was aussagt oder eben nicht… Einige Handlungen von Steven und Anna sind auch nicht zwingend nachvollziehbar, vielleicht aber Resultat aus der ausweglosen Situation der beiden. Gefühle zeigen sie ohnehin erst nach einer wirklich langen Zeit. Gefühle sind hier auch nicht wichtig. Ist es die moralische Frage, die sich Steven nun stellen muss? Als einziger Anker verbleibt diese nämlich, wenn man sich das Ende anschaut, das uns ebenso ruhig aus der letzten Szene führt, untermalt mit Operngesang. Getragen wird das Alles natürlich von den Darstellern, die super agieren, allen voran Kheogan als Martin. Dieser lässt sich trotz allem nicht einmal wirklich als böse hinstellen, wenn man sich das Große und Ganze betrachtet, auch wenn er immer wieder an Damien aus Das Omen erinnert.

Ob mir der Film gefallen hat? Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, da er einfach so wertfrei für sich selbst steht. Allein die Tatsache der monoton gehaltenen Gespräche und die Emotionslosigkeit über weite Strecken stößt einen sowohl ab, wie sie einen auch anzieht. Die sterilen Aufnahmen sind so stilisiert eingesetzt mit dem passenden Filmkorn, die Weitwinkelaufnahmen sind ungewohnt aber ebenso wirksam. Selbst wenn der Film in der zweiten Hälfte vordergründig Fahrt aufnimmt, so gaukelt das dem Zuschauer nur vor etwas schneller zu erzählen, wirklich tut er es eigentlich nicht. Und so lässt er einen dann mit seiner Auflösung alleine, die zwar eine ist, aber doch wieder nicht wirklich. Ob man damit zufrieden ist, das bleibt einem selbst überlassen. Ich für mich persönlich habe meinen Frieden mit dem Ende gemacht, The Killing of a Sacred Deer bleibt aber ein Onetimer.

Etwaige Vergleiche die man sonst so gerne anstellt kann man hier schlecht ziehen. Ich fühlte mich etwas an Hanekes Funny Games erinnert, wobei die Gründe und der Ablauf natürlich gänzlich anders sind. Es wirkt auch alles eher europäisch denn in einer namenlosen amerikanischen Stadt spielend. Die unheimliche oder besser gesagt unheilvolle Grundstimmung wird über lange Strecken wirklich nur über den minimalistischen Sound erzielt, denn wenn man diesen extrahieren würde, kämen viele Stellen ganz anders rüber. Bei einigen wenigen sexualisierten Szenen fragte ich mich, was die genau sollten, oder ob sie nötig waren, ingesamt betrachtet runden sie diesen seltsamen und skurrilen Streifen aber doch eher ab. Punkte kann und möchte ich hier keine verteilen, da sie meiner Wertung schlicht nicht gerecht werden würden – ich bin jedoch nur mehr auf andere Meinungen gespannt!

6
Todestage / Harry Anderson ist tot
« am: 17. April 2018, 12:05:40 »
Der Star aus HARRYS WUNDERSAMES STRAFGERICHT (auch bekannt aus ES, Cheers, Immer Ärger mit Dave...) starb im Alter von 65 Jahren in seinem Haus in Asheville North Caroline. Todesursache steht noch nicht fest, er wurde nach einem Notruf tot in seinem Haus gefunden... man geht nicht von einem Verbrechen aus.

RIP, war ein gern gesehenes Gesicht für mich


7
Neuigkeiten / Es: Kapitel 2 (Andrew Muschietti)
« am: 13. April 2018, 09:36:27 »
Muschietti ist erneut für die Regie bestätigt, was ja zu erwarten war - Drehbuch schreibt abermals Gary Dauberman.

Für die Rolle der Beverly steht Jessica Chastain fest, finde ich eine gute Wahl! Aktuell werden anscheinend Verhandlungen mit James McAvoy für die Rolle von Bill geführt - passt mir null und garnicht! Und für Richie soll Bill Hader herhalten. Auch das halte ich für ne Fehlentscheidung. Mal sehen was draus wird, Dreharbeiten sollen im Juli in Toronto beginnen

8
Smalltalk / Das Necronomicon hat ...
« am: 05. April 2018, 10:23:36 »
... heute Geburtstag!!! Alles Gute und nur das Beste, alte Natobuchse!  :pidu: :prost: :bang: bleib wie Du bist, werd wieder gesunder und leucht einen für mich mit!!!!

9
Neuigkeiten / Upgrade
« am: 04. April 2018, 08:43:07 »




Upgrade ist ein Science-Fiction-Thriller von Leigh Whannell, der von Blumhouse produziert wurde. Darin wird einem Mann ein Computerchip implantiert, der ein gefährliches Eigenleben zu entwickeln beginnt.

Handlung von Upgrade
In der nahen Zukunft hat der technische Fortschritt nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens übernommen. Doch der Protagonist Grey Trace (Logan Marshall Green) versucht, in seinem Alltag jegliche Technik zu vermeiden. Als er schließlich nach einem Überfall gelähmt ist, bekommt er die Möglichkeit, durch einen implantierten Computerchip wieder voll und ganz am Leben teilzunehmen. Jedoch stellt Grey bald fest, dass der Computerchip mit dem Namen STEM ein eigenes Bewusstsein entwickelt. (MW)
moviepilot.de

Regie und Drehbuch von Leigh Wannell, der bisher als Actor unterwegs war, aber auch Insidious 3 gedreht hat. Als Writer hat er die Insidious Teile geschrieben, Cooties, SAW 1, 2 und 3 - den Red Band Trailer pack ich lieber mal in den 18er Bereich, da ein zwei Szenen durchaus saftiger sind.

Sieht nach netter Kost aus, auch wenns sicher nix Neues ist.

