10.000 blutige Dollar / 10.000 dollari per un massacro (1967)
Heute ist Gary Hudson oder eher Gianni Garko nicht Sartana, sondern Django, der Kopfgeldjäger. Allerdings ist der Revolverheld nicht an den üblichen Verdächtigen interessiert, vielmehr will er gut verdienen. Das gibt er auch dem äußerst fiesen Zeitgenossen Manuel Vasquez zu verstehen. Der Bandit krebst bei einem Kopfgeld von 2.000 Dollar rum, das Django viel zu billig erscheint. Jedesmal, wenn er Manuel über den Weg läuft, rät er ihm, etwas an seinem Wert zu schrauben, damit er als Beute für Django interessant wird. Das lässt sich Manuel auch nicht zweimal sagen, da er mit einem reichen Hazienda-Besitzer noch ein Hühnchen zu rupfen hat, da dieser wohl für vier Jahre Gefängnis gesorgt hat. Nun, Manuel holt sich statt Geld lieber Dolores, die Tochter des reichen Knilchs. Dieser will Django engagieren, aber nicht viel Kohle ausgeben. Django treibt das Kopfgeld für Manuel in die Höhe, da 10.000 blutige Dollar das Minimum sind. Als sich Django später mit Manuel zusammentut und sich zu einem Raubüberfall überreden lässt, geht das Unternehmen natürlich schief. Denn Manuel ist nicht an einem unblutigen Raubzug interessiert...
10.000 blutige Dollar von Romolo Guerrieri ist ein typischer Italo-Western-Vertreter seiner Zeit und auch solide inszeniert. Man hätte sich zwar auch hier eine gute Brandt-Synchro gewünscht, aber man kann, trotz ein paar kerniger Sprüche, nunmal nicht alles haben. Garko macht seine Sache als Django ganz gut, denn der harte Revolvermann zeigt hin und wieder auch mal Herz und Gefühl, besonders wenn es um seine Liebsten geht. Da wird auch schon mal eine Träne verdrückt. Claudio Camaso als Manuel kommt als Bösweicht auch sehr gut rüber. Er ist zwar gewissenlos, besitzt jedoch eine traditionelle Gaunerehre und zeigt sich auch als Bandit oftmals durchaus fair. Dass die Figuren trotz aller bekannten Klischees und Zutaten nicht farblos sind, haben wir wahrscheinlich Ernesto Gastaldi zu verdanken, der am Drehbuch mitgearbeitet hat. Ganz gleich, ob der Sidekick Fidelo, Saloon-Besitzerin Mijanou oder Manuels Vater (gespielt von Italo-Western Inventar Fernando Sancho), bis zu den kleinen Verbrechern wie Cisco oder Seven Dollar – alle werten die klassische Story auf.
Insgesamt ist der Film auch nicht allzu hart und wirklich spannend ist es auch nicht, da man gleich weiß, wo die Reise hingeht. Doch die Figuren reichen aus, um doch unterhaltsame 93 Minuten zu garantieren.
Fazit: Gute Italo-Western im oberen Drittel – kein Highlight, aber auf jeden Fall einen Blick wert. Und Garko geht eigentlich immer...
Der Film ist bei Mediacs/Inked Picture als Mediabook erschienen und noch gut erhältlich. Ich hab einfach zu einfachen Bluray gegriffen, die eigentlich auch noch zu haben sein müsste.
Hier der alte Trailer:
Und da Italo-Western auf YT immer zu finden sind: