Die Filme der Hammer-Studios

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    Jenen bei dem Christopher Lee am Ende zu Staub zerfällt kenn ich jedenfalls GANZ sicher, dürfte der erste sein, oder?

    Vielen lieben Dank für die Blumen, Marco und Andi. Ich geben mir Mühe etwas mehr Content zu liefern, der hier nicht nur nachhaltig sein, sondern auch zum Stöbern im Forum anregt (auch mich mal animiert zu stöbern, was ich oder andere früher geschrieben haben... nur das Häckchen nicht vergessen). Pierre hatte am Anfang etwas mehr gepostet - interessant seine Sicht der Dinge zu lesen. Es gibt ohnehin noch einiges in der Filmgeschichte, was super inteessant ist und fast ins Vergessen fällt (wie etwa so manche Gialli). Außerdem bin ich wieder angefixt, auch mal auf die Jagd nach dem einen oder anderen Film zu gehen. Manche Hammer Filme sind eben nur in England erschienen... oder sie gab es nur als deutsche TV-Ausstrahlung, die man leider nicht mehr aufstöbern kann, wenn man sie nicht aufgenommen hat. Ich glaube, ich hab bei meinen Eltern noch den einen oder anderen (z.B. Terror of the Tongs). Vielleicht sollte ich auch nochmal in der Chronologie zurückspringen... mal sehen...

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      Also ich weiß beispielsweise ja null über die DVD-VÖs der Filme - alles was ich von Hammer kenne lief früher auf den öffentlich-rechtlichen im Nachtprogramm
      Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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        Also ich weiß beispielsweise ja null über die DVD-VÖs der Filme - alles was ich von Hammer kenne lief früher auf den öffentlich-rechtlichen im Nachtprogramm

        Dan müsste ich zu den V.Ö. vielleicht auch noch etwas sagen, bzw. dann auch bei den Postings ggf. nachtragen. Ein erheblicher Teil ist bei Anolis erschienen. Die alten DVD-Auflagen gingen lange Zeit zu Mondpreisen weg, was sich dann mit den Blu-V.Ö. etwas eingependelt hatte. Doch mittlerweile fängt das bei den Blu-ray Auflagen ebenfalls an. Die Dracula-Filme (Mediabooks von Anolis - NICHT von Warner) gehen schon mit 80 bis 100 Euro gebraucht über den Tisch. Ich hab mich geärgert, dass ich leider den "das Grüne Blut der Dämonen" nicht als Mediabook geholt habe, weil mir das Cover der Amary besser gefallen hat. Großer Fehler - denn es ist das einzige MB, was mir aus der Reihe fehlt. Die Qualität der BDs ist zum Teil phänomenal, was allerdings nicht ganz die Erfahrung der Kino-Aufführung wiederspiegelt. Denn im Kino waren die Streifen oft nicht so brilliant in der Wiedergabe, wie sie heute auf BD sind. Daher wirkten sie früher oft etwas unheimlicher durch das düstere Bild und auch das Filmkorn. Heute sieht man zum Teil wirklich die Poren der Darsteller und die Makeupeffekte sind ebenfalls durchschaubarer.

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          Bei Anolis hab ich noch einige VÖs damals mitbekommen, wobei die ja per se schon immer nicht die günstigsten waren, beim ollen Ivo
          Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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            Dracula braucht frisches Blut (1973)

