Auf den Spuren des „Italian Gothic“ Kinos

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Offline Elena Marcos

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    Für mein nächstes ganz spezielles Thema muss ich mich dennoch erneut etwas einarbeiten. Das italienische „Gothic“ – Horrorkino hatte im Grunde seinen Beginn mit Riccardo Fredas „I Vampiri“ 1957 und trat aufgrund seines unerwarteten Erfolges eine Welle von Horror-Produktionen los, die sich kontinuierlich weiter entwickelte.

    Natürlich gab es schon ab den frühen Stummfilmtagen Elemente, die diese Entwicklung beeinflussten. Natürlich sind viele Filme nicht mehr erhalten oder auffindbar, etwa „Il mostro di Frankenstein“ von Eugenio Testa (1920), der bekanntlich als verschollen gilt. Selbst frühe Werke wie „Lo spettro“ (1907), „Maschera Tragica“ (1911) oder „Satana“ (1912) stehen nicht auf YouTube oder ähnliche Kanäle zur Verfügung. Viele der Streifen müssten wahrscheinlich eh restauriert werden. Viele Filme lassen sich natürlich auch nicht zum Horror-Film zählen wie „Ma l'amor mio non muore!“ von Mario Caserini (1913). Hier geht es um eine Witwe, die von ihrer Vergangenheit eingeholt wird – und im Finale mit den Worten des Titels („Aber meine Liebe stirbt nicht“) abtritt. Tragische Frauengestalten fanden genauso ihren Weg in den Gothic Horrorfilm, wie auch die „Liebe, die über den Tod hinaus dauert“.

    Diese Aspekte ziehen sich auch durch Filme wie „Malombra“, der bereits 1917 entstand. Leider ist der Film zwar restauriert, aber nicht komplett erhalten. Es fehlen in der zweiten Hälfte komplett die Zwischentitel, die ersetzt wurden. Die Story, die öfters verfilmt wurde, dreht sich um eine Frau, die nach der Hochzeit auf ein Schloss zieht und Briefe findet, die von einer Frau geschrieben wurden, die ihr Onkel in den Tod getrieben hat. Nach und nach identifiziert sie sich mit der geheimnisvollen Briefeschreiberin, was in Rachegelüsten gipfelt. Auch hier endet die Geschichte mit dem Tod der Protagonistin – die tragische Frauengestalt. Die Neuverfilmung von 1942 hatte wohl einen erheblichen Einfluss auf den „Italian Gothic“, aber dazu später mehr.

    In die Kategorie „Famme Fatale“ fällt auch „Rapsodia Satanica“ ebenfalls von 1917, der wohl auch in 4k restauriert wurde und  auch auf YouTube in einer sensationellen Qualität zu sehen ist. Der Kurzfilm von Nino Oxilia (rund 44 Minuten) erzählt von der alten Contessa Alba d’Oltrevita, die einen Pakt mit dem Teufel eingeht, um wieder jung zu sein. Mit Jugend und Schönheit kommt wieder Freude und Stimmung in ihr Leben, doch leider ist es nicht nur der Genuss, sondern die Liebe die sie erneut entdeckt – in diesem Falle bekommt sie Geständnisse von zwei Brüdern. Die Frau nutzt leider ihre Macht bis zur letzten Konsequenz aus, auch als einer der Brüder droht sich auf ihrer Hausschwelle das Leben zu nehmen...
    Den Schluss kann sich jeder ausmalen, denn selten geht es gut, wenn man sich mit dem Teufel einlässt – und am Ende verliert die Contessa alles. Die Restauration ist sehr gelungen, auch wenn man das Alter und das zerstörte Material nicht übersehen kann. Aber die ausgeklügelte Farbgebung kommt auch dramaturgisch perfekt zur Geltung.

    Leider konnte ich auch „La virgine die velenti“ von Vidali (1917) nicht auftreiben. Es handelt sich um eine frühe Verfilmung von „Rappacinis Töchter“, der später als „Das Gift des Bösen“ (mit Vincent Price) seinen Weg auf die Leinwand fand.

    „Maciste in Hell“ (1925) hielt ich zunächst für einen Vorläufer des kommenden Peplum-Genres. War es aber dann doch nicht, denn der Stummfilm von Guido Brignone erzählt von Muskelheld Maciste, der sein Leben als gutmütiger Bauer fristet und heimlich in die Nachbarin Graziella verliebt ist. Doch er ist auch der Feind der „Unterwelt“, worauf König Pluto, den dämonischen Barbaricca losschickt, um Maciste zu vernichten und fädelt Intrigen ein, die bald auch Früchte tragen. Denn Grazielle verliebt sich in den schönen Giorgio, mit dem sie eine Affäre beginnt und sogar schwanger wird. Nun – Giorgio ist davon nicht begeistert und verschwindet auf sein Schloss und flüchtet sich in Arme anderer Frauen. Doch Maciste besucht ihn und redet ihm ins Gewissen. Doch Barbaricca entführt das Baby, das später von Maciste gerettet wird. Allerdings landet der Held in einer Falle und wird in die Hölle geschleudert. Dort lernt er die Gesetze und Hierarchien kennen – und macht gleichzeitig Plutos Tochter schöne Augen. Doch Plutos Ehefrau Proserpina möchte den Muskelmann für sich haben und überredet ihn zu einem fatalen Kuss, worauf er sich in einen Dämon der Hölle verwandelt... Kann er je entkommen?
    Der Stummfilm wurde aufwendig restauriert und ist in voller Länge mit englischen Zwischentiteln auf YT zu sehen. Zum Gothic Kino gibt es keine richtigen Verweise, er nimmt eben mehr das Sandalenkino vorweg, obwohl Bava mit „Herakles gegen Vampire“ später genau diese Verbindung schaffen sollte. Die Höllenszenen, inklusive kleinem Kriegsszenario, sind für die zwanziger allerdings super gemacht. Der Film ist mit 97 Minuten nicht langweilig und kann jedem Cineasten ans Herz gelegt werden.

    Mit „La Corona di Ferro“ (1941) von Alessando Blasetti begebe ich mich kurz auf das Abenteuer/Märchen-Terrain. Dieser Klassiker hatte wahrscheinlich nicht nur maßgeblichen Einfluss auf das Genre selbst, sondern vor allem durch seine Bildgestaltung auch auf Mario Bava (am Anfang musste ich sogar an „Lord oft he Rings“ denken). Denn vieles hätte auch aus seinem „Stunde, wenn Dracula kommt“ stammen können. Die etwas wirre Story um einen Bösen König, der seinen Bruder ermorden lässt, um an die Macht zu kommen, lässt sich am besten auf www.italo-cinema.de/italo-cinema/item/iron-crown-the nachlesen. Auch wenn der Film auf YT nur in Italienisch vorliegt, fand ich den von Anfang bis Ende super unterhaltsam. Von den kurzen Schlachtszenen bis hin zu dem Turnier (mit Löwen – es wirkt eher wie eine Arena aus einem Sandalenfilm als eine Ritterburg). Der besiegte König wird übrigens ebenfalls umgebracht und seine Frau zur Vergewaltigung freigeben – das Ergebnis ist die wilde Kriegerin Tundra, die sich dann in den Sohn des ermordeten Bruderkönigs verliebt. Der wurde vom bösen König im Tal der Löwen ausgesetzt und galt als tot. Doch der junge Arminio wird von den Tieren aufgezogen und von einem Hirsch aus dem Tal geführt. Hier trifft er auf Tundra, die die Schmach ihrer Mutter an dem bösen König rächen will. Doch Arminio lernt Elsa, die hübsche Tochter der bösen Königs kennen und verliebt sich in sie, was Tundra total ankotzt. (Diese Königstochter ist auch doof – da hat Tundra mehr Pfeffer.) Das Finale und das Ende haben mich allerdings sehr überrascht. Ein guter Kniff ist, dass die Hauptdarsteller alle in Doppelrollen zu sehen sind, zum Beispiel wird Aminio und sein Vater von Massimo Girotti gespielt. Auch Luisa Ferida ist als Tundra und am Anfang als ihre Mutter zu sehen – mal abgesehen, dass die Ferida eine zeitlos schöne Frau war...
    Der Film streift zwar das „Gothic-Genre“ leicht – aber seine Bildersprache ist grandios.

    „Gelosia“ (1942) von Pietro Germi ist, wie der Titel offenbart, ein Eifersuchts-Drama, das am Schluss mit Gothic-Elementen spielt (Wahnsinn und Tod). Es geht um den Gutsbesitzer Marchese Antonio di Roccaverdina, der sich in die Bäuerin Agrippina Solmo verliebt. Beide haben eine heftige Liebesbeziehung. Doch in der Gesellschaft ist die Verbindung nicht angesehen und der Marchese befielt seinem Angestellten Rocco das Mädchen zu heiraten, solange er sie nicht (körperlich) anfasst. Doch nach der Hochzeit bringt der Marchese den Mann um und schiebt das einem Unschuldigen unter, der wegen Mordes ins Gefängnis kommt. Da es seinem Hof auch nicht mehr gut geht, willigt er ein eine Frau aus besseren Kreisen zu heiraten, die er jedoch nicht liebt. Zwischen der Frau und der Geleibten entsteht auch etwas wie Eifersucht – am Ende flüchtet sich der Marchese aufgrund von Gewissensbissen in den Wahnsinn. Der Film von Germi ist etwas verschachtelter gedreht. Er beginnt mit der Hochzeit und dem Mord, der Verhaftung des Unschuldigen und der Gerichtsverhandlung, bei der der Marchese gegen den Mann aussagt. Später wird die Geschichte bei einer Beichte in Rückblenden aufgerollt. Doch schnell wird klar, der Mann wendet sich von Gott und dem Leben ab... Wie von Germi gewohnt, ist der Film opulent und auf den Punkt inszeniert. Auf You Tube ist er ohne UT im italienischen Original zu finden.

    1942 entstand auch die erste Tonfassung von „Malombra“, der mit über zwei Stunden allerdings sehr umfangreich ausfiel und es nicht unbedingt besser macht. Mario Soldatis Film hatte zwar eben einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des italienischen Gruselkinos, da hier tatsächlich die opulenten Sets und besonders die Stimmung zu Beginn des Films an klassische Schauergeschichten erinnern, doch die zähe Erzählweise, die Beziehungsgeflechte und das Liebesdrama, was sich hier entspinnt, wirkt unheimlich ermüdend. Die Entdeckung der Briefe von Cecilia und die Identifikation von Marina mit der Toten werden in den ersten Minuten flugs abgehandelt. Bis zum tragischen Ende müssen wir dann noch gut zwei Stunden ausharren. Mir lag leider auch nur die italienische Fassung ohne Untertitel vor, was es mir schon schwer gemacht hat der Story im Detail zu folgen. Die Kameraarbeit war solide und die Außenaufnahmen recht hübsch, aber der Rest war leider zu lahm. Dino de Laurentiis hat hier zwar wieder ein kleines Epos abgeliefert – aber das Stummfilmoriginal ist da einfach packender. Auch wenn der 42er-Malombra wegweisend sein soll, mich konnte er leider nicht überzeugen.

    Mit „Il Cappello da prete“ (1944) hat ich folgendes Problem: es gibt ein dreiteilige TV-Serie von 1970, die man nur unvollständig auf YT findet. Doch den klassischen Krimi von Ferdinando Maria Poggioli konnte ich nirgends entdecken. Die Vorlage handelt von dem Mord an einem Priester. Dessen Mörder wird, ganz wie in Poes „verräterischem Herz“ vom Hut des Opfer wohl in den Wahnsinn getrieben. Der Film soll wohl atmosphärisch an Gothic-Kino angelehnt sein. Auch Riccardo Fredas „Il Conte Ugolino“ (1949) konnte ich leider nicht auffinden. Dieser Abenteuerfilm wartet mit einer frühen Andeutung von Kannibalismus auf, der nicht direkt gezeigt wird. Die Reaktion von Schauspielerin Gianna Maria Canale spricht aber Bände. Ihr Schrei, der am Schluss des Films eingefroren wird, sollte das Genre-Kino noch oft begleiten (wie oft rollte dann schon bei solch einem Standbild der Abspann vorbei...). Die Schauspielerin wird uns auch noch so manchem Streifen begleiten, denn sie war auch in vielen anderen Produktionen dabei. Unter anderem auch in „Il Bacio di una morta“ (1949) von Guido Brignone. In diesem Melodram spielt sie zwar nicht die Hauptrolle, aber ihr trieft als „Nora O’Kira“ die Boshaftigkeit aus jeder Pore – und bleibt hier dem Zuschauer auf jeden Fall im Gedächtnis. „Dead Woman’s Kiss“ ist ein klassisches Drama, das 1845 beginnt und in den Unruhen der „Fünf Tage von Mailand“ endet. Zu Beginn war ich etwas enttäuscht, denn alles wies auf ein typisches Beziehungs-Ränkespiel hin: Virginia Belmont spielt Clara Dominici, die Enrico liebt, der allerdings als Revoluzzer gegen die Österreicher aufbegehrt. Nun – der Vater, ein reicher Händler, verkuppelt sie dann mit dem Grafen Severi, der Pro-Österreich ist. Doch auf Intervention seiner Geliebten Nora, vergiftet der Graf Clara. Das ist der Wendepunkt in der Hälfte des Films – denn Enrico nimmt in der Kapelle Abschied von seiner Clara, deren Brustkorb sich allerdings hebt und senkt. Er bringt die Frau in ein Kloster, wo sie in einem kataleptischen Zustand dahin vegetiert. Kann er sie wieder zurückholen?
    Das sind natürlich typische Gothic-Elemente – die tragische Liebe, der scheintote Zustand und die Rückkehr aus dem Jenseits – hübsch verpackt in ein aufwendig ausgestattetes Setting. Diese Atmosphäre solle sind ab den 50er im Italo-Kino verfestigen. Ausnahmsweise gibt es zum Ende ein versöhnliches Ende, wenn die Revolution ausbricht. Gesehen hab ich den Film auf YT allerdings im Original ohne Untertitel.

    Nun kommen wir noch zu einem wegweisenden Vorläufer, bevor der Ur-Knall ertönt. „Il Trovatore“ von 1949. Der Musikfilm von Carmine Gallone ist eine Umsetzung der gleichnamigen Verdi-Oper im historischen Gewand. Natürlich wird hier ganz viel Musik von Verdi verwendet, wie auch die bekannten Arien, die natürlich Teil der Geschichte sind. Wer das ertragen kann und durchhält, bekommt aber einen optisch hübsch düsteren Film geboten. Denn der Streifen beginnt mit einem bekannten Motiv, das wir in vielen Italian Gothic Movies wiedersehen werden: einer Hexenverbrennung. Denn nachdem die Zigeunerin Azucena mit ansehen muss, wie ihre Mutter verbrannt wird, sinnt sie auf Rache und entführt eines der Kinder des Grafen de Luna, der für diese Schmach verantwortlich ist. Heimlich zieht sie dieses Kind als eigenes auf, das dann später unter dem Namen Manrico nicht nur als Troubadour, sondern auch als edler Kämpfer und Ritter bekannt wird. Mit dem Grafen de Luna (seinem Bruder) wirbt er um die Gunst der schönen Leonora. Doch am Ende geht alles den Bach runter. Enrico wird in den Kerker geschmissen und zum Tode verurteilt, die holde Mai begeht Selbstmord und als Azucena dem Grafen alles beichtet, senkt sich das Henkersbeil. Nun – der Film zeichnet sich in erster Linie durch seine Optik aus. Die Hexenverbrennung, der Gang über das Schlachtfeld und das Finale im Kerker rückt den Streifen schon eindeutig in „Horror“-Gefilde. Auch die Kampf- und Schlachtszenen sind nett anzuschauen – allerdings ist alles begleitet von Opernmusik, die auch nicht von den Schauspielern vorgetragen wird, sondern von Profis eingesungen wurde. Auf You Tube ist der Film natürlich in Originalsprache zu sehen/hören. UTs gibt es keine, der Story kann man aber so folgen.

    Mit „Paolo e Francesca“ (1950) von Raffaello Matarazzo und „La Cieca di Sorrento“ (1953) von Giacomo Gentilomo streifen wir nochmal kurz die 50er Jahre. Der erstere ist ein Historienfilm, der der Legende der „Francesca von Rimini“ folgt. Er erzählt die berühmte Geschichte, die auch Dante Alighieri in seine göttliche Komödie aufnahm. Hier ist es allerdings ein überschaubares Drama, das hervorragend ausgestattet ist. Nun – zwei Königreiche bekriegen sich und der Zwist kann nur durch eine Heirat beigelegt werden. Francesca heiratet Paolo Malatesta, dem sie schon vorher begegnet ist. Doch leider ist er in Vertretung für seinen Bruder Gianciotto da – was leider zu Wirrungen führt. Die Dame ist überhaupt nicht froh darüber, dass sie einem Zausel versprochen ist (auch, wenn sie die Schmach für ihr Volk erduldet) und trifft sich heimlich mit Paolo. Nun ja – Gianciotto bekommt das heraus und macht klar Schiff...
    Der Film brilliert durch seine Schwarz/Weiß Optik und dem Spiel von Andrea Checchi, der aussieht wie Gerald Butler in 300. Man kann ihm die Schmach eigentlich gar nicht verübeln, obwohl er ein böser Finger ist (er zwingt seine  Braut zu ehelichen Pflichten). Der Astrologe, der alles voraussagt, ist übrigens auch ein sinistrer Charakter. Er kettet gerne Frauen in seinen Gemächern an und prügelt kleine Jungs... ansonsten ist der Film nicht weiter erwähnenswert, außer dem tragischem Ende, wo die Hauptfiguren hin gemeuchelt werden.
    Da kommt die „Blinde von Sorrent“ etwas versöhnlicher daher. Hier geht es um einen Kriminalfall im 19. Jahrhundert. Beim Marchese di Rionero wird Schmuck gestohlen. Der Dieb ermordet die Frau des Hauses vor den Augen ihrer Tochter, die in dem Moment erblindet. Es wird ein Unschuldiger verhaftet, der den Schmuck überbrachte. Zwölf Jahre später kommt der Sohn des Verurteilten zurück in den Ort. Er ist Augenarzt und kann der nun erwachsenden Tochter wahrscheinlich ihr Augenlicht zurückgeben. Doch der Mörder ihrer Mutter ist immer noch da und bemüht sich um sie, denn er möchte die junge Frau heiraten. Doch als sie nach der Operation wieder sehen kann, merkt sie WEN sie geheiratet hat...
    Dieser Film ist ein Krimi im historischen Gewand und spielt die „Gothic“ Atmosphäre voll aus. Er wirkt zwar nicht wie ein Gruselfilm, doch die Intrigen von Carlo Basileo (genial dargestellt von Paul Muller) sorgen immer wieder für spannende Momente. Natürlich kann man sich das Ende denken – alles kommt raus – und ein einem actionreichen Finale geht auch der Killer hopps. Der Film ist mal im deutschen  TV gelaufen und sonst nirgendwo erschienen. Schade eigentlich – auf YT ist er im italienischen Original zu sehen, dem man übrigen sehr gut folgen kann.