10
Serien / Life in Pieces (CBS)
« am: 27. März 2018, 10:28:52 »


In der Single-Kamera-Comedy „Life in Pieces“ wird die Geschichte einer Familie aus der Perspektive der verschiedenen Mitglieder erzählt. Jede Episode besteht aus vier Kurzgeschichten über die Großfamilie Short. Betsy Brandt ist als gequälte, dreifache Mutter Heather zu sehen. Sie wird ihrem jüngeren Bruder Greg (Colin Hanks) wohl den einen oder anderen Ratschlag mit auf den Weg geben können. Immerhin ist der werdende Vater auf seine neue Verantwortung alles andere als gut vorbereitet. Brandts Serienehemann Tim wird von Dan Bakkedahl dargestellt. Thomas Sadoski ist Matt, das mittlere Kind der Familie Short. Nachdem seine berufliche Karriere einen ordentlichen Knacks bekommen hat, ist er zurück ins elterliche Nest gezogen und rennt so vor seinen eigentlichen Problemen weg. Matt verliebt sich in Colleen (Angelique Cabral), die sie sich mit einer nervenaufreibenden Trennungvon ihrem Exverlobten herumschlagen muss. Dianne Wiest ist die Familienmatriarchin Joan Short, die ihre Familie über alles liebt und alles für diese tun würde. James Brolin spielt John Short, den geselligen Patriarchen, der eine Lebenskrise durchmacht als er 70 wird. Die Ehefrau von Hanks' Figur Greg wird von Zoe Lister-Jones gespielt. Jen hatte eigentlich immer alles unter Kontrolle - doch ihr Baby stellt ihr Leben auf ungewohnte Weise aufden Kopf.

Ich hatte es in der Whats App Gruppe ja schonmal erwähnt - Stephan schaut auch grade schon... ich finds ne echt witzige und sehr sympathische Serie! Die Episoden laufen jeweils ca. 20 Minuten, darin sind immer 4 Kurzgeschichten der Shorts gepackt. Witzig umgesetzt und mit guten Darstellern besetzt. Colin Hanks kennt man aus DEXTER oder FARGO und etlichem anderen, James Brolin dürfte bekannt sein, Dianne Wiest (die Mama aus Lost Boys u. a.), Betsy Brandt aus Breaking Bad, Dan Bakkedahl kennt man auch aus zig Nebenrollen, Thomas Sadoski kannte ich bisher nicht, mag ich hier aber echt gerne.

Kurzum... es sind bisher drei Staffeln mit insgesamt 55 Folgen raus (alle in Prime drin) - und ich kanns nur jedem ans Herz legen! Für mich sinds mittlerweile :8: und die Storys haben stets Querverweise, sind also keine typischen Sitcom Einzelfolgen. Vielleicht hat ja jemand Bock, zumal man da nicht dranbleiben muss und auch immer mal paar Folgen schauen kann.

11
Neuigkeiten / Death Kiss
« am: 12. März 2018, 09:34:17 »
Hier mal der neue Bronson :D mit dem gabs schon mal so nen Western Flick - das hier sieht ganz nach meinem Gusto aus :lol: bissi günstig, aber hey, der bewegt sich teils sogar wie Charlie!!!






bisher nur News auf Englisch...

No, your eyes aren’t deceiving you. Charles Bronson died in 2003, and he hasn’t been cloned or resurrected. Instead, you’re actually looking at images of Robert Kovacs, who bears an uncanny resemblance to the late Death Wish star. Kovacs is currently shooting a vigilante film in Northern California called Death Kiss, which sounds like something fans of the Death Wish franchise will love. Kovacs plays a vigilante with a mysterious past who arrives to clean up a crime-infested city, with very violent results. It also sounds a bit like Netflix’s “Punisher” show, if Frank Castle actually spend the majority of episodes killing people instead of being demoted to a side character and spending most of his screen time brooding in his man-cave.

Death Kiss also stars Daniel Baldwin, Richard Tyson, Eva Hamilton, Stormi Maya, and Robert Bronzi, and is written and directed by The Burning Dead’s Rene Perez. And if this year’s official Death Wish remake starring Bruce Willis ends up being a turkey, at least we have this to look forward to.
dreadcentral.com

12
Serien / Cobra Kai (Die Serie)
« am: 19. Februar 2018, 09:31:28 »

Direkte Fortsetzung der Filme mit Daniel und seinem damaligen Konkurrenten Johnny! Original besetzt mit Ralph Macchio und William Zabka von damals - finde ich jetz in der Form durchaus nicht uninteressant!

13
Smalltalk / Alles Gute zum Geburtstag Crashster!!!
« am: 15. Februar 2018, 15:27:06 »
Alles Gute Tobi, lass Dich ordentlich feiern, gönn Dir was :D

14
Reviews / Wind River
« am: 15. Februar 2018, 09:14:56 »

Ich muss ehrlich gestehen, dass mir Taylor Sheridan nicht wirklich ein Begriff war, außer natürlich als Autor von Denis Villeneuves grandiosem Thriller Sicario, und neuerdings auch von Hell or High Water. Nun kommt sein drittes Drehbuch auf die Leinwand, diesmal inszeniert von ihm selbst auf dem Regiestuhl: Wind River. Inoffiziell tragen diese drei Bücher den Titel „Frontier-Trilogie“, und man merkt absolut, wieviel Herzblut Sheridan da reingesteckt hat. Bisher kannte man ihn eher als Seriendarsteller, stellvertretend eben als Deputy Chief Hale aus Sons of Anarchy, und ich war gespannt, ob er sein Regiedebüt so umsetzen kann, dass es in Konkurrenz zu Sicario bestehen kann.

Die Handlung führt uns ins winterliche Wyoming. Weite Landschaften, schneebedeckt, eiskalt. Inmitten dieser eisigen Ruhe ist Cory Lambert als Ranger auf der Jagd nach Raubtieren. Auf einer seiner Ausfahrten im Indianerreservat findet er die Leiche einer jungen Indianerin. Offensichtlich ermordet, und durch seine eigene Vergangenheit kennt Cory sie obendrein. Die junge FBI-Agentin Jane Banner soll in dem Fall ermitteln, ist aber reichlich unerfahren, und so steht ihr Cory zur Seite. Doch seine eigene Vergangenheit und die Nähe zum Indianerreservat und auch den Eltern der Toten im Rücken, hat Cory ein eigenes Interesse den Täter zu finden.

Auf den ersten Blick hat Sheridan mit Wind River keinen besonders herausstechenden Thriller gedreht, wenn man dem Trailer glauben mag, der aber immerhin spannende Unterhaltung andeutet. Aber Sheridan wäre nicht Sheridan, wenn da nicht mehr dahinter stecken würde, als ein Western im modernen Gewand. Durch Cory als Cowboy-artigen Ranger/Jäger und das Setting im Indianerreservat liegt dieser Aspekt natürlich nahe, und er trifft es auch ziemlich genau. Eine klassische Schuld und Sühne Geschichte, gepaart mit dem who-done-it Prinzip des Thrillers. Aber auch hier muss man wieder Abstufungen einfügen. Langsame Erzählweise, viel Gespür für die Figuren, ihre Hintergründe und Intentionen. Die Lebensumstände der American Natives, der Umgang mit ihnen.