            - Der nächste Dracula knüpft an den Vorgänger an und spielt erneut in den 70er Jahren. Hammer versuchte wiederum aktuell zu bleiben und verbindet in „The Satanic Rites of Dracula“ den alten Gothic-Kollegen mit modernem Satanistenspuk. Diesmal ist eine Sonderabteilung der englischen Regierung auf der Spur eines Satanistenzirkels. Ein Agent hat sich eingeschlichen, wird jedoch entdeckt und gefoltert. Der Film beginnt mit einer schwarzen Messe und der Flucht des Agenten aus einem englischen Herrenhaus. Diese hat Fotos der Sektenmitglieder gemacht, unter anderem hochrangige Industrielle, Militärs, Wissenschaftler und der Chef der Sonderabteilung. Zudem war ein leeres Foto dabei. Der Mann stirbt und die Ermittler ziehen Inspektor Murray von Scotland Yard hinzu, den wir schon von den „Mini Mädchen“ her kennen. Dieser konsultiert Dr. Van Helsing, da dieser eine Koryphäe auf dem Gebiet des Okkultismus ist. Natürlich kommen die Helden schnell auf den Trichter, wer hinter dem Blutkult steckt.
            Das ist natürlich kein Geheimnis. Christopher Lee gibt zum letzten Mal den Dracula und hat wenig Screentime. Dafür bekommt der Zuschauer eine spannende Detektiv-/Thriller-Story, in der die Vampire nur eine Nebenrolle spielen (obwohl der Vampir-Keller zu den besten Sequenzen des Films zählt). Es wurde wieder etwas an der Sex&Gore-Schraube gedreht, aber selbst das hält sich im Rahmen. Natürlich ist der Film nicht Fisch, nicht Fleisch. Die Zeiten für Hammers klassischen Monster waren definitiv vorbei und der Mix will auch nicht recht zünden – aber selbst ein schlechter Hammer kann noch unterhalten. In diesem Film überwiegt eindeutig der Krimi/Agenten-Teil, zum Beispiel mit den Motorrad-Killern. Der Horror-Anteil verliert sich da leider. Peter Cushing gibt wie immer eine grandiose Vorstellung als Vampirjäger, der schnell dem Vampir auf die Spur kommt. Dieser wird allerdings mehr in die Richtung „Antichrist“ gedrückt als je zuvor. Die Teufelsthemen im Kino der 70er sind hier stark präsent.  Joanna Lumley ersetzt Stephanie Beacham als Van Helsings Enkelin Jessica – und unter dem restlichen Cast kann man zum Beispiel auch Freddie Jones entdecken. Das Ende und die Motivation von Dracula ist natürlich haarsträubender Käse – aber was soll’s. Lee würde eh nie mehr den Umhang überstreifen. Man sieht ihm allerdings hier schon sein Alter an den grauen Haaren an.
            Von der DVD – Veröffentlichung wollen wir lieber nicht reden, denn diese ist grottenschlecht. Es gibt wohl weltweit kein brauchbares Material, doch das spottet jeder Beschreibung. Bild- und Ton ist auf Billig-DVD Niveau. Ich hoffe eines Tages auf eine vernünftige Anolis-Scheibe...

            Fazit: Wieder kein Hammer-Highlight, aber als Versuche einen neuen Weg zu gehen noch interessant und unterhaltsam. Letzten Endes ganz ok.
            « Letzte Änderung: 06. Juli 2020, 08:25:04 von Elena Marcos »

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              Das ist wiederum einer den ich anhand der Story kennen dürfte!
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                Die sieben goldenen Vampire (1974)