    Und nun kommen wir zu dem Meisterwerk, der den italienischen Horrorfilm erheblich prägen und anstoßen sollte, auch wenn ihm kein großer Erfolg beschieden war, da er noch als „italienische“ Produktion erkennbar war. Das sollte sich ändern, als sich dann alle englische Pseudonyme gaben...

    "Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"


    Offline JasonXtreme

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      Uff die Filme sind mir per se etwas zu alt, aber da lese ich mich doch gerne mal ein! Danke für die Mordsarbeit, Dirkules!
      Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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      Offline skfreak

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        Bei dem Thema bin ich bisher ziemlich raus - mein einziger Berührungspunkt ist bisher (und ich weiss nicht ob es streng genommen zu Gothic passt) der wirklich großartige "L'ultima preda del vampiro" aus dem Jahre 1960.
        Von dem habe ich die UK Scheibe von Redemption im Regal stehen.

        https://en.wikipedia.org/wiki/The_Playgirls_and_the_Vampire


        Offline Elena Marcos

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          Bei dem Thema bin ich bisher ziemlich raus - mein einziger Berührungspunkt ist bisher (und ich weiss nicht ob es streng genommen zu Gothic passt) der wirklich großartige "L'ultima preda del vampiro" aus dem Jahre 1960.
          Von dem habe ich die UK Scheibe von Redemption im Regal stehen.

          https://en.wikipedia.org/wiki/The_Playgirls_and_the_Vampire

          Natürlich der gehört genau in dieses Genre.

          Uff die Filme sind mir per se etwas zu alt, aber da lese ich mich doch gerne mal ein! Danke für die Mordsarbeit, Dirkules!

          Muss man nicht auf einmal lesen - geht auch so nach und nach...
          « Letzte Änderung: 27. April 2021, 10:00:46 von Elena Marcos »

          "Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"


          Offline Elena Marcos

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            Beim meiner Erstsichtung hatte ich folgendes verzapft:

            Ich habe noch nicht geschrieben, dass ich den "Vampir von Notre Dame" gesehen habe. Das Werk von Riccardo Freda, das Bava fertiggestellt hat, ist eine Mischung aus Edgar Wallace Krimi, Hitchcock Einflüssen und Gothic Horror mit Mad Scientist Zutaten. Der absurde Genre-Mix bietet mit 74 Minuten knackige Unterhaltung und eine dichte Atmosphäre. Genial sind wieder die Ausleuchtung und die Trick, die sich Bava ausgedacht hat. Manch einer würde den Film als langweilig oder altbacken abtun, aber mir hat er sehr gut gefallen. Ich glaube, ich gehe bald zum nächsten Bava über ...

            Das wird dem ganzen jedoch kaum gerecht, denn das war wirklich der absolute Urknall des „Italian Gothic Horrors“. Riccardo Freda konnte bei den Produzenten durchsetzen, in nur 12 Tagen den ersten italienischen Horrorfilm zu drehen – und der hatte es in sich. Denn er beginnt recht untypisch für einen Gothic-Horrorfilm, der später von Hammer in Farbe revolutioniert wurde.   

            In Paris werden die blutleeren Leichen von jungen Frauen aus der Seine gezogen. Die Polizei, wie auch der Reporter Pierre Lantin, heften sich an die Fersen des „Vampirs“. Lantin entdeckt auf einer Fotographie einen unheimlichen Mann im Mantel, dem er später tatsächlich begegnet, als er die junge Laurette Roberts und ihre Mitschülerinnen ausfragt. Er verfolgt den Mann, kann aber die informierte Polizei nicht zur richtigen Wohnung bringen (er vertut sich einfach im Haus und in der Straße). Der Killer arbeitet für einen „verrückten Arzt“ und hat ein schreckliches Geheimnis – er ist nämlich tot und wird von dem Wissenschaftler immer zum Leben erweckt, wenn er neue Opfer benötigt. Denn Professor Julia du Grand ist der Cousin der Contessa Margarete du Grand, die nach dem Blut der Mädchen verlangt. In der Zwischenzeit ist die Nichte Giselle du Grand hinter dem Reporter her. Zwischen der Adelsfamilie und den Lantins gibt es einen alten Familienstreit, denn die alte Gräfin hatte eine Affäre mit Lantins Vater, was die Ehe der Lantins ruinierte. Deshalb reagiert Pierre immer allergisch auf die Avancen der jungen Gräfin. Ganz im Gegensatz zu dem Fotographen Ronald, der nach einer Gesellschaft im Schloss in das Schlafzimmer von Giselle einsteigt und eine grausame Entdeckung macht...

