Allan Grey (2016, Ralf Möllenhoff)
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In Dunstbach breitet sich das Böse aus! Ein weiteres Mal wird der kleine Ort vom todbringenden Fluch eines Vampyrs heimgesucht: Viele Bewohner geraten in seinen ausweglosen Bann, werden in Todesschlaf-ähnliche Verdammnis gedrängt und fallen damit seinem vampirischen Blutdurst zum Opfer...
Als es die Tochter des Bürgermeisters trifft, bittet dieser in letzter Konsequenz ALLAN GREY, dem Gelehrten des Übersinnlichen, um Hilfe. Kaum angekommen stellt GREY jedoch fest, dass das dahinsiechende Mädchen nur noch durch eine sofortige Bluttransfusion gerettet werden kann. Als ALLAN GREY dafür sein Blut zur Ader lässt, beginnt für ihn ein abgrundtief-verstörender Albtraum. Der Fluch des Vampyrs scheint unaufhaltsam!
Boah Leute... Was für ein großartiger Film, ich bin schwer beeindruckt, Möllenhoff hat sich hier mehr als übertroffen !!!
Ersteinmal, die Parallelen zu Carl Theodor Dreyers "Vampyr" von 1932 sind ganz bestimmt nicht zufällig! Das war auch der Grund warum ich mir gerade beide Filme im Doppelpack angeschaut habe...

Zu vermuten war das ja schon, da der Titelgebene Held in Möllenhoffs Film Allan Grey heißt, in "Vampyr" ist es Allen Gray mit A. Es geht aber noch deutlich weiter, allein schon die Geschichte ist sehr ähnlich, Möllenhoffs Variante ist mindestens eine Hommage, eine Huldigung. Und mit "Hier gibt es weder Kinder noch Hunde" wurde auch mindestens eine Textpassage nahezu 1:1 übernommen. Also für die Idee für dieses Projekt, einen derart alten und weitestgehend unbekannten Klassiker in die Gegenwart zu versetzen und neu aufzulegen, gehört Möllenhoff der höchste Respekt!
Dazu kommt natürlich, dass das Endergebnis mehr als gelungen ist! Erneut ist alles schön oldschool mit echtem Super 8 Filmmaterial gefilmt, ohne irgendwelchem neumodischen digitalen Quatsch. Weitenteils ist der Film schwarz-weiß, unterbrochen von einigen Sequenzen in Farbe, was bezogen auf die Handlung auch Sinn macht. Der Handlung zu folgen ist nicht ganz einfach und nötigt einem schon Aufmerksamkeit ab. Der Film ist ziemlich surreal und orientiert sich meiner Meinung nach stark an den expressionistische Wurzeln, die ich schon "Vampyr" nachgesagt habe. Außerdem fließen verschiedene Erzählebenen ineinander über und ergänzen sich, was aber aufgrund der unterschiedlichen Farbgestaltung nicht so verwirrend ist wie es sein könnte. Also man kann der Handlung schon folgen, auch wenn man sich manches selbst erschließen muß oder frei interpretierbar bleibt. Zum Verständnis war es tatsächlich sinnvoll, sich vorher "Vampyr" nochmal anzusehen.
Dann hat der Film auch noch einen richtig bombastischen mystischen Soundrack, der augenscheinlich speziell für den Film komponiert wurde. Treibende ambientmäßige Klänge mit Beats und heulenden Stimmen, die ich mir auch auf irgendwelchen Gothic-Partys oder archaischen Ritualen vorstellen könte. Das alles zusammen ergibt eine richtig intensive oldschoolige Horrorfilm-Atmo, die mich mehr und mehr in Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat.
Die Schauspielerleistungen sind für diese Art Film absolut akzeptabel. Außerdem gibt es einige wenige richtig gut gelungene und teils etwas abstruse Ekel-Effekte, die sich aber gut ins Gesamtbild einfügen und in keinster Weise selbstzweckhaft wirken.
Also ich bin hin und weg, das ist ein richtiges kleines deutsches Underground-Meisterwerk!

...und ich hoffe ich habe jetzt hiermit doch ein wenig Interesse dafür geweckt...
Oldschool Is Now!
ALLAN GREY [Trailer]