Dies alles packt Sheridan in seinen Film, und er schafft es trotzdem nie mit dem Holzhammer auf Plattitüden herum zu klopfen. Hauptaugenmerk liegt nicht auf großen Ermittlungsaktionen und unter Hochdruck agierenden Polizisten. Lamberts Leben, sein persönliches Schicksal findet sehr viel Raum, fügt sich jedoch nahtlos ins Geschehen ein, ebenso wie die Situation in welche die Indianer gedrängt wurden, und die dadurch entstandenen Probleme und persönlichen Zustände jener. Im Endeffekt mutiert Wind River durch die ganzen Gegebenheiten vielmehr zu einem Drama mit Thrillerteilen, das sich gegen Ende potentiell zu steigern weiß.

Sheridan vermag es tatsächlich mit viel Gespür für die Lebensumstände und Charakterzeichnung zu agieren, und dabei wird er tatkräftig von seinen Darstellern unterstützt. Jeremy Renner spielt hervorragend, auch wenn er eher wortkarg daherkommt. Seine kleinen Mimiken und Gesten sind auf den Punkt gesetzt, und einfach glaubhaft. Auch Elizabeth Olsen steht dem kaum etwas nach, und der Rest der Riege fügt sich sehr gut ein. Ob nun Graham Greene (Der mit dem Wolf tanzt) in seiner Standard-Indianerrolle, oder Jon Bernthal (Punisher) in seinem eher kurzen Auftritt. Hervor sticht in jedem Fall noch Gil Birmingham (Hell or High Water, Twilight-Saga) als Vater der Toten Natalie. Großes Gefühlskino, verpackt in einem eiskalten Thriller, und das mit einer obendrein akustisch astreinen Untermalung von Nick Cave und Warren Ellis.

Sicherlich wird diese Mischung nicht jedem schmecken, allerdings würde ich voraussetzen, dass Fans von Sicario oder Hell or High Water hier ebenso richtig sind! Wer die beiden anderen Filme kennt (ich bisher nur einen davon) weiß, dass Sheridan auch durchaus etwas Härte in seine Geschichten packt. Diese ist auch hier enthalten, wobei sich das aber diesmal eher konzentriert auf die letzten Minuten des Films. Wind River ist kein großformatiges Hollywoodkino, trotz Darstellern wie Renner und Olsen (die ja auch in Avengers zusammen spielen), es ist ein kleiner, sehr feiner Film, der viel auf leise Töne setzt, die aber umso lauter widerhallen. Der eingeblendete Schlusssatz wirkt auf den ersten Blick ein klein wenig plakativ, hätte vielleicht anders eingebaut werden können im Film, aber die Ungeheuerlichkeit dieser paar Worte steht dann einsam und allein für sich.

Wertung  :8.5: - da mich Sicario einen TICKEN mehr gepackt hat

15
Serien / Big Little Lies (HBO)
« am: 14. Februar 2018, 13:24:15 »



Ein Todesfall überschattet das scheinbar makellose Privatleben dreier befreundeter Mütter (Nicole Kidman, Reese Witherspoon, Shailene Woodley) und spaltet die Gemeinde eines wohlhabenden kalifornischen Küstenstädtchens. Die stargespickte HBO-Miniserie entlarvt mit bitterbösem Humor das heuchlerische Leben der Reichen und Schönen und holte acht Emmys und vier Golden Globes.

Auch hier meinerseits starkes Interesse, werden wir wohl heute mal beginnen, ist mit 7 Folgen ja schnell weggefrühstückt. Ich lese nur richtig gutes drüber, und die 2. Staffel ist bestätigt. Die Besetzungsliste liest sich ebenso gut...

16
Serien / Snowfall (FX)
« am: 14. Februar 2018, 13:14:34 »



Die Serie erzählt davon, wie sich Crack und Kokain zu Beginn der 1980er Jahre in Los Angeles geradezu epidemisch ausbreiteten und das Leben und die Kultur in der kalifornischen Film- und Unterhaltungsmetropole massiv beeinflussten.

Hauptfigur ist der junge Kleinkriminelle Franklin Saint (Damson Idris), der von einem früheren reichen Schulkumpel in die Welt des Kokain-Handels eingeführt wird, seine große Chance wittert und unbeirrbar nach Macht strebt. Und so wandelt sich der clevere Junge aus gutem Hause zu einem Geschäftsmann, dem die Skrupel nach und nach verlorengehen. Dabei kreuzt sich Franklins Weg mit dem des mexikanischen Wrestlers Gustavo Zapata (Sergio Peris-Mencheta), der zwischen die Fronten einer kriminellen Familie gerät.

Auf der anderen Seite des Gesetzes agiert CIA-Ermittler Teddy McDonald (Carter Hudson). Da der Agent im Kampf gegen die Drogen mit konventionellen Mitteln nicht weiterzukommen glaubt, setzt er sich über die offiziellen Regeln hinweg und beginnt, die Contra-Rebellen in Nicaragua mit finanziellen Mitteln zu unterstützen. Außerdem wird er immer wieder von seiner eigenen düsteren Vergangenheit eingeholt.

Und dann wäre da noch Luica Villanueva (Emily Rios), die selbstsüchtige Tochter eines mexikanischen Drogenbarons, die nicht einmal davor zurückschreckt, für ihren Vorteil die eigene Familie zu hintergehen.
fernsehserien.de

Sieht interessant aus, 80er Jahre sind eh meins, da werd ich mal reinlinsen! Schon einer was von gehört?