            Der Film beginnt wie ein Edgar Wallace Krimi, mischt sich mit „Mad Scientist“-Motiven und gipfelt in einem haarsträubenden Gothic-Horror-Film. Freda uns sein Kameramann Mario Bava haben den ersten italienischen Horrorfilm geschaffen, der leider seinerzeit kein Erfolg war. Das Publikum hat es den heimischen Filmemacher, die eher im Neorealismus zu Hause waren, nicht zugetraut einen gruseligen Film zu machen. Seit dem verstecken sich die Italiener immer gerne hinter amerikanisch klingenden Pseudonymen, um die Herkunft der Filme zu verbergen. Freda hat nur 10 Drehtage durchgehalten und verließ das Set, worauf Bava den Film fertigstellte. Was rauskam, ist Legende – denn der Film mit seiner Schwarz/Weiß-Optik ist sehr atmosphärisch inszeniert und präsentiert die Geschichte recht ungewöhnlich. Was als Krimi beginnt, endet in einem Schloss mit Geheimgängen, wehenden Vorhängen und Kerzenlicht. Ach ja – die Beleuchtungseffekte mittels bunter Folien, die Bava auch in den Verwandlungsszenen von „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ einsetzte, probierte er hier eindrucksvoll aus.
            Zudem ist der Film sehr gut besetzt. Paul Muller ist wieder dabei und spielt den untoten Killer, der immer durch Spritzen ins Leben gerufen wird. Allerdings hatte Freda wesentlich mehr mit ihm gedreht, als in der Kinofassung zu sehen ist. Der deutsche Trailer gibt Aufschluss darüber, dass es die Hinrichtungsszene wohl wirklich gab. Denn der „Mörder“ wurde mittels Guillotine enthauptet und der Kopf wieder vom Professor angenäht. In der späteren Verhörszene sollte ihm der Kopf vom Körper fallen – ob diese Szene existiert, ist leider nur ein Gerücht. Der Hingucker ist natürlich Gianna Maria Canale, der wir schon in „Il Bacio di una morta“ begegnet sind, in der Rolle der Giselle du Grand. Sie hat eine unheimliche Ausstrahlung, die den Zuschauer gefangen nimmt. Dass Lantin nicht drauf anspringt, kann man kaum glauben (und eher auf blonde Schulmädchen steht). Riccardo Freda war wohl ebenfalls begeistert und heiratete die Dame später selbst.

            Was soll man noch sagen – mit 74 Minuten ist der Film in der deutschen Fassung recht kurz und auch kurzweilig. Ich empfehle die 78 Minuten lange italienische Fassung, die etwas mehr Dialog enthält. Kurios ist vor allem die US-Fassung, die auf 69 Minuten kommt, aber ein Drittel neugedrehter Szenen mit mehr Sex und Gewalt beinhaltet. Eigentlich ein Unding, den Film so zu verunstalten – zum Beispiel wird aus der angedeuteten Vergewaltigung der Schülerin Loretta durch den Assistenten des Professors eine längere Sequenz. Leider mussten dafür viele wichtige Szenen wegfallen. Ich bevorzuge insgesamt die italienische Ur-Fassung.
            Erschienen ist der Film von Anolis in einer 2-DVD Edition, die mittlerweile wohl selten geworden ist. Hier wäre eine BD-Veröffentlichung mal angebracht.

            Ich kann diesen frühen Freda/Bava Streifen jedem ans Herz legen, der sich fürs Gruselkino interessiert. Optisch ist er ein Genuss, aber auch inhaltlich lässt sich mehr entdecken, als es zunächst scheint. Viele Gothic Themen – von Einsamkeit, Tod und Wahnsinn lassen sich hier in morbid zauberhaften Bildern finden. Ein kleines Meisterwerk, für das Italien damals noch nicht reif genug war...

            Hier der deutsche Trailer:


            « Letzte Änderung: 29. April 2021, 21:43:02 von Elena Marcos »

            "Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"


            Offline Max_Cherry

            • Die Großen Alten
                • Show only replies by Max_Cherry
              Haha, wer hat denn diesen mega "lauten" Trailer verbrochen? :)
              Ich gehe mal davon aus, dass der Film nur selten so eine dramatische Musik hat. Aber der Text klingt interessant und die Bilder sind schick.


              Offline Elena Marcos

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                Ich kann jedem nur empfehlen, wer noch an eine Ausgabe der Doppel-DVD kommt: zuschlagen! Die ist für 99 Euro bei Amazon drin, aber vielleicht gibt es irgendwo noch gebrauchte günstige.
                Besonders das Feature mit Paul Muller ist super. Er erzählt rund 70 Minuten, wie er zum Schauspiel gekommen ist und über seine Arbeiten mit Rosselini, Veit Harland und auch Jess Franco. Viele tolle Anekdoten - auch über Horst Tappert, den er nicht für einen guten Darsteller hält ("Er hatte nur Glück, den Derrik zu spielen) und er lässt sich über die Hochnäsigkeit von Kollegen aus. Doch seine sympathische, zufriedene Art macht die Doku zu einem großen Vergnügen für Filmfans. Es war eins der letzten Interviews (die er sonst nie gibt) - und hinterlässt einen wirklich mit feuchten Augen. Ein großer Mehrwehrt dieser DVD.
                « Letzte Änderung: 01. Mai 2021, 10:59:17 von Elena Marcos »

                "Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"


                Offline Elena Marcos

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                  „Dracula – Dracula – Cha-Cha-Cha“ – Das Lied zu dieser Horror-Komödie bleibt auf jeden Fall im Ohr hängen und wurde damals ein Hit. Der zweite wirkliche Horror-Film Italiens wurde eine Parodie und die ist gar nicht mal schlecht.

                  Graf Osvaldo hat Schulden und muss sein Schloss verkaufen. Daraus machen die neuen Besitzer ein Fünf-Sterne-Hotel und bieten dem verarmten Grafen eine Stellung als Page an. Tja – nun schleppt er die Koffer der Gäste und lässt sich vom Direktor zum Hanswurst machen. Doch dann kündigt sich sein Onkel Baron „Roderico da Frankurten“ zu Besuch an – und entsteigt pünktlich zu Mitternacht aus seinem Koffer (in dem ein Sarg ist). Er beißt seinen Neffen Osvaldo, gibt den Fluch ab und bettet sich dann zur Ruhe. Osvaldo verwandelt sich nachts dann in einen Vampir und beißt sich durch die weibliche Gästeliste, die dann voll auf ihn abfahren. Doch Osvaldo will den Fluch wieder loswerden, denn er liebt die Gärtnerin Lellina (Kai Fischer gibt hier das blonde Klischee-Dummchen), die er nicht beißen möchte. Doch die Ehemänner und Freunde der Damen sind nicht erfreut und eröffnen die Jagd auf Osvaldo...

