Das andere Kind Unglaubwürdige Auflösung, komische Sprünge, interessante aber wenig glaubhafte Charaktere & zu viel um den heißen Brei geschrieben. Gefallen hat mir die Vergangenheitsgeschichte innerhalb der Geschichte, die zum Ende kaum mehr als ein Sidequest ist.
Das Spiel der NachtigalScheinbar gefallen mir Sachen mit historischen Bezug besser. Der historische Hintergrund (Thronstreit zwischen Staufern und Welfen, Politik im Heiligen Römischen Reich, Leben als fahrender Sänger) ist hervorragend aufbereitet. Man lernt wirklich viel über die Zeit um 1200.
Walther als Figur funktioniert als kluger, etwas rebellischer, frauenliebender und politisch denkender Mann richtig gut. Die jüdische Ärztin Judith ist eine starke, intelligente und vielschichtige Hauptfigur. Die Dialoge zwischen ihr und Walther sind oft geistreich und spannend.
Der Roman zeigt sehr gut die Intrigen, Machtkämpfe und die schwierigen Lebensbedingungen im Mittelalter, wird in der Einbindung neuer Charaktere manchmal aber auch etwas unübersichtlich, wenn die Lesepausen an der falschen Stelle zu lang sind. Zu Beginn hat mich die Darstellung der Juden mit den Parallelen des frühen 20. Jahrhunderts etwas genervvt weil es sich so anfühlte, als wenn sich die Autorin zu sehr aus diesem Kontext leiten ließ und es wie ein von mir ewig kritisierter Schuldkultkomplex wirkte aber nach einiger Recherche muss ich sagen, dass die Situation über die Jahrhunderte kaum weniger angespannt war wie schon in den 1930ern. Das passt schon. Mir fehlen noch ein paar Seiten aber ich glaube, das Buch geht nicht so aus wie ich es hoffte aber das ist halt die Entscheidung des Schriftstellers und nicht meine. Auf jeden Fall eine spannende Lektüre aber das reicht auch erstmal...