17
Reviews / Girl on the Train
« am: 08. Februar 2018, 11:25:51 »


Das New Yorker Vorstadtleben ist geprägt von langen Straßen, vereinzelten Ansammlungen von Einfamilienhäusern und großen, offenen Gärten. Wälder, Hügel und durchaus einer gewissen Einsamkeit, die man anhand der nahe gelegenen Metropole nicht so wirklich greifen kann. Von dort fahren täglich tausende Menschen zu ihrem Arbeitsplatz in die Stadt. Mit dem Auto, aber auch mit dem Zug, wie unsere Protagonistin Rachel, die jeden Tag die gleichen Häuser und Menschen beobachtet von ihrem Fensterplatz aus. Ein junges Pärchen hier, ihr Ex-Mann dort. Eines Tages sieht sie das junge Pärchen auf dem Balkon küssend, doch halt! Das ist nicht der selbe Mann wie immer, der die blonde Frau in den Armen hält. Kurz darauf gilt sie als vermisst, und Rachel, selbst starke Alkoholikerin, findet sich inmitten eines Alptraums wieder…

Man könnte zur Geschichte von Girl on the Train noch viel mehr schreiben, aber ich profitierte davon, dass ich im Grunde völlig unwissend an den Film ranging. Ich kannte keinen Trailer, keine Inhaltsangabe, wusste lediglich es handelt sich um die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers der britischen Autorin Paula Hawkins, der auch gleichzeitig ihr Debütroman war. Ein Thriller, auf manchen Seiten auch als Mysterythriller betitelt. Nun wenn man Mystery wirklich als mysteriös deutet, und nicht wie heute gängig mit Übernatürlichem verbindet, dann liegt man dabei ziemlich richtig. Ich würde das Ganze zusammenfassend als Psychothriller betiteln, den uns Regisseur Tate Taylor (Pretty Ugly People, The Help) da gedreht hat.

Die Geschichte nimmt ganz gemächlich ihren Anfang. Der Zuschauer weiß vornehmlich nicht mehr als Rachel, und das bleibt auch lange Zeit so. Genau daraus nimmt der Film auch seine Faszination, dass man im Grunde erst im Verlauf der Handlung immer weiter Licht ins Dunkel bringt, beginnend mit der Stück für Stück Verknüpfung der Figuren und deren Geschichten. Zentral bleibt dabei natürlich Rachel der treibende Punkt, aber auch Megan und Scott Hipwell rücken in den Mittelpunkt, ebenso wie Tom und Anna Watson oder Dr. Abdic. Neben ein paar weiteren Randfiguren wars das dann mit den handelnden Personen, auf die man sich somit vollständig fokussieren kann. Man verzichtet faktisch fast gänzlich auf Statisten, außer ganz hintergründlich in kurzen Aufnahmen einer Bar oder im Zug. Unwichtige Randfiguren spart man sich fast gänzlich.

Nun entwickelt sich zwar erst einmal nicht wirklich etwas Greifbares und Nachvollziehbares, aber es macht sich im Zuschauer eine gewisse Unruhe breit, was denn da kommen mag. Vermutungen lassen sich anstellen, die Erzählweise besteht aus vielen Rückblenden zu verschiedenen Zeiten über einen Zeitraum mehrerer Monate. Langsam entfaltet sich einem der Abgrund immer mehr. Die Geschichte nimmt sich das geordnete Familienleben zur Brust, zermürbt einen weiter mit nicht durchschaubarer Unwissenheit, und trotzdem will man wissen was denn nun Sache ist. Wohin Taylors Film schlussendlich gehen wird, offenbart sich erst durch eine gekonnt eingebaute Wendung der Handlung, die man so sicher nicht erwartet hat. Allein dadurch schraubte sich das Werk bei mir durchaus noch einiges nach oben!

Thematisch und vom Stil her würde ich Girl on the Train am ehesten mit Finchers Gone Girl vergleichen, und natürlich liegt auch ein Liebäugeln mit Onkel Hitchcock wirklich nahe. Für mich persönlich stand lange die Frage im Raum, ob der Film dieses spielen mit der Erwartungshaltung am Ende dann auch halten kann, oder ob das Konstrukt zusammenbricht. Ich bin der Meinung das kann er, für meinen Teil sogar einiges besser als es Gone Girl konnte. In seiner Quintessenz wirkt dieser hier nicht ganz so durchkonstruiert wie Finchers Film, auch wenn so eine Geschichte ohne eine durchdachte Konstruktion natürlich ohnehin in sich zusammenfallen würde.

Optisch trist gehalten, der herbstlichen Jahreszeit anheim getragen, die hier vorherrscht, wirkt Girl on the Train einfach relativ echt. Keine knalligen Farben oder Filterspielereien, normale Menschen wie Du und ich. Gedreht wurde stilecht im Westchester County vor New York, Danny Elfman untermalt den Streifen mit einer guten, aber auch unaufdringlichen Musik, die eher zweckdienlich daherkommt. Auf große Effekte oder Knaller verzichtet Taylor im Grunde völlig. Seine Kraft zieht der Film aus der Darstellung der Figuren. Da ist Emily Blunt (Sicario, Edge of Tomorrow)als Rachel ganz weit vorne, das ist für mich ihre bislang stärkste Rolle. Aber auch Haley Bennett (Die glorreichen Sieben, Hardcore) spielt stark, Luke Evans (F&F 7, Der Hobbit) und Edgar Ramirez (Zero Dark Thirty, Point Break) sind auch gut dabei. Rebecca Ferguson (Schneemann) und Justin Theroux (Your Highness, Wanderlust) komplettieren den runden Cast, und auch Lisa Kudrow (Friends) darf zwei- dreimal vorbeischauen.

Wer gute Thriller mag, und auf Bombast verzichten kann, der ist bei Girl on the Train gut aufgehoben! Für die Top 10 reicht es zwar nicht, aber die Sogwirkung des abgründigen Vorstadtlebens hat mich hervorragend unterhalten!
 :8:

18
Reviews / Chuck - Der wahre Rocky
« am: 07. Februar 2018, 12:26:47 »


Chuck Wepner ist sicherlich kaum einem hierzulande ein Begriff. Vielleicht gerade mal einer Handvoll Boxfans die sich mit der Geschichte des Boxsports näher beschäftigten, oder jenen Rocky-Fans die sich wirklich eingehend mit Teil 1 der Filmreihe befasst haben. Wepner begann seine Boxkarriere 1964 und war zeitweise Schwergewichtsmeister von New Jersey. Er boxte durchaus auch Leute wie Goerge Foreman und Sonny Liston, ersteren aber bei einem Aufbaukampf zu Beginn seiner Karriere, letzteren am Ende seiner Laufbahn. Er verlor gegen beide. Interessanter ist dann die Gegebenheit, dass Wepner, genannt der Bayonne Bleeder wegen seiner Anfälligkeit gegen Cuts (wegen derer er auch viele Kämpfe verlor), im Jahr 1975 gegen Muhammad Ali ran durfte, und dies ist seine Geschichte.

Wepner ist aus Bayonne New Jersey, einigermaßen als Boxer im Schwergewicht bekannt, Teilzeit-Boxer ohne wirklichen Erfolg. Er hat eine kleine Tochter und seine ihn liebende Ehefrau Phyllis, an seiner Seite bei den Kämpfen sein Trainer, Manager und Ringarzt in einem: Al Braverman. Überraschenderweise schlägt er einen Boxer in der zweiten Runde, woraufhin ihm Al offenbart er dürfe gegen Foreman kämpfen, sofern dieser im Rumble in the Jungle gegen Muhammad Ali verliert. Foreman verliert, und Wepner ist enttäuscht. Zwischendurch von seiner Frau verlassen, weil er mit einer anderen ein Techtelmechtel anfangen wollte, kriegt er aber doch das Angebot nun Ali zu boxen, da der seinen Titel gegen einen Weißen verteidigen soll. Wepner ist der einzige Weiße in den Top Ten der Schwergewichtler. Durch den Kampf erhält ein gewisser Sylvester Stallone die Idee zu seinem Film Rocky, und plötzlich ist Wepner in aller Munde. Doch die Geschichte bringt nicht den erhofften Erfolg…

Natürlich ist Rocky Geschichte, besser gesagt Filmgeschichte. Stallone gewann mit seinem Außenseiterdrama zwei Oscars, wird zum Weltstar und dreht bis heute vier Fortsetzungen und ein Spin-Off, von dem ein weiteres in Arbeit ist. Wepners Geschichte geht natürlich ebenso weiter, nur für ihn anders als erhofft. Anders als der Trailer es vielleicht vorgaukelt, handelt es sich hier nicht um eine humorvolle Aufarbeitung des Themas. Chuck – Der wahre Rocky hat zwar den ein oder anderen humorvoll angehauchten Moment, ist aber insgesamt ein waschechtes Drama, welches zwar nicht auf die Tränendrüse drückt, aber doch an den wahren Geschehnissen orientiert ist. Auch geht es nicht primär ums Boxen und damit einhergehend Boxkämpfe, obgleich der Sport ansich natürlich stets präsent ist, weil es schlicht Wepners Leben einnimmt.

Regisseur Philippe Falardeau konzentriert sich auf den Zeitraum von 1974 bis Anfang der 90er Jahre, wobei Hauptaugenmerk natürlich auf dem Kampf 1975, der Zeit ab dem Kinostart von Rocky und dem Erfolg danach, sowie dann wieder ungefähr um die Zeit des Drehs von Stallones Lock Up und danach liegt. Trotz der recht kurzen Laufzeit von knapp über eineinhalb Stunden wirkt der Film aber nie stakkato- oder lückenhaft und man vermisst auch keine maßgeblichen Teile aus Wepners Leben. Die Art des Streifens ist ruhig, irgendwie 70er Jahre-mässig, was natürlich mit entsprechender Ausstattung an Fahrzeugen, Kleidung, Musik und Filmschnipseln unterlegt wird. Die 80er und 90er sind dann schnell abgehandelt gegen Ende, und nicht weiter der Rede wert. Spannung kann Chuck – Der wahre Rocky nicht generieren, aber das war einerseits nicht die Intention, und andererseits ist dies bei einem Biopic dieser Art auch nicht nötig.

Die Rechtfertigung für sein Dasein hat der Film allein durch seine doch recht ungewöhnliche Grundsituation, die gerade für Fans des Rocky-Universums durchaus interessant ist. In wie fern im Film gezeigte Situationen mit Stallone selbst genau so geschehen sind kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Klar ist, dass Stallone Wepner zum Casting für die Rolle eines Sparringspartners in Rocky 2 einlud, die er dann nicht bekam. Ob und wie er ihn vorher bereits kannte oder traf bzw. der Rollenname Chink Weber, der dann von Stallone für den Bösewicht in Lock Up verwendet wurde da schon im Raum stand ist unklar. Kann Mythos oder Wahrheit sein. Für mich steht fest, dass Stallone Wepners Showkampf gegen den Wrestler André the Giant zum Vorbild für Rocky vs. Hulk Hogan (in Rocky 3)hernahm, das ist mehr als offensichtlich, wird hier aber auch nicht näher thematisiert.

Das Drehbuch basiert auf Wepners Biographie und dem Dokumentarfilm The Real Rocky von Jeff Feuerzeig aus dem Jahr 2011, der auch hier mit am Drehbuch schrieb. Dies tat übrigens auch Hauptdarsteller Liev Schreiber, der hier absolut überzeugend den Chuck geben darf. An seiner Seite agiert Elizabeth Moss als seine Frau, Ron Perlman als sein Trainer Al und in einer Nebenrolle als Chucks Bruder auch Michael Rapaport. Naomi Watts ist auch in einer größeren aber bedeutenden Nebenrolle an Bord, der Rest dürfte eher unbekannt sein. Nichts desto trotz lebt der Film von seinen Darstellern, die machen ihre Sache allesamt hervorragend, vor allem Schreiber und Perlman, was deren Optik hier angeht. Etwas fragwürdig ist lediglich, dass Schreiber für den zu Beginn 35-jährigen Wepner gecastet wurde (wohl wegen seiner Physis und sonstigen Ähnlichkeit), zum Ende mit quasi mitte 50 aber eigentlich noch genauso aussieht wie am Anfang – aber das ist meckern auf hohem Niveau. Wen diese Geschichte anspricht, der kann einen Blick riskieren, ich hätte vielleicht einen Punkt höher gewertet, wenn ich aufgrund des Trailers nicht einen etwas anderen Film erwartet hätte.

 :6.5:

19
Serien / Der Lack ist ab (Kai Wiesinger, Bettina Zimmermann)
« am: 29. Januar 2018, 09:42:55 »



Ja es ist ne deutsche Serie, ja sie ist sicherlich absolut nicht für jeden hier was - aber zum Einen sind das immer nur 11 Minuten pro Folge, und zum anderen dürfte das Ganze sicherlich für die Zielgruppe der Leute in Beziehung mit Kids (oder auch ohne) und um die 35 bis 40 genau richtig sein :D

Kai Wiesinger produziert, schreibt und führt auch Regie hier, spielt zusammen mit seiner Lebensgefährtin Bettina Zimmermann, die auch hier seine Ehefrau spielt - das gibt der Serie zudem noch einen realistischeren Touch. Trotz Komödienrichtung wird Der Lack ist ab zu keinem Zeitpunkt albern oder spult die üblichen Witzchen runter. Viel mehr ist das ein Einblick in das Leben von jedem von uns! Jede Folge behandelt ein anderes Thema, wobei Folge 1 am Anfang etwas komisch anmutet und man erstmal einem Gespräch unter drei Freundinen lauscht - bis Kai nach Hause kommt :D...