                  Nun – der Film ist in Farbe und hat das Flair klassischer Komödien. Wäre es ein deutscher Film würde er am Wörthersee spielen, mit Roy Black, Ilja Richter und Rudi Carrell in der Besetzung. Die Urlaubskulissen, die hübschen Mädels und der leichte, meist alberne Humor erledigen den Rest. Warum Stenos Film trotzdem Spaß macht, liegt zum einen an Hauptdarsteller Renato Rascel, als liebenswerter Trottel und an Christopher Lee als sein Onkel. Ein Jahr nach „Horror of Dracula“ parodiert Lee sich selbst und die Rolle, die er auch in späteren Jahren noch spielen sollte (bis es ihm zum Hals heraushing). Doch hier legt er noch eine riesige Spielfreude an den Tag, was dem Streifen sehr gut tut.
                  Natürlich bietet der Film eine vollständig belanglose Geschichte, die man sich aber als leichte Unterhaltung geben kann. Das liegt auch an der sicheren Regie von Steno (die Plattfuß-Filme oder Banana Joe). Die Gagdichte ist allerdings nicht ganz so groß wie im vergleichbaren Dr. Jekylls Horrortrip, der mich persönlich bei der Erstsichtung komplett zerrissen hat, weil da ein Spruch den anderen jagt. Bei dieser frühen Horror-Komödie ist das zwar nicht so – aber er ist auf keinen Fall langweilig und mit rund 82 Minuten (deutsche Fassung) recht kurz (die Originalfassung soll zehn Minuten länger gehen).
                  Leider ist die Ausgabe von UFA bildtechnisch keine Offenbarung, was wohl dem alten recht unbekannten Film geschuldet ist.

                  Dennoch bekommt man einen gut aufgelegten jungen Christopher Lee als Vampir geboten und einen unverwechselbaren Titelsong – hier zum reinhören:


                  "Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"


                  Offline Elena Marcos

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                    „Atom Age Vampire“ wie er im US-Kino hieß erschien zwar erst nach „Maschera del demonio“ blieb aber immer eher eine Fußnote im italienischen Grusel-Kino. Hier sind es weniger die Burgen und Schlösser, sondern eher wieder die Labore eine Dr. Frankenstein.
                    Dennoch besitzt der Gruselfilm von Anton Giulio Majano eine ganz eigene Atmosphäre.

                    „Seddok“ beginnt mit einem Striptease von Jeanette (Susanne Loret), von dem ihr Verlobter Pierre nicht begeistert ist. Er möchte, dass sie den Job aufgibt. Doch Jeanette muss ja von etwas leben, während Pierre, der Offizier auf einem Schiff ist, zur See fährt. Er stellt sie vor die Wahl – er oder der Job, bevor er geht. Die junge Frau ist außer sich und baut kurz darauf einen Autounfall, der sie schrecklich entstellt. Doch Professor Levin und seine Assistentin Monique wollten der jungen Frau ihre Schönheit wieder geben. Der Professor arbeitet an einem Serum, der Zellen regeneriert. Doch von dem Stoff ist nicht genügend da – also muss er ganz besondere Drüsen transplantieren, die er dann anderen jungen Frauen entnimmt. Doch leider kann er nicht töten und nutzt ein Vorläuferserum, um sich in eine mordlüsterne Bestie zu verwandeln. Die Polizei hingegen vermutet den Amoklauf eines entlaufenden Gorillas. Doch Monique, die mehr ist als nur eine Assistentin, sieht sofort, dass der Wissenschaftler sich in die Blondine verliebt. Doch dem Professor ist jedes Mittel recht, um Jeanette ihre Schönheit wieder komplett zurückzugeben. Schnell ist er von Stripperin besessen und führt Polizei, wie auch Presse, an der Nase herum. Gemeinsam mit Monique und seinem Gärtner Sascha ist er schon ein fieses Team. Das Faktotum ist seinem Herrn restlos ergeben – auch, wenn er anscheinend etwas für Monique empfindet. Nun – kurzum, die ganze Geschichte steuert auf eine Katastrophe zu. Einige hübsche junge Dinger bleiben auf der Strecke bis die Regeneration der Haut beständig bleibt. Der Professor hat sich selbst und seine Verwandlung zum Monster bald nicht mehr im Griff und will die blonde Frau um jeden Preis besitzen – doch die fühlt sich immer zu ihrem Verlobten hingezogen...

                    Irrtümlich wird Mario Bava als Produzent immer genannt, aber der Produzent heißt Mario Flava! Das Ding ist Mad Scientist-Shocker, gemischt mit einer Prise „Augen ohne Gesicht“ und etwas Jekyll/Hyde garniert. Er ist in vielerlei Belangen absolut unausgegoren Der Film hat zwar ein paar hübsche Bilder, wirkt aber doch oft holprig. Besonders, gegen Ende hat man das Gefühl, der Schnitt funktioniert nicht wirklich. (Oder es fehlen Einstellungen?). Die Dialoge sind oft dümmlich, die Schauspieler neigen zum Overacting und die ganze Inszenierung ist manchmal arg pathetisch. Egal – dennoch kann dieser S/W-Shocker irgendwie unterhalten... ich war nicht gelangweilt, aber richtig gut ist der nicht. Er fällt eher in die Kategorie Trash-Gurke.   

                    Die italienische Langfassung geht 102 Minuten und war meine Fassung der Erstsichtung. Die deutsche geht wohl etwa 85 Minuten. Von der englischen Fassung ist wohl kein vollständiges Material erhalten.

                    Hier der Trailer:


                    "Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"


                    Offline Elena Marcos

                    • a.k.a. Dirk
                    • Moderator
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                      Zunächst hab ich folgendes Eigenzitat gefunden:

                      Die Stunde, wenn Dracula kommt
                      - auf Blu-ray in brillanter Qualität, schafft mich dieser Film immer noch. Barbara Steele ist eine Horror-Ikone. Als Hexe Asa hat sie sich wirklich ein Denkmal geschaffen. Ohnehin besitzt Bavas Shocker eine unheimlich dichte Atmosphäre, einige hübsche Splatter und Shock-Effekte und viele tolle Ideen, die eben als Schwarz-Weiß Film perfekt funktionieren. Fazit: geiler Gothic-Horror in Vollendung

                      Was soll ich über den Film noch schreiben? Mario Bavas Debüt ist der Inbegriff des „Italian Gothic“ Films und schwebt wie ein Gott über allem. Der Streifen schlug ein, wie eine Bombe und transportiert alles, was den italienischen Horrorfilm ausmacht. Burgen, Katakomben, Gräber, Vampire, Hexen, Geheimgänge, unheimliche Geräusche, geheimnisvolle Schönheiten, Reinkarnationen usw.

