Ich bin da auf eine ganze Reihe japanischer Mockumentaries gestoßen. Beim Podcast "Genregeschehen" wurde der neue Film von Kōji Shiraishi besprochen. Der hat sehr viele Filme gedreht, unter anderem "Noroi" und "Carved", die auch ein paar von uns gesehen hatten. Und einen Film namens "Grotesque", der wohl eher kranker Scheiß ist. In der Filmografie bin ich dann auf diese Reihe von ihm gestoßen.
Von
Senritsu Kaiki File Kowasugi! gibt es um die 10 Teile und in jedem der Filme geht es um eine gruselige Legende. Alles auf Video im Found Footage Stil gedreht. Die meisten laufen 70-75 Minuten. Und siehe da, die Dinger gibt es bei YouTube mit englischen Untertiteln. Sehr schön. Den ersten Teil hab ich mir dann direkt dort angesehen.
Vorsicht, bei Interesse auf die Version achten! in der Überschrift sollte "Re-Sub Project" stehen. Es gibt eine ältere Version, bei denen die Untertitel wohl teils völlig sinnverfälschend sind.
Senritsu Kaiki File Kowasugi File 01:
Operation Capture the Slit-Mouthed Woman (2012)

Ein kleines Team von Geisterjägern (wird nicht näher erklärt) kommt in den Besitz eines selbstgedrehten Clips. Zwei Männer haben eine seltsame, große Frau mit Gesichtsmaske auf der Straße gefilmt, die sich seltsam verhält. Jetzt wird recherchiert und interviewt, Beweise werden gesammelt, Spuren verfolgt usw. Natürlich kommen die Ermittler des Übernatürlichen immer näher an die Zielperson heran...
Wenn man mit dieser Art von Mockumentary klarkommt und sich drauf einlässt, kann der Film phasenweise scheiß unheimlich sein. Viele Fakten werden oft wiederholt, wie es in diesen Formaten üblich ist und nicht alles war spannend, aber ich fand die Schauspieler richtig klasse und eine zentrale Station war schon echt gruselig. Die Fake Doku setzt weniger auf Schockmomente und Jump Scares, sondern baut eine durchaus bedrückende Atmosphäre auf. Obwohl das meiste am Tage spielt, hat das Konzept bei mir erstaunlich gut funktioniert. Die Bewertungen sind im Schnitt im 6er-Bereich, das kann ich verstehen, denn das Projekt bedient sich den üblichen Zutaten des Subgenres Fake Doku. Gerade der erste Teil soll nicht zu den besten gehören. Und trotzdem, bei mir hat das Filmchen gut gewirkt. Der Gang danach durch die dunkle Wohnung zur Toilette war ein Abenteuer. Hinter jeder Tür konnte eine Gruselfratze lauern oder vielleicht bewegt sich irgendwas weiter hinten im Raum... solche Auswirkungen hatte ich lange nicht mehr. Ich habe Bock auf weitere Teile der Reihe bekommen. Für mich guter Grusel aus Japan.