Es geht dabei um Problemchen ALLER Coleur! Sex im "Alter", Midlife Crisis, Körperbewusstsein, erste körperliche Schwächen, weniger Partyleben mehr Familie, Alkohol und deren Mengen :lol:, Eltern die mal gepflegt werden müssen, Freunde die gern einen Partnertausch wollen, Freunde die seltsam wurden, Freunde die meinen jung bleiben zu müssen, eigene Kinder die Hasch verkaufen,...

Das ist wirklich intelligent aufgemacht, wobei natürlich der Mann oft mal wie der Elefant im Porzellanladen argumentiert, wie das halt so ist im Leben. Es gibt bisher 4 Staffeln bei Prime kostenlos - wir haben dank der kurzen laufzeit einfach mal eineinhalb Staffeln auf einmal durchgehauen.

Es sind auch in jeder Folge sehr bekannte Leute mit dabei, und alles spielt sich eigentlich zu 95 % bei den beiden in der Wohnung ab. Vielleicht riskiert ja mal jemand nen Blick, gebt dem Ganzen aber mal 2-3 Folgen Zeit sich zu entwickeln

20
Reviews / Super Dark Times
« am: 16. Januar 2018, 11:27:47 »

Kevin Phillips war bisher als Nebendarsteller in Filmen und Serien zu sehen, und präsentiert uns nun mit Super Dark Times sein Regiedebüt. Auch für die beiden Drehbuchautoren Ben Collins und Luke Piotrowski war dies der erste Spielfilm, vorher schrieben die beiden lediglich für Kurzfilme. Für die Geschichte katapultieren uns die Schreiberlinge zurück in die 90er Jahre. Eine nicht näher bezeichnete Kleinstadt in den USA, herbstlich-winterliche Stimmung, düsteres Wetter, karge Umgebung. Zach und Josh sind unzertrennliche Freunde, verbringen auch die Zeit nach der Highschool jeden Tag miteinander, und sie sind beide in die hübsche Allison verknallt. Eines Tages treffen sie sich mit Daryl und Charlie, verbringen den Nachmittag damit mit dem Samuraischwert von Joshs Bruder Milchtüten zu zerteilen. Plötzlich kommt es zum Streit, durch einen tragischen Unfall tötet Josh Daryl mit dem Schwert, die Jugendlichen beschließen den Vorfall nicht zu melden und verstecken die Leiche…

Phillips führt uns in eine düstere Zeit, zusammen mit seinen Protagonisten. Aber prinzipiell geht es primär erst einmal nicht um die Tat, die erst nach einem symbolträchtigen (oder auch nicht) Prolog und der gemächlichen Einführung der Jungs stattfindet. Der schnöde und immer gleiche Alltag der Kids wird gezeigt. Abhängen, sinnfreie Dialoge führen, anhand des Jahrbuchs überlegen wen man denn ficken würde, und wenn ja wie und wo. Radfahren und vor sich hin leben. Alles ist wie immer, das Leben normaler Jugendlicher, potenzierter Gebrauch von Fäkalsprache, abkapseln von den Eltern, die in der Regel tagsüber ohnehin nicht zu Hause sind. Ein Tag gleicht dem anderen, wäre da nicht der verheerende Zwischenfall mit Daryl, der das Leben für alle Beteiligten für immer verändern wird.

Dies alles vermag der Regisseur wirklich sehr realistisch und nachvollziehbar darzustellen. Jugendliche die zwar nerdig und nicht angesagt sind, aber eben auch nicht gleich völlige Außenseiter und Loser. Man arrangiert sich mit dem Leben und auch den Bullies im Ort, man bleibt unter sich. Kurioserweise blendet Phillips die Erwachsenen fast gänzlich aus! Der Prolog, ganz kurz am Ende, dazwischen ist noch Zachs Mom im Grunde die einzige wirklich greifbar vorhandene erwachsene Person, auch wenn diese nur eine Randfigur bleibt. So kann man sich völlig auf die eigentlichen Figuren konzentrieren, und die bleiben Zach und Josh, während auch Charlie mehr oder weniger zur Randfigur wird. Der Grund liegt auf der Hand, da sich so das Auseinanderdriften und Abkapseln noch besser zeigen lässt, als es zwischen Zach und Josh ohnehin schon stattfindet. Charlie kam von außen, und er geht wieder nach außen.

Aber Allison betritt den Plan immer mehr. Sie wird dann auch zur zentralen Handlungsfigur für die Entwicklung und Auflösung der Geschichte, auch wenn sie erst Stück für Stück eingeführt wird, und auch nicht einmal so viel Screentime inne hat. Sie ist sehr bedeutend für die Punkte erste Liebe, Eifersucht, Zurückhaltung oder auch Schüchternheit. Gleichwohl aber natürlich auch Sinnbild für das Verlangen und den körperlichen Aspekt. Ja Phillips hat Super Dark Times trotz der sehr gemächlichen und ruhigen Erzählweise wirklich vollgepackt mit allen Sorgen, Ängsten und Aspekten von Jugendlichen und dem Erwachsenwerden. Vieles davon wurde mir auch nicht gleich beim Ansehen, sondern beim Sinnieren hinterher bewusst. Das Auseinanderdriften von Freunden zu den Zeiten der Pubertät, das Entdecken der eigenen Sexualität, erst unterbewusst in Gedanken und Träumen, dann realer in zwischenmenschlichen Begegnungen mit dem anderen Geschlecht. Diese komplexen Vorgänge behandelt der Film eigentlich schon sehr umfänglich.