                      Wer noch nicht weiß, worum es geht:
                      In Moldavien des 17. Jahrhundert wird die Hexe Asa von der Inquisition, unter Vorsitz ihres Bruders (??!?), zum Tode verurteilt, weil sie mit ihrem Cousin Javutich eine Liebebeziehung hat und beide dem Satan dienen. Ihnen wird eine mit Dornen gespickte Maske auf das Gesicht geschlagen. Der Cousin wird begraben, Asa soll auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden – doch Asa kann dem entgehen, da sie einen Wolkenbruch „herbeizaubert“. Also wird die Hexe unter einer Kirche beigesetzt – der Sarg besitzt ein Sichtfenster, wo ein Kreuz ihre Rückkehr verhindern soll. Doch leider kommt rund zweihundert Jahre später ein Professor mit seinem mit seinem Assistenten vorbei ... da der Kutsche das Rad abspringt, haben die beiden Zeit sich in der Kirchenruine umzuschauen. Hier wird der Professor von einer Fledermaus angegriffen. Beim Kampf gehen Kreuz und Sichtfenster zu Bruch. Das Blut des Verletzten tropft auf die Leiche und erweckt die Hexe. Natürlich gibt es noch Nachfahren der Adelsfamilie Vaida, unter anderem die schöne Katja, die der Hexe zum Verwechseln ähnelt. Asa erweckt ihren Geliebten, der aus dem Grabe steigt und Rache an dem Fürsten Vaida nimmt. Doch die Rache der Hexe ist noch nicht am Ende – sie braucht Blut, um zu Kräften zu kommen... am besten das von Katja...

                      Der Film ist nicht nur optisch eine Bombe, sondern auch atmosphärisch. Eigentlich stimmt hier alles. Die Schwarz-Weiss Fotografie ist phänomenal – und auch die Beleuchtung. Wenn der Professor dem „Vampir“ Javutich (der in der deutschen Fassung schnell zu Dracula gemacht wurde) durch die Geheimgänge des Schlosses folgt und man nur die schwingende Laterne sieht – ist das perfekt umgesetzt. Denn als sich der Professor nähert – ist der Mann weg... und nur die Lampe ist da. Neben dem wunderbaren Umgang mit Licht und Schatten, gibt es auch viel Nebel und ganz viele tolle Makeup Effekte. Dass der Film in England lange Zeit verboten war, wundert mich nicht. Denn für 1960 sind die Effekte dermaßen derbe. Asa wird mit einem Brandeisen gezeichnet, dann bekommt sie die Dornenmaske mit einem riesigen Hammer ins Gesicht geschlagen ... später wird ein Vampir vernichtet (nicht mit einem Holzpflock – sondern mit einem Eisennagel durchs Auge) usw. natürlich alles hübsch On-Screen. Besonders Asas Entdeckung ist toll – unter der Maske sehen wir dann ihren mit Wunden übersähten Schädel, aus dessen leeren Augenhöhlen Ungeziefer kriecht... später füllen sich die Höhlen mit weißen Augäpfeln, bevor sie dem Zuschauer mit starrem Blick entgegen schaut... Das gibt Gänsehaut.

                      Es gibt noch einige tolle Effekte – von Verbrennungen bis zum tollen Beleuchtungseffekt aus „I Vampire“, der auch hier zum Tragen kommt, als Asa Katja die Lebenskraft entzieht.

                      Ohnehin ist trotz oder gerade wegen des „nekrophilen“ Untertons, die Erotik ein großes beherrschendes Thema. Etwas, das die Zensoren nicht behagte – besonders, wenn sich die Kamera dem zu einem Kuss geformten Mund, der entstellten Hexe nähert... Ich muss aber dennoch meine eigene Faszination zugeben – denn Barbara Steele in der Doppelrolle als Asa/Katja wurde zur Legende und hat auch mich inspiriert. Das Bild mit den Dobermännern im Torbogen der Kirchenruine ist ein ikonischer Moment des Kinos, der eine unglaubliche Wirkung auf mich hatte – und wahrscheinlich auf viele andere Cineasten ebenso. Nun – Steele galt nie mit ihren großen Augen als Vorzeige-Schönheit und hatte in den USA nie den großen Erfolg – aber in Europa wurde sie (obwohl sie das oft ablehnte) zur Genre-Ikone. Ich finde ihre Ausstrahlung (ganz besonders in diesem Film) unbeschreiblich – und mach die Sichtung zum x-ten Male immer zu einem Vergnügen. „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ oder auch „Black Sunday“ ist ganz großes Kino, bei dem irgendwie alles stimmt. Der Film war übrigens in den USA dann ein großer Erfolg – trotz vieler Zensurschnitte und Kürzungen.

                      Dieser Film ist für jeden Horror/Italo/Kino oder was weiß ich Fan ein absolutes Muss. Hätte ich den als Kind gesehen, ich hätte mir die Hosen vollgeschissen und wäre nie mehr schlafen gegangen...

                      Ein absolutes Meisterwerk des Kinos:


                      "Wir laufen keinen Trends hinterher, wir SETZEN welche!"


