Stephen King - The Stand [Das letzte Gefecht]

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Offline Bloodsurfer

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    Stephen King - The Stand





    Na danke, KI!

    Das war ein Reread für mich - ich hatte das Buch "damals", irgendwann in den Neunzigern, schon einmal in deutscher Übersetzung gelesen. Ob es sich dabei um die gekürzte Erstauflage oder die neuere Langfassung handelte, könnte ich heute aus dem Gedächtnis nicht mehr sagen. Es war damals ein langes Buch, es ist auch heute beim Genuss der Langfassung in Originalsprache noch ein langes Buch gewesen - nuff said.

    Zum Inhalt muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Ich mache es trotzdem. Eine von Menschenhand geschaffene Supergrippe, liebevoll Captain Trips genannt, entkommt aus dem Testlabor und löscht in kürzester Zeit fast die gesamte Menschheit aus. Nur wenige überleben, die aus unbekannten Gründen immun sind. Schnell sammeln sich die Menschen in zwei Lagern in der Postapokalypse: Im Osten sammeln sich die Guten in der Gegend um Boulder, einem von Kings Lieblingsstädtchen, weil sie von einer 108-jährigen Frau geträumt haben, die im Auftrag Gottes alle um sich versammeln möchte; im Westen schart vielleicht der Antichrist persönlich, Randall Flagg, eher zweifelhafte Gestalten um sich. Es bahnt sich ein finaler Kamp zwischen Gut und Böse an, ein letztes Gefecht.

    Das erneute Lesen hat großen Spaß gemacht. Ich hab zwar sehr langsames Tempo an den Tag gelegt und fast acht Wochen lang nur dieses Buch gelesen, aber das war keinesfalls der Qualität des Werks geschuldet. Elterlicher Freizeitmangel, zu viele Hobbies, dies das, bla bla. Das Buch hat zwar im Mittelteil seine Längen und zieht sich etwas, aber der Anfang und das Ende machen das locker wett, es bleibt dennoch eines meiner liebsten Bücher vom guten King, ganz sicher locker in den Top 5.

    Die besten Phasen des Buchs sind der Anfang und das Ende, vor allem der schrecklich schnelle Ausbruch der Seuche, der sich in der Zeit kurz nach einer echten Pandemie ganz anders und nochmal erschreckender liest als vorher. Diese Passagen gehen stellenweise ganz schön nah, treffen voll ins Schwarze. Dann hat man im Mittelteil genug Zeit, die Hauptfiguren immer besser kennen zu lernen und sie sich entweder richtig ans Herz wachsen zu lassen oder sie im Lauf der Zeit immer mehr zu verabscheuen. Dabei sind die Charaktere nie bloß schwarz oder weiß, sie sind fast immer nachvollziehbare, greifbare Personen, deren Motivation man auch auf der bösen Seite meist gut nachvollziehen kann. Das letzte Drittel ist dann wieder richtig dramatisch und hat emotional auf alle Pestbeulen.

    Ein Meisterwerk.


    Offline nemesis

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      Offline JasonXtreme

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        :lol:

        Ich muss mich da auch endlich mal ranmachen, aber mir fehlt einfach die verf... Zeit zum Lesen bzw. zu fast allem
        Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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        Offline Bloodsurfer

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          The End of the World As We Know It - New Tales of Stephen King's The Stand

          Herausgegeben von Christopher Golden & Brian Keene mit der freundlichen Genehmigung des Königs.



          Der spontanen Idee der beiden Editoren ist es zu verdanken, dass sich eine breit gefächerte Auswahl der aktuellen Horrorautor:innen zusammen gefunden hat, um viele Kurzgeschichten zu schreiben, die im Umfeld um Stephen King's The Stand spielen.

          Es ist unterteilt in vier Bereiche, also ähnlich dem Vorbild, aber mit mehr Teilen. Teil 1 umfasst Stories, die zum Zeitpunkt spielen, als die Seuche ausbricht und sich schnell ausbreitet. Teil 2 dreht sich um die Zeit, in der die Gruppen sich bilden und sammeln. Teil 3 spielt in der Zukunft, bis zu mehreren Jahrzehnten nach den Ereignissen des Originals. Teil 4 bildet dann noch einige alternative Welten ab.

          Ein paar der Stories, die für mich Highlights waren:

          Caroline Kepnes - Room 24: 7/10
          Ein Polizist ist gleichzeitig ein gefährlicher Stalker und nutzt den Ausbruch, um sich sein Ziel schnappen zu können.

          Bryan Smith - Every Dog Has Its Day: 7/10
          Ein Junge irrt umher und sucht seinen entlaufenen Hund und trifft auf ein paar andere (noch) Überlebende.

          Bev Vincent - Lockdown: 7/10
          Ein interessantes Szenario: Die Bewohner einer abgeschotteten Inselgemeinschaft erfahren von der Seuche und beschließen, koste was es wolle, zukünftig völlig isoliert zu bleiben.