Vieles blitzt dabei nur in einzelnen kurzen Szenen auf, dann doch wieder etwas mehr. Natürlich spielen dabei auch Alkohol und Drogen eine kleine Rolle, erste Kontakte damit. Partys, angesehen sein, ältere Geschwister die hier nicht wirklich vorhanden sind. Und doch wird auch der Konflikt den man mit älteren/jüngeren Geschwistern so hat ebenso angerissen. Darstellerisch setzt Phillips ebenso auf unbekannte Gesichter, die beiden Hauptakteure Owen Campbell und Charlie Tahan könnte man dabei noch aus manchen Serien kennen (The Americans, Gotham, Wayward Pines), während sonst lediglich Amy Hargreaves (Blue Ruin, Tote Mädchen lügen nicht) als Zachs Mutter noch bekannt sein dürfte. Heraus stechen aber schlicht alle Darsteller, da sie einfach sehr authentisch agieren, allen voran noch Elizabeth Capuccino als Allison, die nebenbei den Spagat zwischen kindlichem Charme und sexy Heranwachsender fabulös packt.

Was mir bei einer Punktewertung etwas zu schaffen macht ist Phillips Art der Inszenierung, wenn man sich Super Dark Times insgesamt ansieht. Der Prolog wird in keiner Form mehr im Film aufgegriffen, steht also sinnbildlich für den Film selbst, was die Konsequenz angeht, oder erschließt sich mir nicht wirklich. Ebenso ist nach einer gewissen Spieldauer der Weg den die Handlung gehen wird irgendwo klar, die Frage ist ob das in dieser Art hätte sein müssen. Das Finale ist, entgegen der ruhigen und fast nebensächlichen Ruhe des Mittelteils, straight, schnell und hart abgearbeitet. Man möchte fast sagen es wird per Holzhammer serviert. Ehrlicherweise war ich überrascht und erschrocken gleichzeitig. In der Quintessenz verdeutlicht es zwar alles auf was der Film hingearbeitet hat, aber es passt auch nicht hundertprozentig. Vielleicht liegt mir das Ende auch deswegen etwas quer, weil ich die Intention Phillips etwas missverstanden habe, da lege ich mich nach der Erstsichtung aber nicht fest.

Wer den Film nur wegen dem 90s Flair schauen will, wird sicher nicht so zufrieden sein. Er stellt diese Zeit zwar dar, aber eben auch nur so wie sie ist. Die Zeit ist gegeben, und wird nicht wie bei Stranger Things ect. pp gefeiert oder gar absichtlich auf die Spitze getrieben. Der Soundtrack ist zeitgemäß, wird aber eher beiläufig eingestreut und ist somit eher sachdienlich, und Sachen wie alte PCs oder eine Playstation sind auch nur Randerscheinungen. Dass es keine Handys gibt, und bei einem Nebendarsteller mal ein Pager piept sind nur Mittel zum Zweck, vertiefen nur den Eindruck den man selbst aus der Jugend noch kennt, wenn man in den 70er oder 80er Jahren geboren wurde. Ich möchte auch behaupten dass es nicht relevant wäre ob Super Dark Times nun in den 60er, 70er, 80er oder 90er Jahren spielt – es ist nur essentiell wichtig, dass er nicht danach spielt! Das würde in der Form nicht funktionieren. Für eine Reise in die Vergangenheit taugt der Film nur wenig, dafür ist er zu dramatisch. Für eine gelungenes Regie-Debüt und glaubhafte darstellerische Leistungen, sowie eine tiefgehende CoA-Story ist Super Dark Times eine Reise wert. Man muss sich aber drauf einlassen können!

Was Kevon Phillips Werk keinesfalls ist, was aber andernorts angedeutet wird… Stand by me, Donnie Darko… das alles sind andere Filme, mit denen würde ich diesen hier nie vergleichen!

21
Reviews / Detroit (Kathryn Bigelow)
« am: 15. Januar 2018, 12:46:41 »


Wirklich viele Filme hat die amerikanische Regisseurin Kathryn Bigelow in ihrer bisherigen Laufbahn nicht auf dem Zettel, aber dafür (in meinen Augen) qualitativ sehr hochwertige! Mit Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis legte sie einen wohl einzigartigen Vampirfilm hin, gefolgt von Blue Steel, einem Thriller der mir persönlich auch heute noch gefällt, trotz seiner Einfachheit. Gefährliche Brandung mit Swayze und Kenau Reeves rockt einfach nur, dicht gefolgt vom Sci-Fi Millenium-Thriller Strange Days. Für The Hurt Locker – Tödliches Kommando bekam Bigelow dann sogar einen Oscar für die beste Regie, auch das  Folgewerk Zero Dark Thrity wurde für fünf Oscars nominiert. Dank dieser Vita freute ich mich ungemein auf ihr neuestes Werk Detroit, sofort als ich den dazugehörigen Trailer gesichtet hatte.

Die Story führt uns ins Jahr 1967 in besagte Stadt Detroit, die nebenbei größte Stadt im Bundesstaat Michigan. Dank der boomenden Automobilbranche zog es massenhaft Immigranten und Schwarze aus den Südstaaten in die Stadt, die dadurch in den 50er und 60er Jahren zwischen 1,8 und 1,6 Millionen Einwohner hatte. Zum Vergleich: Heute sind es noch ca. 700.000, davon ca. 80 % Afroamerikaner! Nach einer Polizeikontrolle in einer illegalen afroamerikanischen Bar brachen unverhofft Rassenunruhen aus, die Tage anhalten sollten. Inmitten der Plünderungen wurde die Nationalgarde eingesetzt. Die Musiker der Band The Dramatics gehen mit zwei weißen Mädchen ins Algier Motel um dort etwas abzuhängen. Einer der Leute schießt aus Übermut mit einer Schreckschußwaffe aus dem Fenster, was drei rassistische Polizisten auf den Plan ruft…

Genauer möchte ich auf die Handlung eigentlich nicht eingehen, und ich möchte alle Leute auch bitten, sich mit dem realen Vorfall erst nach Genuss des Films auseinanderzusetzen, um sich die Spannung der Geschichte nicht nehmen zu lassen. Ich ging selbst ohne Vorwissen an Bigelows Film heran, und war selbst überrascht von ihrer Herangehensweise an Detroit. Der Film gliedert sich grob in drei Bereiche. Der Anfang zeigt kurz die Razzia, ohne dabei groß auf einzelne Personen einzugehen, gefolgt von einer mehr oder weniger dokumentarischen Collage an Szenen der Unruhen, Anrücken der Nationalgarde, Klärung der Gesamtsituation sozusagen. Dann erst wird langsam in Richtung der im Film bedeutsamen und agierenden Personen gerückt.