                      Offline Nation-on-Fire

                      • Das Beste am Norden !
                      • Die Großen Alten
                        • Not everyone likes Metal - FUCK THEM !!!!
                          • Show only replies by Nation-on-Fire
                        Zunächst hab ich folgendes Eigenzitat gefunden:

                        Die Stunde, wenn Dracula kommt
                        - auf Blu-ray in brillanter Qualität, schafft mich dieser Film immer noch. Barbara Steele ist eine Horror-Ikone. Als Hexe Asa hat sie sich wirklich ein Denkmal geschaffen. Ohnehin besitzt Bavas Shocker eine unheimlich dichte Atmosphäre, einige hübsche Splatter und Shock-Effekte und viele tolle Ideen, die eben als Schwarz-Weiß Film perfekt funktionieren. Fazit: geiler Gothic-Horror in Vollendung

                        Was soll ich über den Film noch schreiben? Mario Bavas Debüt ist der Inbegriff des „Italian Gothic“ Films und schwebt wie ein Gott über allem. Der Streifen schlug ein, wie eine Bombe und transportiert alles, was den italienischen Horrorfilm ausmacht. Burgen, Katakomben, Gräber, Vampire, Hexen, Geheimgänge, unheimliche Geräusche, geheimnisvolle Schönheiten, Reinkarnationen usw.

                        Wer noch nicht weiß, worum es geht:
                        In Moldavien des 17. Jahrhundert wird die Hexe Asa von der Inquisition, unter Vorsitz ihres Bruders (??!?), zum Tode verurteilt, weil sie mit ihrem Cousin Javutich eine Liebebeziehung hat und beide dem Satan dienen. Ihnen wird eine mit Dornen gespickte Maske auf das Gesicht geschlagen. Der Cousin wird begraben, Asa soll auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden – doch Asa kann dem entgehen, da sie einen Wolkenbruch „herbeizaubert“. Also wird die Hexe unter einer Kirche beigesetzt – der Sarg besitzt ein Sichtfenster, wo ein Kreuz ihre Rückkehr verhindern soll. Doch leider kommt rund zweihundert Jahre später ein Professor mit seinem mit seinem Assistenten vorbei ... da der Kutsche das Rad abspringt, haben die beiden Zeit sich in der Kirchenruine umzuschauen. Hier wird der Professor von einer Fledermaus angegriffen. Beim Kampf gehen Kreuz und Sichtfenster zu Bruch. Das Blut des Verletzten tropft auf die Leiche und erweckt die Hexe. Natürlich gibt es noch Nachfahren der Adelsfamilie Vaida, unter anderem die schöne Katja, die der Hexe zum Verwechseln ähnelt. Asa erweckt ihren Geliebten, der aus dem Grabe steigt und Rache an dem Fürsten Vaida nimmt. Doch die Rache der Hexe ist noch nicht am Ende – sie braucht Blut, um zu Kräften zu kommen... am besten das von Katja...

                        Der Film ist nicht nur optisch eine Bombe, sondern auch atmosphärisch. Eigentlich stimmt hier alles. Die Schwarz-Weiss Fotografie ist phänomenal – und auch die Beleuchtung. Wenn der Professor dem „Vampir“ Javutich (der in der deutschen Fassung schnell zu Dracula gemacht wurde) durch die Geheimgänge des Schlosses folgt und man nur die schwingende Laterne sieht – ist das perfekt umgesetzt. Denn als sich der Professor nähert – ist der Mann weg... und nur die Lampe ist da. Neben dem wunderbaren Umgang mit Licht und Schatten, gibt es auch viel Nebel und ganz viele tolle Makeup Effekte. Dass der Film in England lange Zeit verboten war, wundert mich nicht. Denn für 1960 sind die Effekte dermaßen derbe. Asa wird mit einem Brandeisen gezeichnet, dann bekommt sie die Dornenmaske mit einem riesigen Hammer ins Gesicht geschlagen ... später wird ein Vampir vernichtet (nicht mit einem Holzpflock – sondern mit einem Eisennagel durchs Auge) usw. natürlich alles hübsch On-Screen. Besonders Asas Entdeckung ist toll – unter der Maske sehen wir dann ihren mit Wunden übersähten Schädel, aus dessen leeren Augenhöhlen Ungeziefer kriecht... später füllen sich die Höhlen mit weißen Augäpfeln, bevor sie dem Zuschauer mit starrem Blick entgegen schaut... Das gibt Gänsehaut.

                        Es gibt noch einige tolle Effekte – von Verbrennungen bis zum tollen Beleuchtungseffekt aus „I Vampire“, der auch hier zum Tragen kommt, als Asa Katja die Lebenskraft entzieht.

                        Ohnehin ist trotz oder gerade wegen des „nekrophilen“ Untertons, die Erotik ein großes beherrschendes Thema. Etwas, das die Zensoren nicht behagte – besonders, wenn sich die Kamera dem zu einem Kuss geformten Mund, der entstellten Hexe nähert... Ich muss aber dennoch meine eigene Faszination zugeben – denn Barbara Steele in der Doppelrolle als Asa/Katja wurde zur Legende und hat auch mich inspiriert. Das Bild mit den Dobermännern im Torbogen der Kirchenruine ist ein ikonischer Moment des Kinos, der eine unglaubliche Wirkung auf mich hatte – und wahrscheinlich auf viele andere Cineasten ebenso. Nun – Steele galt nie mit ihren großen Augen als Vorzeige-Schönheit und hatte in den USA nie den großen Erfolg – aber in Europa wurde sie (obwohl sie das oft ablehnte) zur Genre-Ikone. Ich finde ihre Ausstrahlung (ganz besonders in diesem Film) unbeschreiblich – und mach die Sichtung zum x-ten Male immer zu einem Vergnügen. „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ oder auch „Black Sunday“ ist ganz großes Kino, bei dem irgendwie alles stimmt. Der Film war übrigens in den USA dann ein großer Erfolg – trotz vieler Zensurschnitte und Kürzungen.

                        Dieser Film ist für jeden Horror/Italo/Kino oder was weiß ich Fan ein absolutes Muss. Hätte ich den als Kind gesehen, ich hätte mir die Hosen vollgeschissen und wäre nie mehr schlafen gegangen...

                        Ein absolutes Meisterwerk des Kinos:


                        Den hatte ich jahrelang gesucht, da ich den als kleiner Hosenscheißer mal gesehen hatte, keine Ahnung wie und wann. Aber die Stelle, dass eine Frau eine Nagelmaske mit einem Hammer aufs Gesicht gebrettert bekommt, hat sich lange und tief in mein Gedächtnis eingegraben. Vor 10 Jahren habe ich den Film dann wieder entdeckt und geschaut. Ist wirklich ein starker Film aus der Zeit. Kann man immer wieder mal schauen!