                - Der letzte Dracula Film der Hammers ging neue Wege. Denn das Studio war im Niedergang und es gelang nicht mehr im Zeitalter vom „Exorzist“ Geld für neue Produktionen aufzutreiben. Also versuchte man es im Osten und kooperierte zwei Mal mit den Shaw Brothers. Was dabei herauskam, galt als kommerzieller und auch künstlerischer Flop... damals. Auch ich war als Teenager nicht unbedingt ein Fan des Streifens, denn er war wirklich nicht Fisch, nicht Fleisch – aber heute? Vom jetzigen Standpunkt aus, kann man nur eins sagen: der Film ist ein Meisterwerk der guten Unterhaltung und vereint das Beste aus zwei Welten.
                Die Story ist simpel. Der böse Hohepriester Kah reist nach Transsilvanien, um Graf Dracula zu bitten, die sieben goldenen Vampire zu erwecken. Der Obervampir hat jedoch seine eigenen Pläne mit den chinesischen Dämonen und entflieht seinem europäischen Gefängnis, in dem er sich hinter der Gestalt von Kah versteckt. 100 Jahre später ist Dr. Van Helsing (Peter Cushing) auf Studienreise in China unterwegs. Doch bei seiner Vorlesung über Vampirismus wird von den Gelehrten verhöhnt und ausgelacht. Nur Hsi Ching glaubt ihm, da er aus dem Dorf kommt, das die sieben goldenen Vampire terrorisieren. Er bittet Van Helsing um Hilfe. Der willigt erst ein als die Finanzierung der Expedition steht – denn das Geld von der reichen Lady Vanessa Buren. Dann geht es durch die Lande – unterwegs kloppt man sich mit Banditen, den goldenen Vampiren und Horden von Untoten, bis Van Helsing Kah bzw. Dracula stellen kann.
                Vorneweg ist es einfach nur zu geil, zu sehen, wie die Superstars Peter Cushing und David Chian zusammen treffen. David Chiang und seine Film-Brüder (und Schwestern) kloppen sich Shaw-gewohnt durch die Gegend, wo später auch der Europa-Cast mitkämpft. Die Fights sind flott und blutig – die Masken der Vampire sind klasse (erinnern etwas an Zombie-Makeup), während die Untoten alle Skelettmasken tragen. Ein bisschen Zombie, ein bisschen reitende Leichen und Hammer-Vampire und schon ist der Mix perfekt. Die Kampfszenen und HK-Regie ist von Meister Chang Che selbst, während Roy Ward Baker als englischer Regisseur im Vorspann steht. Optisch sieht der Film absolut klasse aus. Das Filmmaterial wirkt wie aus den 60ern und nicht wie die Hammers der 70er – die Beleuchtung ist knallig bunt (giftiges grün und saftiges rot) und die Gore-Effekte gehen ebenfalls in Ordnung. Die Monster zerfallen hübsch zu Staub und nebenbei werden noch einige (halbnackte) Jungfrauen den goldenen Vampiren geopfert. Also – hier ist eigentlich immer was los. Selbst die Lovestorys stören nicht. Zuerst denkt man, dass Van Helsings Sohn Lady Buren anbaggert, aber ne – er steht auf die Kungfu-Kämpferin Ma Kwei. (Szu Shih ist auch zuckersüß anzusehen.) Lady Buren hingegen bandelt mit David Chian an, was man den beiden sogar schauspielerisch abnimmt. Julie Ege ist eigentlich keine Schauspielerin, denn sie begann als Miss Norway. Doch nach deiner Rolle im Lazenby-Bond und einigen Horrorfilmen landete sie hier. Wahrscheinlich liegt es an der norwegischen Herkunft, denn ich kann es mir sonst nicht erklären, warum man ihr in der deutschen Fassung einen extrem lispelnden Akzent gegeben hat. Das hört sich am Anfang unheimlich albern an, aber man gewöhnt sich dran. Schlimmer ist hier allerdings John Forbes-Robertson als Dracula. Da Christopher Lee keinen Bock hatte in diesem komischen Film mitzuspielen, musste jemand anderes her. Nun, da Dracula in seiner Gestalt nur am Anfang und am Ende vorkommt, lässt sich das jedoch verschmerzen. Nun – was soll man noch sagen. Eigentlich dürfte der Film in keiner Sammlung fehlen. Ich hab den damals beim Saturn für 1,99 am Grabbeltisch bekommen. Heute geht die DVD gebraucht für 50 Euro über den Tisch (vor einigen Jahren waren es gar 200) – wir brauchen allerdings eine gute Bluray, wo die Farben so richtig zur Geltung kommen.

                Fazit: Das Beste aus zwei Welten. Genial.