Die drei Polizisten um Philip Kraus werden krass aber bezeichnend eingeführt, das allgemeine Chaos immer im Rücken des Zuschauers. Schon lernt man die Jungs der Band Dramatics kennen, die ihren Abend im Algier verbringen wollen, die Schüsse, und das Gezeigte dreht sich abermals. Von da an gibt es knapp eine Stunde ein superintensives, fast greifbares und sehr hartes Kammerspiel, dass sich fast ausnahmslos im Flur des Algier Motel abspielt. Nach diesem Hauptteil folgt dann abermals ein Richtungswechsel, und als Abhandlung und Resümee des Ganzen schwenkt Bigelow Richtung Justizdrama. Diese ganzen Wechsel gelingen ihr ziemlich gut, lediglich die erste halbe Stunde hätte man sich etwas zusammenhängender gewünscht.

Dennoch verständlich, da sich die Regisseurin absolut auf den Hauptteil konzentrierte, in dem eine so dichte Atmosphäre vorherrscht, dass man meint die Luft schneiden zu können, die Angst zu spüren. Glücksgriff dabei sind im Grunde alle Darsteller, allen voran aber Will Poulter (Wir sind die Millers, Maze Runner) als hasserfüllter und berechnend gnadenloser Philip Krauss. John Boyegas (Star Wars: Das Erwachen der Macht) Charakter fungiert fast nur als Beobachter, und dennoch ist seine Rolle einer der tragenden Charaktere für die Story. Anthony Mackie (Marvels Avengers) , Algee Smith und alle anderen Darsteller der afroamerikanischen Besucher des Motels machen ihre Sache ausnahmslos super! Aufgrund der gezeigten Aufnahmen und Aktionen hier halte ich die FSK 12 für äusserst fragwürdig, das muss definitiv gesagt werden! Blutige Einschüsse, Quälereien und heftige Beleidigungen sind hier ständiger Begleiter, und verdeutlichen die ausweglose Situation die dort herrschte.

Die realen Bezüge sind wohl nicht vollständig zu klären gewesen damals, was aber auch der Hergang und die eigentlichen Taten zeigen sollten. Verlässliche Aussagen ect. gab es, wie die Verhandlung auch zeigt, um das Alles verfilmen zu können nimmt sich Bigelow aber natürlich auch einige Freiheiten, die aber so groß nicht gewesen sein dürften. Dies bestätigte auch Melvin Dismukes, dessen Charakter John Boyega hier spielt. Diese Tatsache räumt Bigelow im Abspann aber auch ein. Wieder einmal zeigt uns aber die Realität, wie grausam der Mensch sein kann, und vor allem wie die Maschinerie damals in den USA so lief, und teilweise auch bis heute noch läuft. Bigelow hat mit Detroit nicht nur ein Drama mit 60er Jahre Zeitkolorit geschaffen, sondern ein Mahnmal gegen Rassenhass und Gewalt, trotz der nicht von der Hand zu weisenden Tatsache, dass die Bevölkerung an den Unruhen im Grunde die alleinige Schuld trägt, wenn man sich die Gründe für deren Ausbruch mal vor Augen ruft. Für Freunde von Filmen denen wahre Begebenheiten zugrunde liegen ist Detroit ein gefundenes Fressen, was das handwerkliche angeht hat Bigelow ein weiteres Mal bewiesen, dass ihr Name für Qualität steht!

22
Neuigkeiten / 24 Hours to Live (Ethan Hawke, Rutger Hauer)
« am: 20. Oktober 2017, 09:00:07 »


m Thriller 24 Hours to Live wird Profikiller Ethan Hawke für einen Tag wiederbelebt, um seinen Autrag zu Ende zu bringen.

Handlung von 24 Hours to Live
In 24 Hours to Live bekommt ein während der Ausübung seines Berufs getöteter professioneller Killer (Ethan Hawke) die Chance, Vergebung zu erlangen - und zwar als sein Arbeitgeber ihn erneut zum Leben erweckt. Diese Wiederbelebung ist allerdings nur auf eine gewisse Zeit - die titelgebenden 24 Stunden - beschränkt.
moviepilot.de

Story klingt nach nem Mashup aus Crank und John Wick ect. - aber der Trailer rockt!!! Ich mag die Darsteller, Regisseur Brian Smrz hat bisher nur den Rachethriller Hero Wanted mit Cuba Gooding Jr. gemacht, war ansonsten aber Stunt Director und Stuntman bei diversen Großformaten... auch mit dabei Liam Cunningham

23
Neuigkeiten / Gotti (John Travolta,
« am: 17. Oktober 2017, 13:40:37 »



Story dreht sich, wer hätts gedenkt, klar um John Gotti und seinen Werdegang als New Yorker Mafiaboss... Würde mich freuen wenn Travolta damit wieder punkten kann, nach seinen letzten Ausfällen - die Perücke scheint zu sitzen, Feuer frei! Regisseur Kevin Connolly is jetz eher unbekannt.

24
Neuigkeiten / Acts of Vengeance (Florentine)
« am: 17. Oktober 2017, 13:37:11 »



n Acts of Vengeance macht sich der Anwalt Frank Valera (Antonio Banderas) Vorwürfe, weil er den Tod seiner Frau und Tochter nicht verhindern konnte. Doch er ist fest entschlossen, die Menschen zu finden, die ihm das Liebste genommen haben. Die Zeit der Rache ist gekommen...

Banderas macht nach seinem Die Hard Ausflug ins Kaufhaus abermals auf Action, diesmal Revenge - mit Karl Urban und Paz Vega, würd ich mir anschauen - vor allem weil Florentine.

25
Neuigkeiten / Roman J Israel, Esq. (Denzel Washington, Colin Farrell)
« am: 17. Oktober 2017, 13:33:56 »



Innerhalb des überlasteten Gerichtsapparts von Los Angeles, sieht sich der idealistische Pflichtverteidiger Roman Israel (Denzel Washington) mit einer Reihe außergewöhnlicher Ereignisse konfrontiert. Dies führt dazu, dass er sich in einer Krise wiederfindet, die ihn zu extremem Aktionismus verleitet...

Justizthriller sind mein Ding, Worschtschinken ebenso - nach einem Buch von Sidney Lumet... Dan Gilroy hat Nightcrawler gedreht - ich würd mal sagen count me in!

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