          Joe R. Lansdale - In a Pig's Eye 8/10
          Ricky versteckt sich als Immuner in einem Ort, in dem ein Sheriff nach und nach immer mehr durchdreht und seinen Gewaltfantasien freien Lauf lässt. Eines Tages hilft er einer Frau, die sich bislang ebenfalls versteckt hatte, vor besagtem Sheriff zu entfliehen, doch dadurch sind nun beide voll im Fokus gelandet von dessen Truppe gelandet und müssen einer Konfrontation entgehen.

          Jonathan Janz - Lenora 8/10
          Sehr herzliche Geschichte über einen Hund. Mehr mag ich gar nicht verraten, war wirklich sehr schön und herzlich.

          C. Robert Cargill - Wrong Fucking Place, Wrong Fucking Time 8/10
          Ein bisschen wie Tucker & Dale, Backwoods mal anders. Ein paar Freunde überleben abgeschieden auf einer Farm und fühlen sich auf sich alleine gestellt eigentlich ganz okay, bis plötzlich Fremde auf dem Weg nach Vegas vorüber ziehen und am falschen Ort Ärger machen.

          Richard Chizmar - Moving Day 8/10
          Ein Teenager überlebt den Rest seiner Familie und vertreibt sich die Zeit mit Büchern hoch oben auf dem Wasserturm des Örtchens. Von dort aus beobachtet er die Szenen mit Larry und Rita im Zelt.
          Die erste Geschichte, in der Figuren aus dem Original auftauchen - abgesehen natürlich von den Träumen um Abagail und Flagg.

          Catriona Ward - African Painted Dog 8/10
          Zwei afrikanische Wildhunde schaffen es nach Ausbruch der Pandemie, aus ihrem Zoo zu entkommen.

          Michael Koryta - Kovach's Last Case 8/10
          Das war mal eine Story, die ich so nicht erwartet hatte. Ein alter Detective kann es nicht lassen und ermittelt in der fast menschenleeren Stadt noch gegen einen Serienkiller. Sehr schöne Stimmung.

          S. A. Cosby - The Legion of Swine 8/10
          Ein alter Farmer bekommt Besuch, der sich auf dem Weg nach Vegas mit ihm und seinen Schweinen anlegt.
          Sehr stark geschriebene Story. Macht mir vor allem noch mehr Lust, endlich mal einen von Cosbys Romanen zu lesen, die ich schon so lange auf der Liste habe.

          Rio Youers - Keep the Devil Down 8/10
          Auch stark. Eine Frau und ein Kind auf dem Weg nach Nebraska, auf der Flucht vor dem anderen Schlag Menschen.

          Insgesamt gab es sehr viele Stories, die sich um die zu erwartenden Konfrontationen zwischen Anhängern der zwei Gruppen auf der Reise an ihr jeweiliges Ziel entwickelten. Das war aber auch zu erwarten. Nur wenige Stories gehen richtig in die Tiefe, ist wegen des Umfangs allerdings auch irgendwo klar, es sind halt "nur" Kurzgeschichten.

          Ich mochte an dem Projekt besonders, dass hier so viele Stories eine besondere, neue Perspektive bieten, aufgrund der sehr diversen Autor:innen-Riege.

          Über einen Monat lang konnte ich nochmal in die fesselnde Welt des letzten Gefechts eintauchen und bin froh, dass es dieses Projekt gibt. Schade ist nur, dass die Herren Keene und Golden sich davor gedrückt haben, selbst auch jeweils eine Geschichte beizusteuern. Darüber beklagt sich auch King im Vorwort. Aber man kann  wohl nicht alles haben.


          Offline Thomas Covenant

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              • Show only replies by Thomas Covenant
            Ach das gibt es schon  :confused:.
            Da sind ja ein paar ganz große Namen dabei. Und klasse das ein Cosby und Koryta auch etwas beisteuern. Da bin ich echt gespannt.


            Offline JasonXtreme

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                • Show only replies by JasonXtreme
              Das klingt wirklich cool, auch wenn ich kein Kurzgeschichten Freund bin
              Einmal dachte ich ich hätte unrecht... aber ich hatte mich geirrt.


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              Offline Thomas Covenant

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                  • Show only replies by Thomas Covenant
                Bin so in der Hälfte bisher.
                Auf der Haben Seite-die besten Storys sind bisher auch von den geschätzten Autoren.
                Lansdale,Cosby,Janz,Kortya…
                Da kommt Freude auf.

                Auf der Soll Seite-viel repetive Handlung. Die Grippe kommt und meuchelt. Menschen trauern und werden von Träumen Mutter Abigail/Randall Flagg heimgesucht.
                Leider kam bisher nur Larry Underwood kurz vor, und das ist die größte Enttäuschung bisher.
                Von den bekannten Charakteren weit und brei nix zu sehen.

                Deutsche Kindle Version mit 9,90 Euro derzeit extrem günstig für so einen Klopper.
                « Letzte Änderung: 08. Dezember 2025, 14:11:15 von Thomas Covenant »


                Offline Thomas Covenant

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                    • Show only replies by Thomas Covenant
                  Muss leider sagen das außer den vorgenannten Schreibern, nichts mit Nährwert dabei war.
                  Schade,eine große Enttäuschung. Habe zwischenzeitlich mit Kapitualation gehadert,habs dann doch noch zu Ende gebracht.
                  Kann es nicht empfehlen.