                « Letzte Änderung: 06. Juli 2020, 08:25:14 von Elena Marcos »

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                  The Unquentchable Thirst of Dracula (2017)


                  Diese Fortsetzung des letzten Dracula Films wurde nie gedreht. Das Drehbuch von Anthony Hinds erhielt jedoch 2017 eine Umsetzung als Radio-Hörspiel bei der BBC (und sollte anmgeblich von Mark Gatiss, der die Hörspiel-Regie hatte, 2018 als Film gedreht werden ... das halte ich jedoch für ein Gerücht - über den Film findet man nichts im Netz, bis auf eine Meldung auf einer Fandom-Seite).

                  Die Gesichte entführt uns ins Indien der 30er Jahre. Penny lernt auf ihrer Reise im Zug die Geschwister Prem und Lakshmi kennen, die im Palast des Maharajahs auftreten sollen. Penny, die fremd in dem Land ist, kommt bei der Familie von Träger Babu unter, während die Geschwister im Palast bleiben. Am Abend soll Lakshmi für den Maharajah und seine Frau Rani tanzen, doch leider ist die Aufführung nicht für die Hausherschaften selbst, sondern für den transylvanischen Gast: Dracula. Prem soll bei der Zugabe sein Instument stecken lassen und den Raum verlassen - denn Lakshmi soll für den Grafen alleine tanzen. Das das nicht gut geht, wissen wir selbst... Penny hingegen will sich die Gegen anschauen und erforscht eine Höhle hinter dem Palast, die allerdings auch nicht ganz geheuer ist...

                  Penny hat natürlich einen Grund nach Indien zu kommen und Prem hingegen muss seine Schwester retten. Gemeinsam kommen sie einem schreckllichen Geheimnis auf die Spur.

                  Ähnlich wie Dracula in "7 golden Vampires" nach China kam, so wollte Hammer ursprünglcih mit dem Projekt "Kali - Devil Brides of Dracula" nach Indien. Ob vorliegendes Drehbuch mit dem Projekt identisch war, weiß ich nicht - angeblich war "Unquentchable Thrist" die Vorstufe dazu. Doch das Ergebnis des BBC Dramas ist spannend und temporeich. Der Zauber Indiens, der Blutkult der Kali und Dracula, der sich in Indien sichtlich wohlfühlt, hätte einen tollen Film gegeben - wenn Hammer nicht zugemacht hätte.

                  Das Radiohörspiel, das mit 87 Minuten Filmlänge hat, ist toll umgestezt und lässt einen Hauch erahnen, wie der Film hätte sein können. Natürlich können wir die farbenfrohen Kulissen nicht sehen, aber in meiner Phantasie wäre es eine Rückkehr zur großen alten Form geworden...

                  Fazit: Ich kann das Hörspiel (natürlich in englisch) sehr emphelen. Besonders Lewis MacLeod gibt der Stimme Draculas eine Klangfarbe, die stark an Chrsitopher Lee erinnert und die Illusion fast perfekt macht.


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                    Original mit Sing- und Tanzeinlagen? :D
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                      Original mit Sing- und Tanzeinlagen? :D

                      Nein - das ganze bleibt rein "britisch".

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                        Die Idee find ich jedenfalls klasse!
                        Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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                        Offline Max_Cherry

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                          Die Kombi ist cool.
                          Beim Hörspiel  muss ich leider passen, da gibt es keine Untertitel. :)


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                            Die Kombi ist cool.
                            Beim Hörspiel  muss ich leider passen, da gibt es keine Untertitel. :)

                            Naja - die Umsetzung ist nicht allzu schwer zu verstehen. Ich hab mich am Anfang etwas schwer getan, später ging es eigentlich.

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                              Phantom Ship – The Mystery of the Mary Celeste (1935)

                              Der Meeres-Thriller ist wohl der älteste erhaltene Film der Hammer Studios. Die ursprüngliche Fassung ging wohl 18 Minuten länger, leider ist nur noch die amerikanische Kurzfassung erhalten, die rund 60 Minuten läuft.
                              Die Story basiert auf den wahren Ereignissen, die bis heute nie geklärt wurden. Die „Mary Celeste“ wurde 1872 im Atlantischen Ozean aufgefunden. Die Besatzung blieb verschwunden. Bis heute gibt es die wildesten Verschwörungstheorien, aber aufgeklärt wurde das Geschehen nie. Der britische Hammerfilm findet hier einen fiktiven Ansatz. Captain Briggs ist der Kapitän der „Mary Celeste“ und bringt seine Verlobte Sarah auf das Schiff. Sein erster Maat Bilson heuert eine Mannschaft an, die aus mehr oder weniger treuen Matrosen besteht. Unter ihnen ist auch Anton Lorenzen, der sich unter dem Namen Gottlieb einschleicht. Außerdem ist ein Mann an Bord, der einen Mordversuch an Briggs plant, da Sarah die Geliebte von Briggs bestem Freund Morehead ist. Doch Briggs überredete Sarah ihn zu wählen, was nicht nur zum Bruch der Freundschaft führte, sondern auch zu bösen Machenschaften. Die Reise steht unter einem schlechten Stern, Stürme, Mordversuche auf den Captain, eine versuchte Vergewaltigung und weitere Tote machen aus dem Trip eine muntere Fahrt in die Hölle. Nach und nach stirbt oder verschwindet die Besatzung... bis am Schluss nur noch drei Mann übrigbleiben – unter ihnen der Mörder...
                              Keine übersinnliche Geschichte, sondern eher ein Thriller der eher unspektakulären Art. Das ganze klingt gruseliger als es ist, kann aber dennoch über die Lauflänge unterhalten. Gegen Ende gibt es einen starken Bruch, wenn auch Briggs und Sarah einfach verschwinden. Ich nehme an, dass hier die Kürzungen vorgenommen sind. Herausragend ist natürlich Bela Lugosi als Lorenzen, als gebrochener, einarmiger Seemann, mit einem schrecklichen Schicksal behaftet. Seine düstere Darstellung ist ein echter Gewinn für den Film. Die Qualität des Streifens, den man auf dem offiziellen YT-Kanal von Hammer sehen kann, ist relativ schlecht. Kein Wunder bei dem Alter des Films. Für Hammer-Fans ist der Film auf jeden Fall einen Blick wert – und weißt schon mal in die Richtung mit der Hammer angefangen hat. Denn vor der Horrorphase waren Krimis das Hauptgeschäft der Produktionsfirma. Dass dieser hier an Bord eines Schiffes spielt, hebt ihn eigentlich aus der Masse hervor.

                              Fazit: toller Einstieg in die Hammer-Historie. Auch wenn es effektmäßig natürlich noch etwas karg zugeht.


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                              Offline Elena Marcos

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                                Song of Freedom (1936)

                                - Dies ist eine frühe Hammerproduktion, die von J. Elder Willis inszeniert wurde und eine nette (wenn auch abstruse) Geschichte behandelt, die sich mit Rassismus auf eine etwas andere Weise auseinander setzt. Ich denke, dass das nicht unbedingt beabsichtig war, aber aus heutigem Standpunkt eben sehr faszinierend ist.
                                „Song of Freedom“ begint im Jahr 1700 auf der afrikanischen Insel Casanga, wo die grausame Königing Zinga herrscht. Ihr Sohn flieht mit seiner Freundin von der Insel und bittet einen Sklavenhändler sie mitzunehmen. Über die Jahre kommt es zur Sklavenbefreiung und die Familie Zinga bekommt einige Nachkommen. John Zinga wird später in London geboren und ernährt sich und seine Frau als Dockarbeiter. Seine außergewöhnliche Stimme erweckt das Interesse von Gabriel Donizetti, der ihn ausbilden und engagieren will. Zunächst hat John kein Interesse, doch in seinem Inneren gibt es eine Sehnsucht nach Afrika. Er möchte wissen, wer er ist und woher er kommt. Die Suche nach seiner Identität ist so stark, dass er den Job annimmt, da ihm Donizetti Touren rund um die Welt verspricht. Schnell macht er als talentierter Sänger Karriere und hat viel Erfolg. Eines Tages soll er eine Rede vorm Publikum halten, doch stattdessen singt er den „Song of Freedom“, den er im Innern spürt und frei herausträllert. Das ruft einen Anthropologen auf den Plan, der John in seiner Garderobe aufsucht. Nachdem John dem Gelehrten die Kette mit einer Medaille zeigt, die immer in der Familie weitergegeben wird, weiß der Gelehrte Bescheid. Die Kette ist das Zeichen des Königs von Casanga, einer Insel vor der Westküste Afrikas. John sagt alle Verpflichtungen ab und fährt zu seinem „Volk“ – das ihn allerdings misstrauisch empfängt. Denn er erscheint in den Kleidern des weißen Mannes und kennt sich weder mit Traditionen noch mit deren Kultur aus. Doch er möchte seinem Volk die Zivilisation, Medizin und den Fortschritt bringen. Leider lässt sich das Volk nicht darauf ein und stellt sich hinter den Medizinmann. Auch als John Kranke Menschen heilt, bringt ihm das keine Pluspunkte. Als er ein Stammesritual als Aberglauben bezeichnet und den Kreis zerstört, wird er und seine Frau gefangen genommen, die dann geopfert werden soll...
                                Es ist klar, wie der Film ausgeht. Im Finale singt John das Lied, das nie ein weißer Mann gehört hat (außer denen in der Oper damals...) und wird erst dann als König akzeptiert. Aber er merkt, dass er als „Eindringling“ mehr ein Störenfried ist und kehrt nach England zurück, allerdings mit der Gewissheit, wer er ist...
                                Außergewöhnlich ist, dass man mit Paul Robeson in den 30ern einen „schwarzen“ Helden und Hauptcharakter hat, der mit den „weißen“ Kollegen absolut gleichwertig agiert. (In Amerika kam das erst mit „Night of the living dead“) ... vielleicht auch ein Grund, warum Song of Freedom in Amerika nicht erfolgreich war, im Gegensatz zu England. Auch die Konstellation ist anders, als man sie kennt. John Zinga ist gebürtiger Engländer, interessiert sich für seine Wurzeln, weil er aufgrund seiner Hautfarbe denkt, er wäre Afrikaner und gehört eben dahin ... und stellt fest, dass er eben Engländer ist und kein Afrikaner.
                                Das ist eigentlich ein sehr aktueller Standpunkt. Sind Kinder von Migranten, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, eben Ausländer oder Deutsche... Sicher ist die Suche nach Identität wichtig, aber wo fühlt man sich zuhause und zugehörig. Ohnehin ist Paul Robeson ein interessanter Charakter – der war Zeit seines Lebens politisch aktiv und war überzeugter Kommunist, was in nicht nur in der MacCarthy Ära erheblichen Ärger einbrachte. Er ging zwar auch in den 60er nach Russland, kann doch nach gesundheitlichen Problemen  wieder nach Amerika zurück...
                                Hm – zurück zum Film. Für einen britischen Film dieser Zeit ist „Song of Freedom“ sehr mutig und vielschichtig. Sicher gibt es viel Gesang und Studioszenen (die waren sicher nicht unbedingt in Afrika bei Dreharbeiten) – doch das Runde Paket ist sehr unterhaltsam. Der Film ist mit knapp 70 Minuten auch sehr kurz und gang zu verstehen. – Hammer hat den Film im O-Ton auf dem eigenen YT-Kanal. Wer sich mit dem Studio auseinandersetzt – kommt nicht an ihm vorbei. Er ist auf jeden Fall einen Blick wert.


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